Internationale Wirtschaft

Wechselkurse, Zahlungsbilanz und Weltwährungssystem
 
 
Schäffer Poeschel (Verlag)
  • erschienen am 6. September 2017
  • |
  • 554 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7910-4096-7 (ISBN)
 

Der globale Devisenhandel ist mit einem täglichen Volumen von etwa fünf Billionen Dollar das Epizentrum der weltweiten Finanzmärkte. Handelsbeziehungen zwischen Ländern sowie Finanz- und Wirtschaftskrisen sind untrennbar mit Wechselkursentwicklungen verknüpft.

Das Lehrbuch erläutert die Funktionsweise von Devisenmärkten und stellt Entwicklung und Perspektiven des internationalen Währungssystems dar. Zahlreiche Fallbeispiele und Abbildungen illustrieren empirische Phänomene und historische Entwicklungen.

1. Auflage 2017
  • Deutsch
  • Stuttgart
Schäffer-Poeschel
  • 15,23 MB
978-3-7910-4096-7 (9783791040967)
3791040960 (3791040960)
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Keith Pilbeam promovierte am Europa Institut in Florenz zur theoretischen Modellierung von Wechselkursen. Er war anschließend bei NatWest Bank und der Royal Bank of Scotland tätig. Seit 1989 ist er als Professor für Internationale Finanzmärkte an der City University London tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Analyse von Wechselkursen und Finanzmärkten. Er ist Autor der Lehrbücher International Finance sowie Finance and Financial Markets.

Der Devisenmarkt

Die Zahlungsbilanz

Elastizitätsansatz und Absorptionsansatz in der Zahlungsbilanztheorie

Der monetäre Ansatz zur Analyse von Zahlungsbilanzentwicklungen

Makroökonomische Politik in einer offenen Volkswirtschaft

Kaufkraftparität und Zinsparität

Theoretische Ansätze zur Wechselkurserklärung

Empirische Analyse von Wechselkursverläufen

Feste Wechselkurse, flexible Wechselkurse und Managed Floating

Geschichte des Internationalen Währungssystems seit 1880

WährungsDerivate: Futures, Optionen und Swaps

Internationale makroökonomische Politikkoordination

Währungsintegration in Europa und die Europäische Währungsunion

Währungskrisen und die ostasiatische Finanzkrise

Finanzinnovationen und die Finanzkrise 2008

Einleitung


"Drei Dinge können den Menschen in den Wahnsinn treiben: die Liebe, der Ehrgeiz und die Beschäftigung mit Währungsfragen." Dieses Statement stammt von einem Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Anschluss an eine Tagung des Internationalen Währungsfonds im Jahr 1972. Mit dem kurz darauf folgenden Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems im März 1973 ging ein bedeutendes Kapitel der Weltwährungsgeschichte zu Ende. Der Dollar verlor seine Funktion als Leitwährung, und die Wechselkurse zwischen den weltweit wichtigsten Währungen wurden freigegeben. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen stellten flexible Wechselkurse zwischen den wichtigsten Industrienationen keine Übergangslösung dar; sie haben sich vielmehr dauerhaft etabliert. Insbesondere beim Dollarkurs sind seit 1973 starke nominale und reale Schwankungen aufgetreten. Erklärung und Prognose dieser Schwankungen stellen Ökonomen, Politiker und Praktiker vor immer größer werdende Herausforderungen. Der explosionsartige Anstieg der täglichen Umsätze an den globalen Devisenmärkten auf aktuell etwa 6,5 Billionen Dollar verdeutlicht die Rolle der Devisenmärkte als Zentrum der globalen Finanzmärkte und spiegelt letztlich deren zunehmende Komplexität und Bedeutung wider.

Die Frage, ob feste oder flexible Wechselkurse vorzuziehen sind, hat nicht zuletzt im Rahmen der europäischen Währungsintegration für kontroverse Diskussionen gesorgt. Dies ist wenig verwunderlich, wenn man in Betracht zieht, welche weitreichenden Implikationen die Wahl eines bestimmten Wechselkurssystems für die Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik hat. So schränkt die Entscheidung für feste Wechselkurse in der Regel die Autonomie der Geldpolitik ein, kann jedoch gleichzeitig zu einem Import von Glaubwürdigkeit und Stabilität führen. Auch der internationale Güterhandel wird entscheidend von Wechselkursen beeinflusst. Die anhaltende Debatte um persistente Leistungsbilanzüberschüsse oder -defizite ist eng mit Währungsfragen verknüpft.

