Die Welt, in der wir leben

Das Bewusstsein und der Weg der Seele
 
 
Innenwelt Verlag GmbH
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Mai 2020
  • |
  • 350 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-947508-75-4 (ISBN)
 
Wilfried Nelles skizziert in diesem Buch die Entwicklung der menschlichen Seele und des Bewusstseins vom Embryo bis zum alten Menschen, von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur modernen Zivilisation. Er beschreibt die tiefen Prägungen, die der Mensch in den verschiedenen Stufen seines Lebens erfährt, und die Entwicklung, die das Bewusstsein in eine immer weitere und höhere Dimension trägt, wenn man sich ohne Vorbehalte ins Leben fallen lässt. Er entlarvt die Lebenslügen der Moderne, ihren blinden Glauben an die Technik und die narzisstische Anbetung der eigenen Ideen, ihren Welt- und Selbstverbesserungswahn als jugendliche Flucht vor der Wirklichkeit des Lebens und zeigt einen Weg, in diese Wirklichkeit einzutreten.

Dabei entsteht eine Landkarte des menschlichen Lebens, die in die praktische Ausgestaltung und lebendige Beschreibung einer neuen Psychologie mündet, die über den Sinnverlust der Moderne hinausführt, ohne in alte Glaubensmuster zurückzufallen. Sie ist zugleich erdverbunden wie spirituell, lebensnah und voller Liebe zum Menschlichen, ohne den Menschen zu vergöttern. Nelles stützt sich dabei nicht nur auf seine profunde Kenntnis der westlichen Geistes- und Sozialwissenschaften wie der fernöstlichen spirituellen Traditionen, sondern vor allem auf die eigene Beobachtung und Lebenserfahrung, die in klarer und lebendiger Sprache beschrieben und an vielen Beispielen illustriert werden.

"Das ist unsere tiefste Sehnsucht: ganz zu leben und ganz der oder die zu sein, der oder die ich bin."
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dr. Wilfried Nelles führt gemeinsam mit seinem Sohn Malte Nelles das "Nelles-Institut für Phänomenologische Psychologie, Aufstellungsarbeit und Lebensintegration".
Mit dem von ihm entwickelten "Lebensintegrationsprozess" hat er ein neues Aufstellungsverfahren geschaffen, in dem es um die volle Zustimmung zum eigenen Sein und die Entfaltung des inneren Potenzials geht.
Er lehrt auf der ganzen Welt und seine Bücher wurden bisher in zehn Sprachen übersetzt.
Prolog
I. Mensch, Welt und Bewusstsein

Die Stufen des menschlichen Lebens und des Bewusstseins

Die Lebens- und Bewusstseinsstufen im Überblick

II. Der Weg hinaus ins Leben

Stufe 1: Die Mutter als Erde, die Erde als Mutter -Das symbiotische Einheitsbewusstseins

Die Welt des ungeborenen Kindes
Unser Ursprung ist das Leben selbst

Die "Einheit" mit der Natur - Das symbiotische Bewusstsein
Zusammenfassung

Stufe 2: Die Kindheit - Das Gruppenbewusstsein

Die Welt des Kindes

Die Gruppe - Die Heimat des kindlichen Bewusstseins

Stufe 3: Die Jugend - Das Ich-Bewusstsein und die Moderne

Der junge Mensch und seine Welt

Der moderne Mensch und das moderne Bewusstsein

Die Einsamkeit und der Hochmut der Jugend und des modernen Bewusstseins - Eine persönliche Zusammenschau

III. Der Weg hinein ins Leben
Stufe 4: Erwachsen sein - Das Selbst-Bewusstsein und die Initiation ins Selbst im Lebensintegrationsprozess

Der Lebensintegrationsprozess (LIP) -
Eine Initiation in das geistige Erwachsensein

Die Entdeckung des LIP

Einblicke in den Lebensintegrationsprozess
Die phänomenologische Haltung
Liebe

Stufe 5: Der Eintritt ins Alter - Das Geistbewusstsein

Stufe 6: Alter und Reife - Das Einheitsbewusstsein

Stufe 7: Der Tod - Das All-Bewusstsein

Epilog

DIE STUFEN DES MENSCHLICHEN LEBENS UND DES BEWUSSTSEINS


Ich beginne meine Reise mit einer Art Landkarte, die sich mir vor gut zwölf Jahren (2007) bei einer langen Autofahrt plötzlich wie aus dem Nichts gezeigt hat. Für mich hatte sie zunächst die Bedeutung, dass sich viele Erfahrungen aus meiner Arbeit wie aus meinem persönlichen Leben plötzlich ordneten und einen Platz fanden und ich darin eine in sich schlüssige Bewegung des Lebens sehen konnte. Als ich das dann formuliert habe, erweiterte sich das Bild immer mehr, und ich sah ein Modell entstehen, das die Bewegung des menschlichen Lebens und insbesondere des Bewusstseins in ganz allgemeiner Form abbildet, vom einzelnen menschlichen Leben über soziale und kulturelle Prozesse bis hin zur Entwicklung und Veränderung ökonomischer und politischer Institutionen.

