Seilschaft

 
 
Maennerschwarm (Verlag)
1. Auflage | erschienen im Februar 2011 | 110 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86300-004-2 (ISBN)
 
Hochmut kommt vor dem Fall Zwei harte Männer auf einer Bergtour im Winter. Ein Schneesturm verzögert den Abstieg, die Situation spitzt sich gefährlich zu. Als Schutz vor nächtlicher Kälte ist Körperwärme hilfreich, aber am nächsten Morgen herrscht zunächst betretenes Schweigen. Dann liefern sich Jason und Nico einen erbitterten Kampf darum, wer jetzt das Sagen hat. In diesem Kampf spielt die Unterwerfung des Körpers eine immer wichtigere Rolle. Um Nähe zu erreichen, muss Widerstand gebrochen werden, statt Partner sind sie abwechselnd Sieger und Verlierer. Ihre Freundschaft scheint schon verloren, aber bis zuletzt ringen sie um eine gemeinsame Basis. Perridge und Morten konzentrieren sich auf die psychologische Dynamik zwischen zwei Männern, für die 'Erobern' mehr als eine blumige Metapher ist. Die drei Tage und drei Nächte ihrer Wanderung bringen Jason und Nico an ihre Grenzen. Die Autoren haben die Intensität dieser Erfahrung in einem faszinierenden Text festgehalten. Nichts für zarte Gemüter! (RoteReihe)
Deutsch
Neue Ausgabe
0,23 MB
978-3-86300-004-2 (9783863000042)
3863000048 (3863000048)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Nico hatte mit ein paar einfachen Sachen angefangen. Das war sein Freund, um Himmels willen, ein Mann, mit dem er gelacht, Bier getrunken und Lebensprobleme diskutiert hatte.

Doch er war überrascht, wie leicht ihm die Befehle von den Lippen kamen.

Er hoffte erst, dass nur Wut aus ihm sprach, und er war wütend, es brannte in seinem Hinterkopf. Aber diese Wut überwältigte ihn nicht, er wusste das. Was er tat, war nicht annähernd so etwas wie Zuschlagen im Affekt oder wie der Blutrausch, dem griechische Sagenhelden ihre Siege verdankten. Nein, ein kühler, berechnender Teil von ihm übernahm die Führung, der es genoss, die Kontrolle zu haben. Nico war nicht ganz sicher, ob ihn das freute oder ängstigte.

Er sah ruhig zu Jason hinüber, der ihn mit mörderischen Blicken maß. Und Nico hatte eine verdammt gute Vorstellung, warum. Jasons Sinn für Stolz und Selbstachtung war bei der ganzen Filmcrew bekannt. Er war ein netter Kerl, ein lockerer Typ, aber beleidige ihn, reize ihn über seine Grenze hinaus, und sieh die Funken fliegen. Nico konnte nur ahnen, welche Verletzung die Unterwerfung unter einen anderen Mann diesem Stolz zufügte, aber Jasons verhaltenes Knurren bestätigte ihm, dass er den Schaden kaum überschätzen konnte.

Sein erster Befehl war schlicht gewesen, dass der Jüngere sich ausziehen sollte. Das hatte bemerkenswert lange gedauert, weil Jason gegen seinen sofortigen Reflex ankämpfen musste, zuzuschlagen. Endlich, grollend, widerwillig, gehorchte er, und die Kleider fielen.

Es war nicht das erste Mal, dass Nico ihn nackt sah, aber das erste Mal, dass er sich erlaubte, ihn mit offener Begierde anzusehen. Jason zierte sich nicht, sich vor Kollegen in der Umkleide auszuziehen. Aber, ah, welch ein Anblick jetzt, beinahe noch attraktiver durch die zornige Anspannung im ganzen Körper. Jason gab einen guten Schurken ab, Hollywood hatte das schon entdeckt. Nico lächelte. Jasons eingeschüchterter Blick, als er dieses kleine Lächeln sah, ließ Nico erkennen, wie viel Macht er hatte.