Das Lehrbuch widmet sich vor diesem Hintergrund drei zentralen Themenbereichen:

  1. Die theoretische und empirische Betrachtung von Wechselkursdynamiken.

  2. Die Analyse von Zahlungsbilanzdynamiken, die sowohl den Güter- als auch den Kapitalverkehr einer Volkswirtschaft widerspiegeln.

  3. Eine kritische Betrachtung der historischen und gegenwärtigen Entwicklung des internationalen Währungssystems.

Bei vielen der diskutierten Fragen fällt es oftmals schwer, bestimmte Entwicklungen in einen kausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang mit theoretischen Überlegungen zu bringen. Dennoch kann auf die im Rahmen dieses Buches behandelten theoretischen Ansätze nicht verzichtet werden, da sie wichtige Zusammenhänge verdeutlichen und zu einem grundsätzlichen Verständnis beitragen.

Aufbau des Buches


Kapitel 1 liefert eine Einführung in die Charakteristika und grundlegende Dynamik der Devisenmärkte. Hierbei ist insbesondere die Abgrenzung verschiedener Wechselkursdefinitionen von großer Bedeutung. Die Bestimmung des nominalen Wechselkurses wird hierbei einleitend als Zusammenspiel von Devisenangebot und Devisennachfrage dargestellt. Hierauf aufbauend befasst sich Kapitel 2 im Rahmen der Zahlungsbilanzanalyse mit verschiedenen Transaktionen, die Devisenangebot und Devisennachfrage beeinflussen. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterscheidung sowie das Zusammenspiel von Leistungsbilanz- und Kapitalbilanzdynamiken. Für den weiteren Verlauf des Buches sind darüber hinaus die Implikationen verschiedener Wechselkursregime für die Mechanismen des Zahlungsbilanzausgleichs von Bedeutung. Vor diesem Hintergrund werden auch die persistenten Leistungsbilanzungleichgewichte, welche auch als globale Ungleichgewichte bezeichnet werden, beleuchtet und diskutiert. Die beiden folgenden Kapitel befassen sich mit verschiedenen Ansätzen zur Erklärung von Kapital- und Leistungsbilanzdynamik. Kapitel 3 widmet sich dem Elastizitäts- und Absorptionsansatz, während Kapitel 4 mit dem monetären Ansatz der Zahlungsbilanz einen alternativen Blickwinkel liefert, dem auch im Rahmen des in Kapitel 7 betrachteten monetären Wechselkursmodells eine große Bedeutung zukommt. Kapitel 5 thematisiert anschließend grundlegende Fragen der makroökonomischen Politikgestaltung in einer offenen Volkswirtschaft. Zur Klärung der Frage, durch welche Wirkungskanäle geld- und fiskalpolitikpolitische Maßnahmen in der kurzen und mittleren Frist im Zusammenspiel mit Wechselkursen makroökonomische Größen beeinflussen, wird das Mundell-Fleming-Modell herangezogen. Im Rahmen dieser Analyse wird auch die Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen festen und flexiblen Wechselkursen sichtbar.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der theoretischen und empirischen Analyse von Wechselkursen. Kapitel 6 betrachtet mit der Kaufkraft- und Zinsparität zwei zentrale Bausteine zum theoretischen Verständnis von Wechselkursen. Während die Kaufkraftparität als ältester Ansatz tendenziell auf die Erklärung langfristiger Wechselkursdynamiken ausgerichtet ist, hat die Zinsparität die Erklärung kurz- und mittelfristiger Kapitalströme zum Ziel. Auch Schwächen der beiden behandelten Ansätze werden beleuchtet und diskutiert.

