Moronthor und der Panthermann: Moronthor 27

 
 
Moronthor Urban Fantasy Serie (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2020
  • |
  • 140 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4056-5 (ISBN)
 
Moronthor lebt auf Schloss Aranaque. Er hat sich dem Kampf gegen die Mächte der Finsternis verschrieben - und die wichtigste Waffe gegen die dunkle Magie ist das Wissen. Moronthor ist ein Gelehrter, aber um die Finsternis zu bekämpfen, muss er magische Waffen einsetzen und seinen Kampf sowohl in dieser als auch in anderen Welten führen. Ihm zur Seite steht seine Gefährtin Nicandra. Erfahre mehr!
  • Deutsch
Uksak E-Books
  • 0,80 MB
978-3-7389-4056-5 (9783738940565)

Moronthor und der Panthermann: Moronthor 27


Art Norman




Marion Broher erschauerte, als der unheimliche Laut erklang. Sie entsann sich, etwas Ähnliches einmal im Tierpark Hagenbeck gehört zu haben.

Aber hier.

Von einem Augenblick zum anderen verlor die nächtliche Heidelandschaft ihren Reiz. Marions Hände zitterten. Ihre braunen Augen wurden schmal, die Lider flatterten.

»Wilfried.?«

Ein Windstoß strich über die Ebene und ließ sie frösteln. Wilfried antwortete nicht. Dabei hatte er sich lediglich ein paar Meter entfernt, um einem menschlichen Bedürfnis nachzugehen.

»Wilfried !«

Ich werde hysterisch, dachte sie erschrocken. Abermals ertönte das seltsame Geräusch.

Das Fauchen eines Raubtiers!

Sie wirbelte herum. Da wuchs der Schatten vor ihr auf, im Mondlicht gespenstisch erleuchtet. Rotglühende Augen starrten sie an.

Auf den ersten Blick sah er aus wie ein Mensch, aber.

Marion Broher schrie!

Greller wurde das Rotlicht des Augenpaars, und der Fremde stieß abermals das wilde Fauchen aus. Seine Pranken schossen vor.

Der Pantherrachen schnappte zu!

***

Wilfried Petersen stöhnte verzweifelt auf. Blut rann über seine Stirn. Die Klaue des Unheimlichen hatte ihn gestreift, zu Boden geschmettert wie einen kleinen Jungen. Dabei hatte Wilfried sich bislang eine Menge auf seine Körperkräfte und seine Widerstandsfähigkeit eingebildet.

Schleier zogen sich vor seine Augen. Er sah alles wie durch einen dichten Nebel, und hinter seiner Stirn hämmerte ein Preßlufthammer. Das Aussehen des Unheimlichen verdrängte er. Er durfte nicht daran denken, wenn er nicht wahnsinnig werden wollte.

»Wilfried.«, hörte er Marion rufen.

Eiskalt strich der Wind über ihn hinweg, und Wilfried Petersen wußte, daß der Tod ihm im Nacken kauerte. Aber da war Marion.

Sie rief nach ihm, noch einmal. Und irgendwo zwischen ihnen, vielleicht zwischen den Sträuchern verborgen, war die Bestie, dieses Zwischending aus Tier und Mensch, das ihn niedergeschlagen und für tot liegengelassen hatte. Doch seine Bewußtlosigkeit hatte nur Sekunden gedauert.

Seine Lippen formten Marions Namen, aber kein Ton kam aus ihm heraus. Er schaffte es nicht mehr.

Aber er schaffte es, sich aufzurichten.

Er schaffte es, in die Jacken-Innentasche zu greifen und die Pistole herauszuholen. Er schaffte es, den Sicherungshebel herumzuwerfen. Er schaffte es, ein paar Schritte vorwärts zu taumeln, um das Gebüsch herum.

Da schrie Marion!

Etwas in Wilfried Petersen zerriß. Marion war in höchster Gefahr! Der Furchtbare, diese Bestie, griff sie an!

Etwas Schwarzes entstand vor seinen Augen.

»Nein«, keuchte er. »Ich darf noch nicht sterben. noch nicht. erst, wenn Marion.«

Der Tod streckte seine furchtbaren Klauen nach ihm aus. Er fror entsetzlich. Unaufhaltsam rann das Leben rot und heiß aus seiner Schlagader, die die Bestie mit einem zweiten Hieb aufgerissen hatte. Wilfried knickte ein. Er sah den Schatten der Bestie vor sich, sah, wie der Unheimliche sich auf Marion stürzte, die keine Möglichkeit zum Entkommen fand.

Mit äußerster Kraftanstrengung betätigte er den Abzug der Waffe, während er kaum noch sah. »Marion.« keuchte er verzweifelt.

Das Krachen der Detonation hörte er kaum. Ein zweites Mal drückte er ab, dreimal, viermal. Sah, wie die Projektile den Körper des Unheimlichen trafen, sah, wie jener unter den Einschlägen zusammenzuckte - und wie sich die Wunden sofort wieder schlossen!

Marions Schrei brach ab.

Die Bestie fuhr herum.

Wilfrieds Hand sank herab. Er konnte das Gewicht der Waffe nicht mehr tragen.

Marion. sie ist tot! dachte er verzweifelt. Fauchend kam die Bestie auf ihn zu.

Wilfried sah noch den geöffneten, stinkenden Pantherrachen, dann war es aus. Die Schwärze nahm ihn endgültig auf. Alles war so einfach, so leicht, so schön.

***

Die furchtbare Gestalt, die es eigentlich gar nicht geben durfte, reckte sich, streckte die Arme gen Himmel, die in Raubtierpranken endeten. Weiße Krallen funkelten im Mondlicht, rote Augen glühten grell. Dann nahm der Unheimliche seine ursprüngliche, normale Stellung wieder ein.

Er öffnete den Rachen. Eine dunkelrote Zunge kam hervor, bewegte sich hin und hei.

Etwas Seltsames geschah.

Das Blut, das über die Stirn Wilfried Petersens rann, verschwand plötzlich, nach und nach nahm die noch frische Hautfarbe des jungen Mannes eine fahle Blässe an.

Dann wandte sich der Unheimliche dem Mädchen zu. Abermals züngelte er, und wieder verschwand das aus der Wunde rinnende Blut der Toten. Die Körper ließ er unversehrt. Er benötigte sie nicht. Ihm reichte das Blut vollkommen aus.

Die glitzernden Sterne verbargen sich hinter jagenden Wolkenschleiern. Der Unheimliche, der eine gewisse Menschenähnlichkeit im Körperbau besaß, ließ sich auf alle viere nieder und hetzte in weiten Sprüngen davon. Der Pantherrachen war noch leicht geöffnet, an den Lefzen hingen winzige Blutströpfchen.

In dieser Nacht würde niemand mehr sterben.

Der Chworch hatte seine Opfer geholt.

***

Alfred von Truygen gähnte langatmig, reckte sich und kroch aus seinem Schlafsack hervor. Es half nichts; er mußte hoch. Rex' feuchte Schnauze stupste ihn wieder und wieder an; der Schäferhund schniefte gemütlich. »He, alter Junge, langsam«, murmelte Alfred, als der Hund begann, ihn abzuschlecken. »Nicht im Gesicht, Rex, wie oft soll ich es dir noch. ups!« Er richtete sich halb auf, legte einen Arm um die Schulterpartie des großen Hundes und warf ihn um. Spielerisch schnappte Rex nach seinen Händen. Alfred von Truygen lachte.

»Immer mit der Ruhe, mein Alter«, murmelte er und richtete sich auf. Die Sonne kroch bereits über den niedrigen Horizont. Er hätte normalerweise noch ein paar Stunden geschlafen, bis in den frühen Vormittag hinein, aber Rex hinderte ihn nachhaltig daran. Das Felltier, Fabrikat Deutscher Schäferhund, hockte jetzt vor ihm, die lange Zunge herabhängend, und sah ihn listig an, als wolle er sagen: Morgenstund hat Gold im Mund!

»Bloß sieht Gold im Mund aus wie Zahnersatz«, murmelte Alfred in einem Anflug von Verdrossenheit und taumelte verschlafen die paar Schritte zum Bach, um sich hineinzustürzen und zu erfrischen. Er hatte Semesterferien und machte Urlaub à la Wanderbursche mit Übernachtungen im Freien, weil das am preisgünstigsten war. Von Jugendherbergen hielt der Student nicht allzuviel. Er war der typische Einzelgänger, sein einziger und daher bester Freund war der Hund.

Rex gesellte sich zu ihm in den Bach. Gemeinsam veranstalteten sie eine gewaltige Balgerei. Endlich schaffte Alfred es, das Wasser wieder zu verlassen, sich abzutrocknen und anzukleiden. Aufmerksam sah Rex ihm bei der Prozedur zu.

»Kommen wir zum Frühstück«, murmelte Alfred. Er warf dem Schäferhund einen vorwurfsvollen Blick zu. »Wenn du es endlich einmal übers Herz bringen würdest, einen Hasen zu fangen, könnten wir eine Menge Geld sparen!«

Rex klappte ein Ohr herunter und schniefte bedauernd.

»Ist ja schon gut, Bursche«, grunzte Alfred und packte seine Siebensachen zusammen. Schwungvoll warf er sie nebst Schlafsack in den gigantischen Kofferraum des fahrbaren Rostbombers, den er mitten in die Heide kutschiert hatte. Ein Schlachtschiff; ein Cadillac aus den fünfziger Jahren, der schon so manchen Sturm erlebt und mittlerweile Rost angesetzt hatte. Vielleicht war er deshalb so billig gewesen. Der Wagen war neben Rex Alfreds Stolz. Er bot wahnsinnig viel Platz, schluckte wahnsinnig viel Sprit und erregte überall wahnsinnig viel Aufsehen. Autos dieser Art gab es in Old Germany nur äußerst wenige. Für den Staat, den der Caddy machte, zahlte Alfred gern die wahnsinnig hohe Hubraumsteuer für den Sechs-Liter-Motor und die wahnsinnig vielen PS. Daß die rollende Rostlaube dank eines durchlöcherten Auspuffs wahnsinnig laut röhrte, machte ihm wenig aus. »Fährt wie ein Panzer, macht Krach wie ein Panzer, muß also ein Panzer sein«, sagte er sich, obwohl er als Pazifist eigentlich mit echten Panzern wenig im Sinn hatte.

»Rein mit dir«, rief er dem Schäferhund zu. »Wir fahren frühstücken!«

Rex legte kurz die Ohren an, sprang dann durch die geöffnete Tür und ließ sich wie ein braves Hündchen auf dem Beifahrersitz nieder. Alfred von Truygen klemmte sich hinter das Lenkrad, startete und fuhr los. Sein Ziel war das nächstliegende Dorf; irgendein Gasthof oder eine Pommes-frites-Bude würde geöffnet haben und ihm ein Frühstück und Rex eine leckere Wurst oder etwas Ähnliches bieten können. Auch um diese frühe Morgenstunde. Um die Verpflegung hatte Alfred sich nie Sorgen machen müssen. Hin und wieder hatte er schon in Kur-Pensionen vorgesprochen und einen netten Eindruck hervorgerufen, der ihm ein reichhaltiges Frühstück bescherte.

Der Motor, normalerweise geräuschlos flüsternd, donnerte wie ein Diesel-Traktor zwei Sekunden nach dem Start. Der riesige Wagen, der in Großstädten stets zwei der neuerdings nur noch für Mikro-Autos genormten Parkplätze benötigte, hoppelte bedächtig durch die Heidelandschaft,...

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