Töte mich

Thriller
 
Jon Osborne (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 22. Juli 2011 | 464 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1034-1 (ISBN)
 
Sei bereit. Sei schnell. Sei gnadenlos. Nathan Stiedowe hat einen Plan: Er will der perfekte Killer sein. Seine Vorbilder sind ¿Meister- ihres Fachs, kaltblütige Monster wie Charles Manson. Nathan ahmt ihre Taten nach und begeht die grausamsten Morde der Geschichte ein zweites Mal, jedoch ohne die Fehler zu machen, derentwegen seine Idole geschnappt wurden. Sein Meisterwerk soll eine Frau werden, die ihm vor vielen Jahren entkommen ist. Sie ist ein schwieriges Ziel, denn ihr Job ist es, Serienkiller zur Strecke zu bringen ¿ Die FBI-Agentin Dana Whitestone steht in einer Blutlache. Vor ihr liegt der aufgeschlitzte Torso eines Mädchens. Der ¿Cleveland-Slasher- hat wieder zugeschlagen. Dieser Teufel ist der beste Killer, der Dana in ihrer Karriere begegnet ist, und Dana ist schon lange im Geschäft. Als junges Mädchen musste Dana mitansehen, wie ein Serienmörder ihre Eltern tötete. Die Jagd nach diesen Bestien wurde zu ihrem Lebensinhalt, und die Opfer besuchen Dana in ihren Träumen. Nur der Alkohol lässt ihre Schreie verstummen. Das Einzige, auf das sich Dana verlassen kann, ist ihr Jagdinstinkt. Und dieser Instinkt verheißt nichts Gutes. Denn der Killer hat jedem seiner Opfer einen Plastikbuchstaben in die Bauchhöhle eingenäht. Zusammengefügt ergeben sie ein Wort: D A N A
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Axel Merz
Deutsch
0,58 MB
978-3-8387-1034-1 (9783838710341)
3838710347 (3838710347)
weitere Ausgaben werden ermittelt

17.

Die Tonaufzeichnung von Dennis Raders Geständnis aus dem Jahr 2005 erfüllte den Wagen, als Nathan mit neunzig Meilen in der Stunde den Pacific Coast Highway hinunterjagte. Der vorsitzende Richter Gregory Walter verhörte den berüchtigten Foltermörder in öffentlicher Sitzung.

»Bitte schildern Sie mir mit eigenen Worten, Bezug nehmend auf Anklagepunkt eins, was Sie am fünfzehnten Januar 1974 in Sedgwick County, Kansas, getan haben, dass Sie glauben, des Mordes schuldig zu sein.«

»Na ja, am fünfzehnten Januar 74 habe ich aus reiner Mordlust …«

»Schon gut, Mr. Rader. Ich benötige zuvor einige weitere Informationen. Können Sie mir sagen, wohin Sie an diesem Tag, dem fünfzehnten Januar 1974, gefahren sind, um Joseph Otero zu ermorden?«

»Äh … ich denke, die Adresse war 1834 Edgemoor.«

»Gut. Können Sie mir sagen, um welche Tageszeit das ungefähr war?«

»Ungefähr zwischen sieben und halb acht.«

»Kannten Sie die Leute, die dort wohnten?«

»Nein, das war Teil meiner … ich schätze, Sie würden es Fantasie nennen, oder Wunschvorstellung … ich weiß nicht. Jedenfalls, diese Leute waren auserwählt.«

»Sie hatten also eine Art Wunschvorstellung während der fraglichen Zeit?«

»Jawohl, Sir.«

»Sie haben auch den Ausdruck ›Fantasie‹ benutzt. Handelt es sich dabei um etwas, das Sie zu Ihrem persönlichen Vergnügen machen?«

»Es war eine sexuelle Fantasie.«

»Ich verstehe. Sie haben sich also zu dieser Wohnung begeben. Was geschah dann?«

»Ich habe darüber nachgedacht, was ich mit Mrs. Otero oder Josephine anstelle. Dann bin ich in das Haus eingebrochen … das heißt, nicht wirklich eingebrochen, aber als sie nach draußen kamen, bin ich reingeschlüpft, und von da an nahm alles seinen Lauf. Ich wusste nicht, dass Mr. Otero sich ebenfalls im Haus aufhielt.«

