Abbildung von: Konfiguration internationaler Produktionsnetzwerke unter Berücksichtigung von Unsicherheit - Springer Gabler

Konfiguration internationaler Produktionsnetzwerke unter Berücksichtigung von Unsicherheit

Christian Neuner(Autor*in)
Springer Gabler (Verlag)
Erschienen am 15. Oktober 2009
XVI, 316 Seiten
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978-3-8349-8344-2 (ISBN)
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Findet eine Konfiguration von dezentralen Produktionsnetzwerken im internationalen Kontext statt, steigt mit der Zahl der dabei zu berücksichtigenden Unternehmensumwelten auch die Unsicherheit, die solch langfristigen Fragestellungen immer inhärent ist. Christian Neuner leitet aus vier zentralen Forschungsrichtungen das Grundverständnis einer solchen Konfiguration ab. Anhand einer empirischen Fallstudienuntersuchung bei vier Unternehmen unterschiedlicher Industrien gewinnt der Autor neue Erkenntnisse, wie Unsicherheit im Konfigurationsprozess berücksichtigt werden kann. Abschließend präsentiert er einen verbesserten Bezugsrahmen.
Christian Neuner promovierte bei Prof. Dr. Jörg Schlüchtermann am Lehrstuhl für Produktionswirtschaft und Industriebetriebslehre der Universität Bayreuth.
Relevante Grundlagen verwandter Forschungsrichtungen; Bezugsrahmen zur Konfiguration internationaler Produktionsnetzwerke; Empirische Fallstudienuntersuchung; Berücksichtigung von Unsicherheit bei der Konfiguration
1 EINLEITUNG (S. 1)

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die Globalisierung und ihre wirtschaftliche Bedeutung schreiten seit Jahrzehnten beständig voran. So verdreifachte sich seit 1980 der Welthandel und die Anzahl international agierender Unternehmen stieg seit Anfang der neunziger Jahre um nahezu das Zehnfache.

Insbesondere das gleichzeitige Wachstum ausländischer Direktinvestitionen wird als Anhaltspunkt dafür gesehen, dass diese Entwicklung auch die kapitalintensive Funktion der Produktion umfasst. Die stark steigende Anzahl von Betriebsstätten und Mitarbeiterzahlen im Ausland im Vergleich zu etwa gleichbleibenden Werten im Inland belegt ebenfalls, dass international agierende Unternehmen in der Summe ihre Produktionsaktivitäten dezentralisieren.

Weil der sogenannte "intra-firm trade", bei dem dasselbe Unternehmen als Abnehmer und Lieferant agiert, ein Drittel des Welthandels ausmacht, ist zu folgern, dass Produktionsstandorte nicht von einander unabhängig sind, sondern in Produktionsnetzwerken untereinander in Beziehung stehen. Für das einzelne Unternehmen folgt daraus das Streben, durch den Aufbau internationaler Produktionsnetzwerke Vorteile gegenüber den Wettbewerbern zu generieren, wie Markt- oder Ressourcenzugang und Kosteneffizienz.

Diese Entwicklungen ergeben für die Praxis die unternehmerische Aufgabe der zielorientierten Gestaltung von internationalen Produktionsnetzwerken.Allerdings erweckt das stetige Fortschreiten der Globalisierung den Eindruck, dass diese Gestaltung nur die Problematik umfasst, die richtigen Stücke des globalen Kuchens auszuwählen, um sie dem jeweiligen Produktionsnetzwerk einzuverleiben.

Eine Konsolidierung oder Anpassung wäre dann nur in Ausnahmefällen angebracht, wie im Zusammenhang mit Produktionsstandorten, die durch einen Unternehmenszusammenschluss ("merger" oder "acquisition") "zufällig" erworben wurden. Diese gedankliche Einbahnstraße Richtung "Wachstum" wird in Frage gestellt durch Berichte über Unternehmen, wie Steiff und Varta Microbattery, die den zunächst bewussten Aufbau von neuen Produktionsstandorten wieder rückgängig machten.

So schloss beispielsweise der Teddybärenhersteller Steiff seine Produktion in China nach vier Jahren mit Hinweisen auf schlechte Produktqualität, lange Lieferzeiten und Änderungen im Lohnniveau.

Varta Microbattery beendete seine Fertigung in Singapur nach über 20 Jahren und führte als Gründe an, dass sowohl die neue Wettbewerbsstrategie des Unternehmens als auch geänderte Produkt- und Produktionstechnologien eine Fertigung an diesem Standort nicht weiter sinnvoll erscheinen ließen.

Diese Beispiele scheinen sichtbare Symptome einer tiefer liegenden Problematik darzustellen, denn auch großzahlige Studien wie beispielsweise vom Fraunhofer- Institut belegen, dass die beschriebenen Revisionen einmal getroffener Entscheidungen keine Einzelfälle darstellen. Bei der Ursachenanalyse kann zunächst vermutet werden, dass bei der Erweiterung des Produktionsnetzwerks um neue Standorte keine realistischen Zielsetzungen zum Zuge kamen oder wichtigen (vorab bekannten) Gegenargumenten zu wenig Bedeutung beigemessen wurde, wie beispielsweise im Fall Steiff der Thematik langer Lieferzeiten.

Allerdings greift dieses Argument nicht bei Entwicklungen, die zum Zeitpunkt der Planung nicht bekannt sein konnten, wie Technologiesprüngen, Veränderungen im Wettbewerb und unter Umständen auch der Entwicklung des Lohnniveaus. Sie stellen Beispiele für Unsicherheiten dar, denen Produktionsnetzwerke ausgesetzt sind und die sich gerade im internationalen Kontext durch die Vielzahl von relevanten Unternehmensumwelten steigern.

Solche Unsicherheiten sind insbesondere für die Gestaltung von Produktionsnetzwerken von Bedeutung, weil mit ihr große wirtschaftliche Wirkungen verbunden werden, denn sie wird charakterisiert als langfristig orientiert, als schwer reversibel und als mit hohem Finanzmittelbedarf verbunden. Als Konsequenz aus der hohen Unsicherheit im internationalen Kontext und aus den großen wirtschaftlichen Wirkungen im Fall von Produktionsnetzwerken folgt für Unternehmen die Notwendigkeit, Unsicherheit bei der Gestaltung internationaler Produktionsnetzwerke zu berücksichtigen.

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