Libertärer Paternalismus

Theorie und Empirie staatlicher Entscheidungsarchitektur
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Dezember 2013
  • |
  • IX, 312 Seiten
 
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978-3-16-152882-8 (ISBN)
 
Libertärer Paternalismus versteht sich als Form der Staatstätigkeit, die Eingriffe in private Austauschbeziehungen aufgrund irrationaler Entscheidungen der daran beteiligten Bürger rechtfertigt. Die Legitimität dieser Interventionen gründet auf der Bedingung, dabei die Wahlfreiheit der Bürger zu achten. Das von Richard H. Thaler und Cass Sunstein entworfene Konzept der Entscheidungsarchitektur soll dazu beitragen, dass Bürgern zur bestmöglichen Realisierung ihrer individuellen Präferenzen verholfen wird und gleichzeitig gesamtgesellschaftlich wünschenswerte Entwicklungen begünstigt werden. Aufbauend auf der Darstellung der theoretischen Grundlagen und der konzeptionellen Schwächen dieser Ordnungsidee verfolgt Robert Neumann das Ziel, den Rechtfertigungsansatz aus der Perspektive der konstitutionellen Ökonomik zu formulieren. Der daraus abgeleitete Vorschlag, die Instrumente der Entscheidungsarchitektur ausschließlich im Sinne einer präferenzbasierten Ordnungspolitik zu entwerfen, wird anhand einer empirischen Untersuchung der Präferenzen zu familienpolitischen Maßnahmen in Deutschland illustriert.
 
Libertärer Paternalismus versteht sich als Form der Staatstätigkeit, die Eingriffe in private Austauschbeziehungen aufgrund irrationaler Entscheidungen der daran beteiligten Bürger rechtfertigt. Die Legitimität dieser Interventionen gründet auf der Bedingung, dabei die Wahlfreiheit der Bürger zu achten. Das von Richard H. Thaler und Cass Sunstein entworfene Konzept der Entscheidungsarchitektur soll dazu beitragen, dass Bürgern zur bestmöglichen Realisierung ihrer individuellen Präferenzen verholfen wird und gleichzeitig gesamtgesellschaftlich wünschenswerte Entwicklungen begünstigt werden. Aufbauend auf der Darstellung der theoretischen Grundlagen und der konzeptionellen Schwächen dieser Ordnungsidee verfolgt Robert Neumann das Ziel, den Rechtfertigungsansatz aus der Perspektive der konstitutionellen Ökonomik zu formulieren. Der daraus abgeleitete Vorschlag, die Instrumente der Entscheidungsarchitektur ausschließlich im Sinne einer präferenzbasierten Ordnungspolitik zu entwerfen, wird anhand einer empirischen Untersuchung der Präferenzen zu familienpolitischen Maßnahmen in Deutschland illustriert.
  • Dissertationsschrift
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 3,78 MB
978-3-16-152882-8 (9783161528828)
10.1628/978-3-16-152882-8
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Cover [Seite 1]
2 - Vorwort [Seite 6]
3 - Inhaltsverzeichnis [Seite 8]
4 - 1 Einleitung [Seite 12]
4.1 - 1.1 Problemaufriss: Akteursbasierte Rechtfertigung der Staatstätigkeit [Seite 17]
