Gott bewahre

Roman
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. August 2011
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05650-6 (ISBN)
 
Hochmoralisch und explizit zugleich
»Da kommt Gott - tut so, als wärt ihr beschäftigt.« Denn Gott ist stinksauer. Nachdem Er sich im Himmel eine einwöchige Auszeit für einen Angelurlaub gegönnt hat, kehrt Er nach etwa vierhundertfünfzig Jahren (ein Tag im Himmel entspricht siebenundfünfzig Erdenjahren) wieder zurück an Seinen Schreibtisch und muss mit ansehen, wie die Erde in der Zwischenzeit den Bach runtergegangen ist. Umweltsünden, Kriege, moralischer Verfall, kirchliche Hassprediger, skrupellose Kommerzialisierung - die Menschen sind auf dem besten Weg, sich selbst zu zerstören. Und so bleibt Gott nichts anderes übrig, als Seinen Sohn Jesus Christus, dem es im Himmel blendend geht und der mit Jimi Hendrix Gitarre spielt und Joints raucht, wieder auf die Erde zu schicken, um Gutes zu tun und das einzig wahre Gebot SEID LIEB zu predigen. Widerwillig landet Jesus in New York und versucht, zunächst erfolglos, als Sänger und Gitarrist in einer Rockband Gehör zu finden. Derweil schart er seine ersten Jünger um sich - Drogenabhängige, Gescheiterte, Obdachlose, denen er zu helfen versucht. Als seine Mission, die Massen zu erreichen, zu scheitern droht, greift er zum letzten Mittel: Er nimmt an einer Castingshow teil. Damit beginnt eine denkwürdige Odyssee quer durch Amerika.


John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends - einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie - einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male und Old School. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.
  • Deutsch
  • Breite: 155 mm
  • 1,41 MB
978-3-641-05650-6 (9783641056506)
3641056500 (3641056500)
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John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends - einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie - einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male und Old School. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.
"SECHSTER TEIL (S. 317-318)

NACHSPIEL

»Ich bin für die Todesstrafe. Wer etwas Schlimmes tut, muss die entsprechende Strafe bekommen. Damit er es fürs nächste Mal lernt.« BRITNEY SPEARS

1

ER ERSUCHTE, IM KOPF EINEN SONG ZU SCHREIBEN, an dem er schon seit Monaten arbeitete. Die erste Zeile lautete: »I know you won’t be coming back again, sketch a smiling face in the misted windowpane«, und er wusste, wie der Anfang der Akkordfolge klingen sollte - von A-Dur über Cis-Moll zu Fis-Dur, so ähnlich wie »Outdoor Miner« von Wire. Er wusste aber irgendwie nicht, wie es weiterging. Eine Stufe rauf zum H und wieder von vorn?

Oder zum E hin auflösen, zu so etwas wie einem Refrain? Es war schwierig ohne Gitarre, aber er hatte schon von Songwritern gehört, die sich alles komplett im Kopf ausdachten und es erst aufschrieben, wenn sie das nächste Mal ein Instrument in der Hand hielten. Er setzte sich in seinem Bett auf und blickte aus dem winzigen, vergitterten Fenster: Offiziell hatte der Frühling schon begonnen, doch noch immer war der Himmel schlachtschiffgrau, grau in grau, selbst die Wolken grau, die Sonne unsichtbar, ein scharfer Wind wehte durchs Polk County, heulte in der Ferne durch den Drahtzaun, prügelte auf die Wachen auf den Türmen ein, rüttelte am großen Metallschild über dem Eingangstor, einem Schild, das JC nur von hinten sehen konnte, von dem er aber wusste, was darauf stand: ALLAN B. POLUNSKY TRAKT, und darunter STAATLICHE VOLLZUGS-ANSTALT TEXAS.

Dies war die vorletzte Station im Rechtssystem: zwei Dutzend schmutzig grauer Gebäude auf einem gut zweihundert Hektar großen, umzäunten und schwer bewachten Stück Land. Er gähnte und ließ sich vom oberen Bett auf den Betonfußboden gleiten. Er hatte die Zelle für sich allein, wie alle in diesem Block. Schade, denn er hätte sich über ein wenig Gesellschaft gefreut. Aber offenbar, wie ihm einer der Wärter mit fiesem Grinsen erklärt hatte, drehten in diesem Flügel eine Menge Kerle durch. JC hörte sie nachts, wie sie weinten oder Selbstgespräche führten. Die meisten redeten mit Gott oder ihren Müttern.

Mit seinem nackten Zeh - sie gaben einem hier drin nur Plastiklatschen, und er konnte es nicht ausstehen, wie die sich auf der Haut anfühlten - schob er einige der zahlreichen Zeitungen herum, die auf dem Boden der Zelle lagen. Mann, die Presse in den letzten paar Monaten: Er konnte es nicht fassen, was die Schlagzeilen verkündeten, besonders in den ersten paar Wochen: »COP-KILLER! SEKTENFÜHRER LÄUFT AMOK! TOTE BEI BELAGERUNG! MESSIAS ODER MÖRDER! FINALIST VON AMERICAN POP STAR LÖST BLUTBAD AUS! KINDESMISSBRAUCH VERMUTET! WAFFENSCHIEBER! DROGENDEALER!« Und so weiter. Er hatte selten mehr als den ersten Absatz dieser Artikel gelesen. In allen stand mehr oder weniger dasselbe:

Der Musiker und selbst ernannte »Sohn Gottes«, 32, wurde letztes Jahr durch die ABN-Talentshow AMERICAN POP STAR bekannt. Mit Hilfe seiner Einnahmen aus der Show, geschätzten zwei Millionen Dollar, gründete er in Texas eine Kommune - ein sogenanntes »modernes Utopia«. Einsatzkräfte einer Taskforce, bestehend aus Beamten von BATF, FBI und DEA, stürmten am 10. Dezember das Gelände nahe Bruntsville, nachdem bei den Behörden Hinweise auf den Anbau von Drogen, ein Arsenal automatischer Waffen und zuletzt verstärkt auch Kindesmissbrauch eingegangen waren. Die Einsatzkräfte stießen auf bewaffneten Widerstand. Bei dem anschließenden Schusswechsel kamen sechs Beamte und acht Sektenmitglieder ums Leben. Achtzehn weitere Personen, darunter mehrere Kinder, wurden verletzt."
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