Die Tränen der Götter

Roman
 
 
Limes Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. Mai 2011
  • |
  • 512 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05853-1 (ISBN)
 
Ein opulentes Familiendrama vor der spektakulären Kulisse Südafrikas - Liebe, Hass und Diamanten - eine afrikanische Legende geht in Erfüllung ...

Mit Diamanten haben sie ein Imperium errichtet, der Edelstein ist ihr Glückssymbol. Aber jetzt droht die Familie an Verrat, Intrigen und Rachsucht zu zerbrechen ...

Vor hundert Jahren errichtete Adam Assmann in Südafrika eine Schürfmine, nachdem er einen Diamanten von unschätzbarem Wert gefunden hatte. Der Stein, die »Träne der Götter«, wurde zum Symbol des Assmann-Imperiums. Seinen Besitzer werden nach einer afrikanischen Weissagung stets Glück und Erfolg begleiten. Nur der jetzige Firmeninhaber Heinrich Assmann kennt den zweiten Teil der Prophezeiung: Tod und Verderben werden denjenigen treffen, den der Stein verlässt. Als ausgerechnet ein Familienmitglied den Diamanten entwendet, scheint sich ein Fluch auf die Assmanns zu legen. Zwischen Europa und Afrika entbrennt eine tödliche Fehde, die niemanden aus dem Clan verschont .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Limes
  • 0,96 MB
978-3-641-05853-1 (9783641058531)
3641058538 (3641058538)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"12 (S. 63-64)

Ludwig Assmann saß am Flügel und variierte die Melodienfolge, die Kernstück und Ohrwurm des Musicals war, das er komponierte. Er war knapp mittelgroß und so schlank, dass sein Vater dies als »schmächtig« bezeichnete, hochbegabt, labil und verletzbar. Sein Bruder Victor, immer rasch dabei, Spott über andere auszugießen, bezeichnete »den Kleinen« gerne als beinigen Engel, in Anspielung auf die Figur in einer bayerischen humoristischen Satire.

Tatsächlich wirkte Ludwig nicht selten der Realität entrückt; befangen in seinen musikalischen Träumen und Wünschen. »Eine Künstlernatur eben«, entschuldigte seine Mutter gerne das Desinteresse ihres Jüngsten an allen Dingen des täglichen Lebens. »Das ist wirklich gut, Ludwig«, sagte Karen, die mit einer Tasse Tee in der Hand aus der Küche kam. Sie stellte die Tasse auf dem Esstisch ab, kam näher und legte ihre Wange an seine.

»Das findet Gönnermann auch«, sagte Ludwig so unspektakulär wie möglich. »Er hat dir geantwortet?«, fragte Karen erstaunt, richtete sich wieder auf und strich ihre langen roten Haare aus dem Gesicht. »Vor zehn Minuten kam der Brief.« »Und?« »Er sagt, das Stück sei genial«, berichtete Ludwig und versuchte, nicht allzu stolz zu klingen. Was schwer war, denn Gönnermanns Urteil galt etwas in der musikalischen Welt, und er war ein Mann, der nicht gerade zu Lobpreisungen neigte. Karen legte die Unterarme auf den Flügel, was Ludwig hasste, aber diesmal verzichtete er darauf, ihre Gedankenlosigkeit zu monieren.

»Er will es in den übernächsten Spielplan aufnehmen«, verkündete er stattdessen. »Aber … das ist ja großartig! Und du sitzt hier und klimperst herum. Wir sollten eine Flasche Champagner aufmachen und darauf trinken«, rief Karen in der ihr eigenen Überschwänglichkeit. Diesmal aber hatte sie Grund für ihre Begeisterung, denn Ludwig hatte ihr die Titelpartie auf den Leib geschrieben, und wenn Gönnermann …

»Die Sache hat nur einen kleinen Haken«, störte Ludwig ihre hochfliegenden Gedanken. »Welchen Haken?« »Er erwartet eine Selbstbeteiligung. Die Mittel für Musical-Neuinszenierungen werden immer mehr zusammengekürzt, schreibt er.« Ludwig verzog den Mund zu einem ironischen Lächeln: »Und … der Name Assmann bringt einen Mann wie Wingbert Gönnermann natürlich schnell auf solche Gedanken.« Was kein Wunder ist, dachte Karen. Welcher Jungkomponist stammt schon von einer Milliardärssippe ab? Ludwig schien ähnliche Gedanken gehabt zu haben, denn er sagte jetzt:

»Andererseits … eine Inszenierung, bei der man nicht geizen muss und Effekte bedienen kann, hat natürlich auch eine entsprechend bessere Publikumswirkung.« Das war nicht zu bestreiten, und Gönnermann war ein gewiefter alter Fuchs. »Dann sprich doch so bald wie möglich mit deiner Verwandtschaft«, schlug Karen vor. »Je eher, desto besser, bevor es sich Gönnermann noch einmal anders überlegt. Ich meine, wir kennen doch beide den guten alten Wingbert. Wenn er was will, will er es am liebsten vorgestern. Er ist der Beste, zugegeben, aber Beharrlichkeit ist nicht gerade seine ausgeprägteste Tugend, und wenn sich etwas nicht schnell und reibungslos organisieren lässt, geht ihm womöglich die Puste aus, oder ein anderer Floh nistet sich in sein Hirn.«"

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