4.2 - 1.2 Aufbau der Arbeit [Seite 21]
5 - I THEORIE [Seite 24]
5.1 - 2 Libertärer Paternalismus [Seite 26]
5.1.1 - 2.1 Ausgangspunkte der Untersuchung [Seite 26]
5.1.1.1 - 2.1.1 Das Makro-Mikro-Makro-Modell in den Sozialwissenschaften [Seite 26]
5.1.1.2 - 2.1.2 Das ökonomische Rational-Choice-Programm [Seite 31]
5.1.1.3 - 2.1.3 Die Grenzen des ökonomischen Menschenbildes [Seite 35]
5.1.1.3.1 - 2.1.3.1 Das Forschungsprogramm um Kahneman und Tversky [Seite 36]
5.1.1.3.2 - 2.1.3.2 Weitere Anomalien und deren Erklärung [Seite 38]
5.1.2 - 2.2 Annahmen und Prinzipien des Libertären Paternalismus [Seite 41]
5.1.2.1 - 2.2.1 Die Idee der Entscheidungsarchitektur [Seite 42]
5.1.2.2 - 2.2.2 Entscheidungstheoretische Erweiterungen [Seite 46]
5.1.2.3 - 2.2.3 Die Bedeutung der Wahlfreiheit [Seite 48]
5.1.2.4 - 2.2.4 Die Unvermeidbarkeit des Paternalismus [Seite 50]
5.1.3 - 2.3 Die Instrumente des Libertären Paternalismus [Seite 52]
5.1.3.1 - 2.3.1 Standardoptionen [Seite 53]
5.1.3.2 - 2.3.2 Framing und Informationsarchitektur [Seite 56]
5.1.3.3 - 2.3.3 Neujustierung von Anreizsystemen [Seite 60]
5.1.3.3.1 - 2.3.3.1 Abkühlungsperioden [Seite 60]
5.1.3.3.2 - 2.3.3.2 Neustrukturierung komplexer Entscheidungssequenzen [Seite 62]
5.1.3.4 - 2.3.4 Soziale Beeinflussung und "social nudges" [Seite 63]
5.1.4 - 2.4 Anwendungsbeispiele [Seite 66]
5.1.4.1 - 2.4.1 Vertragsrecht und Verbraucherschutz [Seite 66]
5.1.4.2 - 2.4.2 Rentenpolitik [Seite 69]
5.1.4.3 - 2.4.3 Gesundheitspolitik [Seite 71]
5.1.4.4 - 2.4.4 Umwelt- und Energiepolitik [Seite 74]
5.1.4.5 - 2.4.5 Entwicklungspolitik [Seite 77]
5.1.5 - 2.5 Libertärer Paternalismus und die Wohlfahrtsstaatsforschung [Seite 81]
5.1.5.1 - 2.5.1 Libertärer Paternalismus und der deutsche Sozialstaat [Seite 82]
5.1.5.2 - 2.5.2 Libertärer Paternalismus als Wohlfahrtsstaatsreform? [Seite 85]
5.1.6 - 2.6 Die Grenzen des Libertären Paternalismus [Seite 89]
5.1.6.1 - 2.6.1 Paternalismus und "Slippery Slopes" [Seite 90]
5.1.6.2 - 2.6.2 Freiheit, Wahl und Wahlfreiheit [Seite 95]
5.1.6.3 - 2.6.3 Methodische Einwände [Seite 97]
5.1.6.3.1 - 2.6.3.1 Externe Validität [Seite 98]
5.1.6.3.2 - 2.6.3.2 Adaptive Rationalität [Seite 103]
5.1.6.4 - 2.6.4 Ein neues Menschenbild? [Seite 105]
5.1.7 - 2.7 Zusammenfassung [Seite 108]
5.2 - 3 Die Rechtfertigung staatlicher Entscheidungsarchitektur [Seite 112]
5.2.1 - 3.1 Die theoretische Begründung der Staatstätigkeit [Seite 113]
5.2.1.1 - 3.1.1 Grundzüge der Wohlfahrtsökonomik [Seite 114]
5.2.1.2 - 3.1.2 Die Rahmenbedingungen der Begründung von Staatstätigkeit [Seite 116]
5.2.1.2.1 - 3.1.2.1 Informationsprobleme auf Märkten [Seite 118]
5.2.1.2.2 - 3.1.2.2 Marktversagen auf Wettbewerbsmärkten [Seite 121]
5.2.2 - 3.2 Markt oder Staat? Eine Erweiterung der Perspektive [Seite 125]
5.2.2.1 - 3.2.1 Marktversagen aufgrund von Transaktionskosten [Seite 126]
5.2.2.2 - 3.2.2 Die Bedeutung formloser und formgebundener Institutionen [Seite 131]
