Noch ein Kuss

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. August 2013
  • |
  • 304 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10289-0 (ISBN)
 
Liebe auf eigene Gefahr

Die Kolumnistin Carly Wexler ist überzeugt: Liebe und Leidenschaft bringen nichts als Enttäuschung, und so führt sie eine eher leidenschaftslose Beziehung mit dem ehrgeizigen Peter. Die Vernunftheirat der beiden steht kurz bevor, als sie Peters attraktiven Bruder Mike kennenlernt. Er ist das genaue Gegenteil von Peter: rau, männlich, selbstbewusst, und Carly fühlt sich stark zu ihm hingezogen. Die Begegnungen mit ihm verwirren sie und bringen ihre Prinzipien ins Wanken. Will sie weiter auf Nummer sicher gehen oder die Liebe - mit all ihren Risiken - in ihr Leben lassen?

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,58 MB
978-3-641-10289-0 (9783641102890)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Carly Phillips, eine New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin, hat über 50 zeitgenössische, sexy Liebesromane geschrieben, mit heißen Männern, starken Frauen und den emotional fesselnden Geschichten, die ihre Leser inzwischen erwarten und lieben. Carly ist glücklich verheiratet mit ihrer Collegeliebe, hat zwei fast erwachsene Töchter und drei verrückte Hunde, die auf ihrer Facebook Fan Page und ihrer Website zu bewundern sind. Carly liebt die sozialen Medien und kommuniziert ständig mit ihren Lesern.

Kapitel 1

Carly Wexler trat einen Schritt zurück und bewunderte die Schaufensterauslage. Die Sonnenstrahlen, die durch die Scheibe fielen, beschienen eine Auswahl von goldenen und diamantenbesetzten Eheringen. Beim Anblick dieser Symbole für ewige Liebe und Treue verkrampfte sich plötzlich ihr Magen. Schnell machte Carly die Augen zu. Bestimmt würden sich ihre Nerven schnell wieder beruhigen, wenn sie sich die funkelnden Ringe noch einmal ansah. Schließlich konnte bei einer Hochzeit, die so minutiös geplant war wie ihre, nichts schiefgehen.

Sie schlug die Augen auf und riskierte einen zweiten Blick. Links von ihr lagen zwei zueinander passende glänzende Ringe auf einer schwarzen Samtunterlage. Einer für ihn und einer für sie: Peter und Carly. Auch sie waren ein Paar, das - wie ihr Verlobter immer wieder betonte - sehr gut zueinander passte, denn sie hatten gemeinsame Freunde und Interessen. Sie waren wie füreinander geschaffen, dachte Carly, während ihr Blick über das glitzernde Angebot glitt.

Für jeden Trauring im Fenster gab es ein Gegenstück - ebenfalls ein treffender Ausdruck für ihren Verlobten. Ihre eher partnerschaftliche Beziehung basierte nicht auf großer Leidenschaft, aber genau das machte die Verbindung perfekt. In einer idealen Welt mochten Liebe und Leidenschaft zusammenkommen und aus einem Pärchen ein Traumpaar machen - nicht nur ein gut eingespieltes Team. Aber Carly glaubte nicht mehr an Märchen. Dank der Verfehlungen ihres Vaters hatte sie gelernt, wie viel Schaden es anrichtete, sich von Gefühlen leiten zu lassen. Besser, man gab sich mit gegenseitiger Achtung und Fürsorge zufrieden, als es zu riskieren, dass man verletzt und enttäuscht wurde. Sie strich sich den frisch geschnittenen Pony aus der Stirn und achtete nicht weiter darauf, dass die Fransen ihr gleich wieder in die Augen fielen.

Ein Set aus reinem Platin und achtzehnkarätigem Gold sprang ihr ins Auge. Obwohl die zweifarbigen Ringe zu beiden Seiten von diamantenbesetzten Eheringen flankiert wurden, schaffte Carly es nicht, den Blick von dem schlichteren Paar loszureißen. »Perfekt«, sagte sie zu sich selbst. Zu schade, dass ihr Verlobter einen mit Edelsteinen besetzten Ring vorziehen würde, ein Exemplar, das etwas mehr hermachte.

»So wie dieser da«, sagte sie und klopfte mit dem Finger an das Fenster.

Doch sie hatte ebenso viel Verständnis für Peters Bedürfnis zu brillieren wie er für ihren Wunsch nach einer perfekten Hochzeit mit allem Drum und Dran. Das Leben war ein Geben und Nehmen, ermahnte sie sich, während sie mit ihrem Finger Muster auf das Schaufensterglas malte.

»Welche Frau brächte es wohl fertig, all diesen funkelnden Steinen zu widerstehen?«, raunte eine aufreizende, unbekannte Stimme ihr von hinten ins Ohr.

Die Frage reizte Carly. »Eine mit Charakter vielleicht?«, erwiderte sie, ohne sich umzudrehen, ganz auf den Ring ihrer Wahl konzentriert.

»Und Esprit«, fügte der Mann in bewunderndem Tonfall hinzu.

Carly legte die Hände hinter dem Rücken zusammen. »Sowie gutem Geschmack«, fuhr sie fort, denn sie fand Gefallen an dem lockeren Wortspiel.

Das tiefe, sonore Lachen, das sie damit provozierte, weckte ihr Interesse und hielt sie davon ab, sich für einen Ring zu entscheiden, der sie für immer an ihren zukünftigen Ehemann binden sollte.

»Man braucht Köpfchen, um sich nicht vom Glitzern der Diamanten blenden zu lassen«, sagte der Fremde beifällig in seiner melodischen Sprechweise.

»Mag schon sein.« Neugierig drehte Carly sich um, sodass ihr langer Rock um ihre bloßen Beine flog.

Ein lässig attraktiver Mann lächelte sie an. Sie sah ihm in die Augen. Sie waren haselnussbraun mit goldenen Flecken, die in der Nachmittagssonne funkelten, und sein sinnlicher Mund wurde von Lachfältchen gerahmt.

Die faszinierenden Augen musterten sie interessiert. »Eine Schönheit wie Sie fällt doch von ganz allein auf.«

Das unerwartete Kompliment ließ Carly erröten. »Danke«, murmelte sie.

»Das war bloß eine Feststellung.«

In ihrer Verlegenheit nickte Carly nur stumm. Dass sie sich auf den ersten Blick zu diesem Fremden hingezogen fühlte, widersprach jeglicher Logik. Durch sein langes, sonnengebleichtes helles Haar und die aufreizende Art, wie er sich auf den Absätzen seiner abgetragenen Stiefel wiegte, strahlte er etwas Wildes und Ungezähmtes aus, pure Männlichkeit gepaart mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein. Verunsichert strich sie sich den Pony aus der Stirn. Eigentlich mochte sie es viel lieber, wenn Männer sanft und berechenbar waren. Doch dieser hier war alles andere als das.

»Also, welchen würden Sie sich aussuchen?«, fragte der Fremde und ließ den Blick einen Wimpernschlag zu lange auf ihr ruhen, bevor er ihn auf den Schmuck im Schaufenster richtete.

Dich, schoss es ihr ungewollt durch den Kopf. »Den da«, krächzte Carly rau und deutete mit nicht allzu ruhiger Hand auf die schlichteren Ringe.

»Hübsch«, murmelte der Mann anerkennend. »Damit wäre dann ja wohl geklärt, welche Art von Frau Sie sind, wenn Sie einen einfachen Goldreif den glitzernden Steinen vorziehen, oder?« Er lachte laut.

Carly gefiel der sonore Klang, obwohl sie dabei ein Schauer überlief. Sie schaute zum blauen Himmel auf. Ein einzelnes Wölkchen hatte sich vor die Sonne geschoben, aber sie war absolut sicher, dass dieser Mann und nicht eine vorübergehende Laune der Natur für ihr Schaudern und ihr plötzliches Unbehagen verantwortlich war.

»Die Art von Frau, die normalerweise vernünftig genug ist, nicht an einer Straßenecke in Manhattan zu stehen und sich mit einem völligen Fremden zu unterhalten«, erwiderte Carly. »Entschuldigen Sie mich.« Sie drehte sich auf dem Absatz um, um in das Geschäft zu gehen, wo sie sich hinter Zahlen verschanzen konnte.

»Carly, nun warte doch.«

Wie angewurzelt blieb Carly stehen und drehte sich dann ganz langsam wieder zu der schmeichelnden Stimme um. »Wer sind Sie?«, fragte sie misstrauisch.

