Historical Herzensbrecher Band 10

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. März 2021
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7515-0241-2 (ISBN)
 
BALLNACHT IN COLSTON HALL von MARY NICHOLS Eine Begegnung mit Folgen: Die betörende Lydia verzaubert Ralph Latimer, Earl of Blackwater, auf den ersten Blick. Er kann es kaum erwarten, sie wiederzusehen, und ist überglücklich, sie beim Eröffnungstanz des prächtigen Balls auf Colston Hall in seinen Armen wiegen zu dürfen. Lydias Augen strahlen wie Diamanten - und Ralph ist endgültig verloren. Doch dann muss er erfahren: Sie ist längst einem anderen versprochen! DIE VERSCHWUNDENE BRAUT DES EARLS von SARAH MALLORY Eine Blitzhochzeit, eine einzige leidenschaftliche Nacht unter Spaniens Himmel: Dann entschwindet Major Nathan Carraway zu einem Einsatz - und seine junge Frau Felicity entdeckt, was er ihr verschwiegen hat! Sie flieht nach England ... wo sie Nathan fünf Jahre später wiedersieht. Inzwischen der Earl of Rosthorne, bringt er sie wie damals mit einem einzigen Kuss zum Erbeben. Aber so sehr das Verlangen brennt: Ihre Ehe hat keine Zukunft!
Mary Nichols wurde in Singapur geboren, zog aber schon als kleines Mädchen nach England. Ihr Vater vermittelte ihr die Freude zur Sprache und zum Lesen - mit dem Schreiben sollte es aber noch ein wenig dauern, denn mit achtzehn heiratete Mary Nichols. Erst als ihre Kinder in der Schule waren, fand sie genügend Zeit, sich ganz dem Schreiben zu widmen und damit ihren Traumberuf zu ergreifen. Marys Lieblingsautorinnen und Vorbilder sind Jane Austen und Georgette Heyer.

PROLOG

Im Jahre 1753

In dem weiträumigen alten Pfarrhaus herrschte eine beinahe unheimliche Stille. Aber schließlich war es ja auch erst fünf Uhr am Morgen, als die achtjährige Lydia verstohlen aus dem Fenster blickte. Ein blasser rosiger Schimmer am Horizont über dem Moor zeigte an, dass die Morgendämmerung nicht mehr fern war. Jetzt jedoch bedeckte noch dichter grauer Nebel den Boden, sodass die Kronen der Bäume zur Linken stammlos in der Luft zu schweben schienen und die Dächer des Kirchdorfes Colston auf der rechten Seite in einem milchigen See schwammen. Nur der Stall und der Schuppen neben dem Haus standen bereits sichtbar auf festem, wenn auch noch feuchtem Grund und zeichneten sich mit dem Heraufkommen des Tageslichtes immer deutlicher ab.

Vielleicht geht Freddie doch nicht, dachte das Mädchen angstvoll. Vielleicht hatte die Verbundenheit zwischen dem geliebten Bruder und seinem langjährigen Freund, Lord Ralph Latimer, zu guter Letzt doch noch gesiegt, und es würde nichts Schreckliches geschehen. Vielleicht hatten sie den Streit begraben und dachten gar nicht mehr daran, sich zu duellieren. Es war doch auch unvorstellbar, dass irgendetwas - und sei es noch so misslich - die beiden jungen Männer dazu gebracht haben könnte, sich derartig zu hassen. Und dennoch . Gestern Abend hatte sie Freddie dabei überrascht, wie er in der Bibliothek Vaters Pistolen reinigte, und als sie ihn fragte, was er denn damit anfangen wolle, war er ärgerlich, ja, fast zornig geworden.

"Es gibt Dinge, die muss man einfach tun. Aber du solltest längst im Bett liegen und schlafen."

"Aber was musst du denn tun?"

"Nichts. Gehe endlich schlafen. Wenn Vater dich hier sieht, wird er sehr ungehalten sein."

"Er wird noch viel ungehaltener sein, wenn er dich mit seinen Pistolen erwischt. Du weißt schließlich, dass er niemandem erlaubt, sie anzufassen."

"Sie werden wieder in der Schatulle liegen, bevor er sie überhaupt vermisst hat." Der Bruder machte eine Pause und sah die jüngere Schwester eindringlich an. "Sofern du ihm nichts davon sagst."