5.2.2.3 - 3.2.3 Marktversagen als Politikversagen [Seite 135]
5.2.3 - 3.3 Ein Neuentwurf [Seite 138]
5.2.3.1 - 3.3.1 Grundzüge der Konstitutionenökonomik [Seite 139]
5.2.3.2 - 3.3.2 Abgrenzung von Kontrakttheorien [Seite 141]
5.2.3.3 - 3.3.3 Der Konsenscharakter des Libertären Paternalismus [Seite 145]
5.2.3.3.1 - 3.3.3.1 Das Konsenskriterium [Seite 146]
5.2.3.3.2 - 3.3.3.2 Konsumenten- und Bürgersouveränität [Seite 147]
5.2.4 - 3.4 Fazit [Seite 149]
5.3 - 4 Präferenzbasierte Entscheidungsarchitektur in der Familienpolitik [Seite 154]
5.3.1 - 4.1 Die Erweiterungen des Rational-Choice-Programms [Seite 155]
5.3.1.1 - 4.1.1 Die Bedeutung von Normen und Einstellungen [Seite 157]
5.3.1.2 - 4.1.2 Kontextualität und die Modellierung weicher Anreize [Seite 161]
5.3.1.3 - 4.1.3 Das Modell der Frame-Selektion [Seite 165]
5.3.1.4 - 4.1.4 Einschränkungen, Unstimmigkeiten und Kritik [Seite 170]
5.3.1.4.1 - 4.1.4.1 Hoch- versus Niedrigkostensituation [Seite 170]
5.3.1.4.2 - 4.1.4.2 Kritik am MFS [Seite 173]
5.3.2 - 4.2 Der Untersuchungskontext der Familienpolitik [Seite 178]
5.3.2.1 - 4.2.1 Die gesellschaftliche Bedeutung der Familienpolitik [Seite 179]
5.3.2.2 - 4.2.2 Anschlussfähigkeit an libertär-paternalistische Prinzipien [Seite 185]
5.3.2.3 - 4.2.3 Die Erklärung von Präferenzen zu familienpolitischen Transfers [Seite 189]
5.3.2.3.1 - 4.2.3.1 Der institutionelle Erklärungsansatz [Seite 190]
5.3.2.3.2 - 4.2.3.2 Rational-Choice-Erklärungen [Seite 194]
5.3.2.3.3 - 4.2.3.3 Umverteilungspräferenzen und die Bedeutung von Familie [Seite 197]
5.3.2.3.4 - 4.2.3.4 Das Framing von Umverteilungspräferenzen [Seite 200]
6 - II EMPIRIE [Seite 206]
6.1 - 5 Grundlagen der empirischen Analyse [Seite 208]
6.1.1 - 5.1 Datengrundlage [Seite 208]
6.1.1.1 - 5.1.1 Explanandum [Seite 210]
6.1.1.2 - 5.1.2 Explanans [Seite 212]
6.1.2 - 5.2 Vorgehensweise der multivariaten Analyse [Seite 218]
6.2 - 6 Ergebnisse der empirischen Untersuchung [Seite 222]
6.2.1 - 6.1 Zustimmung zur Ausweitung indirekter Transferleistungen [Seite 222]
6.2.2 - 6.2 Zustimmung zur Ausweitung direkter Transferleistungen [Seite 228]
6.2.2.1 - 6.2.1 Präferenzen für Betreuungsgeld [Seite 228]
6.2.2.2 - 6.2.2 Präferenzen für eine Kindergelderhöhung [Seite 234]
6.2.2.3 - 6.2.3 Präferenzen für Steuererleichterungen [Seite 245]
6.2.2.4 - 6.2.4 Präferenzen für einkommensabhängige Zuschüsse [Seite 249]
6.2.3 - 6.3 Präferenzunterschiede auf Länderebene [Seite 252]
6.2.4 - 6.4 Zusammenfassung der Ergebnisse [Seite 254]
6.3 - 7 Schlusskapitel [Seite 260]
6.3.1 - 7.1 Der Rahmen für präferenzbasierte Entscheidungsarchitektur [Seite 266]
6.3.2 - 7.2 Entscheidungsarchitektur und institutioneller Wandel [Seite 269]
7 - Tabellen und Abbildungen [Seite 276]
8 - Literaturverzeichnis [Seite 286]
9 - Personenregister [Seite 314]
10 - Sachregister [Seite 320]
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