Die Schokoladenvilla Band 1-3: Die Schokoladenvilla/ Goldene Jahre/ Zeit des Schicksals (3in1-Bundle)

Die komplette Bestsellersaga in einem Band
 
 
Penguin Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2021
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-28469-5 (ISBN)
 
Die erfolgreiche Bestseller-Saga »Die Schokoladenvilla« - jetzt als E-Book-BundleBand 1: Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Aber ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein - noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt der charismatische Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will, ihren Weg ...Band 2: Stuttgart, 1926: Die junge, abenteuerlustige Serafina zieht zu ihrem Halbbruder Victor in dessen prächtiges Familienanwesen, das alle nur »Die Schokoladenvilla« nennen. Denn die Rothmanns sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre feinen Schokoladenkreationen, von denen sich auch Serafina nur zu gern verführen lässt. Mit ganzem Herzen stürzt sie sich in die Verlockungen der aufregenden neuen Zeit, und als sie den attraktiven Anton kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Anton ist im Begriff, sich mit einer anderen zu verloben. Derweil wird das Schokoladenimperium der Rothmanns durch heimtückische Sabotageakte bedroht - und Serafina von einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit eingeholt ...Band 3: Stuttgart, Sommer 1936: Die junge Chocolatière Viktoria muss ihre Lehrzeit in Frankreich abbrechen, weil die heimische Schokoladenmanufaktur dringend ihre Unterstützung braucht. Die Zeiten sind unsicher, man will die Familie Rothmann aus der Leitung ihres Unternehmens drängen. Noch während sich Viktoria und ihre Mutter Judith mit allen Mitteln wehren, taucht der Schokoladenunternehmer Andrew Miller in Stuttgart auf. Der gutaussehende Amerikaner bringt nicht nur Viktorias Gefühlsleben durcheinander, er bietet den Rothmanns auch einen Ausweg an. Doch ist er wirklich der, für den er sich ausgibt? Als die Ereignisse sich überstürzen, drängt zudem ein lang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht .»Unheimlich gut recherchiert. Ein richtig schöner Sofaschmöker.« SWR Kaffee oder Tee?»Liebevoll erzählt und genau das Richtige für kuschelige Stunden.« Neue Welt»Leidenschaft zum Lesen.« Closer
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Penguin
  • 2,54 MB
978-3-641-28469-5 (9783641284695)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Maria Nikolai liebt historische Stoffe, zarte Liebesgeschichten und Schokolade. Mit »Die Schokoladenvilla«, ihrem Debüt rund um die Stuttgarter Fabrikantenfamilie Rothmann, schrieb sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen: Alle drei Bände der opulenten Saga standen monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

1. Kapitel


Die Bonbon- und Schokoladenfabrik Rothmann in Stuttgart, Ende Januar 1903

Das Glöckchen der Eingangstür gab sein vertrautes, helles Bimmeln von sich, als Judith Rothmann das Ladengeschäft der Zuckerwarenfabrikation ihres Vaters betrat. Sorgfältig schloss sie die Tür hinter sich und streifte ihre nassen Stiefel flüchtig auf dem dafür vorgesehenen Teppich ab. Das Wetter war wirklich furchtbar. Wind und Nebel, dazu kam der Regen, und das seit Tagen.

Doch kaum war die unwirtliche Außenwelt ausgesperrt, versöhnte sie der unverwechselbare Duft von Schokolade und Zuckerwerk, der sie im Laden umfing. Ihre Laune stieg. Mit raschen Schritten durchmaß sie den mit Spiegeln, Goldleisten und reichlich Stuck ausgestatteten Raum und ließ ihren Blick routiniert über die Auslagen schweifen.

Unzählige feine Köstlichkeiten präsentierten sich auf der blank polierten Verkaufstheke und in den weiß lackierten Vitrinen entlang der Wände. Wo man auch hinsah, standen Schalen und Etageren, gläserne Bonbonnieren und kunstvoll gestaltete Dosen mit verführerischem Inhalt. Schokoladeumhülltes Konfekt aus getrockneten Früchten oder Marzipan fand sich neben schokoladeüberzogenen Zuckerstäbchen, verschiedenste Sorten Tafelschokolade neben allerlei Arten von Bonbons. Eine exklusive Auswahl Rothmann'scher Leckereien wartete, sorgsam auf heller Spitze in hübsch bemalten Holzkästchen arrangiert, auf die gebotene Aufmerksamkeit.

An diesem Donnerstagnachmittag war der Laden gut besucht. Während Judith umherging und hier und da einige Schalen neu arrangierte, steckte sie sich heimlich ein Stückchen ihres Lieblingskonfekts in den Mund und genoss die herbe Süße der zart schmelzenden, dunklen Schokolade mit Beerenfüllung. Nebenbei taxierte sie unauffällig die Kundschaft.

