Wege des Schicksals

Die Wege des Schicksals sind oftmals unergründlich. Nur derjenige der bereit ist alles zu geben wird am Ende wahre Größe erlangen.
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. Dezember 2019
  • |
  • 340 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-7246-4 (ISBN)
 
Die Wege des Schicksals sind oftmals unergründlich. Nur derjenige der bereit ist, Alles zu geben, wird am Ende wahre Größe erlangen.
Nur derjenige der bereit
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,56 MB
978-3-7504-7246-4 (9783750472464)
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Irland, nahe Killkenny


Oft wurde mir gesagt, das Leben sei ein Spiel, in dem man die Folgen eines Regelverstoßes nur schwer einschätzen kann. Einerseits geht es um Fixpunkte, die man unabhängig von dem Weg, den man wählt, erreichen muss. Auf der Seite geht es um Entfaltung, freien Willen und purer Leidenschaft. All das gehört zum Spiel und Alles muss auf seine einzigartige Weise Ausdruck in unserer Persönlichkeit finden. Schicksal darf niemals in seinem geheimnisvollen Sinn angezweifelt werden und Hingabe muss von Herzen kommen. Lange Zeit fragte ich mich welche Werte mein Dasein verlieren würde, wenn ich gegen die Regeln verstoße, doch mein Ego hielt mich davon ab es in die Tat umzusetzen. Es gibt viele Arten dem Schicksal seine Geheimnisse zu entlocken, eine davon, so dachte ich zumindest, ist unser Sternzeichen. Ein geheimnisvolles Symbol der Götter oder der Menschen aus der Urzeit? Glaube ich zwar nicht, doch die Bedeutung dieses Zeichens ist tief in unserer Psyche verankert und begleitet uns in jedem Augenblick, wie ich vor langer Zeit auf schmerzliche und zugleich durchaus faszinierende Art und Weise festgestellt habe.

Mein Sternzeichen ist der Skorpion, Leidenschaft und Mut in seiner tiefsten Form seien meine Prinzipien. Viele Jahre machte ich mir Gedanken über die geheimen Kräfte, die zwischen Himmel und Erde in jeder Sekunde wirken, sowie der Bedeutung von Namen, Symbolen und Naturgesetzen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass alles das existiert, unabhängig von der momentanen Gestalt, einen Sinn hat und diesen sollte man mit Respekt und Würde betrachten, selbst wenn man ihn niemals ganz verstehen wird. Auch die Abfolge und tiefere Bedeutung von Buchstaben und Zahlen hatte mein Interesse geweckt, so zum Beispiel an erster Stelle natürlich, die Bedeutung meines Namens, Mikael Oshford. Wörtlich übersetzt bedeutet Mikael eine Frage, nämlich "wer ist wie Gott?" Ich trage also eine Frage in mir und diese Frage sollte mich noch mehr beschäftigten als ich jemals geahnt hätte. Meine Haarfarbe ist schwarz, dunkel wie der Rabe und für meine irische Heimat untypisch. Die Farbe meiner Augen ist dunkelblau wie das Meer, ausdrucksvoll und schwer einzuschätzen. Mein Körper und mein Auftreten liegen mir sehr am Herzen, ich achte darauf was andere Menschen von mir denken, doch meine Gefühle schlummern tief in den unendlichen Weiten des Atlantiks. Ich gebe mir große Mühe die Erwartungen meiner Mitmenschen zu erfüllen, seien sie noch so groß und unerfüllbar. Man könnte mich entsprechend dieser Grundhaltung als Feigling bezeichnen, jemand der nie sein eigenes Ding durchzieht oder mal ordentlich auf den Tisch haut. Eines Tages habe ich genau dies getan und ich werde es für den Rest meines Lebens bereuen. Was ist schon Schicksal, wenn nicht die genaue Abfolge von Gedanken, die zu Worten werden und Worten, die zu Taten werden und folglich zu einer Entscheidung werden, eine Entscheidung, die wir uns besser jahrelang überlegen hätten sollen, anstatt sie unbewusst zu treffen. Doch genau dies ist Schicksal, diese unbewussten Entscheidungen, die zu Dingen außerhalb unserer Vorstellungskraft führen können. Die große Frage dabei ist, wie gehen wir damit um wenn wir diese Entscheidung nicht mehr rückgängig machen können? Ich bereue zutiefst was ich getan habe und doch ist es Teil meiner Identität, es war so vorherbestimmt und selbst wenn ich vor dieser Entscheidung davongelaufen wäre, hätte sie mich eines Tages trotzdem eingeholt. Ich sitze hier vertieft in meine Gedanken, auf einem Hügel nahe Killkenny und beobachte den Sonnenaufgang. Spaziergänge in den frühen Morgenstunden waren für mich bereits als Kind etwas Besonderes, man hat beinahe das Gefühl die Natur in einem Zustand zu erleben, der anderen Menschen, die erst mit den ersten Sonnenstrahlen über ihrem Bett aufwachen, verborgen bleibt. Die Strömung des River Nore ist von hier aus gut zu erkennen, der Blick über die zarte Landschaft unter den ersten Sonnenstrahlen ist überwältigend. Meine Gedanken gleiten von einem Thema zum Nächsten, kaum unter Kontrolle zu bringen. Was ist der Sinn des Lebens? Warum passierte ausgerechnet mir dieser Schicksalsschlag oder sollte ich es Abenteuer nennen? Warum wirken geheimnisvolle Kräfte oft Jahrzehnte lang kaum und plötzlich überwältigen sie dich und reißen dich zu Boden? Es gibt so unendlich viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die ich nicht verstehe. Früher noch, da war alles so einfach.

