Rising Storm - Verrat und Versuchung

Staffel 1 - Episode 3
 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Dezember 2017
  • |
  • 111 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0719-3 (ISBN)
 
Eine Soap-Opera im Serienformat geschrieben von beliebten Romance-Autorinnen



Lacey Salt bekommt immer was sie will, schließlich ist sie die Tochter einer der angesehensten Familien in Storm. Doch plötzlich ist alles anders. Ihr Bruder ist tot und ihre Mutter interessiert sich nur noch für dessen ungeborenes Kind. Ihre plötzlich aufwallenden Gefühle für Luis Moreno machen die Sache auch nicht leichter, denn dieser ist eigentlich mit ihrer besten Freundin Mallory zusammen ...

"Ich bin absolut süchtig nach dieser Serie." Read Love Blog



Staffel 1, Episode 3
1. Aufl. 2017
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,12 MB
978-3-7363-0719-3 (9783736307193)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel eins


Lacey Salt lehnte sich im schimmernden Nachmittagslicht auf ihrer Liege zurück und zog die Sonnenbrille zur Nasenspitze hinab, um den Rettungsschwimmer am Pool des Cedar Hills Country Clubs besser sehen zu können.

Das kühle Wasser glänzte auf Luis Morenos muskulösen Armen. Im Laufe des vergangenen Jahres hatte er sich auf angenehme Weise vom Jungen zum Mann entwickelt. Obwohl ein Jahr jünger als Lacey, konnte er mit seinen sechzehn problemlos für neunzehn oder zwanzig durchgehen. Vermutlich war es gut, dass er vergeben war.

Sie schaute zu dem Jungen neben ihm. Er redete mit Luis, als ob sie beste Freunde wären, und ließ sich von ihm den Riemen seiner Taucherbrille reparieren. Lacey verzog den Mund. Der Kleine hatte sie mit Wasser bespritzt und dadurch beinahe das neue iPhone ruiniert, das ihr Vater ihr heute Morgen geschenkt hatte. Sie wünschte, Luis würde den Balg ins Wasser schubsen. Doch darauf brauchte sie nicht zu hoffen. Luis Moreno war viel zu nett dafür. Im Gegensatz zu ihr.

Lacey konnte mit Kindern nichts anfangen. Sie jammerten und schrien und machten nur Probleme. Der Country Club sollte Kinder auf dem Gelände verbieten, fand sie. Bei dem bloßen Gedanken, bald mit einem Baby unter einem Dach zu wohnen, bekam sie schon schlechte Laune.

Sie schaute aufs Handy und wischte mit einem Finger über den Bildschirm. Aber J. Los neustes Outfit verschwamm vor ihrem Tränenschleier, und in Gedanken sah sie die Gesichter ihrer Familie, über die sie seit der Bestattung ihres Bruders schon viel zu viel nachgedacht hatte.

Wenn ihr der Abend in den Sinn kam, an dem Jacob vom College aus nach Hause gefahren und auf dem regennassen Highway verunglückt war, brach sie noch immer in Tränen aus. Aber sie war sich hundertprozentig sicher, dass es eine schlechte Idee war, Ginny Moreno bei ihnen einziehen zu lassen. Dann war Ginny eben schwanger von ihm. Na und? Sie war keine Salt und würde auch nie eine sein. Wenn Jacob sie so sehr geliebt hatte, wie sie behauptete, warum hatte dann niemand davon gewusst? Warum hatte er nicht mal in der Familie etwas angedeutet?

Lacey glaubte nicht, dass Ginny vor dem Unfall nichts von der Schwangerschaft gewusst hatte. Neun Wochen? Wie hätte sie es nicht wissen können? Also warum hatten sie nicht geheiratet, sobald sie es wussten?

Das waren schwierige Fragen, die niemand in ihrer Familie stellen wollte. Laceys Bruder hatte keine dunklen Seiten gehabt. Jacob war der ehrenwerteste Mensch in dieser Stadt gewesen. Wenn er ein Mädchen geschwängert hätte - besonders eins, das er angeblich liebte -, hätte er es geheiratet. Tratsch hätte er gar nicht erst aufkommen lassen. Er hätte das Richtige getan.

