Der Tote in der Black Swan Lane

 
 
Ein Fall für Wrexford and Sloane (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. März 2021
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96817-970-4 (ISBN)
 

Ein kaltherziger Mörder macht die Straßen Londons unsicher … Der erste Fall für Wrexford und Sloane im historischen England

Der Earl von Wrexford verfügt über einen brillanten Verstand, aber Langeweile und Stolz verführen ihn regelmäßig zu rücksichtslosem Verhalten. Als der aufgeblasene Reverend Josiah Holworthy ihn öffentlich anprangert, schlägt Wrexford zurück. Ihr Wortgefecht eskaliert und Londons populärster satirischer Karikaturist A.J. Quill macht beide zum Mittelpunkt seiner neuesten Karikatur. Dann wird der Geistliche tot in einer Kirche aufgefunden - sein Gesicht von Chemikalien verbrannt, seine Kehle von Ohr zu Ohr aufgeschlitzt - und Wrexford findet sich als Hauptverdächtiger wieder.

Die eigenständige Künstlerin Charlotte Sloane ist heimlich in die Rolle ihres verstorbenen Ehemannes geschlüpft, indem sie dessen Pseudonym A.J. Quill benutzt. Als Wrexford ihre wahre Identität herausfindet, fürchtet sie, dass dies ihr Verderben sein könnte. Doch stattdessen schließen sich Lord Wrexford und die mysteriöse Mrs. Sloane zusammen, um einen gerissenen Gegner in die Falle zu locken - bevor ein neues Opfer folgt.

Erste Leserstimmen „Ein unglaublich fesselnder Regency-Krimi, der mich bestens unterhalten hat." „Spannung, Geheimnisse und das historische London als Setting - alles, was ich von einem guten Krimi erwarte." „Die Autorin schafft es, mich von der ersten bis zur letzten Seite mit einer aufregenden und spannenden Atmosphäre mitzureißen." „Tolles Ermittlerduo - das macht mir Lust auf weitere Teile dieser Serie!" „Diesen historischen Krimi mit unterhaltsamen Charakteren und packender Geschichte kann ich nur empfehlen!"

  • Deutsch
dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
  • Digitale Ausgabe
  • 0,93 MB
978-3-96817-970-4 (9783968179704)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Andrea Penrose ist Bestsellerautorin historischer Belletristik, darunter die gefeierte Krimiserie über Wrexford & Sloane. Außerdem hat sie unter den Namen Cara Elliott und Andrea Pickens mehrere Regency-Romane veröffentlicht. Ihre Romane wurden bisher in zehn Sprachen übersetzt. Andrea war dreimalige RITA-Award-Finalistin und erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter zwei Daphne Du Maurier Awards for Historical Mystery und zwei Gold Leaf Awards.

Kapitel 2


Das Blut pochte noch immer in ihren Schläfen, als Charlotte sich in ihren Stuhl fallen ließ und ihre Feder schärfte.

Durchatmen, erinnerte sie sich selbst. Obwohl ihre Lungen wieder normal funktionierten, wurde sie diesen entsetzlich metallischen Geruch des Todes in ihren Nasenlöchern nicht los. Das und der faulige Gestank von Chemie und verschmorter Haut.

Wie Raven auch, war sie bei dem Anblick von Holworthys übel zugerichtetem Gesicht nur eine Haaresbreite davon entfernt gewesen sich zu übergeben, trotz ihrer Bemühungen, unberührt zu erscheinen. Das Leben in Londons härteren Gegenden war eine trostlose Existenz. Was die Jungen brauchten, war ein Vorbild, das ihnen zeigte, dass Armut einen Menschen nicht zwangsläufig seiner Hoffnung oder Menschlichkeit berauben musste.

Ebenso wie ihr verstorbener Ehemann, reflektierte Charlotte und bearbeitete dabei vorsichtig die zierliche Spitze der Gänsefeder mit dem Messer. Ein etwas hartherziger Gedanke, doch er war wahr.

Anthony hatte sich häufig kindischer verhalten als diese beiden obdachlosen Bengel, die sie eines Tages schlafend im Eingangsbereich ihres Mietshauses gefunden hatte. Seine Unverwüstbarkeit war langsam aber sicher vom täglichen Kampf des Überlebens zermalmt worden und sein Optimismus war verbittertem Jammern über die Ungerechtigkeit des Lebens gewichen. Wohingegen die jungen Brüder einen stoischen und einfallsreichen Geist bewiesen, der ihren jungen Jahren weit voraus war.

