Ergänzungen zu "Exerzitien der Selbstliebe"

IFS-Themen: Körperbezug, Übungen in Gruppen, Systemische Sicht, Ehe und Familie, Spiritualität
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2020
  • |
  • 276 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-4937-6 (ISBN)
 
Die "Exerzitien der Selbstliebe" setzt die Arbeit mit dem "Inneren Familiensystem" von Richard Schwartz in einen christlichen Übungsweg um. Folgende Ergänzungen bietet dieses Buch:
Wie kann man den Körperbezug in die IFS-Arbeit einbauen? Welche Übungen mit IFS gibt es für Gruppen?
Typische Teile-Konstellationen bei Perfektionismus, Zaudern, Essensproblemen, Wut und passiver Aggressivität.
Warum die IFS weiterhilft, wenn man mit der gewaltfreien Kommunikation nicht weiter kommt.
Philosophisches und Theologisches zur IFS.
Die Systemische Sicht der IFS wird erläutert und daraus auch die IFS-Arbeit mit Ehepartnern und Familien erklärt.
Die spirituelle Dimension der IFS und ihre Vereinbarkeit mit der christlichen Spiritualität werden aufgezeigt. Die IFS kann auch als hervorragender Prüfstein für spirituellen Missbrauch eingesetzt werden und kann dafür auch als Heilungsweg dienen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-7526-4937-6 (9783752649376)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Michael Pflaum, katholischer Pfarrer in Erlangen-Süd seit 2010
Studium der katholischen Theologie
1997-2003 Pastoralreferent in Scheinfeld
2004 Priesterweihe, danach Kaplan in Nürnberg
2006-2010 Stadtjugendseelsorger in Nürnberg
Promotion: Die aktive und kontemplative Seite der Freiheit
Seit 2020 Dekan des Dekanates Erlangen

Grundsätzliches kurz und kompakt


Grundsätze der IFS


  • Alle Teile sind willkommen
  • Du verdrängst keinen Teil - Du fragst den Teil, ob er zur Seite tritt.
  • Du respektierst die Gründe, warum Teile zu etwas einwilligen oder nicht.
  • Alle Teile haben in ihrem Kern gute Absichten und wollen das Beste für Dich! Wenn es so scheint, als hätten sie negative Absichten, dann nutzen sie Strategien, die in der Vergangenheit Sinn gemacht haben aber jetzt nicht mehr günstig sind. Wenn Du in ihre Welt eintrittst und die ursprüngliche Absicht der Strategie verstehst, kannst Du dem Teil helfen, neue günstigere Strategien zu entwickeln.
  • Teile kooperieren, wenn ihre Ängste ernst genommen werden, wenn sie merken, dass Du im Selbst bist und wenn sie Deine Absichten und Ziele verstehen.
  • Der schnellste Weg, ein Problem/Herausforderung zu lösen ist: mit allen betroffenen Teilen langsam, geduldig und respektvoll arbeiten.
  • Wenn Du selbst IFS für Dich allein anwendest, kannst Du eigentlich nichts falsch machen. Sogar wenn der Prozess total blockiert ist, heißt das nur, dass ein Beschützer den Prozess blockiert. Dann kannst Du den Beschützer entdecken und ihn nach seinen Gründen für sein Verhalten fragen.1

Mögliche Ziele und Haltung für "Exerzitien der Selbstliebe"


Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, welche Ziele man mit einem Seminar "Exerzitien der Selbstliebe" erreichen möchte, z. B.:

  • Einführung in die Theorie vom inneren Familiensystem
  • Die Selbstanteile achtsam und bewusst wahrnehmen lernen
  • Merken, wann Teile getriggert werden, wann ich mit einem extremen Teil verschmelze, wann ich umschalte
  • Einübung in die Sprache der Teile
  • Die Teile mit ihren emotionalen, kognitiven und handlungsbezogenen Muster kennenlernen, ihre Funktionen und Eigenschaften kennenlernen
  • Duales Gewahrsam üben
  • Zugänge zum Selbst entdecken
  • Zusammenhang zwischen christlicher Kontemplation, kontemplatives Gebet und Zugänge zum Selbst verstehen
  • Wirken des Hl. Geistes im Selbst erahnen und erkennen
  • Die Entschmelzung von einem Teil erlernen
  • Ins Gespräch mit den Teilen kommen und sich mit ihnen befreunden, Interesse an ihnen und Mitgefühl für sie entwickeln lernen
  • Im inneren Dialog die Absichten und Motive eines Teils kennen lernen
  • Den besten Kern jedes Selbstanteils wertschätzen
  • Neue Lösungen für alte Probleme aushandeln
  • Heilungsprozesse für einen Teil kennen lernen
  • Jungen Teilen vom Selbst aus Halt, Zuwendung und Bindungssicherheit geben2

Diese Ziele sollte der Seminarleiter im Hinterkopf haben. Er sollte sie aber nicht am Anfang des Seminars den Teilnehmenden vorstellen. Dies würde evtl. einige überfordern und Angst machen. Besser ist es wohl, den Teilnehmenden gestaffelte Ziele vorzustellen: Was jede/jeder sicherlich erreichen kann und dann die Ziele, die evtl. bei einigen erreichbar sind. Das nimmt den Erfolgsdruck heraus. Z. B. für die Seminarteilnehmenden:

  1. IFS-Modell kennenlernen und verstehen
  2. Eigene Teile kognitiv erahnen und sortieren
  3. Eigene Teile erfahren, erleben, erste Kontakte zu Teilen, auch somatisch und emotional
  4. Das Selbst erfahren, erleben
  5. Ein Gespräch mit einem Teil führen
  6. Durch Kontakt und Gespräch mit Teil eine Wandlung bzw. Heilung erleben
  7. Andere bei einem IFS-Gespräch begleiten üben

Mit Güte, Geduld und Geistesgegenwart Exerzitien der Selbstliebe machen!

Mit dieser Haltung der drei Gs kann man die Teilnehmenden einladen, die Exerzitien der Selbstliebe zu machen.

Exerzitien der Selbstliebe beginnen mit Güte zu sich selbst:

Ich darf zu mir gütig sagen: Ich darf so da sein, wie ich bin. Ich muss nichts leisten. Ich muss mich nicht verbiegen. Ich muss mich nicht verändern. Oder zu den Teilen: Alle Teile sind willkommen!

Diese Haltung verdeutlicht folgende Geschichte sehr deutlich:

"Jahrelang war ich neurotisch. Ich war ängstlich und depressiv und selbstsüchtig. Und jeder sagte mir immer wieder, ich sollte mich ändern. Und jeder sagte mir immer wieder, wie neurotisch ich sei. Und sie waren mir zuwider, und ich pflichtete ihnen doch bei, und ich wollte mich ändern, aber ich brachte es nicht fertig, so sehr ich mich auch bemühte. Was mich am meisten schmerzte, war, dass mein bester Freund mir auch immer wieder sagte, wie neurotisch ich sei. Auch er wiederholte immer wieder, ich sollte mich ändern. Und auch ihm pflichtete ich bei, aber zuwider wurde er mir nicht, das brachte ich nicht fertig. Ich fühlte mich so machtlos und gefangen.

Dann sagte er mir eines Tages: "Ändere dich nicht. Bleib, wie du bist. Es ist wirklich nicht wichtig, ob du dich änderst oder nicht. Ich liebe dich so, wie du bist. So ist es nun einmal." Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren: "Ändere dich nicht, ändere dich nicht... Ich liebe dich." und ich entspannte mich, und ich wurde lebendig, und Wunder über Wunder, ich änderte mich! Jetzt weiß ich, dass ich mich nicht wirklich ändern konnte, bis ich jemanden fand, der mich liebte, ob ich mich nun änderte oder nicht."3

Exerzitien der Selbstliebe mit Geistesgegenwart und Güte und Geduld durchführen:

Geistesgegenwart:

Ich bin wachsam, neugierig, aufmerksam, welche Teile sich in mir zeigen!

