Heathens Ink: Meine Verführer

 
 
Cursed Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 266 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95823-788-9 (ISBN)
 
Schon seit er denken kann, ist Tattookünstler Royal in seinen besten Freund Nash verliebt. Sie leben zusammen, sie arbeiten zusammen, doch eine Sache gibt es, die sie immer trennen wird: Nash ist stockhetero. Oder denkt es zumindest, denn als Royal sich Hals über Kopf in den Ex-Marine Zade verguckt, ist Nash alles andere als begeistert. Doch Zade lässt nicht nur Royals Herz höher schlagen, auch Nash lässt er alles andere als kalt. Werden es die drei Männer schaffen, ihr Gefühlschaos zu entwirren und gemeinsam eine Lösung zu finden, die vielleicht noch besser ist als alles, was sie sich bislang vorstellen konnten?
  • Deutsch
  • Taufkirchen
  • |
  • Deutschland
  • 0,42 MB
978-3-95823-788-9 (9783958237889)
weitere Ausgaben werden ermittelt

 

Kapitel 2


 

 

Zade

 

Als ich aus dem Flugzeug steige, würde ich am liebsten verschwinden und den Boden küssen. Ich hasse es zu fliegen.

Haltet mich für verrückt, aber in einer Blechbüchse zu sitzen, die von einem mir unbekannten Idioten kontrolliert wird, während wir uns Tausende Kilometer über dem Erdboden befinden, gefällt mir einfach nicht.

Und ich will gar nicht erst von der Jauchegrube der Krankheitserreger in der recycelten Luft anfangen.

Ich entdecke meinen Koffer auf dem Band und schnappe ihn mir, ehe ich auch den der zerbrechlichen älteren Dame neben mir herunternehme, die selbst nicht richtig herankommt.

»Ich danke Ihnen vielmals.«

»Es ist mir ein Vergnügen, Ma'am«, versichere ich ihr mit einem höflichen Nicken, ehe ich mich auf die Suche nach meiner Mitfahrgelegenheit mache.

Als ich mich vor zwei Wochen entschied, meinen Vertrag bei den Marines nicht zu verlängern, habe ich meinen besten Freund angerufen und ihn gefragt, ob ich für ein oder zwei Wochen bei ihm unterkommen kann. Thane und ich haben uns im Dienst kennengelernt, als wir beide neue Rekruten waren. Als wir herausfanden, dass wir ein gemeinsames Geheimnis haben - und zwar die Vorliebe für Schwänze -, war der Grundstein für unsere Beziehung gelegt. Er wurde mein Vertrauter, meine rechte Hand und ein Ventil für die sexuelle Frustration, während wir ein Jahr gemeinsam in Afghanistan stationiert waren.

Ich kann nicht sagen, dass unsere Vergangenheit bei meinem Anruf keine Rolle gespielt hat. Ich dachte mir, dass ich mich zumindest flachlegen lassen kann, wenn mein Leben schon den Bach runtergeht.

Ich verlasse den Flughafen und lasse meinen Blick über den Parkplatz schweifen, bis ich ihn entdecke. Thane lehnt an seinem Auto, als wäre er vollkommen sorglos. Scheiße, ich beneide ihn. Vielleicht war es ein Fehler, so lange beim Militär zu bleiben. Vielleicht war es ein Fehler, überhaupt zu gehen.

Ich schiebe die nervigen, widersprüchlichen Gedanken beiseite und gehe zu meinem besten Freund, den ich seit Jahren nicht gesehen habe.

»Tja, wenn das nicht der Kraken ist.« Ein Lächeln breitet sich auf Thanes Gesicht aus, als er meine Stimme hört. Er hebt den Blick und winkt mir zu, ehe er sich vom Auto abstößt und mich begrüßt.

»Es ist verdammt schön, dich zu sehen, Mann«, sagt Thane, als er mich fest umarmt und mir auf den Rücken klopft.

»Ebenso.« Er lässt mich los und öffnet seinen Kofferraum. Ich werfe mein Gepäck hinein, ehe ich zur Beifahrerseite gehe. »Danke, dass ich ein paar Tage bei dir bleiben kann.«

»Kein Problem. Brüder fürs Leben, richtig?« Thane nimmt eine Hand vom Lenkrad und hält mir seine Faust hin.

Während er fährt, gleitet mein Blick über seinen Körper. Ich war nicht sicher, ob Thane seine Fitnessroutine vernachlässigen würde, nachdem er die Marines verließ, aber es sieht definitiv nicht so aus, als hätte er auch nur einen einzigen Tag im Fitnessstudio verpasst.

»Ich hoffe, nicht zu brüderlich«, gestehe ich, während meine Gedanken zu den Nächten zurückgehen, in denen wir uns weggeschlichen und einen versteckten Ort gesucht haben, um rumzumachen.

Röte breitet sich auf Thanes Gesicht aus und er beißt sich auf die Unterlippe, während er mich aus dem Augenwinkel heraus ansieht.

»Ähm, was das angeht. Ich bin mit jemandem zusammen. Na ja, nicht wirklich zusammen, aber ich will mit ihm zusammen sein. Er wohnt gerade bei mir. Ich hätte früher etwas sagen müssen. Es tut mir leid, falls ich es jetzt komisch gemacht habe.«

Tja, natürlich ist Thane kein Single. Jetzt fühle ich mich wie ein Idiot, weil ich nicht mal gefragt habe.

»Alter, ich bin derjenige, der es komisch gemacht hat. Okay, wir tun so, als wäre es nicht passiert und du erzählst mir alles über deinen Mann. Wie heißt er? Wie habt ihr euch kennengelernt?«

Thane atmet erleichtert aus und seine gezwungene, unbehagliche Haltung schmilzt dahin.

