Das ideale Mörderpaar

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. September 2018
  • |
  • 182 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1514-3 (ISBN)
 
Das ideale Mörderpaar Kriminalroman von Walter G. Pfaus Der Umfang dieses Buchs entspricht 182 Taschenbuchseiten. Paul Cannella braucht Geld. Eineinhalb Millionen. Andernfalls platzt der Wechsel, und der Ruin seiner Firma wäre besiegelt. Es gab nur einen Ausweg: die Lebensversicherung seiner Frau! Aber dazu hätte Johanna sterben müssen, und Paul liebte sie abgöttisch. Johanna fand die Lösung. Ihr Plan war so genial wie mörderisch. Mit Eifer ging Cannella ans Werk. Wahre Liebe ist zu allem fähig. Aber sie macht auch blind. Und so merkt er erst spät, wie mörderisch Johannas Plan war. Ein Kriminalroman mit vielen überraschenden Wendungen und einem furiosen Schluss.
  • Deutsch
  • 0,36 MB
978-3-7389-1514-3 (9783738915143)
3738915141 (3738915141)

Die Stunde, in der ich sie töten würde, rückte näher. Und je näher diese Stunde kam, desto ruhiger und entschlossener wurde ich.

Es würde leicht sein. Mein Plan war perfekt. Ich hatte nichts dem Zufall überlassen. Jede Kleinigkeit hatte ich berücksichtigt. Ich war sicher, dass ich nichts übersehen hatte.

Ich stützte mich auf die Ellenbogen und betrachtete ihr Gesicht. Sie schlief tief und fest. Ihr Mund war leicht geöffnet, und über ihre Lippen drangen leichte Schnarchtöne. Sie war sehr glücklich; das sah man. Nur glückliche und zufriedene Menschen können so tief und fest schlafen.

Ich beneidete sie um dieses Glück. Ja, ich hasste sie sogar deswegen.

Plötzlich war mir wohler. Jetzt würde alles noch viel leichter gehen. Hass ist der beste Antrieb für einen Mord.

Während meiner langen Vorbereitungszeit hatte ich mir oft die Frage gestellt, ob ich sie so einfach töten könnte. Denn im Grunde hatte sie mir ja nichts getan. Abgesehen von der Tatsache, dass sie da war, dass sie immer um mich herum war und dass ich ihre Gegenwart kaum ertragen konnte. Aber jetzt wusste ich, dass ich es konnte. Es würde mir nicht schwerfallen, sie kaltblütig umzubringen.

Erleichtert atmete ich auf. Dies war der einzige schwache Punkt in meinem Plan gewesen. Nun war auch er beseitigt.

Ich schlug die Bettdecke zurück und stand auf. In meinem Koffer war eine Flasche Whisky. Ich schraubte sie auf und goss ein halbes Wasserglas voll. Der Whisky tat mir gut. Ich trat ans Fenster und schob die Vorhänge auseinander. Draußen wurde es langsam hell. In einer Stunde würde die Sonne aufgehen, und eine Stunde später würden wir das Frühstück einnehmen.

Und dann wird sie höchstens noch zwei Stunden leben, dachte ich. In keinem Fall länger. Sie wird tot sein - und ich um eineinhalb Millionen reicher. Ich warf einen Blick auf das Bett. Sie hatte sich jetzt auf den Rücken gedreht und ihr Schnarchen war lauter geworden.

In Gedanken ging ich noch einmal meinen Plan durch. Ich überprüfte noch mal die kritischen Stellen. In allen Variationen stellte ich mir vor, was auf mich zukommen könnte. Aber ich fand nichts, was ich hätte besser machen können. Ich hatte ganze Arbeit geleistet, jedenfalls bis jetzt. Und nun, nachdem ich bemerkt hatte, dass ich sie sogar hasste, war ich sicher; auch dieser letzte, sicherlich schwierigste Teil meines Plans würde reibungslos verwirklicht.

