Ist mein Kopf noch im Büro?

Stressfrei! In 10 verblüffend einfachen Schritten zu mehr Gelassenheit, Klarheit und Spaß im Leben
 
 
Diana Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. August 2013
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10205-0 (ISBN)
 
Raus aus dem Stress - rein ins Leben

»Ich bin total im Stress! Soll das jetzt immer so weitergehen?« Diese Frage stellt sich heute fast jeder. Wir nehmen uns vor, aus dem Hetz-Karussell auszusteigen, und tappen gleich wieder in die nächste Stressfalle. Kein Wunder, denn unser Terminkalender ist voll, der Job fordernd, unser Privatleben turbulent. Zeitmanagement und Optimierungspläne helfen wenig bis gar nicht. Wir müssen offensichtlich neue Lösungen finden, wenn wir unser vielfältiges Leben genießen möchten, statt uns vom Stress durch die Tage jagen zu lassen.
Wie das funktioniert, erklären die BRIGITTE-Autorinnen anhand eines 10-Schritte-Programms, mit dem jede Leserin ihren ganz persönlichen Weg aus der Stressfalle findet.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Diana
  • 2
  • |
  • 2 s/w Abbildungen
  • |
  • 2 schwarz-weiße Abbildungen
  • 2,12 MB
978-3-641-10205-0 (9783641102050)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Anne Otto, geboren 1970, ist Diplom-Psychologin und Wissenschaftsjournalistin. Nach dem Psychologie-Studium und einer Therapie-Ausbildung im Bereich "Psychodrama" arbeitete sie zunächst mehrere Jahre als Klinische Psychologin - unter anderem in einer Jugend-Wohngruppe und in einem Frauengefängnis. 2002 wechselte sie in den Journalismus und ist seitdem hauptberuflich als feste und freie Autorin und Redakteurin für den Spiegel, Spiegel Onlien, Psychologie Heute, Brigitte und Flow tätig.

1 Stress lass nach!

Erster Schritt

So kommen Sie raus aus dem Stresskarussell

Jahrelang war Sabrina Trautmann* genauso resolut, wie sie aussieht. Wenn die fünfunddreißigjährige, ein Meter achtzig große und schlanke Frau im Meeting einen Vorschlag machte, hörte ihr jeder gern zu. Sie war an allen Projekten in der kleinen Werbefirma, in der sie als Texterin arbeitet, beteiligt - stets sehr engagiert. Oft war sie noch abends in der Firma und traf sich danach mit Freunden, ging mit ihnen auf Konzerte oder in eine Bar. Eine echte Powerfrau, meinten damals ihre Freunde und Bekannten. Sabrina hätte gesagt: »Ich habe eine Menge Energie, das stimmt. Ich habe lieber ein bisschen zu viel um die Ohren als zu wenig.« Auch wenn ihre Tage ganz schön voll und temporeich waren, hatte sie immer das Gefühl: Das ist genau richtig so! Das schaffe ich locker!

* Alle Namen, die in einem Fallbeispiel vorkommen, sind geändert.

Dieses Bild von sich selbst als Mensch mit endlos viel Kraft hatte sie, bis ihre Tochter Mia zur Welt kam. Durch das Kind wurde aber vieles anders. In den ersten Monaten, als Sabrina mit dem Säugling zu Hause blieb, war noch alles neu, aufregend und schön. Durchwachte Nächte und chronische Augenringe waren irgendwie romantisch und gut auszuhalten. Dazu die Freude an dem Kind, die sie täglich mit ihrem Mann Tobi teilen konnte. Wie alle Eltern fanden auch die beiden, dass die kleine Mia wirklich das süßeste Baby auf der ganzen Welt sei, und sie konnten sich schieflachen über die seltsamen Gesichtsausdrücke und Geräusche, die so ein winziges Kind machen kann.

