Einen Mann wie dich vergisst man nicht

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. Dezember 2017
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5440-2 (ISBN)
 
Unvergessliche Stunden der stürmischen Leidenschaft erlebt Josie in den Armen von Max Carter. Sie ahnt nicht, dass ihr sinnlicher Liebhaber etwas vor ihr verbirgt. Denn der attraktive Rancher hat Angst, dass Josie, die bei einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat, ihn verlässt, wenn sie erfährt, wer sie wirklich ist ...
  • Deutsch
  • 2,00 MB
978-3-7337-5440-2 (9783733754402)
3733754409 (3733754409)

1. KAPITEL

Nur allmählich erwachte Josie Wentworth aus einem herrlichen Traum vom Abschlussball an der High School in Freemont Springs. Darin trug sie ein hübsches Kleid mit einem Sträußchen Gardenien, und das Haar hatte sie elegant frisiert. Den Namen des jungen Mannes, mit dem sie tanzte, kannte sie nicht, und die Band spielte lauter als nötig, aber sie unterhielt sich großartig in dem aufwendig dekorierten Saal.

Josie räkelte sich und sah sich im Schlafzimmer suchend nach dem Ballkleid um, das sie in der letzten Nacht beim Nachhausekommen hier einfach zu Boden hatte fallen lassen.

Dies war ihr Jugendzimmer, mit dem Schreibpult, dem überquellenden Bücherregal, der Kommode, den Postern an den Wänden und den Plüschtieren auf einem Wandbrett. Aber wo waren das teure Kleid und die passenden Schuhe? Wieso duftete es nicht nach Gardenien?

Josie gähnte und setzte sich im nächsten Moment kerzengerade im Bett auf. Sie fröstelte, als sie plötzlich unsanft in die Realität zurückgeholt wurde.

Sie war nicht mehr siebzehn und frei von Kummer und Sorgen, sondern neunundzwanzig Jahre alt und nur vorübergehend wieder bei ihrer Familie. Darum hatte sie in ihrem alten Zimmer geschlafen, in dem damals ihr größtes Problem, das sie beschäftigt hatte, das Warten auf den versprochenen Anruf ihres Freundes gewesen war.

Sie, Josie Wentworth, gehörte zu der in Oklahoma ansässigen steinreichen Öldynastie. Sie war die Enkelin von Joseph Wentworth, die Schwester ihres jüngeren Bruders Michael und von Jack, dem älteren. Und Jack war tot .

Josie kämpfte gegen den Drang zu weinen an. Zu viele Tränen waren vergossen worden, seit sie erfahren hatte, dass sie den geliebten Bruder nie wiedersehen würde.

"Ach, Jack", flüsterte sie. "Was soll ich ohne dich machen? Warum hast du mich verlassen?"

Sie presste die Hände aufs Gesicht. Vor zwei Wochen hatte Trey McGill angerufen und sie gebeten, zum Besitz der Familie Wentworth zu kommen, wo ihr Großvater und Michael lebten. Sichtlich erschüttert hatte Trey ihr dort die schreckliche Nachricht überbracht.

Jack hatte einen Geheimauftrag für das Außenministerium übernommen. Trotz sorgfältiger Vorbereitung war etwas schief gegangen, und er hatte es mit seinem Leben bezahlt. Jacks Leiche wurde allerdings nie gefunden.

Die folgenden Tage waren für Josie wie ein Albtraum gewesen. So viele Telefonate hatte sie führen müssen, um alle von dem schrecklichen Vorfall zu unterrichten. Sie hatte gehofft, bei der für ihn ausgerichteten Gedenkveranstaltung für immer von ihm Abschied nehmen zu können, auch wenn kein richtiges Begräbnis stattfand.

Doch es fiel ihr schwer, sich mit dem Verlust ihres Bruders abzufinden. Er war ihr Held gewesen. Sie konnte die Tränen jetzt nicht mehr zurückhalten, und mit einem wehmütigen Lächeln erinnerte sie sich an ihren ersten Schultag .