Ein Herr im vornehmen Anzug hatte seinen Hut abgenommen und suchte offensichtlich ein passendes Präsent für eine nachmittägliche Visite. Möglicherweise wollte er seine Angebetete entzücken, denn er entschied sich für eine Mischung feiner Pralinés und einige filigrane, rot gefärbte Zuckerröschen. Neben ihm standen zwei Mädchen im Backfischalter und beugten sich kichernd über eine Silberschale mit bunt gemischten Dragees. Einen Tresen weiter ließen sich drei in teure Seidenkostüme gekleidete Damen eine Auswahl des Besten zeigen, was das Haus zu bieten hatte, während eine Mutter Mühe hatte, trotz der tatkräftigen Hilfe ihrer Gouvernante die lautstark geäußerten, überbordenden Wünsche ihrer vier Kinder zu zügeln.

Kommenden Sommer sollten wir Gefrorenes verkaufen, dachte Judith beim Anblick der stürmischen Rasselbande und beschloss, ihren Vater darauf anzusprechen. Sie hatte kürzlich ein gebrauchtes Rezeptbuch von Agnes Marshall erstanden und fasziniert von der darin beschriebenen Eismaschine gelesen, mit deren Hilfe Milch, Rahm, Zucker und Aromen zu einer kühlen Creme verarbeitet wurden. Die zahlreichen Zubereitungsideen der Engländerin hatte sie in ihrer Fantasie längst weiterentwickelt und sah die Firma Wilhelm Rothmann bereits als ersten Hersteller von Quitten-, Ananas-, Vanille- und vor allem Schokoladeneis in Stuttgart. Vielleicht würde ihr Vater gar zum Hoflieferanten bestellt?

Judith war stolz auf das, was ihre Familie erreicht hatte. Und es war ihr ureigenes Metier. Sobald sie in die Welt der Schokolade eintauchte, sprudelte sie vor Eifer und Einfällen. Insgeheim hoffte sie darauf, eines Tages die Geschicke der Rothmann'schen Fabrik mitbestimmen zu dürfen, auch wenn ihr Vater sämtliche dahin gehende Andeutungen stets als unsinniges Weibergeschwätz abtat. Seiner Meinung nach hatten Frauen ihren Platz im Hintergrund, sollten den Haushalt führen und die Kinder erziehen. Doch Judith war nicht entgangen, dass dies keineswegs eine unumstößliche Einstellung sein musste. In Städten wie München oder Berlin drängten Frauen mehr und mehr in kaufmännische Geschäfte. Warum sollte das nicht auch in Stuttgart möglich sein?

Unterdessen hatte sie ihren Rundgang fortgesetzt und wandte sich schließlich an eine der drei Verkäuferinnen, welche in schwarzen Kleidern und frisch gestärkten weißen Schürzen die Kunden bedienten.

»Fräulein Antonia, empfehlen Sie den Kunden heute unbedingt auch die frischen Pfefferminzplätzchen. Am besten legen Sie die Schächtelchen direkt auf den Verkaufstischen aus.«

»Sehr wohl, gnädiges Fräulein«, antwortete das Mädchen und machte sich sofort daran, den Auftrag auszuführen.

Unterdessen hatte die Mutter samt Gouvernante und Kinderschar ihren Einkauf beendet und schickte sich an, den Laden zu verlassen. In der Eingangstür kam es zu einer kleinen Rangelei, da jedes der Kinder als erstes hinauswollte. Die Gouvernante, beladen mit unzähligen kleinen Päckchen, wurde dabei unsanft gestoßen und ließ im Taumeln einen Teil ihrer Last fallen. Während sie versuchte, sich zu fangen, stolperte das kleinste der Geschwister über eine der Schachteln, schlug der Länge nach auf den gefliesten Boden und brach sofort in heftiges Geschrei aus.

»Willst du wohl still sein!«, entfuhr es der Gouvernante, während die Mutter lediglich über die Schulter sah und ungerührt den Rest ihres Trosses ins Freie schob. Das Heulen wurde lauter, der Junge lag noch immer auf dem Boden, die Gouvernante zischte eine weitere Ermahnung, rappelte sich auf und machte sich daran, die Päckchen einzusammeln.

Damit die Situation nicht weiter eskalierte, schnappte sich Judith ein Quittenbonbon, gab es dem weinenden Buben und half ihm auf. Gleichzeitig wies sie die Verkäuferin Trude an, der Gouvernante mit den am Boden liegenden Geschenkkartons zu helfen, und schloss schließlich erleichtert die Tür, als alle hinaus waren.

