Holz im Außenraum

Grundlagen, Materialien, Beispiele
 
Thomas Oyen (Autor)
 
Bruderverlag Albert Bruder GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 1. August 2011 | 260 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-87104-187-7 (ISBN)
 
Holz ist auch in Außenanlagen ein beliebter Werkstoff. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, doch für sichere und dauerhafte Konstruktionen sind fundierte Fachkenntnisse notwendig. 'Holz im Außenraum' bereitet auf diese Herausforderungen optimal vor. Das neue Fachbuch zeigt zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten von Holzkonstruktionen außerhalb geschlossener Gebäude. Es bietet eine umfangreiche Übersicht über den Baustoff Holz und erklärt unter welchen Voraussetzungen dieser in Außenanlagen verbaut werden kann. So erhält der Leser zahlreiche Anregungen für Konstruktionen im Garten sowie für kleine Holzbauwerke, wie Carports oder Laubengänge. Anschauliche Konstruktionsbeispiele und Gestaltungsanleitungen erleichtern die Umsetzung in die eigene Praxis. Mit den nützlichen Hinweisen zur Nachbehandlung und Pflege werden die Konstruktionen im Außenbereich sicher und langlebig. Mit 'Holz im Außenraum' erhalten Planer und Holzbauer eine fundierte Hilfe zur Planung und Umsetzung sicherer und dauerhafter Holzkonstruktionen in Außenanlagen. Lehrlingen und Studenten ist das Werk eine echte Hilfe im Unterricht. Aus dem Inhalt: •Holz als Baustoff •Holzarten für den Außenraum •Holzschädigung •Holzbehandlung/Oberflächenbehandlung •Mechanische Beeinträchtigung von Holzkonstruktionen •Wartung und Pflege von Holzkonstruktionen Die Vorteile: •Zahlreiche Anregungen durch Übersichten funktionierender Konstruktionsdetails •Sicherheit beim Einsatz des Baustoffs Holz im Zusammenhang mit der Nutzung in Außenanlagen •Dauerhafte Holzkonstruktionen durch nützliche Hinweise zur Wartung und Pflege
Deutsch
18,07 MB
978-3-87104-187-7 (9783871041877)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Vorwort [Seite 6]
2 - Inhaltsverzeichnis [Seite 8]
3 - 1 Holz als Roh- und Baustoff [Seite 14]
4 - 2 Holzarten für die Verwendung im Außenbau [Seite 30]
5 - 3 Holzschädigungen und Schutzmaßnahmen im Freien [Seite 44]
6 - 4 Brandschutz [Seite 82]
7 - 5 Belastungen und statische Berechnung von Holzkonstruktionen im Außenbau [Seite 86]
8 - 6 Wartung und Pflege von Holzkonstruktionen im Freien [Seite 94]
9 - 7 Holzverbindungen und Gründungen [Seite 98]
10 - 8 Holzkonstruktionen im landschaftsbautechnischen Bereich - Konstruktionsbedingungen und Materialkombinationen [Seite 106]
11 - 9 Konstruktionen im Grenzbereich von Landschaftsbau und Hochbau - Beispiele, Konstruktionsbedingungen, Materialkombinationen [Seite 146]
12 - 10 Der Ablauf der Zimmermannsarbeiten bei Auftragsrealisierung [Seite 162]
13 - 11 Umgang mit historischen Holzkonstruktionen [Seite 166]
14 - 12 Beispiele von Holzkonstruktionen im europäischen Ausland und in anderen Kulturen [Seite 170]
15 - 13 Nachwort [Seite 172]
16 - Literaturverzeichnis [Seite 174]
17 - Normenverzeichnis [Seite 177]
18 - Bildverzeichnis [Seite 178]
19 - Stichwortverzeichnis [Seite 179]
11 Umgang mit historischen Holzkonstruktionen (S. 165-166)

