Spielwiese des Lebens

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. November 2021
  • |
  • 264 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7557-1754-6 (ISBN)
 
Die Spielwiese des Lebens ist ein Spiegel der Farben unseres Herzens. Auf der Spielwiese des Lebens begegnen uns allerlei Menschen und Ereignisse, die uns fröhlich sein lassen, lachen, tanzen und entzückt von der unendlichen Vielfalt des Daseins. Hier begegnen uns auch Schicksale und Niederschläge, die uns traurig stimmen, nachdenklich und in uns kehren lassen ob der Schwere unserer Existenz. Wenn der Wind sanft über die Wiese weht, tanzen die Farben auf und ab, hin und her - ihr Tanz zeigt uns, wie bewegt unser Leben im Sturm des Seins sein kann. Die Spielwiese des Lebens ist ein Tummelplatz allerlei Gedanken und ist gespickt mit vielerlei Gefühlen - ein Kleinod zum Nachdenken und zum Träumen. Denn eines ist sicher: Wer nicht denkt, hat's Leben verpennt und wer nicht träumt, hat's Leben versäumt.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 3,26 MB
978-3-7557-1754-6 (9783755717546)
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Ralf-Peter Nungäßer wurde 1964 als einziger Sohn der kaufmännischen Angestellten Annerose Nungäßer, geborene Döllefeld, und des Aufzugmonteurs Hans-Peter Nungäßer in Frankfurt am Main geboren. Nach der Lehre, Zivildienst, Abitur und den Studien der Mathematik, Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaften und Philosophie begab er sich in die beruflichen Gesellenjahre als Pädagoge. Er ist leidenschaftlicher Familienmanager, Pädagoge und Autor von Fachbüchern, Fernlehrgangscurricula, Belletristik und Blog-Autor alias Dichterling. Er lebt mit zwei seiner fünf Kinder in Portugal und sucht nach der absoluten Freiheit.