Dann die Fotografien. Das hatte noch einmal Streit gegeben, und Nico konnte das verstehen. Sollten die Fotos in die falschen Hände geraten, brauchte Jason dringend ein paar gute Ausreden, auch wenn die meisten Bilder einfache Aktfotos waren, die die Schönheit und Kraft eines erwachsenen männlichen Körpers feierten. Viele von ihnen waren zwar erotisch, aber das künstlerische Element konnte kaum bestritten werden.

Na gut, die letzten paar würden etwas schwerer zu erklären sein. Aber Nico hatte nicht vor, sie herumzuzeigen. Der Anblick von Jason auf allen vieren, mit gebeugtem Kopf, sein Rücken und Hintern jeder Entscheidung von Nico ausgeliefert – dieses Bild war seiner Erinnerung eingeätzt für immer. Jason protestierte, als Nico ihm befahl, sich selbst zu berühren, Wut und Scham in seinem Gesicht – aber er tat es. Ah, er tat es, und bei der Schnelligkeit seiner Erektion zweifelte Nico, dass er der Einzige war, der dies ein winziges bisschen erregend fand. Nicos Geschlecht klopfte hart, seitdem die Kleider gefallen waren, aber dieser Körperregion überließ er nicht das Sagen. Ginge es nach seiner schieren Lust, wären sie längst schon fertig gewesen.

Natürlich ließ Nico während dieses «Spiels» Jason keinen Orgasmus erreichen. So wurde das Spiel nicht gespielt. Jason starrte ihn mit Blicken an, die Rache für die Demütigung versprachen. Was soll’s. Hier und jetzt hatte Jason bestimmt nicht die Oberhand.

Nico brauchte einen Moment, um seinen nächsten Befehl auszusprechen, aber das Verlangen wuchs. Der drängende Schmerz in seinem Geschlecht wurde stärker als irgendwelche Bedenken. Jason sah ihn aufmerksam an, als erwarte er einen physischen Schlag. «Jason.» Nico betrachtete ihn gedankenvoll und stand vom Boden auf, wo er gehockt hatte. «Komm her. Geh auf die Knie.»

Der Blick, den Jason ihm gab, zeigte, dass er sehr gut wusste, wohin das führen sollte. Er war ja nicht blöd. Und es war keine Überraschung, dass er langsam den Kopf schüttelte.

«Nein.» Jasons Augen waren voller Wut. Nico stieß einen langen, geduldigen Seufzer aus, seinen Blick fest auf den jüngeren Mann gerichtet. In dieser Stimmung war Jason alles zuzutrauen, obwohl Nico ihn nicht für so dumm hielt. Selbst wenn Jason glaubte, er könnte den Abstieg alleine bewältigen, Verletzungen durch einen Kampf konnte er nicht riskieren.

Allerdings, wie viel logisches Denkvermögen durchdrang die rasende Wut?

«Hör gut zu! Ich verabscheue dich», knurrte Jason, schob sich näher an die Wand und fühlte sich offenbar sicherer mit dem stützenden Holz in seinem Rücken. «Willst du mir endgültig demonstrieren, was für ein Bastard du bist?»

Nico legte den Kopf zur Seite und sah ihn gelassen an. Jasons Gerede ging ihm allmählich auf die Nerven. Wenn er so weitermachte, wäre ein Knebel erforderlich, obwohl Nico für Jasons Mund andere Pläne hatte. Und wie sehr würde ein Knebel zu weiteren Schritten verleiten ...?

«Bist du jetzt fertig, oder muss ich mir noch mehr Gewinsel anhören?»

«Gewinsel!» Jason geriet außer sich bei dieser Unterstellung. «Bring mich nicht zum Lachen.»