Klar, manchmal vermisste Sabrina ihren Job. Die Kollegen, die kreative Arbeit, die Anerkennung, die Abwechslung. Aber meistens konnte sie die Zeit im langsameren Babymodus sehr genießen, zudem sie wusste, dass in wenigen Monaten abermals alles anders werden würde: »Wenn die Kleine in die Krippe geht und ich wieder bei der Agentur einsteige, dann kommt doch eh das alte Tempo und der ganze Trubel zurück.«

Im Frühling, als Mia eineinhalb wurde, fing Sabrina mit dreißig Stunden pro Woche in ihrem alten Job als Texterin an. Beherzt, wie sie damals noch war, schaffte sie es, ihrem Chef diese für ihre Branche eher unübliche Arbeitszeit »aus dem Kreuz zu leiern«. »Das war ein Erfolg«, fand sie. Mit Begeisterung ging sie jeden Tag in die Werbeagentur. Die ersten Wochen waren auch toll. Mia mochte die Krippe und war gern dort. Die Kollegen freuten sich, dass Sabrina zurück war. Und Sabrina war glücklich über die Stunden, die sie wieder voller Einfälle und mittendrin sein konnte. Sicher, es war auch stressig, und manchmal war sie am Rande ihrer Kräfte. Aber der rasante Wechsel zwischen Kreativarbeit am Computer und frischer Luft am Klettergerüst auf dem Spielplatz gefiel ihr letztlich. Ich kann es, ich habe mein Leben im Griff, dachte Sabrina häufig und war darüber geradezu euphorisch. Sogar abends war sie fitter als in den Monaten zuvor. Häufig saß sie noch bis Mitternacht mit ihrem Mann Tobi zusammen und redete mit ihm über die Erlebnisse ihres Tages.

Hektik - der ultimative Kick

Den positiven Kick, den Sabrina in den ersten Wochen als Working-Mom erlebte, kennen wir alle auf die eine oder andere Weise. Denn erst einmal ist Stress nichts anderes als ein Energieschub, der unseren Körper und unseren Kopf aktiviert und uns ermöglicht, in Situationen, die von uns etwas abverlangen, blitzschnell zu reagieren und auf unsere komplette Kraft zurückzugreifen. Stress ist sozusagen unser Turbogang, der sich immer dann einschaltet, wenn's brenzlig wird.

Möglich machen das bestimmte Stresshormone, die unser Körper produziert, wenn wir vor einer fordernden Aufgabe stehen. Ein Cocktail aus Adrenalin und Cortisol sorgt dafür, dass der Zuckerwert im Blut steigt, ebenso unser Blutdruck. Unsere Muskeln spannen sich an und werden besonders gut mit Sauerstoff versorgt. Der Geist ist wach und zu hundert Prozent auf das Problem fokussiert, das wir anpacken möchten. Wenn die Stresshormone in unserem Blut wirbeln, fühlen wir uns voll konzentriert und motiviert.5

Das ist erst einmal ein gutes Gefühl. Vor allem, wenn wir spüren, dass wir mit unserer Energie der Situation auch gewachsen sind. So wie Sabrina nach ihrem Einstieg ins Arbeitsleben. In der Agentur entwirft sie neue Konzepte, diskutiert diese mit Kollegen und lässt sich ganz auf die Arbeit ein. Direkt danach schnappt sie sich ihre Tochter und stürzt sich ab 15 Uhr in ihre Rolle als Mutter, mit allem Drum und Dran.

Anfangs fällt es ihr auch nicht schwer, zwischen Agentur und Kita kurz einzukaufen oder auf dem Spielplatz mit den anderen Müttern zu plaudern und zugleich Mia im Blick zu behalten, wenn diese im Holzhaus herumklettert. Zwischendurch spielt sie mit der Kleinen noch Fangen. Der Stresskick trägt sie durch den Tag, und sie genießt das Leben in den zwei Welten.

Stress entfesselt in uns also zunächst einmal eine enorme Power. Häufig sind es deshalb gerade die Tage mit vollem Terminkalender, an denen wir auch noch schnell zwischendurch ein lästiges Telefonat erledigen und ein Projekt anschieben, das uns seit Längerem unter den Nägeln brennt. Wenn man schon in Fahrt ist, dann geht das, was sonst mühselig erscheint, manchmal fast wie von selbst.

Auftanken der Energiespeicher

Am Ende eines solch turbulenten und rasanten Tages sinkt man matt, aber zufrieden aufs Sofa. Man fühlt sich klasse und ist stolz, dass man so viel geschafft hat. In dieser Ruhepause sinkt der Blutdruck wieder, die Muskeln und unser Geist entspannen sich. Alle Körperfunktionen fahren langsam auf Normalniveau herunter. Wie von selbst spüren wir dann, was unser Körper braucht, um die leer gelaufenen Energiespeicher erneut zu füllen, um Reserven zu haben. Wir bekommen Hunger, merken, dass wir Schlaf benötigen, möchten uns mit Sachen beschäftigen, die uns noch weiter entspannen. Ein gutes Buch lesen, quatschen und kuscheln mit dem Liebsten, spazieren gehen.

