Nick 7 (zweite Serie): Die Herren der Galaxis

 
 
Verlag Peter Hopf
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2021
  • |
  • 266 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86305-303-1 (ISBN)
 
Diese werkgetreue Umsetzung als Roman umfasst den Inhalt des achten Abenteuers aus den Großband-Comicheften 68-79 von Hansrudi Wäscher. - Voller Entsetzen muss die Besatzung des Sternenschiffs feststellen, dass durch einen überlichtschnellen ?Sprung? in der fremden Dimension zehn Jahre vergangen sind. Und das ist nicht die einzige böse Überraschung, die sie erwartet. Außerirdische, die sich als die ?Herren der Galaxis? bezeichnen, haben die Kontrolle über die Erde übernommen. Nick kann nicht fassen, wie bedingungslos sich die Weltregierung den fremden Wesen unterworfen hat und der Zerstörung aller irdischen Raumschiffe zugestimmt hat ...
  • Deutsch
  • 3,70 MB
978-3-86305-303-1 (9783863053031)

 

 

EINS


 

Mit nahezu unvorstellbarer Geschwindigkeit raste das Sternenschiff seinem Ziel in den Tiefen des Alls entgegen. Nick saß im Sessel des Kommandanten und behielt die Instrumente die ganze Zeit über im Blick. Auch wenn der Autopilot sich streng nach den Daten richtete, die ihm eingegeben worden waren, ging Nick nach den Ereignissen der letzten Wochen kein Risiko ein und überließ nichts dem Zufall - oder einem unvorhergesehenen Ereignis.

Er sah Xutl von der Seite an, der im Kopilotensitz zu seiner Rechten saß. Das Gesicht des Marsianers machte einen hochkonzentrierten und zugleich doch entspannten Eindruck. Unwillkürlich lächelte Nick und spürte, wie seine eigene Anspannung nachließ.

»So, wir fliegen nun mit Überlichtgeschwindigkeit zur Dimensionsspirale«, richtete er seine Worte an die Anwesenden, die um ihn herum standen und alle wie gebannt auf den Hauptmonitor blickten, auf dem die Sterne in hohem Tempo an ihnen vorbeizogen. »Miss Lee möchte auf die Erde zurück, und ich bin froh, wenn wir Kapitän Anderson und seine saubere Mannschaft an die Raumpatrouille ausgeliefert haben!«

Er warf einen Blick über die Schulter. Jane Lee strich sich durchs Haar und nickte ihm entschlossen zu. Ihre Augen funkelten voller Tatendrang. Sie brannte unübersehbar darauf, mit dem gewonnenen Reichtum, den ihr Vater ihr hinterlassen hatte, ihre erste eigene Expedition auszurüsten.

»Wir haben viel Zeit verloren«, brummte Tom Brucks neben ihr. »Zwei Jahre soll unsere Forschungsreise in dieser Dimension dauern, und wir haben bereits ein Vierteljahr versäumt!« Er schickte seinen Worten einen Seufzer hinterher.

Nur wenig später tauchte auf dem Monitor das gewaltige Gebilde des Dimensionstores vor ihnen auf. Es wirkte selbst wie eine Galaxis mit wabernden Spiralarmen, die durchwebt waren von Myriaden funkelnder Lichter, als seien es kleine Sonnen. Nach wie vor war es nur schwer zu begreifen, wie dieses Objekt eine Reise zwischen den Dimensionen ermöglichte und einen Weg zurück in das bekannte Universum bot.

Nick gönnte sich allerdings nur ein paar Augenblicke, um die Faszination dieses Wirbels auf sich wirken zu lassen. Es galt, den Durchflug durch das Tor vorzubereiten und bei den Berechnungen keinen Fehler zu machen. Seine Hände huschten über die Tastatur. Immer wieder ließ er sich von allen Stationen Werte übermitteln und glich diese mit Xutl ab. Der Marsianer gab sie in den Bordcomputer ein und überspielte die Ergebnisse.

Nick justierte die Steuertriebwerke des Sternenschiffs und richtete es auf das Dimensionstor aus. Alles schien reibungslos zu verlaufen .

. als ein Schrei durch die Zentrale gellte.