Die übrigen Kunden hatten das Malheur teils pikiert, überwiegend aber amüsiert verfolgt und widmeten sich nun wieder ihren eigenen Wünschen. Mit einem kurzen Nicken verabschiedete sich Judith von den Angestellten und trat durch eine Verbindungstür in ein geräumiges Treppenhaus, welches das Ladengeschäft mit der Fabrik verband.

Hier begann das pulsierende Innenleben des Unternehmens, ein Zauberreich aus Kakao, Zucker und Gewürzen, das Judith liebte, seit sie als Kind zum ersten Mal mit fasziniertem Staunen die Schokoladenfabrik betreten hatte. Zugleich spürte sie ein ungewohntes Unbehagen in der Magengegend.

Bereits beim Frühstück hatte ihr Vater anklingen lassen, am Abend etwas Wichtiges mit ihr besprechen zu müssen, und Judith fragte sich seither, worum es sich wohl handeln könnte. Derart vage Andeutungen waren untypisch für ihn, und weil ihre unruhige Neugier ständig größer wurde, hatte sie beschlossen, ihn gleich im Comptoir der Firma aufzusuchen. Vielleicht gab er ja schon etwas preis, auch wenn sie wusste, dass er private Visiten zu Geschäftszeiten nicht schätzte.

Die mahnende Stimme in ihrem Inneren ignorierend, stieg sie entschlossen die Stufen in den oberen Stock des Verkaufsgebäudes hinauf, wo sich die Büroräume des Unternehmens befanden.

Geschäftige Stille begrüßte Judith, als sie das Comptoir betrat. An Schreibpulten aus lackiertem Eichenholz arbeiteten über ein Dutzend Herren in Anzug und Krawatte. Konzentriert führten sie Buch über die Geschäfte und Waren der Schokoladenfabrik. Hier roch es nach Tinte und Papier, nach Politur, Bohnerwachs und dem Eau de Cologne der Angestellten. Als diese Judiths Anwesenheit bemerkten, eilte einer von ihnen auf sie zu.

»Was kann ich für Sie tun, Fräulein Rothmann?«

»Ist mein Vater in seinem Bureau?«

»Gewiss. Ich gebe ihm Bescheid.«

»Das ist nicht nötig. Ist er allein?«

»Im Augenblick ist niemand bei ihm, gnädiges Fräulein.«

Judith nickte. Während der Herr an seinen Platz zurückkehrte, ging sie zu einem abgeteilten Raum, der am gegenüberliegenden Ende des Comptoirs lag, klopfte an die mit buntem Glas filigran verzierte Tür und trat ein.

Ihr Vater stand am Fenster und sah hinaus auf die Straße vor der Fabrik. Als er Judith bemerkte, drehte er sich abrupt um, so, als hätte sie ihn bei etwas Verbotenem ertappt.

»Judith!« Er klang unwirsch. »Was willst du hier?« Rasch kehrte er hinter seinen imposanten, akkurat aufgeräumten Schreibtisch zurück, auf dessen Platte ein aufgeschlagenes Kontobuch lag. »Haben deine Brüder wieder etwas angestellt?«

»Nein, Herr Vater«, begann Judith, vorsichtig lächelnd. »Diesmal nicht.«

»Dann wäre es gut, du würdest nach ihnen sehen, bevor etwas passiert.«

»Keine Sorge, Robert hat ein Auge auf sie, Herr Vater.« Der Hausknecht der Familie hatte ihre achtjährigen, umtriebigen Zwillingsbrüder mit auf einen Botengang genommen. »Ich bin hier, weil ich Ihnen einen Vorschlag machen möchte«, setzte Judith an. Sie hoffte, ihm durch ein unbefangenes Gespräch entlocken zu können, was er ihr denn so Wichtiges zu sagen hatte.

»Ich habe jetzt keine Zeit«, erwiderte ihr Vater und nahm einen Bleistift zur Hand. »Am besten gehst du gleich nach Hause. Oder hilfst beim Vorbereiten der Musterpäckchen für die Reisenden. Wir reden dann heute Abend.«

»Aber ich halte es für wichtig.« Judith ließ sich nicht so leicht abwimmeln. »Sie sind doch immer auf der Suche nach neuen Verkaufsartikeln, nicht wahr?«

»Und dazu hast du wieder einmal etwas beizutragen?«

Judith überhörte seinen gereizten Unterton. »Ja, wenn Sie erlauben. Es ist zwar noch ein bisschen früh im Jahr, aber manche Dinge müssen gut geplant werden. Das sagen Sie uns doch immer wieder, Herr Vater. Und deshalb habe ich mir überlegt, ob es nicht gut wäre, im Sommer Gefrorenes anzubieten.«

Ihr Vater lachte...

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