Das Mal der Götter 3: Betrogen

Götter-Fantasy voller Romantik um eine Heldin, die noch nicht bereit für ihr Schicksal ist
 
 
Carlsen (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. August 2020
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-60665-2 (ISBN)
 
"Der Mensch, der das Beste in dir zum Vorschein bringt, bringt auch gleichzeitig das Schlechteste hervor." Celeste ist nach den Geschehnissen der Ballnacht nicht mehr dieselbe. Der Überfall der Rebellen hat sowohl in der Stadt als auch auf Celestes Herzen Spuren hinterlassen. Nur mit dem zukünftigen König Nathaniel an ihrer Seite, der ihr jeden Tag die Sonne vom Himmel holt, glaubt sie alles zu schaffen. Als jedoch eine neue Tochter der Mondgöttin berufen wird, scheint alles anders zu kommen. Denn diese ist nicht nur eine weitere Priesterin, die um die Gunst von Nathaniel buhlt. Sie ist niemand Geringeres als seine erste große Liebe. Und diese behält bekanntlich immer einen besonderen Platz im Herzen eines Mannes ... Ein mitreißender Fantasyroman in göttlichem Setting Francesca Peluso entführt ihre Leserinnen in der gefühlvollen Fantasy-Serie "Das Mal der Götter" in eine Welt, in der ein magisches Zeichen das Schicksal eines ganzen Landes bestimmt. Eine Geschichte voller überraschender Wendungen und großer Gefühle, die man nicht mehr aus der Hand zu legen vermag! //Dies ist der dritte Band der göttlich-gefühlvollen Buchserie "Das Mal der Götter". Alle Romane der Fantasy-Liebesgeschichte: -- Band 1: Das Mal der Götter 1. Berufen -- Band 2: Das Mal der Götter 2. Erwacht -- Band 3: Das Mal der Götter 3. Betrogen -- Band 4: Das Mal der Götter 4. Erwählt// Diese Reihe ist abgeschlossen.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Francesca Peluso wurde 1995 in Hessen geboren. Schon früh erwachte ihre Liebe zu Büchern, dem Lesen und Schreiben. Dabei hat sie eine Vorliebe für fantastische Welten, mutige Heldinnen und große Liebesgeschichten. Ihre Liebe für das gedruckte Wort veranlasste sie auch dazu, Buchwissenschaft im schönen Mainz zu studieren. Neben ihrem Studium ist sie begeisterte Tänzerin, Serienjunkie und Kaffeeliebhaberin.

KAPITEL 1


EIN NEUER ANFANG


Celeste

Es war nicht das erste Mal, dass sie neben dem Grabstein aufwachte. Die Sonne erschien hinter den Türmen des Palastes und tauchte die kleine Wiese der königlichen Gärten in warmes Licht. Celeste saß steif neben dem schlichten, weißen Stein. Kein Marmor, keine Verzierungen, nicht einmal Blumen verrieten die Bedeutung des Steins. Nur ein Name war hineingeritzt worden. Estelle.

Für ihren Vater, ein Anführer der Atheos und der Mann, der hinter dem Überfall auf den Palast von Silvina steckte, hatte Celeste keine Gedenkstätte errichten wollen. Wenn es nach ihr ginge, konnte dieser Mann in der Hölle verrotten. Bis zum Schluss hatte er auf Seiten der Atheos gestanden, während Estelle versucht hatte, Celeste zu retten. Und dafür hatte sie mit ihrem Leben bezahlt.

Die Erinnerungen an jene Ereignisse hinderten Celeste nachts am Schlafen. Zu oft erwachte sie schweißgebadet und mit einem Schrei auf den Lippen. Der Anblick ihrer sterbenden Mutter hatte sich in ihren Kopf eingebrannt, sie war nicht fähig, ihn zu vergessen. Doch innerhalb der Mauern des Palastes konnte sie nicht trauern. Zu tief saßen die Scham und das schlechte Gewissen, dass sie Tränen um eine Atheos vergoss.

Die anderen beiden Priesterinnen, Malia aus Sirena und Linnéa aus Silvina, König Miro und ihr Vormund Simea hatten ihr versichert, dass es jedem Kind gestattet war, um den Verlust der Eltern zu trauern. Aber das stimmte nicht. Celeste sah die Wahrheit in den Auren der Bediensteten und der Adelsleute. Ihre Gabe als Gotteskind des Himmels verriet ihr die Wesenszüge und Absichten der Menschen. Und die verurteilten sie. Sie war die Brut von Verrätern und das säte Zweifel in den Herzen der Menschen. Einen Zweifel, den Celeste nachvollziehen konnte. Auch sie selbst wusste nicht, wie sie mit diesem Wissen umgehen sollte. Warum hatten die Götter die Tochter von Verrätern berufen? Warum hatten sie ihr eine solche Bürde auflasten müssen?