Josie wollte nicht in diese gruselige Schule fahren, in der sie bereits mit ihrem Großvater zur Besichtigung gewesen war. Die Lehrerin hatte ständig gelächelt, mit diesen großen Zähnen und dem wild zerzausten Haar, das sie wie eine Hexe aussehen ließ. Von diesen vielen lärmenden Kindern in dem bunt geschmückten Raum hatte Josie kein einziges gemocht. Mit neuen Schuhen, Kniestrümpfen und in einer kratzigen Schuluniform stand sie nun in der Diele des Hauses und steckte den Daumen in den Mund. Sie wollte keinen Schritt weiter gehen.

"Komm schon, Prinzessin", sagte Joseph Wentworth. "Ich habe dir versprochen, dich am ersten Unterrichtstag zur Schule zu fahren und ins Klassenzimmer zu begleiten. Also, gehen wir."

Sie schüttelte den Kopf, und Tränen kullerten ihr über die Wangen.

"Aber, aber, nicht weinen", sagte Joseph. "Du bist jetzt ein großes Mädchen. Heute ist ein wichtiger Tag für dich. Willst du nicht den anderen Kindern deine neuen Schuhe zeigen?"

Josie schniefte, schüttelte erneut den Kopf und nahm den Daumen dabei nicht aus dem Mund.

"Was soll ich bloß machen?", rief ihr Großvater. "Soll ich vielleicht ein schreiendes und strampelndes Kind in die Klasse tragen?"

Jack, damals elf, kniete sich vor Josie. "Hör zu, Peanut, wir beide haben ab sofort einen Geheimcode. Ich verrate ihn dir, wenn du den Finger aus dem Mund nimmst."

Josie sah ihren großen Bruder eine Weile forschend an und ließ schließlich die Hand sinken.

"Also", fuhr Jack fort und wischte ihre Tränen weg, "wenn du jemals Angst hast oder dich einsam fühlst, ob in der Schule oder sonst wo, sagst du diesen Reim auf, in dem mein Name vorkommt. Dann werde ich dich hören, wo immer ich bin. Das bewirkt unser Geheimcode. Weißt du, welchen Reim ich meine?"

Josie nickte. "Jack, sei hurtig, Jack, sei flink, Jack ."

"Genau richtig", unterbrach er sie. "Du verstehst doch, wie dieser Geheimcode funktioniert?"

"Du wirst immer bei mir sein", erwiderte sie, "selbst wenn ich dich nicht sehen kann."

"So ist es."

"Jack", fragte sie stockend, "wird der Geheimcode denn wirklich immer wirken?"

"Für immer und ewig", beteuerte er. "Das verspreche ich dir."

"Ist gut. Dann gehe ich jetzt in die Schule, Großvater."

Joseph Wentworth schüttelte lachend den Kopf. "Jack, du wirst bestimmt einmal Politiker."

"Nein", widersprach Jack ernst und richtete sich wieder auf. "Ich werde SEABEE bei der Navy, und zwar der beste, den es je gegeben hat."

"Das glaube ich gern", sagte Joseph, "aber danach sollst du Wentworth Oil übernehmen. So, beeilt euch jetzt, ihr zwei. Wir wollen nicht zu spät kommen."

"Jack, sei hurtig", hatte Josie damals geflüstert, während sie das riesige Haus ihres Großvaters verließen. "Jack, sei flink ."

Josie schüttelte den Kopf, um die Erinnerungen an jenen längst vergangenen Tag zu vertreiben.

"Für immer und ewig?", sagte sie leise. "Ach, Jack, immer und ewig gibt es nicht."

Joseph Wentworth saß im sonnendurchfluteten Frühstückszimmer, das direkt an die Küche grenzte, trank Kaffee und versuchte, sich auf die Zeitung zu konzentrieren. Seufzend schob er sie jedoch zur Seite und blickte starr aus dem Fenster.