Ich setzte mich an den kleinen Sekretär, der in unserem Zimmer stand, und zog die Versicherungspolicen heraus. Die Beiträge kosteten mich mein letztes Geld. Unser Haus war ohnehin schon mit drei Hypotheken belastet, und um unser Geschäft vor dem Zusammenbruch zu retten, hatte ich einen Wechsel unterzeichnet, der in drei Wochen fällig wurde. Ich steckte bis zum Hals im Dreck. Wer jemals unter dem Druck eines Viertel-Millionen-Wechsels stand, der weiß, wie einem da zumute ist. Vor allem, wenn man das Geld nicht hat.

Ich hatte es nicht.

Um über den Berg zu kommen, brauchte ich unbedingt eineinhalb Millionen. Aber in weniger als vier Stunden würde ich es geschafft haben. Die größte Hürde war dann genommen. Was mich danach noch von den 1,5 Millionen trennte, waren Formalitäten. Natürlich, ich brauchte gute Nerven. Aber die glaubte ich zu haben. Jedenfalls war ich davon überzeugt, dass ich die Sache durchstehen würde.

Ich las die Policen zum wiederholten Male durch, Wort für Wort, vor allem das Kleingedruckte. Zuerst die Lebensversicherung. Sie war auf Gegenseitigkeit abgeschlossen und lautete auf 600.000 Mark. Bei Unfalltod erhöhte sich die Versicherungssumme auf das Doppelte. Und sie würde durch einen Unfall ums Leben kommen, dafür hatte ich gesorgt. Vier Monate harte, nervenaufreibende Planung waren notwendig gewesen; jetzt aber war alles vorbereitet.

Die Police war in Ordnung. Es gab nichts daran auszusetzen. Ich hatte sämtliche Krankheiten angegeben, so dass es auch in dieser Hinsicht keine Schwierigkeiten geben konnte.

Ich schob die Unterlagen der Lebensversicherung beiseite und nahm die Unfallpolice in die Hand. Sofort fiel mein Blick auf einen bestimmten Passus in diesem Vertrag.

Die Todesfallsumme darf die Invaliditätssumme nicht überschreiten, stand darin. Von neuem stieg der Ärger in mir hoch. Um die noch fehlenden 300.000 DM zu erhalten, war ich gezwungen, eine Versicherung über ebenfalls 600.000 DM abzuschließen. Aber ich beruhigte mich schnell wieder. Die 1.5 Millionen würden mich sehr bald für allen Ärger entschädigen.

Ich steckte die Policen in die Mappe. Danach legte ich sie nicht mehr in den Sekretär, sondern verstaute sie gleich in der Aktentasche, die neben dem Schreibtisch stand. Wenn alles vorüber war, durfte ich sie nicht vergessen. Schließlich waren diese beiden Schriftstücke das Wichtigste an meinem Plan.

Ich schob den Stuhl zurück und stand auf.

Der Stuhl verursachte so viel Lärm, dass Johanna aufwachte. Sie blinzelte, stützte sich auf die Ellenbogen und sah mich an. "Du bist schon auf?", fragte sie mit verschlafener Stimme.

"Kümmere dich nicht um mich", antwortete ich leise. Ich versuchte, meiner Stimme einen zärtlichen Klang zu geben. Es gelang mir nur mäßig. Aber ich glaube nicht, dass sie es merkte. "Schlaf weiter, Liebling. Wir haben noch fast zwei Stunden Zeit bis zum Frühstück."

Sie ließ sich ins Kissen zurücksinken und rekelte sich wohlig. "Wenn du nicht mehr schläfst, will ich auch nicht mehr schlafen." Sie gähnte.

Blödes Frauenzimmer, dachte ich. Aber ich blieb freundlich. "Ich weiß doch, dass du morgens länger schlafen möchtest", sagte ich sanft. "Ich bin ein Frühaufsteher, auch im Urlaub. Du musst dich nicht nach mir richten. Schlaf weiter; es wird dir gut tun. Wir haben einen anstrengenden Tag vor uns."