«Hatte ich nicht vor, muss ich sagen», gähnte Nico und sah kurz zum Feuer, das warm und hell loderte. Eine Bewegung im Augenwinkel, er reagierte sofort, fuhr herum und schleuderte Jason auf den Boden, den Schwung des Angriffs ausnutzend. Jason knallte hart auf ein Bein und schlidderte über den Boden. Er erhob sich sofort auf ein Knie, auf einer Hand abgestützt, und blickte hoch, um zu sehen, ob ein Schlag kam.

Verdammt! Er hätte besser aufpassen müssen, tadelte sich Nico, als er zu Jason hinüberging, während ihre Augen sich drohend anblitzten. Nico lehnte sich über ihn, die Arme verschränkt, bereit, sofort zu reagieren, falls Jason einen neuen Versuch unternahm.

«Keine gute Idee», knurrte Nico ihn an. Jason starrte trotzig zurück. Nico sah, wie seine Hände sich so fest zu Fäusten ballten, dass die Fingernägel kleine halbkreisförmige Abdrücke hinterließen. Nico hockte sich vor ihn und strich mit der Hand über Jasons Wange.

Jasons zusammengekniffene Augen beobachteten ihn misstrauisch.

«Anscheinend muss ich dich erinnern, Jason», Nico senkte seine Stimme, «du brauchst mich, und du brauchst mich lebend und fit. Es sei denn, du bist so dumm und willst es allein versuchen, aber selbst dann solltest du unverletzt und gesund sein. Blaue Flecken und Knochenbrüche werden in keinem Buch empfohlen, das musst du mir einfach glauben, da du ja nicht viel von Überlebensstrategien weißt. Wenn du meine Hilfe willst, hast du keine andere Wahl, als zu tun, was ich sage. Alles, was ich sage. Und je mehr du dich wehrst, umso schwerer werden die Aufgaben sein, die ich dir auferlege.»

Er prüfte Jasons Gesicht und versuchte seine Stimmung abzuschätzen. Jason war schwer zu lesen, wenn er verärgert war, es war kompliziert, die niedrigeren Grade von Angepisstheit von den höheren zu unterscheiden.

«Hast du kapiert?», hakte Nico nach. Und Jason schlug wieder zu. Nico fiel fast hintenüber, sein Fuß trat automatisch zu. Widerstehe! Er riss sich zusammen und bremste im letzten Moment ab. Es war klar, dass Jason ebenfalls versuchte, seine Kampflust zu zügeln, denn als er sah, dass der Kampf eskalieren würde, kroch er rasch zurück, leicht bucklig wie ein getretener Hund.

Nico seufzte ärgerlich. Er sprang auf, den jüngeren Mann fest im Blick, falls der es noch mal probierte ...

«Anscheinend kapierst du nicht», sagte er zornig. Das würde ein Problem werden. Ein aggressiver Jason gefährdete ihren Abstieg enorm. Nico überlegte kurz, ob er aufgeben und Jason in Ruhe lassen sollte. Immerhin, er hatte die Fotos. Aber dieser kleine innere Einwand wurde rasch niedergetrampelt von seiner Wut und, um der Wahrheit ins Auge zu sehen, seiner Lust. Ihre Freundschaft war nicht mehr zu retten. Dafür würde Jason sorgen. Jetzt aber, hier, gehörte Jason ihm. Jason war sein, und er konnte mit ihm tun, was er wollte.

Und Gott, klang das gut.

Wie auch immer, sein Benehmen musste sich verbessern.

«Du beschissener Bastard», spuckte Jason in seiner Ecke. «Lass mich gehen!»

Okay, die Sprache musste sich auch verbessern.

«Dich gehen lassen? Okay, Jason, machen wir’s so. In welcher der Spalten möchtest du deine neue Freiheit verbringen? Welche Schneebrücke wird unter dir zusammenbrechen? Ohne mich als Partner, um dich zu sichern, hast du nicht die geringste Chance. Versuche es, und ich werde Spaß dabei haben, zuzusehen.» Nico sah ihn an. Jason war stumm. «Oder willst du deinen Standpunkt...

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