Ich habe dieses Modell der "Lebens- und Bewusstseinsstufen" dann in dem Buch "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang" (Nelles 2009) in einem ersten Entwurf vorgestellt. Es beschreibt die biologisch-lebensgeschichtliche und, analog dazu, die geistige (spirituelle) Entwicklung des Einzelnen wie des menschlichen Bewusstseins insgesamt. Es ist eine innere Landkarte, die es uns ermöglicht, einen Überblick über unser Leben zu bekommen, zu sehen, wo wir gerade stehen und auch unser Bewusstsein quasi von außen zu sehen. Daraus ist dann drei Jahre später (2011) der "Lebensintegrationsprozess" (LIP) als praktisches therapeutisches Verfahren entstanden (Nelles 2012 und Nelles/Geßner 2014). Dieser neue methodische Ansatz kombiniert die Theorie der Lebensund Bewusstseinsstufen mit der von Bert Hellinger entwickelten Aufstellungsmethode7 und ermöglicht es, seinen (früheren und heutigen) Standort im Leben zu sehen und auch sein inneres Wesen - das, was einem von Beginn an mitgegeben wurde und sich in einem entfalten will - deutlicher wahrzunehmen. Es ist so etwas wie ein Spiegel der Seele, in dem man die Innenseite seines Lebens sehen kann.

Im Folgenden gebe ich zunächst einen gerafften Überblick über die Lebens- und Bewusstseinsstufen, um dann Stufe für Stufe zu untersuchen, wie sich unser Leben und unser Bewusstsein in ständiger Wechselwirkung miteinander entwickeln oder bekämpfen und was Psychologie und Therapie dazu beitragen können, sich dieser Bewegung gewahr zu werden und dabei innerlich zu wachsen. Daraus ergibt sich ein klareres Verständnis der kindlichen und der jugendlichen Welt und der Bewusstseinsinhalte, die wir aus diesen Welten mit ins erwachsene Leben nehmen und die uns dort zumindest zum Teil weiterhin bestimmen und oft auch leiden lassen. Wir sind zwar einerseits erwachsen, fühlen und verhalten uns aber oft wie Kinder oder Jugendliche, was früher oder später zu Problemen, nicht selten auch zu massiven Störungen und Krankheiten führt, wobei diese Störungen und Krankheiten von mir als Versuch der Seele gedeutet werden, die Betroffenen daraufhinzuweisen, dass es an der Zeit ist, das Kindliche hinter sich zu lassen. Aus meiner Sicht sind sie der "Riss" in der jeweiligen Biografie, durch den, wie Cohen singt, "das Licht nach drinnen" kommen kann.

Mein Schwerpunkt liegt dabei einmal darauf, das moderne Bewusstsein, also die Welt, in der wir in Europa (überwiegend) leben, von außen zu betrachten und dadurch die Mythen, in denen sich unser zeitgenössisches Bewusstsein aufhält, zu erkennen, und zweitens auf der Frage, wie eine Welt aussieht, die die Kindheit wie die Jugend in sich aufgenommen hat und darüber hinausgewachsen ist. Ich nenne diese Welt "Das erwachsene Bewusstsein" oder das "Selbst-Bewusstsein". Erst wenn man diese Welt in seiner inneren, geistigen Haltung betreten hat, ist man ganz im Leben - in seinem eigenen Leben - angekommen. Vorher lebt man mehr oder weniger das Leben seiner Herkunftsfamilie oder den jugendlichen Gegenentwurf dazu, der aber nichts Eigenes ist, sondern nur die Verneinung des Alten. Der Schritt dorthin ist unsere zweite Geburt - die erste ist die Geburt als körperlich eigenständiger Mensch, die zweite die Geburt als auch geistig eigenständiger Mensch.