»Wie sind Sie ins Haus gekommen?«

»Durch die Hintertür. Ich hatte das Telefonkabel durchgeschnitten und wartete an der Hintertür. Zuerst hatte ich Bedenken und wollte eigentlich schon wieder weg, aber kurze Zeit später öffnete sich die Tür, und ich war drin.«

»Hat das spätere Opfer Ihnen geöffnet, oder …«

»Ich glaube, es war einer der Jungen. Der kleinere von beiden, Joseph, wenn ich mich nicht täusche. Er hat aufgemacht und den Hund rausgelassen, weil der Köter zu dem Zeitpunkt im Haus gewesen war.«

»Was geschah, nachdem Sie ins Haus eingedrungen waren?«

»Na ja, ich habe die Familie bedroht … ich habe eine Pistole gezogen und damit auf Mr. Otero gezielt. Ich habe ihm gesagt, dass ich den Wagen will und hungrig bin und was zu essen brauche … Ich habe ihm befohlen, sich im Wohnzimmer auf den Boden zu legen. Dann wurde mir klar, dass das keine besonders gute Idee war. Deswegen habe ich … der Hund, der war wirklich ein Problem, wissen Sie? Jedenfalls, ich habe Mr. Otero gesagt, er solle bitte den Hund nach draußen schaffen. Er schickte einen seiner Jungen. Und dann brachte ich alle ins Schlafzimmer.«

»Wen brachten Sie ins Schlafzimmer?«

»Die ganze Familie. Alle vier. Dann habe ich sie gefesselt.«

»Während Sie sie mit der Pistole bedroht haben?«

»Ich glaub schon. Ja.«

»Was geschah dann? Nachdem Sie die Familie gefesselt hatten?«

»Sie haben sich beschwert, weil die Fesseln zu eng saßen. Da habe ich sie ein wenig gelockert und versucht, es Mr. Otero so bequem wie möglich zu machen. Er hatte wohl eine gebrochene Rippe von einem Autounfall, und ich musste ihm ein Kissen für seinen Kopf geben. Ich glaube, er lag auf einem Parka oder einem Mantel, keine Ahnung. Er redete davon, mir seinen Wagen zu überlassen. Ich schätze, die Oteros hatten nicht viel Geld im Haus. Dann wurde mir klar, dass ich keine Maske trug, wissen Sie, und dass die Oteros mich jederzeit identifizieren konnten, also traf ich die Entscheidung, sie umzulegen, egal wie. Sie zu erwürgen.«

»Und was haben Sie mit Joseph Otero gemacht?«

»Joseph Otero?«

»J. Joseph Otero senior, der Vater.«

»Ich hab ihm eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt und sie mit einer Schnur um den Hals festgebunden.«

»Das war im Schlafzimmer?«

»Ja, Sir.«

»Ist Mr. Otero daran erstickt?«

»Nicht sofort, Sir, nicht sofort.«

»Was geschah weiter?«

»Danach habe ich Mrs. Otero erledigt. Ich hatte noch nie jemanden erwürgt, deswegen wusste ich nicht, wie viel Druck nötig war oder wie lange es dauert.«

»War Mrs. Otero ebenfalls im Schlafzimmer? War sie ebenfalls gefesselt?«

»Ja. An Händen und Füßen. Sie lag auf dem Bett.«

»Wo waren die Kinder?«

»Josephine war auf dem Bett, Junior lag auf dem Fußboden.«

»Reden wir zuerst über Joseph Otero. Sie haben ihm also eine Tüte über den Kopf gezogen und zugebunden, und er starb nicht sofort. Können Sie mir sagen, was als Nächstes mit Joseph Otero geschah?«

»Er zappelte und wehrte sich. Ich glaube, er riss ein Loch in die Tüte. Ich konnte sehen, dass er Probleme hatte, aber zu diesem Zeitpunkt war die ganze Familie in Panik, darum musste ich mich beeilen.«