Die Petroleumlampe auf ihrem Schreibtisch flackerte schwach. Charlotte legte ihr Werkzeug kurz nieder, um den Docht weiter herauszudrehen, während sie ihren Blick durch den in Schatten gehüllten Raum schweifen ließ. Auch sie hatte sich ihr Leben so nicht vorgestellt - Gebieterin über nichts als ein kleines Haus und die zum Leben allernotwendigsten Besitztümer. Eingequetscht zwischen ähnlichen Gebäuden verfiel das schmale Haus um sie herum allmählich. Der Ofen gab im Winter nur eine schwache Wärme von sich, während die winzigen Fenster keine Linderung der erdrückenden Hitze brachten. Rückblickend-

Zurückzuschauen war Zeitverschwendung. Alles was zählte war die Zukunft und wie sie sich selbst ein stabileres Leben aufbauen würde. Ja, ihre Drucke wurden immer beliebter und brachten jede Woche mehr ein. Ja, sie konnte sich ein besseres Leben als dieses leisten.

Doch Charlotte wusste auch, wie unbeständig das Schicksal sein konnte, ebenso wie sie wusste, dass Armut die Hoffnungen und Träume eines Menschen zermürben konnte. Nachdem sie Anthonys Schulden allmählich abbezahlt hatte, entschloss sie sich bis auf weiteres zu einem genügsamen Leben, um den Großteil ihrer Verdienste zurückzulegen, für den Fall, dass sie je wieder solch harte Zeiten durchleben müsste. Vielleicht würde sie eines Tages .

Wie dem auch sei, jetzt musste sie sich auf die Gegenwart konzentrieren.

Plötzlich erinnerte sie sich an den kleinen Papierschnipsel, den sie aus Holworthys Hemdmanschette entnommen hatte. Ein leises rascheln erfüllte die Luft, als sie ihn aus ihrer Tasche holte und ihn sich ansah. Es war nichts weiter als etwas Gekritzel. Einen kurzen Moment lang dachte sie darüber nach, sich des Beweises für die durch sie begangene Unterschlagung zu entledigen.

Was geschehen war, war geschehen - sie konnte das Beweismittel nicht einfach den zuständigen Ermittlern aushändigen, ohne ihren eigenen Hals zu riskieren.

Doch Charlotte zögerte. Sie hatte gelernt, dass Informationen zu besitzen, die sonst niemand besaß, egal wie unbedeutend sie schienen, ein Schlüssel zum Überleben war. Im Kampf um Leben oder Tod ist jedes Mittel recht . Sie unterdrückte ein oberflächliches Schuldgefühl und öffnete das versteckte Fach in ihrem Schreibtisch, wo sie ihre wertvollsten Geheimnisse aufbewahrte.

Sie nahm ihr Federmesser in die Hand und verpasste der Feder die letzten Schnitte, dann tauchte sie die Spitze in das Tintenfass und machte sich an die Arbeit.

 

"Kaffee, Thomas - und zwar bald." Wrexford sah mit zusammengekniffenen Augen den Sonnenstrahlen entgegen, die durch die hohen, gewölbten Fenster des Frühstückszimmers schienen, und beschattete seine Augen mit einer Hand. "Stellen Sie sicher, dass er schön stark und brühend heiß ist."

"Ja, Mylord." Bemüht, sich möglichst geräuschlos über den Aubusson-Teppich zu bewegen, eilte der Diener los.

Seine Dienerschaft, observierte der Graf, war scheinbar gewarnt worden, dass mit seinem morgendlichen Gemüt nicht zu spaßen war. Sie waren ein gut ausgebildeter Haufen, verlässlich wie ein Uhrwerk, egal was für eine Laune er hatte. Er machte sich eine geistige Notiz, sich von Tyler eine Flasche Brandy an den Tisch bringen zu lassen.

Was ihn selbst anging . Mit schmerzverzerrtem Gesicht presste er die Handflächen auf seine Augenbrauen. Als Buße für letzte Nacht dürfte er heute nur Brot und Wasser zu sich nehmen.

Thomas kehrte mit dem Kaffee zurück und verschwand dann wieder still und leise.

Zur Hölle mit seinen Sünden. Wrexford schenkte sich eine Tasse ein und schloss die Augen, während er einen langen Schluck nahm und das befriedigende Brennen genoss.

"Sie sind früh auf", die Tür schwang mit einem Knallen auf und Sheffield kam uneingeladen hereinspaziert.

"Es ist fast Mittag", erwiderte Wrexford. "Was die Frage aufkommen lässt, warum Sie nicht Ihren Rausch ausschlafen und mich mein Frühstück in Ruhe genießen lassen."