»Vielleicht solltest du das nächste Mal eine Decke mitbringen«, Celeste hörte deutlich die Belustigung in der tiefen Stimme. Jedes Mal, wenn sie die Nacht in den Gärten verbrachte, kam er am nächsten Morgen, um sie abzuholen. Und jedes Mal maßregelte er sie.

»Du bist schon wieder allein hergekommen. Ich dachte, wir hätten vereinbart, dass du mich weckst?«

Celeste sah zu ihm auf. Er lehnte mit verschränkten Armen an einem Baumstamm. Die dunkelblonden Haare fielen ihm ins Gesicht und die aufgehende Sonne ließ seine grünen Augen strahlen. Er sah perfekt aus, wie immer.

»Nein, du hattest beschlossen, dass ich dich wecke. Ich habe dem niemals zugestimmt. Und ich brauche keine Decke. Es ist Sommer und die Nächte sind mild«, Celeste wandte sich ab, damit er ihr zartes Lächeln nicht sah.

Nathaniel schüttelte grinsend den Kopf, bevor er sich vom Baum abstieß und auf sie zukam. Er blieb direkt hinter ihr stehen und legte ihr die Hände auf die Schultern.

»Alles in Ordnung?«, es war immer dieselbe Frage und Celeste gab ihm jedes Mal dieselbe Antwort.

»Mir geht es gut.«

Sein Daumen strich über die nackte Haut ihres Halses und ein Schauer lief über ihren Rücken.

»Ich weiß, dass es dir nicht gut geht.«

»Ich werde wohl nie schaffen, dich hinters Licht zu führen, oder?«

»So ist es.«

Wieso hatte Ilias, der Gott der Sonne, ihn ausgerechnet mit der Gabe segnen müssen, eine Lüge zu erkennen? Celeste war nie eine gute Lügnerin gewesen, auch wenn sie in den vergangenen Wochen besser geworden war. Doch in Gegenwart von Nathaniel war sie machtlos. Er spürte jede ihrer Unwahrheiten sofort.

»Willst du darüber reden?«, er ging hinter ihr in die Hocke und Celeste lehnte sich an ihn. Sie hatte gedacht, dass sich ihre Beziehung nach der Rückkehr in die Hauptstadt ändern würde. Dass sie zu dem Davor zurückkehren würden. Keine Berührungen, keine Küsse. Stattdessen Streitereien und Gestichel. Aber dem war nicht so. Seit ihrer Gefangenschaft hatte sich die Beziehung zwischen ihnen verändert.

Celeste schüttelte den Kopf und ergriff seine Hände. Sie ließ ihre Finger sanfte Kreise auf seinem Handrücken ziehen. Nathaniel seufzte.

»Irgendwann musst du darüber reden. Wenn nicht mit mir, dann mit jemand anderem.«

»Worüber beschwerst du dich? Normalerweise bist du froh, wenn ich mal nichts zu sagen habe.« Er konnte ihr Gesicht nicht sehen, in dem sich die Mundwinkel wieder hoben. Es war leicht, mit ihm zu reden, mit ihm zu lachen. Niemals hätte Celeste sich vorstellen können, dass es einmal so zwischen ihnen sein würde.

Nathaniel stieß sie an und instinktiv ergriff sie seine Hände wieder fester.

»Das stimmt nicht. Ich bin froh, wenn du nichts zu meckern hast. Also, genug geschwiegen. Rede mit mir.«

Dieses Mal war es Celeste, die seufzte. Sie wusste nicht, ob sie bereit war, über ihre Gefühle zu sprechen. In ihrem Inneren herrschte Chaos, das sie nicht ordnen konnte.

»Was willst du hören? Ich habe herausgefunden, wer meine Eltern sind. Und jetzt sind sie beide tot.«

Auch wenn die Geschehnisse drei Wochen zurücklagen und jeder der Beteiligten allmählich zu seinem normalen Alltag zurückkehrte, konnte Celeste sie noch nicht verarbeiten. Zu unwirklich war die Tatsache, dass sie das größte Geheimnis in ihrem Leben gelüftet hatte. Ob zu ihrer Zufriedenheit oder nicht, spielte dabei keine Rolle.

»Estelle ist für dich gestorben«, seine Stimme war sanft und seine Arme schlossen sich um sie. Celeste blickte auf den weißen Stein mit dem Namen ihrer Mutter.