»Sein Name ist Madden und wir haben uns letzten Monat kennengelernt. Um ehrlich zu sein, ist es die schlimmste Kennenlernstory aller Zeiten. Wir haben uns in einem Club getroffen und bevor ich ihn mit nach Hause nehmen konnte, gab es eine Schießerei. Er wurde dreimal getroffen.«

»Heilige Scheiße.«

»Ja, es war verrückt. Es geht ihm jetzt gut, oder zumindest ist er auf dem Weg der Besserung. Er wohnt bei mir, während er sich erholt, weil seine Wohnung im fünften Stock liegt, ohne Aufzug, und er jetzt ein kaputtes Bein hat.«

»Also seid ihr nicht zusammen, aber du willst es?«

»Ja.« Thanes Gesicht nimmt einen verträumten Ausdruck an, der nur eins bedeuten kann.

»Aber du hast mit ihm geschlafen.«

»Nur einmal. Er muss immer noch körperlich und emotional genesen, also wollte ich ihn nicht drängen und er sagt, dass er jetzt noch nicht für etwas bereit ist.«

»Ich bin sicher, dass er irgendwann so weit ist. Du bist ein toller Typ.«

Ich schmiere ihm nicht nur Honig ums Maul. Thane ist einer der besten Männer, die ich kenne. Nicht, dass ich mir Thane als meinen Freund wünsche. Man könnte glauben, es wäre so, da der Sex phänomenal war und er auch mein bester Freund ist. Aber ich könnte mir nie eine Beziehung mit ihm vorstellen.

»Also, erzählst du mir, warum du nicht verlängert hast? Ich war sicher, du würdest bis zur Pensionierung dabeibleiben.«

»Das dachte ich auch, aber. Dinge ändern sich.« Dinge ändern sich. Was für eine täuschend harmlose Formulierung.

»Möchtest du darüber reden?«

Gedanken und Schmerz wirbeln in meinem Kopf herum und rauben mir den Atem. »Nicht wirklich. Vielleicht später.«

»So ungefähr hab ich mich auch gefühlt, als ich gegangen bin. Du findest es heraus. Und bis dahin nimmst du mein Bett und ich schlaf auf der Couch.«

»Auf keinen Fall. Ich schlafe auf der Couch«, widerspreche ich.

»Mein Haus, meine Regeln. Ich schlafe auf der Couch.«

»Alles klar. Danke, Mann.«

»Jederzeit, das weißt du doch.«

Ungefähr zwanzig Minuten später fahren wir vor einem hübschen kleinen Haus in einer gutbürgerlichen Wohngegend vor.

»Hübsches Haus.«

»Danke.« Thane lächelt voller Stolz, als er sein Zuhause betrachtet.

Wir gehen hinein und Thane zeigt mir, wo ich mein Gepäck abstellen kann. Ich höre, wie Thane jemanden begrüßt - wahrscheinlich Madden - und ihn fragt, wie sein Tag war.

Unvermittelt überkommt mich Sehnsucht. Ich will das. Ich will einen Ort, an den ich am Ende jeden Tages zurückkommen kann. Ich will einen Partner, oder zwei, die mich begrüßen und mir von ihrem Tag erzählen. Ich möchte mir ein Leben aufbauen.

Sobald ich mein Zeug in Thanes Schlafzimmer gebracht habe, gehe ich wieder hinunter und Thane stellt mir Madden vor. Ich kann Thane sein Interesse nicht vorwerfen. Madden ist umwerfend, auf eine zugängliche und unvoreingenommene Art. Irgendetwas an ihm schreit Beschütz mich und ich bin sicher, dass Thane dem nicht widerstehen kann.

Ich setze mich auf die Couch und beginne eine Unterhaltung mit Madden über seine Karriere als Tattoo-Künstler, während Thane uns etwas zu trinken besorgt.

Gerade als ich mir auf den Rücken klopfe, weil ich mich mit Thanes Pseudo-Partner angefreundet habe, kommt Thane zurück und als er sich umdreht, um Madden sein Getränk zu geben, tauchen seine festen Pobacken in meinem Blickfeld auf. Ich bin ein neunundzwanzigjähriger Kerl, der zufällig Männer mit tollen Ärschen liebt und dass ich seit einer Ewigkeit keinen Sex hatte, ist verdammt noch mal Entschuldigung genug, wenn ich mir einen kurzen Blick erlaube.

Maddens finsterer Blick in meine Richtung verrät mir, dass ich aus der Nummer nicht so einfach rauskomme. So viel dazu, sich Freunde zu machen.

 

***

 

In einem unbekannten Bett zu liegen, sorgt immer dafür, dass meine Nerven zum Zerreißen gespannt sind. Vermutlich beschert einem das ein knappes Jahrzehnt als Marine: einen Verstand, der nie zur Ruhe kommt.

Ich gebe die Hoffnung auf, mühelos Schlaf zu finden, werfe die Decke von mir und beschließe, mir ein Glas Wasser zu holen. Vielleicht gehe ich ein- oder zweimal um den Block.

Es liegt nicht nur an dem fremden Bett und dem ungewohnten Schlafzimmer, dass ich mich ruhelos hin und her wälze. In den vergangenen zwei Wochen habe ich mein Leben völlig auf den Kopf gestellt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken.

Ich dachte, dass ich mein ganzes Berufsleben lang Marine sein würde, was immer der Plan gewesen war. Aber die jüngsten Ereignisse haben dafür gesorgt, dass ich noch einmal darüber nachgedacht habe, als ich mich erneut verpflichten sollte.

Ich konnte es nicht mehr tun. Ich habe mein Vertrauen in das System verloren. Das Problem ist, dass ich gekündigt habe, ohne zu wissen, was ich...

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