»Allmächtiger! Was ist los?«, stieß Nick aus.

Alle Köpfe fuhren herum und richteten sich auf den Mann, der an seiner Konsole aufgesprungen war. Steve Johnson, der Zweite Navigator, hatte die Augen weit aufgerissen und bemühte sich sekundenlang vergeblich, seine Sprache wiederzufinden. Über seine Lippen drangen nur unartikulierte Laute.

Nick sprang aus seinem Sessel und ging mit schnellen Schritten auf Johnson zu. Xutl schloss sich ihm an.

»Warum haben Sie geschrien, Steve?«, fragte Nick. »Was ist los?«

Der Navigator fasste sich an den Kopf.

»D.da«, fand er schließlich seine Stimme wieder. »D. die Kontrolle am Messgerät der Bordzeit und der Erdzeit!«

Mit diesen Worten ließ er sich in seinen Sessel fallen und schien förmlich in sich zusammenzusacken. Nick schob sich an ihm vorbei und betrachtete die Instrumente. Zuerst erkannte er nichts Ungewöhnliches, doch dann blieb sein Blick an den letzten Stellen der beiden Zeitmesser haften. Er glaubte, sich geirrt zu haben und glich die angezeigten Ziffern ein ums andere Mal ab.

Seine Kehle schnürte sich zusammen. Er fuhr sich über den Mund und musste sich räuspern.

»Das kann doch nicht möglich sein!«, murmelte er und wünschte sich, seine Augen spielten ihm einen Streich. »In der Zeit, in der wir den Überlichtraum verlassen und das Dimensionstor angeflogen haben, sind zehn Jahre vergangen!«

Xutl stöhnte unterdrückt auf und warf seinerseits einen Blick auf die Anzeigen. Er betätigte mehrere Tasten, doch das Ergebnis blieb dasselbe.

Inzwischen waren weitere Männer an die Konsole herangetreten. Nachdem die ersten erkannten, warum Johnson aufgeschrien hatte, waren sie zunächst stumm vor Entsetzen. Doch innerhalb von Sekunden breitete sich Unruhe unter den Besatzungsmitgliedern aus.

»Hyperraum . die Verschiebung .«, entfuhr es Johnson tonlos. Er starrte mit leerem Blick auf die Werte.

»Nur gut, dass niemand von uns verheiratet ist«, meinte Warren Jones, der Chefingenieur. »Aber unsere Angehörigen auf der Erde, sie sind nun zehn Jahre älter«, er hielt inne und musste ein Zittern unterdrücken. »Mein Vater ist vielleicht schon längst gestorben!«

Bei diesen Worten wurde die Zentrale von einem wilden Stimmengewirr erfüllt. Niemanden hielt es mehr auf seinem Platz.

Nick sah sich um. Er rang die Unruhe in sich nieder und klärte den Kopf.

»Ruhe!«, rief er. Seine Stimme erfüllte die Zentrale. Alle Anwesenden verstummten und richteten ihre Blicke auf ihn. Er sah in die Augen der Männer und stieß den Atem aus.

»Die Störung kann durch die starke Beanspruchung der Übersiedlungsaktion der Gomaner entstanden sein. Aber genauso kann das Zeitmessgerät eine Störung haben«, erklärte er. »Klarheit gewinnen wir erst, wenn wir Kontakt mit anderen Raumfahrern haben, sobald wir in unser Universum zurückgekehrt sind.«

»Ja, fliegen wir durch die Dimensionsspirale!«, ergänzte Xutl mit einem harten Klang in der Stimme. »Die Raumpatrouille wird uns so oder so Gewissheit geben.«

Manche der Männer nickten bei diesen Worten zustimmend, andere wirkten geistesabwesend, als hätten sie keine Hoffnung darauf, dass es sich um einen Messfehler handelte.

Doch schließlich kehrten sie alle an ihre Plätze zurück.

Nick atmete innerlich auf und setzte sich in seinen Sessel. Er schenkte Jane Lee ein aufmunterndes Lächeln. Sie versuchte es zu erwidern, doch das Flackern in ihren Augen machte deutlich, wie sehr auch sie um Fassung rang.