Bei der Besprechung dieser vierten Stufe, des erwachsenen "Selbst-Bewusstseins", gehe ich auch ausführlich auf den Lebensintegrationsprozess ein, der das Herz meiner praktischen Arbeit ist. Ich habe ihn soeben ein "praktisches therapeutisches Verfahren" genannt, aber das trifft es nur teilweise. Neben der therapeutischen hat der LIP noch zwei weitere Dimensionen, nämlich eine initiatorische und eine spirituelle. Er unterstützt den einzelnen dabei, sein Erwachsensein zu erkennen und einen stabilen Kontakt zu seinem inneren Selbst zu entwickeln und ist in diesem Sinne so etwas wie eine Initiation ins eigene Selbst. Dabei betrachten wir das gesamte Leben immer als das Wirken einer spirituellen Kraft, die man Bewusstsein, Geist oder Seele oder vielleicht auch Liebe nennen kann, die sich aber letztlich unserem Begreifen entzieht. Wir sind, wie alles Leben, ein Ausdruck dieser Kraft, sie hat in uns eine einmalige und vorübergehende Gestalt angenommen. Da sie größer ist als wir, bleibt sie uns unbegreiflich; zugleich ist dieses Größere das, in dem wir letztlich geborgen sind.

Auch dies kann man im Lebensintegrationsprozess ganzheitlich (mental, emotional und körperlich) wahrnehmen und in sich aufnehmen. Das ist die spirituelle Dimension.

Vom Mutterleib zum Grab: Der Weg des Leibes

Und weil es Höhe braucht,

braucht es Stufen und Widerspruch

der Stufen und Steigenden.

Steigen will das Leben und steigend sich überwinden.

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Schauen wir zuerst auf den normalen Ablauf eines menschlichen Lebens. Er umfasst sieben Stufen:

1. Die Zeit im Mutterleib, der Embryo oder das ungeborene Kind.

2. Die Kindheit

3. Die Jugend

4. Der erwachsene Mensch

5. Der ältere Mensch (bei Frauen ab der Menopause, bei Männern entsprechend)

6. Der alte Mensch (modern: Rentner)

7. Der Tod.

Diese Lebensstufen sind klar unterschieden. Es sind "Stufen", weil wir jedes Mal auf eine höhere und weitere Ebene steigen, eine Ebene, die mehr umfasst als das Vorherige und uns weiter schauen lässt. Jeder Übergang führt uns in eine andere, weitere und offenere Dimension des Lebens. In der Zeit dazwischen entwickeln wir uns zwar auch (das Leben ist fortwährende Bewegung und Entwicklung, es steht zu keinem Moment still), aber diese Entwicklung ist horizontal, auf derselben Ebene, während der Übergang in eine neue Stufe vertikal ist. Die horizontale Entwicklung bereitet uns nach und nach auf die nächste Stufe vor, indem wir körperlich wie geistig die Fähigkeiten entwickeln, die wir brauchen, um in die nächste Stufe eintreten zu können. Es beginnt dann etwas vollkommen Neues, bis dahin Unbekanntes. Ich beginne mit der biologischen Entwicklung.

1. Mit der Zeugung und Empfängnis beginnt das menschliche Leben, dessen erste Phase sich in der symbiotischen Einheit mit dem mütterlichen Organismus vollzieht, in den wir eingeschlossen und dem wir ausgeliefert sind.

Im Mutterleib entwickeln sich unsere körperlichen Organe, bis sie soweit fertig sind, dass sie allein funktionieren können. Sobald dies der Fall ist, müssen wir den Mutterleib verlassen.

2. Mit der Geburt treten wir in eine vorher vollkommen unbekannte, gänzlich neue Welt ein. An die Stelle des Mutterleibes tritt die Familie, die uns umfängt und umfasst, der wir fest angehören und die für unser Überleben sorgt.

In der Kindheit entwickeln wir die geistigen (mentalen) Fähigkeiten, die wir brauchen, um uns später allein in der Welt orientieren zu können. Zugleich reift körperlich unsere Sexualität heran, mit deren Ausreifung die Kindheit endet.

3. Mit der Pubertät endet die Kindheit, von einem Tag zum anderen. In dem Moment, wo bei einem Mädchen die Monatsblutung einsetzt, ist es kein Kind mehr. Beim Jungen ist es ähnlich, wenn auch der Einschnitt körperlich nicht so massiv empfunden wird. Das ist übrigens auch bei den späteren Übergängen und Stufen so, Frauen sind ihrer biologischen Natur anders ausgesetzt als Männer. In der Jugend entwickelt sich unser Körper zur vollen Männlichkeit oder Weiblichkeit und unser Geist bereitet sich darauf vor, die volle Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen. Dabei treibt uns die Sexualität aus der Familie hinaus und dem Anderen, Fremden zu, damit sich unsere Gene mit anderen mischen können und das Leben sich reproduzieren kann. Jetzt müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir auf eigenen Füßen stehen, uns selbst versorgen und ohne die Eltern leben können. In alten Zeiten und Kulturen war dies nur eine kurze Übergangsphase, die durch Initiationsriten begleitet und abgeschlossen wurde. Warum dies heute, in der modernen Gesellschaft,...

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