Saving Ireland

Die Sichel des Feuers
 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 544 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-0259-5 (ISBN)
 
Irland, in seiner der Magie feindlich gesinnten Zukunft:

Die glänzende Hauptstadt New Dublin ist nach der legendären Schlacht verfeindeter Druidenmeister zu einem in Reichtum und modernen Luxus schwelgenden Zentrum der Macht geworden, während die restlichen Teile der grünen Insel, allem voran die in verborgenen Siedlungen Zuflucht gefundenen Magiebegabten, in nicht enden wollender Angst vor den sie unerschütterlich jagenden Todessöldnern ihr Leben fristen müssen.
Die siebzehnjährige Gwyneth, deren grausamer Ziehvater Andromedus Slane einer dieser Magie über alles verachtenden Söldner ist und ihre einzigartigen Fähigkeiten für seine teuflischen Zwecke missbrauchen will, entschließt sich eines Nachts dazu, einen waghalsigen Fluchtversuch in die keltische Anderwelt zu unternehmen, um die vor Jahren in der Schlacht dorthin verbannt wordenen Nachfolger der letzten Druidenmeister aufzusuchen. Sie allein wären jetzt noch dazu in der Lage, das ins Chaos gestürzte Gleichgewicht in ihrer der Magie mehr und mehr beraubt werdenden Heimat wiederherzustellen und es mit den verräterischen Herrschern im Osten Irlands aufzunehmen. Durch einen schwarzmagischen Zauber an die Reiche der Anderwelt gebunden, vermögen jedoch einzig und allein die mit ihnen verbannt wordenen Druidensicheln den Zauber zu lösen, doch gilt es diese in den von Dämonen bevölkerten Tiefen erst einmal aufzuspüren. Felsenfest davon überzeugt, dem ihr zur Flucht verholfenen Druiden Aidan mit ihrer Magie bei dieser ihm längst hoffnungslos erscheinenden Aufgabe unterstützen zu können, begibt sich Gwyneth mit ihm auf eine gefahrvolle Reise durch die Schattenseiten der Anderwelt, doch müssen die sich dabei rasch näher kommenden Zauberer schon sehr bald feststellen, dass es für das Brechen des Bannes noch sehr viel mehr zu benötigen scheint.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 1,22 MB
978-3-7407-0259-5 (9783740702595)
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Bianca Maria Panny wurde in Wien geboren und studierte Germanistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien. Da ihre Begeisterung für gute Literatur von Kindheitstagen an eng mit einer ebenso großen Leidenschaft für das Schreiben selbst verbunden war und es bis heute noch ist, hat sie bereits während ihrer Schulzeit ihr erstes Kinder- und Jugendbuch Nalanthia veröffentlicht, das mit zwei weiteren Folgebänden beim Self-Publishing Verlag epubli erschienen ist. Auf einer Irland-Rundreise entstand schlagartig die Idee zu einer neuen Fantasy-Romanreihe für Jugendliche und junge Erwachsene, deren erster Band Saving Ireland - Die Sichel des Feuers die ideale Möglichkeit bot, die angeborene Begeisterung für keltische Mythen und Legenden, allem voran um die sagenumwobenen Druiden, auf vertraute und doch gänzlich neuartige Weise schriftstellerisch auszuleben.

1


Verträumt beobachtete Gwyneth den wilden Tanz der auf-und ab züngelnden Flammen im Kamin ihres weiträumigen Schlafgemachs, der trotz seiner recht ansehnlichen Größe und all seinen herrlichen Verzierungen jedoch kaum etwas gegen die schneidende Kälte und Nässe auszurichten vermochte, die Sturm und Regen über den Cliffs of Moher zu jeder Zeit mit sich brachten und erbarmungslos in alle Ecken und Winkel des einst so stolzen Anwesens ihres Vormunds eindrangen. Die zunehmende Machtgier der weit entfernten Metropole hatte schon vor Jahren dafür gesorgt, dass auch das letzte Fitzelchen Magie aus der Grafschaft Galway verschwunden war, die die Mauern jener prachtvoll erbauten Burg selbst vor den schlimmsten Wetterbedingungen und feindlichen Angriffen geschützt hätte. Doch diese Tage gehörten längst Irlands Vergangenheit an, die vor Jahrtausenden präzise in den Stein gemeißelten Runen hatten die letzten ihnen seit jeher innewohnenden Kräfte ausgehaucht und ein kaltes seelenloses Gemäuer zurückgelassen, dessen grausamer, dem blankem Wahn verfallener Herrscher allmählich dabei war, die Geduld zu verlieren. Verzweiflung und Angst vor dem schleichend näher rückenden Fall des Hauses Slane lagen spürbar in der Luft und hatten im ehemals angesehenen und ehrenwerten Lord des jeglichem Fortschritt entzogenen Castles den alles verzehrenden Wunsch gesät, den mehr als aussichtslosen Widerstand gegen den Feind im Osten aufzugeben und stattdessen eine ruhmreiche Zusammenarbeit anzustreben. Andromedus Slane musste es lediglich gelingen, die den Herrschern Irlands so überaus verhassten Magiersiedlungen in den standhaft rebellierenden Grafschaften ausfindig zu machen und den nach ihren Kräften gierenden Seelenlosen ans Messer zu liefern.