"Oh, nein, Freddie, das würde ich doch nie tun! Warum bist du nur so böse?"

"Ich bin nicht böse, zumindest nicht mit dir. Aber ich werde es sein, wenn du nicht augenblicklich in dein Zimmer gehst und vergisst, dass du mich hier gesehen hast."

"Die Pistolen sind aber sehr gefährlich. Du könntest damit totgeschossen werden!"

"Nun, in diesem Falle wäre der Ehre Genüge getan."

Bei diesen Worten hatte Lydia schlagartig begriffen, dass Freddie sich duellieren wollte. Mistress Grey, ihre verehrte Lehrerin, war eine begeisterte Leserin romantischer Romane, in denen diese Art Zweikämpfe häufig vorkamen, und sie ließ die Bücher unbekümmert überall liegen. Lydia, deren Leselust geradezu unersättlich war, hatte sie alle verschlungen. Manchmal jedoch stand sogar in den Zeitungen etwas über Duelle. Zwar hatten die Eltern ihr verboten, die Zeitung zu lesen. Aber ein Verbot war für Lydia gleichbedeutend mit einer Aufforderung, und so studierte sie das örtliche Tageblatt im Verborgenen, sobald es in der Küche abgelegt worden war, um beim Feuermachen Verwendung zu finden.

"Aber wer hat denn deine Ehre verletzt?", wollte Lydia wissen.

"Ralph", erwiderte Freddie mürrisch.

"Ralph ist doch dein bester Freund! Ihr seid immer unzertrennlich gewesen. Sogar die Universität in Cambridge habt ihr zusammen besucht. Wie kannst du dich mit ihm schlagen?"

"Ich habe keine Wahl. Er hat mich beleidigt. Und ." Freddie hielt inne, so als sei ihm eben erst eingefallen, dass seine Zuhörerin ja nur ein Kind von acht Jahren war. "Jetzt gehe aber ins Bett, und kein Wort zu irgendjemandem, oder ich ziehe dir das Fell über die Ohren!", sagte er streng und fügte, als er das Lächeln der Kleinen über diese leere Drohung bemerkte, zornig hinzu: "Ich meine es ernst! Das ist kein Spaß."

Erschrocken hatte Lydia die Bibliothek verlassen, war in ihr Zimmer gegangen und neben der fünfjährigen Annabelle unter die Decke gekrochen, nachdem sie sich lautlos ausgezogen hatte. Sie konnte indes keinen Schlaf finden, denn sie wusste nur zu gut, dass der ältere Bruder impulsiv und dickköpfig sein konnte - genauso wie sie selbst, was Mistress Grey ihr oft genug vorgehalten hatte. Aber könnte er deshalb sein Leben aufs Spiel setzen oder gar Ralph erschießen? Ralph war der Sohn des Earl of Blackwater, und es würde einen riesigen Aufschrei geben, wenn ihm etwas zustieße. Dass Freddie derjenige sein könnte, der die Angelegenheit mit dem Leben bezahlte, wagte sie erst gar nicht zu denken. Und außerdem waren Duelle seit einiger Zeit streng verboten. Sie musste also unbedingt irgendetwas tun. Aber was? Der Bruder hatte ihr strikt untersagt, den Vater davon zu unterrichten, und überdies würde sie auch nie etwas tun, was dem geliebten Papa Kummer bereiten würde. Freilich, sie könnte mit Susan und Margaret, den älteren Schwestern, darüber reden, aber die würden ja doch nur spornstreichs zur Mutter laufen. Irgendwie mussten die beiden jungen Männer indes zur Vernunft gebracht werden, wenn man ihnen nur das Törichte ihrer Handlungen richtig vor Augen führte. Und es schien nach reiflichem Nachdenken niemand anderes dafür infrage zu kommen als sie selbst.

Als Lydia bei ihren Überlegungen an dieser Stelle angelangt war, stand sie leise wieder auf, zog das Baumwollkleidchen über, das sie am Tag zuvor getragen hatte, schlang ein Band um das dichte braune Haar und setzte sich auf das niedrige Fensterbrett, um zu beobachten, was Freddie tun würde. Sie betete zwar inbrünstig um einen guten Ausgang dieser schrecklichen Sache, fürchtete aber dennoch das Schlimmste.