»Mike Novack, Peters Bruder.« Der Mann hielt ihr seine braun gebrannte Hand hin.

Stumm verfluchte Carly ihren Verlobten für seinen Mangel an Sentimentalität. Auf dem einzigen Foto, das sie von Mike gesehen hatte, war er noch ein kleiner Junge gewesen. An ein neueres Bild von dem gut aussehenden Mann, der ihr gegenüberstand, hätte sie sich bestimmt erinnert.

»Peters Bruder.« Obwohl sie automatisch ihre Hand ausstreckte, war sie sehr bestürzt und böse auf sich. Mit einem Fremden zu flirten, während man dabei war, sich einen Ehering auszusuchen, war schon schlimm genug, doch ausgerechnet mit Peters unstetem Bruder zu schäkern, zeugte von einem deutlichen Mangel an Anstand. Ein Benehmen, das sie eher ihrem Vater zugetraut hätte als sich.

»Ja, es gibt mich noch.«

Als Mike ihr kräftig die Hand schüttelte, geriet Carly endgültig aus dem Gleichgewicht. In seinem festen Griff wurden ihre Finger ganz warm.

Dann wanderte diese Wärme den Arm hinauf zu ihren Brüsten und breitete sich schließlich im Magen aus. Sie musste ihre gesamte Willenskraft aufbieten, um diese unbekannten und erschreckenden Empfindungen zu ignorieren.

Rasch befreite sie ihre Hand aus Mikes Umklammerung und konzentrierte ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Schaufenster. Ohne die Sonnenstrahlen hatten die Ringe viel von ihrem Glanz und ihrer Anziehungskraft eingebüßt. In dem vergeblichen Bemühen, die Wärme bei sich zu behalten, schlang sie die Arme um ihre Brust.

»Carly?«

Die Besorgnis in Mikes tiefer Stimme ließ sie die Zähne zusammenbeißen. »Offenbar hast du ein Foto von mir gesehen.«

Mike schmunzelte. »Ja, das auf Peters Schreibtisch.«

»Ich wünschte, von dir könnte ich das Gleiche sagen.«

»Ich bin der Fotograf in der Familie, nicht Pete.«

»Das habe ich schon gehört. Bist du auch der Aufreißer in der Familie?«

Irritiert kniff Mike die Augen zusammen. »Ich weiß, dass ich eine Weile außer Landes gewesen bin, aber seit wann gilt eine lockere Unterhaltung schon als Anmache?«

Mit einem kräftigen Atemstoß blies Carly die Ponyfransen aus den Augen. »Okay, ich habe überreagiert.« Aber nur weil dieser Mann ihr Herz zum Rasen und ihre Hände zum Schwitzen brachte. Aus ihrer Sicht betrachtet hatte sie sich schwer zusammengerissen.

Am liebsten wäre sie weit weggelaufen und hätte sich nicht nur vor Mike, sondern auch vor sich selbst versteckt. »Wollen wir noch einmal von vorn anfangen?«, fragte sie und streckte die Hand aus. Nur um zu beweisen, dass sie den Körperkontakt aushielt, nicht, weil sie sich nach den Gefühlen sehnte, die sein warmer Handschlag bei ihr hervorrief.

»Gerne.« Mike nahm ihre Hand und ließ sie gleich wieder los. Nicht, weil er es nicht aushielt, ihre weiche Haut zu berühren, sondern weil ihr schon seine Anwesenheit unangenehm zu sein schien. Auch wenn er nicht wusste, warum.

»Wo ist Peter?«, wollte Carly wissen.

»Bei der Arbeit. Er war schon auf dem Weg zur Tür, aber in letzter Minute ist noch etwas dazwischengekommen. Er hat mich vorgeschickt, damit ich ihn entschuldige.«

»Rechtsanwälte.« Carlys lässiges Achselzucken stand in krassem Gegensatz zu ihrem enttäuschten Blick. »Wenigstens hat er diesmal daran gedacht, mir jemanden zu schicken, der mir Bescheid sagt.« Sie lächelte. »Vielen Dank.«

»Gern geschehen«, erwiderte Mike. Die Frau vor ihm war eine echte...

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