»Das ändert nichts. Sie stand auf der falschen Seite und hätte sie mich nicht davor bewahrt, getötet zu werden, dann wäre sie mit ihnen mitgegangen. Wer kann schon sagen, welche Rolle sie wirklich in ihren Reihen gespielt hat?«

Celeste vermutete, dass ihre Mutter tiefere Verbindungen zu den Anführern der Atheos gepflegt hatte, als ihnen bewusst war. Doch sie würden es niemals herausfinden.

»Natürlich ändert das etwas. Glaubst du wirklich, sie hätte den Pfeil abgefangen, wenn sie überzeugt auf der Seite der Atheos gestanden hätte? Oder dass sie dafür gesorgt hätte, dass die Armee des Königs uns findet?«

Celeste schüttelte den Kopf.

»Das hat sie nicht für mich oder für die Gotteskinder getan. Ich habe ihre Aura gesehen. Sie bereute gar nichts. Ich glaube vielmehr, dass sie den eigentlichen Plan der Atheos nicht gefährden wollte.«

Estelle hatte ihren eigenen Mann verraten. Für die Atheos. Da war sich Celeste sicher. Diese Frau hatte es nicht gekümmert, dass die Atheos Menschen gefangen nahmen und töteten. Warum sollte es sie also tangieren, wenn eines der Gotteskinder starb? War es nicht ohnehin genau das, was die Atheos wollten? Den Untergang aller Gotteskinder. Auf welche Weise auch immer.

»Hör auf, dir das einzureden. So schwarz-weiß ist die Welt nicht. Immerhin rettete sie dir zweimal das Leben.« Seine Lippen lagen direkt über ihrem Ohr und Celeste schloss die Augen. Wenn er so nah bei ihr war, gab es vieles, was sie tun wollte. Über ihre Mutter zu sprechen, gehörte nicht dazu. Sie hatte sich an seine Nähe gewöhnt, an seinen Geruch und seine Wärme.

»Das sagst du nur, weil du dich selbst in Grautönen siehst.«

»Exakt. Ich war auch mal auf der falschen Seite, erinnerst du dich?«

Celeste drehte sich in seinen Armen, sodass sie sein Gesicht sehen konnte. Ein Funkeln lag in seinen grünen Augen und sie musste lachen.

»Wie könnte ich das vergessen? Du hast mich von einem Dach gestoßen.«

»Aber nur, um dir das Leben zu retten. Du könntest ruhig etwas Dankbarkeit zeigen.«

Sie zog eine Augenbraue hoch und sah ihn stirnrunzelnd an. Dankbarkeit? War das ein Scherz? Wenn sie an jenen Tag zurückdachte, war Dankbarkeit das Letzte, was ihr in den Sinn kam. Aber das Leuchten seiner Augen und das Grinsen, das seinen Mundwinkel umspielte, weckten ganz andere Gefühle in ihr. Celeste lehnte sich vor und presste ihre Lippen auf Nates Mund. Er schmeckte nach Kaffee und erwiderte den Kuss mit einer Heftigkeit, die ihr den Atem raubte.

Hier in den Gärten des Palastes konnten sie die Nähe zulassen. Doch sobald sie in die Öffentlichkeit traten, mussten sie ihre Rollen spielen. Nate war der zukünftige König und sie als Priesterin eine seiner potenziellen Bräute. Auch wenn Celeste seit den Geschehnissen in Silvina als Nathaniels Favoritin betrachtet wurde, wollten sie ihre Zuneigung nicht öffentlich zur Schau stellen. Es war eine Regel, die Celeste selbst aufgestellt hatte.

Und sie brach sie nur zu gern. Hielt sie sich sonst an jede Anweisung und ging ihren Pflichten nach, war ihr das Gefühl von Nathaniels Lippen auf ihren jeden Verstoß wert.

Viel zu schnell löste er sich von ihr und lächelte sie entschuldigend an.

»Wir müssen vorsichtiger sein.«

Nathaniel stand auf und zog sie zu sich hoch. Er überragte sie um einen Kopf, sodass Celeste zu ihm hochschauen musste. Mit gerunzelter Stirn sah er zu ihr hinab und strich ihr dann eine rote Strähne hinters Ohr.

»Du solltest wirklich mit jemandem darüber reden.« Er räusperte sich und zog sie in seine Arme.

»Ich finde unsere Regel übrigens sinnlos. Warum soll ich dich nicht in der Öffentlichkeit küssen? ES ist ja nicht so, als wären wir uns nicht bereits versprochen.«

Lachend sah sie ihn an und betrachtete dann stirnrunzelnd ihre ringlosen Finger.

»Das sind wir doch gar nicht oder ich habe den Teil mit dem Antrag nicht mitbekommen? Es gibt noch zwei weitere Frauen, die als deine potenziellen Bräute infrage kommen. Und darum gehört es sich für uns nicht, uns in der Öffentlichkeit zu...

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