"Normalerweise wäre ich zu dieser Stunde noch zu nichts zu gebrauchen." Er zog einen der Chippendale-Stühle zu sich heran, ließ sich darauf nieder und fuhr mit der Hand durch sein widerspenstiges, weizenblondes Haar. Er war ungefähr so groß wie der Graf, doch er hatte schmalere Schultern, was die windhundartige Anmut in seinen Bewegungen noch stärker betonte. "Wie auch immer, ich gehe davon aus, dass Ihnen der Magistrat noch heute Morgen einen Besuch abstatten wird und dieses Schauspiel möchte ich für keinen Tee Chinas verpassen."

"Danke für Ihren moralischen Beistand."

"Übrigens bin ich am verhungern", fügte sein Freund hinzu, "und meine Taschen sind momentan etwas leer. Meine Karten waren letzte Nacht mehr als schlecht." Er pflückte sich einen Muffin aus dem Korb mit frischem Gebäck. "Das Glück ist doch wirklich ein verlogenes Miststück."

"Du missbrauchst ihren guten Willen", merkte Wrexford an. Obwohl das, zugegeben, so war, als schimpfte ein Esel den anderen Langohr.

"Das ist wahr." Sheffield gab ein reumütiges Seufzen von sich. "Ich sollte mich bessern, ich weiß. Aber mir fehlt es an Ihrer geistigen Disziplin." Er erhob sich gerade weit genug von seinem Stuhl, um sich an dem gehäuften Teller gebackener Eier und Räucherschinken zu bedienen, die in Speisenwärmern auf der Anrichte serviert worden waren.

Wrexford beobachtete seinen Freund dabei, wie er einen großen Bissen nahm und ihn hinunterschlang. "Erinnern Sie mich daran, Riche zu informieren, Ihnen den Zutritt zu verweigern, bis sich Ihre Tischmanieren verbessert haben."

"Ha, ha. Keine Chance. Er mag mich mehr als Sie", erwiderte Sheffield. "Ich reiße ihm schließlich nicht mehrmals täglichen den Kopf ab."

Der Graf gab ein missgönnendes Lachen von sich.

"Wären Sie jetzt wohl so freundlich und würden nach mehr Kaffee klingeln?"

Als ein Diener mit einer frischen Kanne hereinkam, folgte ihm der Butler des Grafen mit verunsicherter Miene durch die Dampfschwaden. "Bitte verzeihen Sie, dass ich Ihr Mahl unterbrechen muss, Sir. Aber ein Läufer - Mr. Griffin, so sein Name - aus der Bow Street ist hier und verlangt nach Ihnen."

"Genau aufs Stichwort", scherzte Sheffield. Mit einem Grinsen der Schadenfreude rieb er seine Hände aneinander. "Das sollte höchst unterhaltsam werden."

"Sie fanden schon immer Begeisterung in der Farce", grummelte Wrexford.

"Das ist nur natürlich, wenn man bedenkt, dass mein eigenes Leben ein Schauspiel der Absurditäten ist."

Der Graf verzog schmerzvoll das Gesicht. "Bitten Sie ihn herein, Riche."

Zögerlich begleitete der Butler einen großen, stämmigen Kerl in einem schweren Anzug und mit mürrischem Blick herein. Seine Weste war, im Kontrast zu den Farben der restlichen Kleidungsstücke an seinem Körper, knallrot.

Wrexford zuckte zusammen. "Wären Sie so freundlich und würden aus dem Sonnenlicht treten? Sie tun meinen Augen weh."

Sollte der Läufer von dem Prunk, der ihn umgab, eingeschüchtert gewesen sein, so sah man es ihm nicht an. Die Aufforderung ignorierend holte er einen Notizblock und Bleistift aus seiner Manteltasche und machte sich an die Arbeit. "Lord Wrexford, der Magistrat in der Bow Street hat mich geschickt, um Ihnen einige Fragen bezüglich der Feindseligkeiten zwischen Ihnen und dem Pfarrer Josiah Holworthy zu stellen. Er wurde letzte Nacht ermordet."

"Ich habe davon gehört."

"Gerne würde ich erfragen, wo-"

"Wo ich mich aufgehalten habe?"

"Korrekt, Mylord." Griffin wartete gespannt.

Wrexford nahm einen Bissen von seinem Toast und kaute nachdenklich.

"Möchten Sie eine Tasse Kaffee?", fragte Sheffield. "Er ist schwarz und brühend heiß wie des Teufels Arsch."

"Ich befürchte ich muss die Gastfreundschaft des Herren ablehnen", antwortet er knapp. "Vor allem, was Flüssigkeiten betrifft."

Wrexford spürte, wie seine Lippen zuckten. Wenigstens besaß der Kerl einen hämischen Sinn für Humor, um seinen elendigen Geschmack für Mode auszugleichen. Andererseits war es als Läufer Vorschrift, eine rote Weste zu tragen, weshalb man ihn...

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