Drive Me Crazy - Für die Liebe bitte wenden

Roman
 
 
Diana Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. September 2021
  • |
  • 480 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-27728-4 (ISBN)
 
Die Playlist steht, die Snacks sind gepackt: In ihrem Mini machen sich Addie und Deb auf den Weg nach Schottland zur Hochzeit ihrer besten Freundin. Kurz nach dem Start fährt ihnen ein Auto auf. Der Fahrer ist ausgerechnet Addies Ex Dylan, den sie seit ihrer traumatischen Trennung vor zwei Jahren tunlichst gemieden hat. Dylan und sein bester Freund Marcus fahren auch zur Hochzeit. Ihr Auto ist ein Totalschaden und Addie hat keine andere Wahl als ihnen eine Mitfahrgelegenheit anzubieten. In einem bis unters Dach mit Gepäck und Geheimnissen vollgestopften Mini entpuppt sich der Roadtrip als Katastrophe: 500 Kilometer liegen vor ihnen, und Addie und Dylan können nicht mehr vor ihrer vertrackten Beziehungsgeschichte davonlaufen ... Werden die vier es rechtzeitig zur Hochzeit schaffen? Und viel wichtiger: Ist dieser Roadtrip wirklich das Ende von Addies und Dylans gemeinsamen Weg?
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Diana
  • 0,90 MB
978-3-641-27728-4 (9783641277284)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Beth O'Leary schrieb ihren ersten Roman »Love to share« auf der täglichen Zugfahrt zu ihrem Job in einem Kinderbuchverlag und landete damit einen internationalen Bestseller. »Time to Love« ist ihr zweites Buch. Heute ist Beth freie Autorin, und wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt, macht sie es sich gerade irgendwo mit einem Buch, einer Tasse Tee und mit mehreren Wollpullovern (bei jedem Wetter) gemütlich. Sie lebt mit ihrem Partner und ihrem Hund auf dem Land nicht weit von London.

Addie

Bang.

Mein Kopf wird dermaßen abrupt zurückgeschleudert, dass meine Brille über die Kopfstütze nach hinten fliegt. Jemand schreit. Au! Fuck! Ein stechender Schmerz im Nacken und ich denke nur: Gott, was habe ich gemacht? Bin ich wo dagegen gefahren?

»Verdammte Scheiße«, sagt Deb neben mir. »Alles in Ordnung mit dir?«

Ich taste nach meiner Brille. Sie ist nicht da, logisch.

»Was zum Teufel war das gerade?«, bringe ich noch heraus.

Mit zitternden Händen fasse ich erst ans Lenkrad, dann an die Handbremse, dann an den Rückspiegel. Ich will mir ein Bild machen.

Ich sehe ihn im Spiegel. Ein wenig verschwommen ohne Brille. Ein wenig unwirklich. Aber er ist es, keine Frage. Er ist mir derart vertraut, dass ich mich kurz so fühle, als würde ich mein eigenes Spiegelbild anblicken. Plötzlich schlägt mein Herz wie wild, als würde es sich Platz machen wollen.

Deb steigt aus. Vor uns fährt der Müllwagen weg, und durch sein Scheinwerferlicht huscht der Schwanz des Fuchses, für den er gebremst hat. Das Tier schlendert zum Bürgersteig. Ganz langsam setzen sich die einzelnen Bilder zu etwas Größerem zusammen: LKW bremst wegen Fuchs, ich bremse wegen LKW und hinter mir bremst Dylan einfach gar nicht. Dann . Bang.

Ich schaue in den Rückspiegel zu Dylan, er guckt mich immer noch an. Alles scheint langsamer, ruhiger oder blasser zu werden, als hätte jemand die Welt runtergefahren.

Ich habe Dylan schon seit zwanzig Monaten nicht mehr gesehen. Er hätte sich irgendwie verändern müssen. Alles andere hatte sich verändert. Doch selbst von hier erkenne ich den Umriss seiner langen Nase, seine gebogenen Wimpern, diese gelbgrünen Augen. Ich weiß, dass sie vor Schreck ebenso weit aufgerissen sind wie damals, als er mich verlassen hat.