Sein ältester Enkel war tot. Jack Wentworth gab es nicht mehr. Bis heute konnte Joseph es nicht glauben. Noch immer klammerte er sich an die Hoffnung, dass es sich um ein Missverständnis handelte und Jack doch lebte. Schließlich hatte man keine Leiche gefunden .

"Narr", sagte Joseph laut. "Er ist tot, genau wie sein Vater und seine Mutter."

Es war nicht fair, dass ein Mann seinen einzigen Sohn und zehn Jahre später auch noch einen Enkelsohn verlor. Das war einfach zu schmerzvoll, zu grausam.

Joseph stellte seufzend die Kaffeetasse ab. Er fühlte sich schrecklich müde. Seit Trey McGill ihnen die Nachricht von Jacks Tod überbracht hatte, konnte er kaum noch schlafen. Jetzt bemerkte er schmerzlich jedes seiner zweiundsiebzig Lebensjahre, aber er musste sich zusammenreißen. Er wollte schließlich keinen zweiten Schlaganfall erleiden.

Als er hörte, wie Josie die Haushälterin Evelyn begrüßte, strich er sich durchs graue Haar, rückte die Krawatte zurecht und griff wieder zur Zeitung.

"Guten Morgen, Großvater", sagte Josie, als sie in die Küche kam. "Ich nehme mir Kaffee und leiste dir Gesellschaft, wenn es dir recht ist."

Joseph blickte von der Zeitung hoch. "Ja, sicher, aber du solltest zum Frühstück nicht nur Kaffee trinken."

"Evvie hat deswegen auch schon mit mir geschimpft, aber ich habe keinen Hunger. Übrigens mache ich mir ihretwegen Sorgen. Sie sieht nicht gut aus."

"Das ist wegen Jack", erwiderte Joseph. "Schließlich hat sie mir geholfen, euch alle großzuziehen. Ohne Evelyn hätte ich das nicht geschafft. Du und Michael, ihr erinnert euch nicht mehr, aber Evelyn war ein Felsen in der Brandung, als eure Eltern umkamen. Sie hängt sehr an euch."

Josie setzt sich mit einer Tasse zu ihrem Großvater und trank einen Schluck.

Joseph betrachtete sie über den Rand der Zeitung hinweg. Sie war eine schöne junge Frau. Die dunklen Augen hatte sie von ihrem Vater geerbt, das kastanienbraune Haar von ihrer Mutter. Und er bemerkte noch die Spuren von Tränen. Seine kleine Prinzessin hatte wieder geweint.

"Wir lieben Evvie", versicherte sie. "Sie war für uns eine wunderbare Mutter. Ich würde ihr gern in ihrem Schmerz helfen, aber ich weiß ja nicht einmal selbst ." Sie stellte die Tasse weg. "Es ist so schlimm, Großvater, dass Jack . ich ."

"Trink den Kaffee", sagte Joseph rau und versenkte sich erneut in die Zeitung.

"Großvater", sagte Josie nach einer Weile.

"Ja?" Bisher hatte er kein einziges Wort gelesen.

"Ich kehre heute in meine Wohnung zurück. Ich kann mich nicht länger hier verstecken und so tun, als wäre ich noch ein Kind, das in diesem Haus sicher und geschützt ist."

Joseph wollte nicht in dem großen leeren Haus allein sein mit dem Schmerz und der Trauer. Bloß das nicht!

"Na gut", sagte er trotzdem lässig, "dann machen Evelyn und ich eben wie bisher weiter."

"Ja." Josie zögerte. "In seinem letzten Brief hat Jack erwähnt, dass ich in einem Jahr Zugang zu dem Treuhandfond bekommen werde, den du für mich eingerichtet hast. Darum sollte ich mir überlegen, einen Beruf zu ergreifen."

"Ausgezeichnete Idee", lobte Joseph. "Die Bedingungen, wie ihr an den Fond kommt,...

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