11.1 Vorbemerkungen

Historische Bauteile und Bauwerke sind nicht nur Zeugnisse unserer politischen und religiösen Geschichte, sondern auch Dokumente einer dreitausendjährigen Handwerkskultur. Bis heute ist noch nichts von den Kenntnissen und Traditionen vollständig verloren gegangen, die unsere Handwerksmeister über Jahrhunderte erworben und verbessert haben. Noch gibt es in den alten, scheinbar nicht mehr benötigten Handwerksarten Meister, die sie beherrschen. Aber bereits in wenigen Jahren werden solche Traditionen erdrutschartig verloren gehen, weil die letzten Fachkräfte schlicht und einfach wegsterben werden, ohne dass sie ihr Wissen hätten weitergeben können.

Es ist so ähnlich, als würde eine seltene Tierart aussterben. Welche Aufwendungen werden nicht unternommen, um Luchs und Wildkatze zu schützen. Wer schützt vom Aussterben bedrohte Handwerksarten? Wo gerade jetzt ein zahlungskräftiger Abnehmerkreis existiert, der ihre Produkte zu schätzen weiß. Es ist jetzt und heute Aufgabe der Politik, dafür Sorge zu tragen, dass Handwerkskünste nicht aussterben, denn sie stellen ein unverzichtbares Potenzial an Arbeitsplätzen dar. Die scheinbare Gleichgültigkeit oder auch Hilflosigkeit, mit der auf allen politischen Ebenen wirtschaftskulturelle Fehlentwicklungen hingenommen werden, sind nur schwer zu erklären, und wohl nur durch verstärkte Information und Motivation abwendbar.

Dies gilt für das Holzhandwerk ebenso wie für die gartenbaulichen Traditionen. Auch historische Holzkonstruktionen sind wichtige Zeitdokumente des Zimmererhandwerks. Sie sind aber vor allem wichtige Datenträger im Maßstab 1:1. Da wo sie sich erhalten haben, fehlen oft genug andere Dokumente dazu, sodass diese Objekte selber „Lehrbücher“ der Zimmererkunst von damals darstellen. Deswegen müssen alle diese Objekte exakt studiert, aufgemessen, inventarisiert und dauerhaft dokumentiert werden. Es wäre eine wichtige Aufgabe der Handwerkskammern, solche Analysen zu initiieren, ja zu forcieren und wenn nötig sogar zu finanzieren.

Denn die Kammern und die in ihnen organisierten Innungen sind für das Qualitätsmanagement des Berufsstandes verantwortlich, und damit auch für die Weitervermittlung und Bewahrung der Kenntnisse von einst. Wertvolle Hilfen leisten dazu die Denkmalbehörden. Aber auch Stiftungen, Interessenkomitees, Aktionsgruppen, Heimatvereine und viele Einzelinitiativen vor Ort können Wesentliches dazu beitragen. Nicht selten sind Handwerksbetriebe hier auch direkt eingebunden und zählen zu den Aktiven. Historische Holzkonstruktionen spielen auch in der Gartendenkmalpflege eine wichtige Rolle: „Gartenhäuser zählen zu den höchstgefährdeten Baudenkmälern.

Das Bewusstsein für den Wert dieser liebenswerten Kleinarchitekturen schwand nach dem zweiten Weltkrieg. Das Rheinische Amt für Denkmalpflege hat sich ihrer besonders angenommen […].“ (Notarius, C., Engelen, P., Hormisch, N.: Lusthäuschen in rheinischen Gärten. Gartendenkmalpflege und Inventarisation, in: Denkmalpflege im Rheinland, Jg. 17, Nr. 2, 2001). Viele öffentliche Gartenanlagen, die früher über aufwendige Holzkonstruktionen verfügten, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vereinfacht wiederhergestellt. Dies gilt z. B. auch für die grünen Stadtplätze Kölns, die vor dem Ersten Weltkrieg und in den 1920erJahren angelegt wurden. Zäune, Bänke und Pergolen wurden z. T. rekonstruiert, z. T. wurden die Plätze auch umgestaltet (siehe Hess, 2001).

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