»Sie mussten sich beeilen. Was haben Sie gemacht?«

»Na ja, ich habe Mrs. Otero gewürgt. Sie wurde bewusstlos. Ich dachte, sie wäre tot. Dann ging ich zu Junior und stülpte ihm eine Tüte über den Kopf. Wenn ich mich richtig erinnere, kam Mrs. Otero in diesem Moment wieder zu sich … sie kam wieder zu sich und …«

»Angeklagter, wir reden immer noch von Joseph Otero senior. Er hat also ein Loch in die Tüte gerissen. Was haben Sie mit ihm gemacht?«

»Ich habe ihm eine weitere Tüte über den Kopf gestülpt. Ich erinnere mich, ich habe ihm ein T-Shirt oder ein Stück Stoff über den Kopf gestülpt und dann eine neue Tüte, die ich zugebunden habe.«

»Und ist Mr. Otero daraufhin gestorben?«

»Ja, das heißt, ich war … ich bin nicht bei ihm geblieben und habe ihm dabei zugesehen. Ich war im Zimmer unterwegs.«

»Sie haben erwähnt, dass Sie anschließend Mrs. Otero erwürgt haben. Ist das richtig?«

»Ich ging zu ihr zurück und würgte sie erneut. Diesmal, bis sie tot war.«

»Das betrifft Anklagepunkt Nummer zwo. Aber zuerst stülpten Sie Mr. Otero eine Tüte über den Kopf, und er riss ein Loch hinein, und dann gingen Sie zu Mrs. Otero. Haben Sie die Frau erstickt?«

»Zuerst habe ich ihren Mann erstickt. Ich habe ihm eine Tüte über den Kopf gestülpt. Ich dachte, er wäre erledigt, und dann ich bin zu Mrs. Otero und habe sie gewürgt, bis ich dachte, sie wäre erledigt. Als Nächstes habe ich Josephine gewürgt, bis sie sich nicht mehr rührte, und dann bin ich zu Junior gegangen und habe ihm eine Tüte über den Kopf gestülpt. Danach ist Mrs. Otero wieder zu sich gekommen. Sie war außer sich vor Wut, und ich musste sie erwürgen … diesmal, bis sie hinüber war.«

»Mit Ihren eigenen Händen?«

»Nein, mit einer Schnur. Einem Seil. Ich glaube, danach habe ich mich wieder um Mr. Otero gekümmert und ihm noch eine Tüte über den Kopf gestülpt, und danach um Junior … oh, und Mrs. Otero hatte mich vorher angefleht, sein Leben zu verschonen, also habe ich ihm die Tüte wieder runtergezogen. Ich war zu dem Zeitpunkt völlig durcheinander. Also, Mr. Otero war erledigt, und dann kümmerte ich mich um Junior. Ich stülpte ihm eine Tüte über den Kopf und brachte ihn rüber ins andere Zimmer.«

»Was haben Sie dann getan?«

»Ich habe ihm eine Tüte über den Kopf gezogen … ein T-Shirt und eine Tüte, damit er kein Loch hineinreißen konnte. Er ist dann gestorben. Ich bin wieder ins Schlafzimmer zurück und hab gesehen, dass Josephine aufgewacht war.«

»Was haben Sie dann gemacht?«

»Ich habe sie in den Keller geschleift und aufgehängt.«

»Sie haben Josephine Otero im Keller aufgehängt?«

»Ja.«

»Haben Sie sonst noch etwas mit ihr gemacht?«

»Ja. Ich hatte sexuelle Fantasien. Aber das war, nachdem ich sie erhängt hatte.«

»Was haben Sie dann gemacht?«

»Ich ging durchs Haus, um wieder Ordnung zu machen. Es nennt sich Rechte-Hand-Regel, glaube ich. Man geht von einem Zimmer ins andere, um alles aufzuräumen. Ich glaube, ich habe Mr. Oteros Uhr mitgenommen. Und ein Radio. Ich hatte das ganz vergessen, aber … ja, ich glaube, ich habe ein Radio mitgenommen.«

»Warum haben Sie diese Dinge mitgenommen?«

»Ich weiß es nicht. Keine Ahnung.«

»Was geschah dann?«

»Ich nahm die Wagenschlüssel … nein, ich hatte die Schlüssel schon, glaube ich, eine Möglichkeit, um zu verschwinden. Ich räumte ein bisschen auf, packte alles zusammen...

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