Güte:

Ich begegne den Teilen mit Güte! Alle Teile sind willkommen! Und wenn ich etwas anderes merke, bitte ich den Teil, der den Ziel-Teil ablehnt, nicht mag oder fürchtet, zur Seite zu treten.

Geduld:

Wenn ich geduldig mit mir bzw. meinen Teilen bin, dann entspannen sie sich und sie wandeln sich: Sie sprechen mit mir, trauen sich, neue Wege zu gehen, usw.

Die acht Eigenschaften des Selbst


Neugier (curiosity) Ruhe (calm) Klarheit (clarity) Verbundenheit (connectedness) Zuversicht (confidence) Mut (courage) Kreativität (creativity) Mitgefühl (compassion)

In seinem Dialog mit Mary Steege erklärt Richard Schwartz, wie die acht Eigenschaften zusammenhängen und sich bei der IFS-Arbeit typischerweise zeigen:

Als erstes zeigt sich Neugier. Wenn der Klient mit einem anderen Teil verbunden ist, ist er vielleicht auf den Ziel-Teil wütend oder hat Angst vor ihn. Wenn er im Selbst ist, ist er neugierig auf den Teil. (Es ist die Neugier eines Kindes, es ist ein Staunen. Das ist etwas anderes als die Neugierde eines Spanners oder einer Tratschtante.)

Wenn die anderen Teile (Beschützerteile, extreme Teile, Wut-Teile usw.) zur Seite treten, kommt Ruhe auf.

Zwischen dem Ziel-Teil und dem selbst entsteht Vertrauen.

Wenn das Selbst den Teilen zuhört, zeigt sich Mitgefühl.

Wenn das Selbst wieder die Leitung übernimmt, kann der Exerzitant plötzlich Dinge tun, vor denen er sich früher gefürchtet hat. Es zeigt sich Mut

Wenn sich dann die Teile wandeln oder entlastet werden, zeigt sich klarer ihre eigentliche Natur und die Verbindung zwischen dem Selbst und dem Teil bzw. zwischen den Teilen wächst.

Dadurch wird Kreativität frei, wie Teile sich noch entwickeln können und wie Probleme im Außen ganz anders gelöst werden können.

All die acht Eigenschaften gehören also organisch zusammen.

Diese acht Eigenschaften zeigen sich. Sie müssen nicht aktiv durch den Exerzitanten hervorgeholt werden. Vielmehr zeigen sich die Eigenschaften, wenn die Aktivität der Teile zu Seite gelegt wird. (Z. B. wenn Beschützerteile zur Seite treten.) Hier zeigt sich eine sehr kontemplative Sichtweise von Schwartz: Die Kontemplation des Selbst erscheint von selbst, wenn die Aktivität der Teile zur Seite gelegt wird.

Man muss also nicht in einen "meditativen Zustand" hineingehen, so wie es einige spirituelle Wege darstellen. Vielmehr zeigt sich, was schon immer da war/ist, indem man leerer wird, d. h. Teile zur Seite treten.

Die meisten IFS-Übenden, wenn sie sich von ihren Teilen gelöst haben, benutzen eines oder mehrere dieser acht Begriffe.

Wenn das Selbst die Führung übernimmt, merkt der Begleiter das sofort: "Auch die Gesichter und die Stimmen meiner Klienten verändern sich, werden weicher und ruhiger. Sie werden sich selbst gegenüber offener und weicher und sind bereit, ihre Teile ohne Wut, Abwehr oder Verachtung zu erkunden."4

Diese acht Eigenschaften ähneln natürlich...

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