Beitz

Eine deutsche Geschichte
 
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 24. Oktober 2011 | 512 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06811-0 (ISBN)
 
Der letzte Patriarch

Berthold Beitz - Wahrheit und Legende: Als Generalbevollmächtigter von Alfried Krupp, dem letzten Alleineigentümer des Konzerns, und bis zu seinem Tode Vorsitzender der Krupp-Stiftung hat er Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Mit unbestechlichem Blick zeichnet Norbert F. Pötzl ein aufschlussreiches und differenziertes Bild des Industriekapitäns - die erste Biografie, die es wagt, das Wirken von Berthold Beitz kritisch zu hinterfragen.



Norbert F. Pötzl, geboren 1948, von 1972 bis 2013 SPIEGEL-Redakteur, ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher. Er veröffentlichte u.a. den Bestseller 'Der Fall Barschel - Anatomie einer deutschen Karriere' (1988), 'Erich Honecker - Eine deutsche Biographie' (2002) und 'Beitz - Eine deutsche Geschichte' (2011). Der Autor lebt und arbeitet in Hamburg.
Deutsch
4,65 MB
978-3-641-06811-0 (9783641068110)
3641068118 (3641068118)
weitere Ausgaben werden ermittelt
16. Kapitel (S. 366-367)

Der Testamentsvollstrecker

»Keiner von der Familie, das gibt nur Ärger«

Ein Neffe empörte sich. In einem (unveröffentlichten) Leserbrief an den Spiegel reagierte Friedrich von Bohlen und Halbach, ältester Sohn von Alfrieds Bruder Harald, heftig auf das sechs Druckseiten lange Interview, das Herausgeber Rudolf Augstein und zwei Redakteure im November 1995 in Augsteins Privathaus auf Sylt mit Berthold Beitz geführt hatten. Das Nachrichtenmagazin hatte dem Krupp-Verweser zunächst die Gelegenheit geboten, die »Provokation« der Historikerin Brigitte Seebacher – »unklar sei, wo bei Beitz das eigene Ich aufhört und das geliehene anfängt«; sein »einziges Ziel sei es, dass der Name Beitz und der Name Krupp ineinanderfließen« – zurückzuweisen. Sodann hatte Beitz ausführlich darstellen dürfen, warum er den Geschwistern Alfried Krupps und deren Kindern jegliche Mitsprache in der Krupp-Stiftung verweigerte.

Der Spiegel, kritisierte Friedrich von Bohlen, versäume es, »den Stein des Anstoßes … objektiv darzustellen«. Beitz habe nämlich, »entgegen den testamentarischen Verfügungen unserer Vorfahren«, Alfried Krupp »wenige Zeit vor dessen Tod veranlasst, das Familienunternehmen Fried. Krupp der Familie testamentarisch zu entziehen und einer Stiftung zu übertragen, die beim Tode von Alfried noch gar nicht errichtet war und deren Organe mit Freunden des Berthold Beitz, nicht aber mit Mitgliedern der Familie besetzt sind«. Statt darüber korrekt zu informieren, so der erboste Neffe, »speisen Sie Ihre Leser mit unwahren Antworten von Berthold Beitz und Plattitüden ab«. Außerdem werde in dem Interview versucht, um Beitz »einen anachronistischen Personenkult zu betreiben«.

Aber »die Geschichte« werde dafür sorgen, »dass derartige Geschichtsklitterungen als solche entlarvt« würden und »die Person von Berthold Beitz im rechten Licht erscheinen wird«. Mitte der 1990er-Jahre eskalierte der Streit zwischen Beitzund der Krupp-Familie, die es freilich, worauf Beitz genüsslich hinwies, gar nicht mehr gab: Der Name Krupp war mit Alfrieds Tod erloschen, die Nachfahren hießen jetzt nur noch von Bohlen und Halbach. Der Disput um eine Teilhabe der Familie an der Stiftung trat in eine entscheidende Phase, weil 1997, 30 Jahre nach Alfried Krupps Tod, Beitz’ Tätigkeit als Testamentsvollstrecker enden, aber auch alle Ansprüche der Angehörigen verjähren würden.

Beitz war allerdings von Anfang an bei Alfrieds Geschwistern auf eine Mauer von Misstrauen gestoßen. Anders als Mutter Bertha und ihre Schwester Barbara waren viele aus der nächsten Generation auf Beitz nicht gut zu sprechen. Man empfand ihn wohl als Eindringling, der zwischen Alfried und dessen Familie einen Keil getrieben habe. Krupp-Nichte Diana Maria Friz, Tochter von Alfrieds Schwester Waldtraut, beschrieb Beitz als »einen Fremdling in Familie und Revier, dem es gelang, die Macht in einem der mächtigsten Konzerne der Bundesrepublik nicht nur zu erobern, sondern sie auch über den Tod desjenigen hinaus, der sie ihm gab, zu erhalten«.

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