Szene im Park


Der Juli zeigte sich an diesem aufsteigenden Tag von seiner zeitlosen Sonnenseite und das wärmende Lichtspiel umarmte die frühe Morgenmilde mit ihrem flirrenden Duft frisch gemähten Rasens in einer lieblichen Komposition unzähliger ineinander verschlungener Vogelchoräle. Der Stadtpark mit seinen von mächtigen Buchen umrankten ausgedehnten Wiesen und ihren darauf spielend zwischen den Bäumen herumeilenden Eichhörnchen begann im Morgenlächeln allmählich aus seinem verträumten Schlaf zu erwachen; hier und da liefen vereinzelnd verstreut gedankenversunken Menschen auf den verzweigten Parkwegen in alle Himmelsrichtungen. Zeitgleich beugte sich eine ältere Dame zu ihrem kleinen Hündchen herab, um ihm kurz über sein Fell zu streicheln, den Zeigefinger der einen Hand zur Mahnung erhoben, während sie mit der anderen Hand dem ohrengespitzt, brav Sitz machenden Hund ein Leckerli feilbot. Nebenan saß eine Pfeife rauchender Mann mit Hut auf einer Parkbank und las die Tageszeitung, welche er ob der Szenerie mit der Frau und ihrem Hund andächtig auf seine Beine herabsenkte und dem Treiben lächelnd, ja fast schon liebevoll, beiwohnte. An ihnen huschte ein junges Joggerpärchen vorbei und der Hund kläffte den Eilenden nervös hinterher. Zwischen drei wie zu einer Unterhaltung zugeneigt beieinanderstehenden Bäumen tanzte in deren Schattenspiel eine mit zu einem Pferdeschwanz gebundenen Haaren der Welt entrückte Frau in anmutigen und bedächtigen Tai-Chi-Bewegungen der Zeit davon und verband sich mit der Energie des immerwährenden Moments, der sie mit einer himmlischen Leichtigkeit über allem irdischen Treiben schweben ließ. Etwas weiter weg vom erwachenden Parkgetriebe, am letzten Baum im hintersten Eck des letzten Naturodes der Stadt, saß eine in ihre Gedanken versunken junge Frau an einer vom leichten Wind berauschte Buche leger gelehnt und schien verträumt der Blättermelodie zu lauschen. Um ihr leichtes in bunten Rosenduft getauchtes Sommerkleid schwirrten dem Takt des Windes folgend hin und wieder wie von frecher Hand geführt ein paar Vögelchen umher, gerade so als wollten sie sich in des Kleides Blumenbeet für ihren Liebesgesang einnisten. Unter ihrer roten Künstlerinnenmütze vergrub sie ihr langes dünnes Haar, aus welcher so manche braune Strähne wagemutig heraushängend im seichten Lüftchen hin und her wehend über ihr liebliches und fein besaitetes Gesicht strich und sich von einer sanft hinwegstreichenden Hand nicht im Geringsten beeindrucken ließ; auf ihren Beinen weilte ein geöffneter Zeichenblock, dessen reinweiße Seite sehend darauf wartet von zarter Hand mit Stift und Farbe ins Leben erweckt zu werden. Doch die junge Frau ruhte entspannt in sich selbst, eingetaucht in eine wie gemalt antike Stille eines jahrhundertealten Parks - in der Ferne ertönen unterschwellig hörbar spielende Kinder, die lachend und fröhlich ihrer unbeschwerten Freude Ausdruck verleihen - es schien, als warte sie auf einen ganz bestimmten Moment, dessen einzigartige Magie zur Entfaltung gelangt, in dem er sich mit ihrer atemberaubenden Schönheit in ein Kunstwerk unvergessener Erinnerungen ergießt. Aus dem Schatten einer Baumreihe trat von Weitem die Silhouette eines jungen Mannes ans Licht des Weges; konturenhaft bildet seine charismatische Aura eine Strahlkraft lebendigen Seins ab, die jede von ihr berührte Umgebung in dessen Bann zieht und charmant verpackte Begehrlichkeiten entfacht. Langsam, wie in einem Spiegelschein gespiegelt eingerahmten Zeitgeschehen, näherte sich der mit einer grauen Baskenmütze und einem locker elegant sitzenden, leicht abgetragenen braunen Anzug bekleidete Jüngling mit seiner um die Schulter umhängenden Studientasche dem herbeigesehnten Moment der noch immer an den Baum gelehnten jungen Frau im blumenbunten Sommerkleid. Einem verborgen verkleideten Anschein nach eines die Umgebung nicht beachtenden Blickes verlässt der junge Mann den befestigten Weg und schwenkt bedachten Schrittes auf die frisch gemähte Rasenfläche ein, achtsam suchend nach einem geeigneten Platz, auf dem er sich niederlassen kann, um seinem speziellen Ansinnen nachkommen zu können, aus dessen Grund er sich zu früher Morgenstunde in den Park begeben hatte. Nach einem kurzen Moment einer in Augenschein genommenen Fläche lässt er sich auf seinem gewählten Platz in der Nähe - und dennoch gebührenden Abstandes - der in diesem Moment flüchtig zu ihm herüberschauenden Frau am Baum nieder und beginnt in seiner Tasche etwas unbeholfen nach seinen Utensilien zu suchen, die er für sein Vorhaben an diesem Vormittag