»Nun«, sagt meine Schwester. »Wir können stolz auf den Mini sein.«

Der Mini. Das Auto. Alles bricht wieder über mir zusammen, und ich will mich abschnallen. Ich brauche drei Versuche. Meine Hände zittern. Als ich anschließend in den Rückspiegel blicke, sehe ich Rodney, der zusammengekauert auf unserem Rücksitz hockt, die Hände auf den Kopf und die Nase zwischen die Knie gepresst.

Mist. Ich habe Rodney völlig vergessen.

»Alles in Ordnung mit dir?«, frage ich ihn, und im selben Moment sagt Deb:

»Addie? Alles okay?« Sie streckt den Kopf wieder ins Auto und zuckt dann zusammen. »Tut dir auch der Nacken weh?«

»Yup«, antworte ich, weil ich es genau in dem Moment bemerke und es tatsächlich ganz schön schmerzt.

»Alter .«, sagt Rodney und richtet sich vorsichtig auf. »Was ist passiert?«

Rodney hat in der Facebook-Gruppe »Cherry & Krish trauen sich« gestern Abend nach einer Mitfahrgelegenheit aus Chichester zur Hochzeit gefragt. Niemand hatte geantwortet, also hatten Deb und ich uns erbarmt. Alles, was ich über Rodney weiß, ist, dass er einen Müsliriegel gefrühstückt hat, immer einen Buckel macht und auf seinem T-Shirt steht Ich drücke ständig auf Esc, aber ich bin noch hier, ich glaube dennoch, ich weiß ziemlich genau, was er für einer ist.

»Irgendein Arsch in einem Mercedes ist uns hinten draufgefahren«, erklärt Deb ihm und richtet sich auf, um sich den Wagen hinter uns noch einmal anzuschauen.

»Deb .«, sage ich.

»Ja?«

»Ich glaube, das ist Dylan. In diesem Auto.«

Sie kräuselt die Nase und beugt sich wieder hinunter, um mich anzuschauen. »Dylan Abbott

Ich schlucke. »Genau der.«

Ich wage einen Blick über die Schulter. Mein Nacken ist dagegen. Dann bemerke ich den Mann, der auf der Beifahrerseite des Mercedes aussteigt. Er ist schlank, seine Locken werden von den Schaufenstern hinter ihm beleuchtet. Da meldet sich mein Herz wieder und schlägt viel zu schnell.

»Er ist mit Marcus unterwegs«, sage ich.

»Marcus?«, fragt Deb und reißt die Augen auf.

»Ja. Oh Gott.« Das ist schrecklich. Wie soll man sich in so einer Situation verhalten? Irgendwas mit der Versicherung regeln? »Ist mit dem Auto alles in Ordnung?«, frage ich.

Ich klettere raus, als Dylan gerade aus dem Mercedes steigt. Er trägt ein weißes Shirt, Chino-Shorts und ramponierte Bootsschuhe. In seine Gürtelschlaufe ist ein Karabiner gehakt, der in seiner Tasche verschwindet. Das war meine Idee, damit er nicht immer seinen Schlüssel verliert.

Er macht einen Schritt in das Scheinwerferlicht des Mercedes'. Er sieht so gut aus, dass ich einen stechenden Schmerz in der Brust verspüre. Ihn zu sehen ist noch schlimmer, als ich erwartet habe. Ich möchte alles gleichzeitig machen: zu ihm rennen, wegrennen, mich zusammenkauern, weinen. Und zusätzlich habe ich das völlig lächerliche Gefühl, dass irgendjemand etwas verbockt hat; als wäre etwas nicht richtig abgelegt worden, dort oben im Universum, weil ich Dylan doch dieses Wochenende sehen sollte, zum ersten Mal seit fast zwei Jahren, aber das hätte erst bei der Hochzeit passieren sollen.

»Addie?«, sagt er.

»Dylan«, bringe ich heraus.

»Hat da etwa ein Mini den Mercedes meines Vaters in einen Totalschaden verwandelt?«, fragt Marcus.