Johanna gähnte wieder und schüttelte den Kopf. "Nein, jetzt bin ich schon wach. Ich kann doch nicht mehr einschlafen."

Sie setzte sich auf und lächelte mich an. Ich ging zu ihr, legte die Hände auf ihre Schultern, küsste sie auf die Stirn. "Es ist fünf Uhr morgens", erklärte ich. "Selbst hier, auf dieser Insel in der Karibischen See, steht kein Mensch um diese Zeit auf."

Ich wollte allein sein um noch etwas nachdenken zu können. Man begeht schließlich nicht jeden Tag einen Mord. Aber Johanna wollte jetzt nichts mehr vom Schlafen wissen.

"Du bist so lieb." Sie schlang die Arme um meinen Nacken. "Noch nie in meinem Leben hat sich jemand so um mich gesorgt wie du."

Sanft schob sie mich zurück und stieg aus dem Bett. Dann schlüpfte sie mit einer schnellen, gleitenden Bewegung aus ihrem kurzen Nachthemd und ging zur Badezimmertür.

"Ich bin in ein paar Minuten wieder zurück", flötete sie. "Ich möchte mich nur ein wenig frisch machen. Dann komme ich, um mich bei dir zu bedanken."

"Ich kann es kaum erwarten", antwortete ich.

"Du Schlimmer, du." Sie drohte mir scherzhaft mit dem Finger. "Du bist nicht nur der beste, aufmerksamste und liebste Mann, den ich jemals kennen gelernt habe, du bist auch noch der unersättlichste von allen." Und dann stieß sie einen spitzen Jauchzer aus. "Aber ich mag das so und... und ich liebe dich."

Dann schlug die Badezimmertür hinter ihr zu.

Ich dachte: Natürlich mag sie es. Sie mag es sogar sehr. Im Gegensatz zu mir.

Ich war ganz und gar nicht unersättlich. Ich musste mich fast stets dazu zwingen, obwohl sie sämtliche Raffinessen des Liebesspiels kannte und einzusetzen wusste.

Ich zog meinen Schlafanzug aus und legte mich aufs Bett.

Sie wollte sich bei mir bedanken. O ja, sie konnte sich bedanken. Allerdings hatte ich da meine eigenen Vorstellungen. Sie konnte sich zum Beispiel vor ein Auto werfen. Sie konnte ins Meer hinausschwimmen, einen Krampf bekommen und ertrinken. Um mir ihren Dank abzustatten, konnte sie sich vom Dach des Hotels in die Tiefe stürzen. Natürlich wäre ich auch zufrieden, wenn sie auf der steilen Treppe, die in die Halle hinunterführte, ausrutschen und sich beim Sturz das Genick brechen würde.

Es gab eine Menge Möglichkeiten, sich bei mir zu bedanken. Wenn es nur ein tödlicher Unfall war.

Aber dann ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass mir so etwas gar nicht recht wäre. Ich hatte schließlich vier Monate lang jede Minute meiner Freizeit geopfert, um den Mord vorzubereiten. Ich war stolz auf meinen Plan; er war perfekt und ausgefeilt bis in die letzte Einzelheit. Noch nie in meinem Leben hatte ich so intensiv und verbissen an einer Sache gearbeitet. Ich wollte den perfekten Mord begehen.

Mit einem Ruck setzte ich mich im Bett auf. Ja, das war es! Ich wollte den perfektesten Mord begehen, den es je gab.

Die Badezimmertür öffnete sich, Johanna trat heraus. Mit wippenden Brüsten kam sie auf mich zu. Ich legte mich langsam wieder zurück und sah ihr entgegen. Sie war nicht gerade eine Schönheit. Weder ihr schmales Gesicht mit dem breiten Mund noch ihre Figur war dazu angetan, ein Männerherz...

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