eigens eingepackt und mitgenommen hatte - derweil die junge Frau sichtlich bewegt und leicht angespannt die Strähnen aus ihrem Gesicht umständlich wischend im Begriff sie unter ihre Mütze zu stecken, beginnt ihre Aufmerksamkeit ihren Stiften zu widmen und fährt leichthändig mit einem Bleistift über das erleichternd seufzende leere Blatt. Der junge Mann indes - im Schneidersitz seine Beine umeinandergeschlungen sitzend - hat seinen Studienblock gefunden, dort das erste beschriebene Blatt nach hinten geblättert, so dass ein liniertes leeres Blatt auf dessen Beschriftung wartet; er dreht sorgsam von seinem Füllfederhalter die Schutzkappe ab, stützt sein Kinn in seine Faust, kehrt in sich und beginnt nach einer Weile seine Gedanken auf dem Papier zu verewigen. Vertieft in ihre Handlungen treffen während eines gedankensortierenden Aufschauens immer wieder einmal die Blicke der Frau und die des Mannes verstohlen aufeinander und kreuzen ihren Lichtweg - beide junge Herzen, zwar schamerfüllt und doch sichtlich berührt ob dieser morgendlich malerischen Szenerie, tasten ungeachtet der in ihre Tätigkeiten vertieften Wesen im Reich kaum wahrnehmbarer Sphären heimlich die Sehnsüchte ihrer in wundersames Treiben versunkenen Träger ab. Im Flirren des in den Baumkronen mit dem Schatten spielenden Lichtes der Sonne vereinen sich die zeichnenden und schreibenden Bewegungen der beiden Kunsttreibenden immer mehr in einen gemeinsamen Rhythmus eines umeinander tanzenden Buntstiftes mit dem Füllfederhalter. Im Zuge einander im Schwank annähernder Spannungen beginnt der Park sich im Sog eines ineinander windenden Geflechts verstrickter Gefühlswelten zu drehen und lässt beide Turteltauben Hand in Hand schwebend umeinanderkreisen. Frei fallend im festen Griff des Sturmes Strudel rasender Gedankenströme aufkeimenden Zueinander-Hingezogen-Seins geraten Texturen und Skizzen in nicht enden wollende Wallung komponierter Weisen aus verwegenen Träumen und ersehnten Wirklichkeiten geformt zu einem neuen, bis dahin noch unbeschriebenen Bildes einer soeben blütenrein geborenen Liebe. Geführt durch die erwachte Aufwühlung eines bislang innerlich unberührten Lebens entwerfen zitternde Hände im Zentrum des Hurrikans eine tiefe Einsicht in den herzverbindenden Augenblick zweier liebessuchender Seelen in deren beiderseitigen Erkennens sich das Band des Glückes zart um die Herzen zu flechten beginnt. Aufgeschreckt durch die langsam endende Rotation des Parks, die das gleißende Sonnenlicht des Julis die Augen des jungen Studioso blendet, blickt er mit vorgehaltener Hand zu der jungen Frau hinüber, deren Blick den seinen trifft und ihn mit einem sanften Lächeln begegnet. Im Park derweil herrscht reges Treiben, Menschen kommen und gehen, manche lassen sich nieder, hier und da fliegen Wortfragmente aus Unterhaltungen durch die Lüfte; Aufbruchsstimmung macht sich im Dichter bereit, und auch die junge Malerin ist fast soweit. Noch im Zusammenpacken seiner Sachen würdigt er ihr eines scheuen Blickes; er reißt die beschriebenen Seiten aus seinem Block etwas umständlich heraus, steht auf, die Tasche um die Schulter geworfen geht er auf die Blumenfrau zu und überreicht ihr sein Werk mit den unbeholfenen Worten: "für dich!", flüchtig - und doch wie elektrisiert - berühren sich ihre Hände. Dankend, fasst ein wenig beschämt, nimmt sie sein Geschenk mit großen Augen an, in deren Strahlen im Jüngling das Herz aufgeht und ihm warm bis zum Halse schlägt. Mit einem "tschüss, bis.", wollte er sich soeben von ihr verabschieden, als sie noch im Sitzen rasch - wie von Geisterhand geführt - seinen Arm zu greifen bekommt, ihn unterbricht und "warte!" ruft. Vorsichtig trennt sie das bemalte Blatt vom oberen Rand des Blockes ab und reicht ihm ihr Bild in seine Hände. Gebannt schaute er auf die Zeichnung welche den Namen "Ein Gedicht" trug, denn in der Tat, ihr Bild war ein Gedicht aller Farben der Wirklichkeit, wie sie ihn in feinsten Strichen schreibend auf dem Rasen sitzend nachzeichnete. Ehrfürchtig hielt er das Bild in der Hand, klemmte es behutsam unter seinen Arm, während er sich zu ihr hinunter in die Hocke begab, um mit seinen beiden Händen ihre zu ergreifen; mit einem "Hab' Dank, du Sommerlicht" im Abschiedsgruß und einem sehnend-tiefen Augen-Blick ließ er ihre Hände im Erheben los und machte sich auf den Weg zurück, von dem er kam. Sie sah ihm noch eine Weile hinterher, bis seine Konturen in der Weite des Parks im Rauschen des Buchenmeeres eintauchten und er unsichtbar im...

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