Einheit im Konflikt

Dynastiebildung in den Grafenhäusern Lippe und Waldeck in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
 
 
Böhlau Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Juli 2019
  • |
  • 623 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-412-51476-1 (ISBN)
 

So hoch die Bedeutung von Dynastien für die vormoderne Geschichte, so schwach ausgeprägt war in der Regel ihre soziale Einheit. Lennart Pieper analysiert anhand der zahlreichen Konflikte in den Grafenhäusern Lippe und Waldeck, wie sich Dynastiebildung vom 15. bis zum 17. Jahrhundert vollzog.

Die zunehmende Bedeutung dynastischen Denkens im Hochadel schlug sich seit dem ausgehenden Mittelalter in Hauschroniken und Genealogien ebenso nieder wie in komplexen Erbfolgeregelungen und einem gesteuerten Heiratsverhalten. Am Beispiel der Grafenhäuser Lippe und Waldeck analysiert der Autor unterschiedliche Praktiken und Diskurse der Dynastiebildung, in deren Zuge adlige Verwandtschaftsverbände eine institutionelle Form annahmen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf den Konflikten, die von den einzelnen Akteuren um die Ausgestaltung der sozialen Ordnung, um Beteiligung an Herrschaft und Besitz sowie um die Implementation von Normen geführt wurden. Der Prozess der Dynastiebildung, so macht die Studie deutlich, führte keineswegs unmittelbar zu verstärkter Integration, sondern war von Verwerfungen und Brüchen geprägt. Daher mussten neue Wege gefunden werden, um die Einheit der Dynastie symbolisch zum Ausdruck zu bringen.



2006-2012 Studium der Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld. 2013-2014 Promotionsstudium an der 'Bielefeld Graduate School in History and Sociology' der Universität Bielefeld. 2014-2018 Promotionsstudium am Exzellenzcluster 'Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne' der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 2018 Promotion in Neuerer und Neuester Geschichte an der WWU Münster mit dem Prädikat summa cum laude.
  • Deutsch
  • Gottingen
  • |
  • Deutschland
  • 16,38 MB
978-3-412-51476-1 (9783412514761)
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  • Intro
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  • Table of Contents
  • Body
  • 1 Einleitung
  • 1.1 Dynastien in der Geschichte der Vormoderne
  • 1.2 Forschungskontexte
  • 1.2.1 Herrschaft
  • 1.2.2 Verwandtschaft
  • 1.2.3 Adel
  • 1.2.4 Land
  • 1.3 Dynastie als institutionalisierte Praxis
  • 1.3.1 Die Akteure: Eigensinn oder dynastische Räson?
  • 1.3.2 Doing Dynasty
  • 1.3.3 Normen
  • 1.3.4 Symbolische Ordnungen
  • 1.4 Methodischer Zugang und Quellenauswahl
  • 1.5 Die untersuchten Dynastien
  • 1.5.1 Die Grafen im Kontext des Alten Reiches
  • 1.5.2 Die Edelherren und Grafen zur Lippe
  • 1.5.3 Die Grafen von Waldeck
  • 2 Dynastie als Herrschaftsträger
  • 2.1 Rechtliche und kulturelle Grundlagen der Herrschaftsweitergabe
  • 2.2 Lippe
  • 2.2.1 Die Zeit der Landesteilungen bis zum Pactum Unionis (1265?-?1368)
  • 2.2.2 Keine Wahl? Die Sukzessionskrise Simons V. (1489?-?1517)
  • 2.2.3 Konflikt um Erbgerechtigkeit unter Brüdern (1556?-?1563)
  • 2.2.4 Primogenitur und Paragien: Die hausrechtlichen Dispositionen Simons VI. (1592?-?1613)
  • 2.2.5 Die Erfindung der Erbherren (1614?-?1636)
  • 2.2.6 Die Durchsetzung der Primogenitur im Vormundschaftskonflikt (1636?-?1650)
  • 2.2.7 Sukzessionspraxis bis zum Aussterben der Braker Nebenlinie (1650?-?1709)
  • 2.3 Waldeck
  • 2.3.1 Sukzessionspraxis bis zur Lehnsauftragung (1227?-?1438)
  • 2.3.2 Die Teilung zwischen Philipp II. und Heinrich VIII. (1475?-?1492)
  • 2.3.3 Der Streit um das Landauer Erbe (1495?-?1507)
  • 2.3.4 Konflikt unter Halbbrüdern: Die Abspaltung der neueren Landauer Linie (1538?-?1597)
  • 2.3.5 Die umstrittene Nachfolge Philipps IV. in Wildungen (1550?-?1575)
  • 2.3.6 Bewährte Praxis: Die vierte große Landesteilung (1607)
  • 2.3.7 Sukzessionspraxis bis zur Durchsetzung der Primogenitur (1607?-?1706)
  • 2.4 Zwischenergebnisse
  • 2.4.1 Hierarchisierung und Integration
  • 2.4.2 Herkommen und Innovation
  • 2.4.3 Garanten und Schlichter
  • 2.4.4 Religion und Ressourcen
  • 3 Dynastie als Verwandtschaftsverband
  • 3.1 Dimensionen adliger Heiratspolitik
  • 3.1.1 Heiratsstrategien und generatives Verhalten 1450?-?1650
  • 3.1.2 Ehegüterrechtliche Bestimmungen
  • 3.1.3 Analyse des Konnubiums
  • 3.1.4 Der Umgang mit Missheiraten
  • 3.1.5 Mischehen zwischen Lutheranern und Reformierten
  • 3.2 Versorgungs- und Vernetzungsstrategien
  • 3.2.1 Die geistliche Laufbahn
  • 3.2.2 Fürsten- und Militärdienst
  • 3.2.3 Apanagen und Paragien
  • 3.2.4 Der Umgang mit illegitimen Nachkommen
  • 3.3 Zwischenergebnisse
  • 3.3.1 Heirat und Abstammung
  • 3.3.2 Versorgung und Netzwerke
  • 4 Dynastie als symbolische Ordnung
  • 4.1 Dynastiediskurs
  • 4.1.1 Semantik der Verwandtschaft
  • 4.1.2 Eigenbezeichnungen
  • 4.1.3 Wohl des Hauses - Wohl des Landes
  • 4.1.4 Dynastische Räson? Das Beispiel Otto zur Lippe-Brake
  • 4.2 Dynastische Erinnerungskultur
  • 4.2.1 Historiographie als Praxis
  • 4.2.2 Ursprungsmythen und Spitzenahnen
  • 4.2.3 Genealogische Kontinuität
  • 4.2.4 Exempla für dynastische Räson
  • 4.3 Dynastische Räume
  • 4.3.1 Das Residenzschloss
  • 4.3.2 Das Archiv
  • 4.3.3 Die Grablege
  • 4.4 Zwischenergebnisse
  • 4.4.1 Die Praxis der symbolischen Ordnung
  • 4.4.2 Transportierte Inhalte
  • 5 Zusammenfassung
  • Danksagung
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Grafiken und Tabellen
  • Abbildungsnachweis
  • Farbtafeln
  • Register

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