Hierauf aufbauend befasst sich Kapitel 7 mit verschiedenen Modellen zur Erklärung von Wechselkursen. Kaufkraft- und Zinsparität dienen hierbei im Rahmen von fundamentalen Wechselkursmodellen oftmals als Ausgangsgleichgewicht der betreffenden Modelle. Es werden jedoch auch Ansätze betrachtet, die einen alternativen Weg zur Erklärung von Wechselkursdynamiken beschreiten und beispielsweise die Erwartungsbildung auf den Devisenmärkten explizit berücksichtigen. Kapitel 8 befasst sich mit Ansätzen zur empirischen Analyse von Wechselkursverläufen. Die Betrachtung der zusammengefassten empirischen Evidenz verdeutlicht die erhebliche Diskrepanz zwischen theoretischen Analysen und empirischen Resultaten. Insbesondere wird deutlich, dass Wechselkurse und Fundamentalfaktoren langfristig miteinander verknüpft sind. Verlässliche kurzfristige Prognosen hinsichtlich zukünftiger Wechselkurse sind jedoch kaum möglich. Dieses Kapitel ist insbesondere für Masterstudenten geeignet, da zentrale Merkmale einiger empirischer Verfahren wie Kointegrationsanalysen und nichtlineare Modelle erläutert werden. Abschließend veranschaulicht Kapitel 9 grundlegende Unterschiede und Implikationen von Regimen fester und flexibler Wechselkurse.

Der dritte Teil des Buches befasst sich mit der historischen Entwicklung und den Perspektiven des internationalen Währungssystems. Kapitel 10 fasst dessen Geschichte und zentrale Ereignisse seit dem klassischen Goldstandard zusammen. In Kapitel 11 stehen derivative Finanzinstrumente wie Futures, Optionen und Swaps im Fokus. Diese sind insbesondere im Rahmen der praktischen Risikoanalyse von großer Bedeutung. Kapitel 12 liefert einen kurzen Abriss der internationalen makroökonomischen Politikkoordination aus einer spieltheoretischen Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, warum und wie geld- oder fiskalpolitische Maßnahmen zwischen Volkswirtschaften koordiniert werden können und welche Probleme hierbei auftreten. Diese Koordination spielt im wirtschaftlichen Integrationsprozess eine große Rolle. Kapitel 13 setzt sich anschließend im Detail mit dem wirtschaftlichen Integrationsprozess in Europa auseinander. Neben der Betrachtung früherer Bemühungen um feste Wechselkurse stehen hierbei insbesondere die Einführung des Euros sowie die jüngeren ökonomischen Turbulenzen innerhalb Europas im Vordergrund. Die beiden letzten Kapitel des Buches tragen dem Umstand Rechnung, dass Währungs- und Finanzkrisen die Entwicklung von Volkswirtschaften begleiten. In Kapitel 14 werden verschiedene Ansätze zur Erklärung von Währungskrisen erläutert und evaluiert. Hierbei liegt der Fokus auf der Finanzkrise in Ostasien als exemplarischem Beispiel für viele Währungs- und Finanzkrisen. Abschließend wird in Kapitel 15 die jüngste Finanzkrise näher betrachtet. Einleitend erfolgt hierbei eine allgemeine Definition verschiedener Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie eine Betrachtung der verschiedenen Verläufe. Anschließend folgt eine Betrachtung von innovativen Finanzprodukten, die eine zentrale Rolle im Zuge der US-Subprime-Krise gespielt haben. Abschließend werden mögliche Ursachen der jüngsten Krise sowie die resultierenden Politikmaßnahmen erörtert.

Einsatz in der Lehre


Die Struktur des Buches bietet verschiedene Möglichkeiten des konzeptionellen Einsatzes in der Lehre. Eine einführende Veranstaltung im Bereich Monetäre Außenwirtschaft kann beispielsweise auf die Kapitel 1 und 2 zurückgreifen. Das in Kapitel 5 behandelte Mundell-Fleming-Modell ist gut geeignet, um die grundsätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Wirtschaftspolitik in einer offenen Volkswirtschaft zu illustrieren. Die Kapitel 6 bis 8 liefern anschließend die theoretische und empirische Analyse von Wechselkursdynamiken und verdeutlichen die hiermit verbundenen Probleme.

Eine vertiefende Veranstaltung zu Finanz- und Devisenmärkten könnte demgegenüber ein stärkeres Gewicht auf die in Kapitel 8 diskutierten empirischen Ansätze zur Analyse von Wechselkursen legen und darüber hinaus auch die in Kapitel 12 behandelten komplexen Finanzinstrumente sowie die Analyse von Währungskrisen in Kapitel 14 mit einbeziehen. Das ergänzend zur Verfügung gestellte Material ermöglicht in diesem Zusammenhang die Implementierung eigenständiger empirischer Analysen. Dies ist essenziell für sämtliche Studierende, die eine empirisch ausgerichtete Abschlussarbeit verfassen und/oder eine Tätigkeit...

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