Nach einiger Zeit haben wir uns von der Anstrengung erholt und sind wieder voller Tatendrang, haben womöglich richtig Lust, schon bald die nächste herausfordernde Aufgabe anzupacken. Solange wir uns in diesem Rhythmus von Auf und Ab, von Anspannung und Entspannung befinden, ist alles im grünen Bereich. Dann können wir den Stresskick genießen und uns in den Ruhephasen von den Stunden im Turbogang erholen und Kraft tanken.6

Wenn der Stress sich selbstständig macht

Für Sabrina lief einige Monate alles perfekt. Sie empfand ihr Leben als rasant, als vielfältig, aber nicht als erschöpfend. Doch mit Beginn des Herbstes wurde es anders. Die aufregende Anfangszeit im Job war vorbei. Sabrina war wie früher stark in die Projekte der Agentur involviert. Und ihr Chef erwartete, dass sie alles gab, war sie doch die Einzige, die pünktlich Feierabend machte. Sie fand es immer schwieriger, den Wechsel zwischen den zwei Welten zu genießen. Schon am frühen Nachmittag fing sie an, auf die Uhr zu schauen und zu denken: Mist! Um drei Uhr muss ich los. Nur noch eine knappe Stunde Zeit. Und wenn sie dann mit Mia auf dem Spielplatz war, schweiften ihre Gedanken immer öfter zurück in die Agentur und zu der Werbekampagne, an der sie gerade herumtüftelte.

Auch abends blieb dieses seltsam unruhige Gefühl in ihr. Während sie früher das Abendessen mit Mia und die Zeit, wenn ihre Tochter im Bett war, genossen hatte, fing sie jetzt an, die Küche aufzuräumen, während die Kleine noch in ihrem Stühlchen saß und ihr Brot aß. Sie war einfach zu ungeduldig, um still neben ihrer Tochter zu sitzen. Und wenn Mia dann gegen zwanzig Uhr schlief, war sie oft so müde, dass sie nur noch vor dem Fernseher abhängen wollte. In den Monaten zuvor hatte sie, wenn sie abends zu Hause war, Musik gehört, gelesen, mit Freundinnen telefoniert. Tobi kam meist erst spät vom Job nach Hause, und sie hatte die Abendstunden ohne Kind oder sonstige Verpflichtungen ausgekostet.

Doch dazu war sie nicht mehr in der Lage. Sie sagt über diese Zeit: »Ich hatte das Gefühl, all meine Energie am Tag zu verbrauchen. Das kannte ich gar nicht.« Dazu kam die Sorge, weder ihrer Arbeit noch Mia gerecht zu werden, sondern alles nur halb zu schaffen. Manchmal wachte Sabrina schon um fünf Uhr morgens auf und fing sofort an, den Tag in Gedanken zu organisieren. Das nervte sie, aber sie konnte es nicht abstellen.

Psychologen würden das, was Sabrina erlebte, als eine erste Reaktion auf zu viel Belastung einstufen. Typisch für eine Überdosis Stress ist eine große Müdigkeit, die sich in einem breitmacht, sobald man zur Ruhe kommt, und das Gefühl, dass sämtliche Energie verschwunden ist. Auch Einschlafprobleme oder häufiges Aufwachen in der Nacht, Schmerzen aller Art und Gereiztheit können Anzeichen dafür sein, dass man sich zu viel zugemutet hat. Häufig kann man die diffusen Symptome nicht so richtig einordnen - und kommt gar nicht auf die Idee, dass sie die Folge einer zu großen Menge Stress sind. Vielmehr sagt man sich: »Da muss ich jetzt durch!« Und schon sitzt man im Stress fest.7

Zu viel Anspannung zehrt an unseren Nerven, an unserer Laune und an unserer Gesundheit. Denn wenn wir über längere Zeit unter Druck stehen, löst Stress keinen Kick mehr aus, der uns beflügelt und zufrieden macht, wenn wir eine Aufgabe bewältigt haben. Im Gegenteil: Zu viel Belastung führt dazu, dass der Stress zu einem Dauerzustand wird, den wir kaum noch loswerden - obwohl wir es uns wünschen. Ein Grund dafür liegt in der Stressreaktion selbst. In anstrengenden Situationen konzentrieren wir...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

8,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen