Virtuose Niedertracht

Die Kunst der Beleidigung in der Antike
 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Mai 2021
  • |
  • 223 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-406-76625-1 (ISBN)
 
«Das Gesicht wie die Miene: Tod, Gelbsucht, Gift!» - «Du bist ein Lüstling, ein Vielfraß, ein Glücksspieler!» - Für die Antike waren dies noch sehr maßvolle Beschimpfungen. Selbst ein Virtuose des geschliffenen Wortes wie Cicero führte den schweren Säbel der verbalen Auseinandersetzung mindestens ebenso gern wie das elegante Florett. In diesem Band bieten die besten Lehrmeister Roms anhand zahlreicher Beispiele und ihrer Geschichten eine unterhaltsame Fortbildung in der Kunst der Beleidigung.

Dass ausgerechnet Cicero eines Tages klagte, in einer so schmähsüchtigen Stadt wie Rom zu leben (in tam maledica civitate), ist nicht frei von Komik. War doch der unumstrittene Meister der antiken Rhetorik zugleich ein Großmeister der Beleidigung. So bedachte er eines Tages einen politischen Gegner mit den Worten: «Du schwarzes Nichts, du Stück Kot, du Schandfleck»- und das war nur der Auftakt seiner Unfreundlichkeiten, die er für ihn parat hatte. Gleichgültig ob Politiker, Dichter oder Philosophen - sie alle wussten kräftig auszuteilen, wenn ihnen jemand in die Quere kam. Nicht einmal Verstorbene waren vor Beleidigungen sicher, wie etwa der verblichene Kaiser Claudius, dem Seneca nicht standesgemäß die Vergöttlichung, sondern stattdessen die Verkürbissung zuteilwerden ließ. Selbst der große Julius Caesar war nicht davor gefeit, Ziel wüstester Beleidigungen zu werden, wobei ihn gelegentlich sogar die eigenen Soldaten aufs Korn nahmen: «Städter, passt auf eure Frauen auf! Wir bringen den kahlen Buhlen. Dein Gold hast du in Gallien verhurt, hier hast du es geliehen. Dennis Pausch hat jedoch nicht nur ein «Best of» antiker Beleidigungen geschaffen, sondern erzählt stets auch die dazugehörigen Geschichten, wann und warum einst die verbale Keule kreiste. Entstanden ist ein ebenso informatives wie unterhaltsames und für Freunde der gepflegten (und auch weniger gepflegten) Beschimpfung inspirierendes Lesevergnügen.
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
mit 11 Abbildungen
  • 7,08 MB
978-3-406-76625-1 (9783406766251)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dennis Pausch ist Professor für Klassische Philologie/Latein an der Technischen Universität Dresden. Er forscht zu antiker Geschichtsschreibung und (auto-)biographischen Texten. Die Kunst der Beleidigung bildet seine Lieblingsbeschäftigung im Rahmen eines Forschungsprojekts zu sprachlichen Herabsetzungen im 1. Jahrhundert v. Chr.
  • Cover
  • Titel
  • Widmung
  • Impressum
  • Inhalt
  • I. Vorwort
  • II. Zwischen Verbot und Vergnügen: antike Reaktionen auf verbale Aggressionen
  • III. Ars invectiva oder: Die in der antiken Rhetorik
  • IV. Blütenlese der Bosheit: kunstvolle Beleidigungen und virtuose Schmähduelle
  • 1. Feder oder Schwert? Die Macht des Wortes gegen die Befehle der Mächtigen
  • Natürlich ein Meteller
  • Wer ist nochmal Lupus?
  • Caesar und Mamurra
  • Caesar und Nicomedes
  • Neros Eselsohren
  • Hadrian, Florus und Favorinus
  • 2. Eine Krähe hackt der anderen doch ein Auge aus: Politiker Politiker
  • Cato, der Zensor: name and shame
  • Der virtuelle Verres
  • Ciceros Sieg: king for a day
  • In tyrannos: Hassreden für die Republik
  • Rollentausch: Cicero als Opfer
  • Caesars Anticato
  • Commodus, der Gladiator
  • 3. Der schönen Muse hässliche Sprache: Schriftsteller gegen Schriftsteller
  • #epicfail #notmyconsul
  • Catull vs. Cicero?
  • Nur wer von Catull gedisst wird, gehört dazu
  • Mevius, der Stinker
  • Cassius Severus und die Cloaca Maxima
  • Persius und die Modepoeten
  • Martial und die Erfindung des Plagiats
  • 4. Hackordnungen und Schmähduelle: vor Gericht, auf der Straße, überall
  • Der Komödie erster Teil: Wie im echten Leben
  • Plautus zum Zweiten: Virtuosen der Verspottung
  • Lucilius und die Folgen eines Wortes
  • Das Gericht als Arena
  • Horaz, der König und der Essig
  • Seneca, der Kaiser und der Kürbis
  • 5. Kleine Verhältnisse, ausländische Abstammung: Herkunft als Herabsetzung
  • Ein Karthager im Kleid
  • Ein Iberer mit weißen Zähnen
  • Ein Gallier von Geburt
  • Ein Grieche kommt überall hin
  • Horaz und der Emporkömmling im Spiegel
  • 6. Fehlende Bildung, der falsche Beruf: Broterwerb als Beleidigung
  • Ihr wollt doch nur mein Bestes!
  • Köche oder Ärzte: alles
  • Verres, der Möbelpacker und Möchtegernkenner
  • Piso, der Pseudo-Philosoph
  • Gefährliche Halbbildung oder: Der semidoctus im Buchladen
  • 7. Auffällige Kleidung, ungewöhnliche Vorlieben: Verhalten als Vorwurf
  • Galus ist ein callboy
  • Clodius in Frauenkleidern
  • Thallus, du Tunte: Das ist mein Mantel
  • Encolpius vs. Ascyltos
  • Gaurus' beispielloses Laster
  • Entlarvte Verstellung, zum Ersten .
  • . und zum Zweiten
  • V. Resümee: in tam maledica civitate - damals und heute
  • Anhang
  • Anmerkungen
  • Literaturverzeichnis
  • Verzeichnis der abgekürzt zitierten antiken Autoren und Werke
  • Register
  • Index rerum
  • Index nominum
  • Index locorum
  • Bildnachweis
  • Zum Buch

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