Ich fasse mir verlegen an den Pony. Kein Make-up, eine schmuddelige Latzhose, kein Schaumfestiger im Haar. Ich habe Monate damit verbracht, das Outfit zusammenzustellen, das ich beim ersten Wiedersehen mit Dylan tragen wollte - und das hätte anders ausgesehen. Doch er mustert mich gar nicht von oben bis unten; bemerkt nicht einmal meine neue Haarfarbe - er erwidert meinen Blick und schaut nicht weg. Ich fühle mich so, als wäre die ganze Welt aus den Fugen geraten und müsste nun Atem holen.

»Verdammt«, sagt Marcus. »Ein Mini! Wie peinlich ist das bitte?«

»Bist du eigentlich völlig bescheuert?«, fragt Deb. »Hast du gepennt? Du bist uns einfach hinten reingefahren!«

Dylan blickt sich verwundert um. Ich reiße mich zusammen.

»Ist jemand verletzt?«, frage ich und reibe mir den schmerzenden Nacken. »Rodney?«

»Wer?«, fragt Marcus.

»Mir geht's gut!«, ruft Rodney, der immer noch auf der Rückbank des Autos kauert.

Deb hilft ihm heraus. Ich hätte das tun sollen. Mein Gehirn fühlt sich irgendwie matschig an.

»Mist«, sagt Dylan, der endlich die eingedellte Stoßstange des Mercedes' erblickt. »Tut mir leid, Marcus.«

»Ach, mach dir deswegen keine Sorgen«, entgegnet Marcus. »Weißt du, wie oft ich schon einen Wagen meines Dads zu Schrott gefahren habe? Er wird das gar nicht bemerken.«

Ich mache einen Schritt nach vorne und nehme das Hinterteil von Debs ramponiertem Mini in Augenschein. Es sieht tatsächlich nicht so schlimm aus - der Knall war so laut, dass ich vermutete, irgendetwas Wichtiges wäre abgefallen. Ein Rad, zum Beispiel.

Ehe ich es bemerke, sitzt Deb auf dem Fahrersitz und startet den Motor wieder.

»Alles okay mit ihm, er springt an!«, sagt sie. »Was für ein Auto. Ich habe mein Geld noch nie besser angelegt.« Sie fährt ein wenig vor, bis zur Bordsteinkante, und macht den Warnblinker an.

Dylan sitzt wieder im Mercedes und kramt im Handschuhfach. Er und Marcus sprechen über Pannenhilfe, Marcus leitet ihm eine E-Mail von seinem Handy weiter und mir fällt endlich auf, was anders ist: Dylan trägt die Haare kürzer. Das hat sich geändert. Ich weiß, dass ich an den Unfall denken sollte, aber ich spiele hier bloß »Finde die Fehler«, während ich Dylan betrachte und mich frage: Was fehlt? Was ist neu?

Er schaut mir wieder in die Augen. Mir wird heiß. Dylans Augen haben etwas Besonderes an sich - man verheddert sich in seinem Blick wie in Spinnweben. Ich zwinge mich dazu wegzuschauen.

»Ihr seid also gerade auf dem Weg zu Cherrys Hochzeit, nehme ich an«, sage ich zu Marcus. Meine Stimme zittert. Ich kann ihn nicht anschauen. Plötzlich bin ich dankbar, dass ich die eingedellte Stoßstange des Minis inspizieren kann.

»Waaaren wir zumindest«, sagt Marcus affektiert und betrachtet den Mercedes. Vielleicht schafft er es ebenfalls nicht, mich anzusehen. »Aber wir können dieses Baby auf gar keinen Fall noch vierhundert Meilen weit fahren. Der Wagen muss in eine Werkstatt. Eurer übrigens auch.«

Deb brummt ablehnend, sie ist schon wieder aus dem Auto gestiegen und reibt mit dem abgewetzten Ärmel ihres Hoodies über einen Kratzer. »Ach, alles in Ordnung«, sagt sie und öffnet und schließt den Kofferraum prüfend. »Nur verbeult, sonst nichts.«

»Marcus, das Auto dreht durch!«, ruft Dylan.

Ich kann selbst von hier aus die aufblitzenden Kontrollleuchten innen im Mercedes sehen. Aber die Warnblinker leuchten zu hell. Ich drehe den Kopf weg. Ist es nicht wieder typisch, dass Dylan sich kümmert, wenn Marcus' Auto kaputt ist?

»Der Abschleppwagen, der das Auto in die Werkstatt bringt, ist in dreißig...

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