Der Weihnachtsverdacht

Roman
 
Anne Perry (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 24. Oktober 2011 | 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06411-2 (ISBN)
 
Lucien ist in der Dunkelheit der Londoner Unterwelt verschwunden und seit Monaten nicht mehr gesehen worden. Man munkelt, dass er seiner verruchten Geliebten, der schönen Sadie, ins Verderben gefolgt sei. Auf Bitten seines Vaters macht sich der Arzt Henry Rathbone auf, den verlorenen Sohn zurückzuholen. Doch als Henry in die Londoner Abgründe eindringt, findet er sich schon bald inmitten einer gefährlichen Verschwörung wieder.


Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Schon früh begann sie zu schreiben. Ihre historischen Kriminalromane zeichnen ein lebendiges Bild des spätviktorianischen Englands und begeistern ein Millionenpublikum. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.
CHRISTMAS | 8
Regina Schirp
Deutsch
1,15 MB
978-3-641-06411-2 (9783641064112)
3641064112 (3641064112)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Schon früh begann sie zu schreiben. Ihre historischen Kriminalromane zeichnen ein lebendiges Bild des spätviktorianischen Englands und begeistern ein Millionenpublikum. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.
(S. 61-63)

Die anderen warteten schon, als Squeaky zurückkam. Er trug einen Krug mit heißer Schokolade, den er von dem Geld gekauft hat, das er jemandem abgenommen hatte, dem es seiner Meinung nach sowieso nicht zustand. Er verteilte den Inhalt pingelig gerecht und setzte sich auf den Boden, um seine Portion zu genießen. Henry wandte sich mit hochgezogenen Augenbrauen und fragendem Blick Crow zu. Crow wärmte seine Hände an dem Becher. Henry hatte ein paar Blätterteig-Pasteten gekauft. Squeaky verzichtete darauf zu fragen, womit sie gefüllt waren; er malte es sich lieber selbst aus.

Er fragte auch nicht, wie viel sie gekostet hatten. Das wollte er beides lieber nicht so genau wissen. Die Kerzen waren schon fast heruntergebrannt. Eine war aufgeflackert und dann ausgegangen. Lucien und Bessie schliefen wahrscheinlich noch. Sie hatten schon nach ihnen gesehen, und Crow war ziemlich besorgt. »Wie krank ist Mr. Ash?«, wollte Henry wissen. »War er in der Lage sie umzubringen?« Sein Gesicht lag im Schatten, so dass Squeaky dessen Ausdruck nicht lesen konnte, aber er hörte die Anspannung in seiner Stimme. Rathbone hatte hier Dinge gesehen, auf die sein geruhsames Leben in Primrose Hill ihn nicht einmal in der Fantasie vorbereitet hatte.

Und dann natürlich die Gerüche. Wenige Leute aus dem Mittelstand hatten jemals den Gestank der Gosse erlebt, des Abwassers, der verwesenden Ratten, den faulen Geruch von verrottendem Holz. All das brachte Erinnerungen zurück, die Squeaky so mühsam zu vergessen gesucht hatte. Bevor er in dem sicheren Hafen der Portpool Lane gelandet war, hatte er an anderen Orten gelebt. Dort hatte es wie hier gestunken, nach schalem Wein, Erbrochenem, ungewaschenen Körpern, nach Blut und Schweiß. Vor allem an die Angst konnte er sich erinnern: Vor einem Schlag auf den Kopf in einem plötzlichen Wutanfall, oder vor einem Messer im Bauch aus vorsätzlicher Rache.

Er betrachtete nie seinen eigenen Körper, weil er die Narben nicht sehen wollte. Einige hatten ihm Frauen zugefügt, auch daran wollte er nicht denken. Vielleicht hatte er diese Narben sogar verdient, zumindest einige. Den Hass hatte er überwunden. Einige Leute vertrauten ihm sogar. Das empfand er als eine zarte, kostbare Flamme in der Dunkelheit. Um sie zu erhalten, wäre er sogar bereit zu töten, obwohl solch eine Tat sie natürlich für immer löschen würde. Verflucht ist man, wenn man sich darum kümmert, was andere Leute denken. Das widersprach allen Überlebensregeln.

Aber er wurde immer wieder verleitet und mit hineingezogen. Crow schien Henrys Frage nach Ash beantworten zu wollen. Er saß mit dem Rücken an die Wand gelehnt und hatte seine unglaublich langen Beine vor sich ausgestreckt. Die Sohle seines linken Stiefels hatte ein Loch. Sein Gesicht war von mehr Falten durchzogen, als Squeaky jemals zuvor an ihm bemerkt hatte. Er sah eher wie fünfundfünfzig als fünfunddreißig aus. Squeaky sah darin weniger ein Zeichen der Erschöpfung als vielmehr eine Art von Schmerz, der sich hinter dem Lebensgeist und der Hoffnung versteckte, die er nach außen zeigte. Erlosch dieser Schimmer, wäre nur noch Dunkelheit um ihn, aus der Crow nie wieder herausfinden würde.

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