Heute verbringe ich mein Leben mit Nachdenken und Grübeln, kaum in der Lage meinen Durst nach Wissen und Erkenntnis zu stillen. Tag für Tag um die gleiche Zeit kehre ich zu meinem Lieblingsplatz auf diesem kleinen Hügel zurück, sitze da und lass meine Gedanken schweifen.

Ob das noch leben ist? Nein, doch meine momentane Situation lässt keine anderen, sinnvolleren Handlungen mehr zu. Ich mache mich selber fertig und das Schlimme daran ist, dass es das Einzige ist, das ich noch tun kann um am Leben zu bleiben. Dieser Schmerz fühlt sich so real an, dass er mir die Sicherheit gibt, dass ich wirklich noch lebe und keine körperlose Seele bin, die verzweifelt jeden Morgen auf einem Hügel sitzt. Sätze wie "gib deinem Leben wieder einen Sinn" gehen mir doch den Kopf, doch der Versuch dies umzusetzen ist schwerer als der Aufstieg des Mount Everest. Das klingt verrückt? Ja, womöglich bin ich mittlerweile verrückt. Zu verrückt um noch zu leben, aber noch nicht verrückt genug um zu sterben. Das Feuer der Leidenschaft das tief in mir einmal große Flammen hervorbrachte, hat sich in Luft aufgelöst. Meine scheinbar so gutmütige, rücksichtsvolle Art wurde zu Staub und mein Gedächtnis würde ich, wenn ich nur könnte, zu Asche verwandeln. Es gab eine Person in meinem Leben, die ich so sehr liebte und vergötterte das es keinen Ausdruck gibt, der meine Gefühle in all ihrer Kraft und Lebendigkeit, beschreiben könnte. Diese Person war mein Ein und Alles, niemals hätte ich es gewagt diese Frau zu verletzen, doch der Schmerz den sie mir wenn auch auf unbewusste und ungewollte Art zugefügt hat, ist für mein Leben nicht tragbar. Als der Moment kam, wo diese Schmerzen das erste Mal auftraten, hätte ich mein Herz dieser Frau schenken sollen, dann hätte ich niemals diese Quallen ertragen müssen und sie hätte das bekommen, was schon immer ihr gehörte. Das Leben ist oft hart und ungerecht, doch so ist die Realität. Ich besitze seit diesen Quallen eine Fähigkeit, von der andere nur träumen können und doch bin ich zu schwach um sie einzusetzen.

Ich habe, seit mir vor langer Zeit diese Fähigkeit all diese Schmerzen gebracht hat, nie wieder daran gedacht, sie einzusetzen. Eines habe ich aus dieser Situation allerdings gelernt, nämlich das die Vergangenheit selten etwas Gutes an das Tageslicht bringt. Sie ist verboten und niemand sollte die Chance erhalten, Kontakt mit ihr aufzunehmen - außer mir, und ich habe mir diese Fähigkeit nicht ausgesucht. Wenn man an Schicksal glaubt, dann könnte man daraus schließen, dass ich vor sehr langer Zeit mal ein sehr schlechter Mensch war und dadurch diese Quallen verdient habe. Doch alle Taten auf Erden reichen nicht aus, um diese Quallen auszugleichen. Mein Herz ist in Stücke gerissen, meine Beachtung gegenüber der Menschheit hat sich in Missachtung verwandelt, meine Träume wurden zu Alpträumen und mein Gehirn wurde von positiv auf negativ umprogrammiert.

Mittlerweile steht die Sonne im Süden, es ist also Mittag. Sitze ich wirklich seit mehreren Stunden ohne die kleinste Bewegung auf diesem Hügel?

Die Erde unter meinem Gesicht ist nass, obwohl es seit einer Woche nicht mehr geregnet hat.

Meine Hände zittern, mein Blick ist traurig und voller Verzweiflung. Wenn ich jetzt in den Spiegel sehen würde, würde er wahrscheinlich zerbrechen. Es wäre nun an der Zeit zu gehen, aber wohin? Meine Eltern habe mir angeboten mich aufzunehmen, doch mittlerweile ertragen sie mich auch nicht mehr. Freunde habe ich keine, keiner hält es noch länger als wenige Minuten mit mir aus. Was hat die Vergangenheit bloß mit mir angerichtet. Ich habe weder Geld, noch Essensvorräte oder frische Kleidung zum Wechseln und weit und breit niemand der bereit wäre mir vorübergehend ein Dach über dem Kopf zu bieten. Ich habe wirklich keine Ahnung was ich jetzt machen soll. Ich könnte einfach hier sitzen bleiben und warten bis ich verdurste, verhungere oder erfriere, ja nachdem was zuerst eintritt. Das Wasser geht mir auf jeden Fall nicht so schnell aus, denn meine Tränen sind kaum noch zu kontrollieren. Wen könnte es noch geben der bereit wäre mir eine Unterkunft zu geben?

Ich würde dafür hart arbeiten oder was auch immer von mir verlangt wird. Ich würde alles für ein Dach über den Kopf geben. Etwas außerhalb von Waterford wohnt ein alter Schulfreund von mir, doch wir sind uns seit Jahren nicht mehr begegnet. Was ist wenn auch er mir den Laufpass gibt? Selbst wenn, es ist meine einzige Chance, ich werde es versuchen und hoffen das ich es zu Fuß soweit ohne Nahrung schaffe. Vielleicht sehe ich meinen geliebten Hügel mit dem traumhaften Ausblick...

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