Ein überaus langwieriges und nervenzerreißendes Unterfangen, wenn die aufzuspürenden Zauberer gekonnt im Dunkeln zu bleiben vermochten, wann immer auch Slane seine Fänge nach ihnen ausstreckte. Und hier kam seine siebzehnjährige Adoptivtochter ins Spiel, die auch an diesem Abend den ihr Innerstes schmerzvoll aushöhlenden Kummer mit dem beruhigenden Knistern des Kaminfeuers zu ersticken versuchte und den einen Tag fürchtete, an dem ihre Kräfte für Slane ausreichend von Nutzen sein würden. Nicht zum ersten Mal stellte Gwyneth sich vor, ein Phönix entstiege mit mächtigen Flügelschlägen der züngelnden Feuerpracht und trüge sie auf sanften Schwingen weit fort in die lang schon ersehnte Freiheit. Ein nur allzu geringer Hoffnungsschimmer, das wusste sie, aber auch der einzige, der ihre letzte noch aufzutreibende Lebenskraft standhaft aufrechterhielt.

"Mylady Gwyneth, der ehrenwehrte Lord Slane erwartet Euch bereits." Die unangenehm krächzende Stimme des Kammerdieners katapultierte sie schlagartig zurück in die Gegenwart, und sie schaffte es gerade noch, ein überraschtes Aufkeuchen zu unterdrücken.

"Sagt dem Herrn des Hauses, ich bin sofort bei ihm", antwortete die Siebzehnjährige ihm kurz angebunden, woraufhin dieser zufrieden kehrtmachte und sie in der längst vertrauten Stille ihrer Kammer zurückließ. Schweren Herzens kehrte Gwyneth ihrem Kamin den Rücken zu, huschte auf die gegenüberliegende Seite des Bettes und betrachtete sich eingehend im Spiegel.

Eine silberne Haarspange hatte sich leicht aus der langen fuchsroten Haarpracht gelöst, und so verwendete sie einige Sekunden damit, diese wieder in ihre ursprünglich vorgesehene Position zu bringen. Vor Jahren einmal hatte Gwyneth sich von ihrem Ziehvater eine kräftige Ohrfeige eingefangen, als sie nach einem längeren Ausritt mit völlig zerzausten Haaren in seinen Privatsälen erschienen war. Denselben Fehler würde sie mit Sicherheit nicht noch einmal begehen, solange Andromedus Slanes krankhaftes Verlangen nach Ordnung und Präzision sie nicht auch noch dazu zwingen würde, in ihren eigenen vier Wänden die Schöne zu spielen, während er als herrschsüchtiges Biest die spärlich gewordene Belegschaft des Hauses tyrannisierte. Mit ihrem Spiegelbild einigermaßen zufrieden, verließ Gwyneth schließlich das Zimmer und eilte im Schein unzähliger an den Wänden befestigter Fackeln die sich mehrmals verzweigenden Flure hinab, unfähig, die plötzlich in ihr aufsteigenden Bilder des sie erwartenden Grauens auszublenden. Wie genau dieses Grauen jedoch aussehen mochte, konnte im Hause Andromedus Slanes niemand so leicht voraussehen.

Selbst, wenn es in letzter Zeit entschieden zu oft darauf hinauslief, von einem dem blanken Wahn verfallenen Schlossherrn in die finstersten Ecken des Verlieses hinabgezerrt zu werden, wo ein weiterer unglücksseliger Gefangener ausweglos seinem nahenden Tode entgegensah. Beim bloßen Gedanken an die schiere Grausamkeit, die den von Slane verhassten Zauberern Irlands hier zuteilwurde, überkam Gwyneth ein überwältigender Anflug von Übelkeit, der von der fühlbar näher rückenden Präsenz ihres Ziehvaters noch verstärkt wurde. Und es kam, wie es kommen musste:

Das erwartungsvolle Funkeln in Slanes stechend blauen Augen verriet dem gehorsam eintretenden Mädchen alles, was es über die neuesten Machenschaften des Lords wissen musste. Der Geschmack unsäglicher Verachtung brandete wie Galle in Gwyneths Innersten auf und war in dessen eisiger Gegenwart kaum zu unterdrücken. Doch sie kannte dieses Spiel der zügellosen Heuchelei bereits. Sie hatte es in ihrem Leben schließlich schon unzählige Male gespielt.

"Endlich", zerriss jenes albtraumhafte Flüstern seiner Stimme die Dunkelheit, die sich wie ein alles erstickender Schleier an den Wänden seiner wenig einladenden Privatgemächer ausgebreitet hatte. Die Luft selbst schien von den dunkelsten Abgründen seiner schwarzen Seele vergiftet. Das schwächlich auf-und ab flackernde Licht zweier identisch gefertigter Kerzenständer versäumte es gänzlich, über die geisterhafte Silhouette des Schlossherrn hinwegzuspähen.

"Ich habe dich bereits voller Ungeduld erwartet", fuhr dieser nun in hörbar vorwurfsvollem Tonfall fort.

"Du scheinst diese ständigen Verspätungen von Tag zu Tag mehr zu einer lästigen Gewohnheit werden zu lassen. Und ich muss dich ja wohl kaum daran erinnern, Gwyneth, was ich gegen lästige Angewohnheiten wie diese in der Regel zu tun gedenke."

"Nein, Mylord, das müsst Ihr ganz bestimmt nicht", erwiderte die Siebzehnjährige ebenso gefühllos, sich im Stillen gegen weitere Abfälligkeiten wie diese wappnend. Andromedus Slane trat lautlos wie ein Schatten hinter dem prunkvollen Schreibtisch seines Arbeitszimmers hervor, eines der letzten Relikte längst verflossenen Reichtums. Er musterte seine Ziehtochter verächtlich.

"Wenigstens scheinen die vielen Ohrfeigen deinem Erscheinungsbild einigermaßen zugute zu kommen", raunte Slane stolz. "Jedes einzelne deiner Flammenhaare genau dort, wo es sein muss."

"Ist das der Grund für mein Erscheinen hier, oder ein erneuter Gefangener, der in den Verliesen nach Hilfe schreit?", fragte Gwyneth frei heraus, ohne sich um die möglichen Konsequenzen zu kümmern.

Andromedus Slane lächelte nur.

"Wohl eher letzteres, wenn du dir schon die Überraschung verderben willst. Höchste Zeit also, deine magischen Fähigkeiten ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen." Wieder dieses süffisante Lächeln.

Jeglicher Widerspruch würde augenblicklich im Keim erstickt werden. "Komm jetzt, mein Kind. Ich brenne darauf zu erfahren, wie weit sie in den vergangenen Tagen gereift sind."

Den flatternden Saum seines schweren Umhangs vor Augen, folgte Gwyneth den gebieterischen Schritten des Mannes tief hinab in die Hoffnung verzehrenden Abgründe des Castles. Durch einen geheimen Durchgang gelangte man über eine schmale Wendeltreppe aus massivem Felsgestein zu einem Ort schwindelerregender Bedrücktheit und sämtliche Mauern überlagernden Wahnsinn. Die Kerker unter dem Hause Slanes waren seit jeher ein wahres Höllentor für schwache Nerven gewesen, und sie würden es für Gwyneth auch weiterhin bleiben, so sehr sie auch Nacht um Nacht gegen die lähmende Panik anzukämpfen versuchte, die beim unheilvollen Geräusch ihrer klackenden Sohlen auf blutigem Stein mehr und mehr von ihr Besitz ergriff. Nicht aus Vorsicht, sondern vielmehr aus Angst, etwas von der todesdurchtränkten Atmosphäre der Verliese mit in ihr Zimmer zu tragen, raffte sie den Saum ihres hellgrauen Seidenkleides weit genug, um jeglichen ihr zuwideren Bodenkontakt damit zu vermeiden. Jemandem wie Slane waren derartige Bedenken natürlich völlig fremd. Seiner aufrechten Haltung und den zielstrebig dahingleitenden Schritten nach zu urteilen, hätte Andromedus wohl vieles dafür gegeben, sich den lieben langen Tag in den Kälte verhangenen Ecken und Winkeln dieses ihm heiligen Reiches zu suhlen.

Ganz besonders dann, wenn ein bereits aus mehreren Wunden blutender Zauberer im Lichtkegel spärlich vorhandener Fackeln vor ihm in Ketten lag und nichts so sehr wie den einen Augenblick...

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