Er hätte ihr gerne gesagt, dass ihre Furcht unbegründet sei, doch er musste selbst Gewissheit haben - egal, was auch immer sie auf der anderen Seite des Dimensionstores erwarten mochte .

 

*

Alle Instrumente arbeiteten einwandfrei. Der Sprung durch den Wirbel verlief ohne Komplikationen. Nick konnte bereits das Funkeln der ersten Sterne seines eigenen Universums erkennen, als gleißende Lichtfinger das Schwarz des Alls durchschnitten und auf das Sternenschiff zuschossen. Sie schlugen in die Hülle des Raumschiffs ein und brachten es zum Erzittern.

Hätte er den Energieschirm für die Durchquerung des Dimensionswirbels nicht eingeschaltet gelassen, hätte das Schiff durch die Treffer schwerste Schäden davongetragen. Denn dass mit Strahlenkanonen auf sie geschossen wurde, daran bestand für ihn kein Zweifel!

Schreie gellten durch die Zentrale.

»Fliegende Untertassen!«, stieß einer der Männer aus.

»Sie nehmen uns unter Beschuss!«, rief ein anderer.

Nick sah mit zusammengekniffenen Augen auf den Hauptbildschirm, der durch den Strahlenbeschuss in ein blendend helles Licht getaucht war. Und tatsächlich, aus dem Glosen und Wabern schälten sich flache, schlanke Umrisse, die erneut Feuerstöße abgaben.

Sie alle prallten wirkungslos vom Energieschirm ab. Dennoch brachten sie die Zentrale zum Erzittern. Mehrere Besatzungsmitglieder, die durch den Raum geeilt waren, wurden von den Beinen gerissen.

Dann, so unvermutet, wie der Angriff begonnen hatte, war er beendet. Auf dem Hauptbildschirm zeichneten sich die Umrisse von fünf diskusförmigen Raumschiffen ab, die das Sternenschiff wie Wespen umflogen. Die Scheiben selbst waren flach, nur der Mittelteil wölbte sich wie eine Kugel nach außen.

Die fremden Raumschiffe waren deutlich kleiner als das Expeditionsschiff. Dafür schienen sie über eine Feuerkraft zu verfügen, die denen von irdischen Raketen deutlich überlegen war.

Harvey Blake von der Funkzentrale meldete sich und teilte in hastigen Worten mit, dass eine Mitteilung eintraf. Nick wies ihn an, sie auf die Bordlautsprecher umzuleiten.

»Das waren Warnschüsse!«, hallte eine unnatürlich hohe Stimme durch die Zentrale. »Stoppen Sie!«

Nick schürzte die Lippen. »Was hat das zu bedeuten?«, fragte er zurück.

»Nach der Beschreibung ist Ihr Schiff das seit zehn Jahren als verschollen geltende Sternenschiff«, kam die nüchterne Mitteilung.

Der Weltraumfahrer keuchte bei diesen Worten auf.

»Seit zehn Jahren verschollen?«, wiederholte er stockend. »Dann ist es also doch ein Fehler im Überlichtantrieb gewesen .«

Es gelang ihm nicht, die aufkeimende Unruhe unter den Männern zu unterbinden. War es bisher noch die Hoffnung auf einen Instrumentenfehler gewesen, die ihn aufrecht gehalten hatte, so rang er nun selbst um Fassung.

»Melden Sie sich!«, schnarrte die fremde Stimme, nun einen Ton strenger. »Ist Ihr Raumfahrzeug dieses Sternenschiff?«

»Ja«, presste Nick hervor. Er stützte sich mit den Händen auf der Instrumententafel ab. »Aber verstehen Sie . wir sind verwirrt! Gehören Sie zur Raumpatrouille? Wurden inzwischen neue Schiffstypen entwickelt?«

Er glaubte seinen Ohren nicht zu trauen, als ein Lachen zur Antwort erfolgte. »Nein. Seit Ihrem Abflug von der Erde vor zehneinhalb Jahren hat sich einiges geändert«, antwortete die Stimme. »Wir gehören zur interstellaren Polizei des Galaktischen Imperiums!«

»Was?!«, konnte Nick sich nicht...

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