Ein Geräusch auf dem Weg ließ sie zusammenschrecken. Vorsichtig spähte sie hinunter und erblickte Robert Dent, einen anderen Freund des Bruders, der auf seinem Braunen unter Freddies Fenster angehalten hatte und nun eine Handvoll Kieselsteine gegen die Scheiben warf. Sofort erschien der Kopf des Bruders im Fensterspalt, und ein unwilliges Zischen ertönte. "Ich bin sofort unten. Reite zum Stall hinüber", flüsterte Freddie.

Einen Augenblick später wurde eine Tür leise geöffnet und lautlos wieder geschlossen. Lydia schlich zur Zimmertür, legte die Hand auf die Klinke, und als ein gedämpftes Klappen des Haustores ertönte, riss sie einen Umhang vom Haken und eilte die Treppe hinunter. Sie musste sich beeilen, denn sie hatte doch keine Ahnung, wo das Duell stattfinden sollte, und durfte deshalb Freddie und seinen Begleiter nicht aus dem Blick verlieren. Hoffentlich ritten sie nicht zu schnell, damit sie mit ihrem Pony Schritt halten konnte.

In ihrer Aufregung stolperte sie jedoch über den handfesten Spazierstock, den der Vater im Flur an die Wand gelehnt hatte und der nun klappernd zu Boden fiel. Hastig stellte sie ihn wieder an seinen Platz und wollte gerade zur Tür hinaus, als hinter ihr eine wohlbekannte Stimme ertönte.

"Lydia! Wo um alles in der Welt willst du hin?"

Entsetzt wandte sich das Mädchen um und erblickte den Vater, der in Hausmantel und Pantoffeln die Treppe herunterkam. "Ich . ich dachte", stotterte sie. "Ich . ich glaube, der Fuchs ist im Hühnerstall."

"Davon habe ich nichts gehört", erwiderte der Vater ärgerlich. "Und weshalb bist du dann völlig angekleidet?" Er packte Lydias Arm und zog sie daran näher zu sich. "Du wirst mir jetzt auf der Stelle sagen, was das alles zu bedeuten hat."

"Aber das kann ich nicht", jammerte sie. "Es ist ein Geheimnis."

"Aha, dann muss es sich also um Freddie handeln. Nur Frederick kann so verantwortungslos sein, dich in eine seiner Schwierigkeiten hineinzuziehen."

"Er hat mich nicht hineingezogen ."

"Wo ist er?"

Lydia ließ den Kopf hängen und schwieg.

"Er hat das Haus verlassen, nicht wahr? Es war mir doch, als hätte ich das Geräusch von Pferdehufen gehört. Wo ist er hin? Es ist doch gerade erst fünf Uhr vorbei."

Dicke Tränen schimmerten in Lydias Augen, als sie zu ihrem Vater empor sah. "Papa, ich muss zu ihm . ich muss unbedingt. Aber frage mich bitte nicht, warum."

Wortlos schob der Pfarrer sein Töchterchen in die dämmerdunkle Bibliothek und sah sich dann ratlos um, so als könnten ihm die zahllosen Buchrücken in den deckenhohen Regalen eine Erklärung für das beunruhigende Verhalten der kleinen Lydia geben. Im selben Moment hatte das Mädchen jedoch bemerkt, dass Freddie die Tür des Schrankes offen gelassen hatte, in welchem die Pistolen aufbewahrt wurden, und sie versuchte vorsichtig, sich der Schranktür zu nähern, um sie unbemerkt schließen zu können. Aber ach, es war bereits zu spät dafür. Auch der Vater hatte nun den geöffneten Schrank entdeckt.

"Großer Gott, was führt dieser törichte Junge im Schilde?", rief der Pfarrer außer sich. "Du weißt es, Lydia! Du weißt, wohin er gegangen ist, nicht wahr?"

Angstvoll wich sie vor dem zornigen Blitzen seiner Augen zurück. "Nein, Papa, ich weiß es nicht. Deswegen wollte ich ihm ja so schnell nachlaufen - um ihn aufzuhalten. Aber nun ist es zu spät. Jetzt ist er fort. Oh, Papa, er will sich mit Ralph Latimer duellieren", schluchzte Lydia.

"Zurück ins Bett!", befahl der Vater. "Ich werde mich darum kümmern."

"Aber du weißt doch auch nicht, wo er ist."

"Ich kann es mir aber denken. Und nun marsch ins Bett. Wir reden darüber, wenn ich wieder zurück bin."

Bedrückt verließ...

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