Sara Jane, Laceys ältere Schwester, die gerade ihr erstes Jahr als Lehrerin an der örtlichen Grundschule beendet hatte, wollte nicht mit ihr darüber reden. Wann immer sie zu Hause vorbeikam, um nach ihrer Mutter zu sehen, und Lacey versuchte, das Thema anzusprechen, sagte sie, es ginge sie beide nichts an, und sie sollten sich aus der Angelegenheit heraushalten. Aber wenn es sie nichts anging, wen dann?

Ihr Dad machte in letzter Zeit Überstunden in der Apotheke und war auch nicht für sie da, wenn Lacey ihn brauchte. Und sobald sie ihrer Mutter gegenüber das Baby erwähnte, rannte die weinend ins Bad. Oh, ihre Mutter setzte eine fröhliche Miene auf, wann immer Ginny aus ihrem Zimmer kann - Korrektur: wann immer Ginny aus Jacobs Zimmer kam -, aber Lacey ließ sich davon nicht täuschen. Ihre Familie brach auseinander. Ihr Bruder war tot. Ihre Schwester kümmerte es nicht, was zu Hause vor sich ging. Und ihre Eltern sprachen kaum noch miteinander.

Ihre Mom klammerte sich an den Gedanken, durch Ginnys Baby könnte neuer Zusammenhalt entstehen. Doch Lacey kam allmählich zu dem Schluss, dass gerade wegen des Babys alles den Bach runterging. Wenn Ginny und ihr ungeplanter Balg nicht wären, hätte Jacob gar nicht in dem Auto gesessen, als es von der Straße abkam.

»Seit wann folgst du Ludacris?«

Die tiefe männliche Stimme riss Lacey aus ihren Gedanken. Sie schaute nach links, wo Luis sich gerade in seinen sexy roten Rettungsschwimmershorts auf die Kante der freien Liege neben ihr setzte.

»Stehst du jetzt auf Rap?«, fragte er und stützte seine gebräunten Unterarme auf die Knie.

Sie blinzelte gegen die grelle Sonne. Oder vielleicht war es auch Luis' strahlendes Lächeln, was sie blendete. Er war schon immer ein gut aussehender Kerl gewesen, aber sein Gesicht hatte sich im Lauf des Jahres verändert: Es war kantig geworden. Er war einfach megaheiß.

»Was?«

Er deutete auf ihr Handy, und sein dunkles lockiges Haar, das er nun länger trug, streifte seinen Kiefer wie bei Kit Harington, diesem superscharfen Traumtypen aus Game of Thrones. »Ludacris.«

Langsam ließ sie den Blick zu ihrem Handy wandern und erkannte, dass sie auf die Webseite eines anderen Promis gesprungen war. Doch vor ihrem inneren Auge sah sie Luis' durchtrainierte Bauchmuskeln und Schultern - und dass seine Badehose gefährlich tief saß und die vorstehenden Hüftknochen betonte.

Er ist der Freund deiner besten Freundin. Was denkst du dir eigentlich dabei?

Lacey fand alles und jeden frustrierend, auch sich selbst. Sie schnaubte und setzte sich aufrecht hin. »Nicht mit Absicht. Ich muss wohl versehentlich eine andere Seite angeklickt haben, als ich mir vorgestellt habe, den kleinen Nervtöter ins tiefe Becken zu werfen.«

Luis lachte, und der Klang ließ in Laceys Bauch Schmetterlinge flattern. »Da müsste ich einschreiten. Ich bin hier, um Leben zu schützen. Dafür zahlt man mir gutes Geld.«

Herrje. Was war los mit ihr? Sie war seit Jahren mit Luis befreundet. Sie hatte ihn schon hunderte Male lachen hören und noch nie so auf ihn reagiert. Vielleicht lag es an der Hitze.

»Ich dachte, du musst arbeiten«, sagte sie, damit er sie allein ließ und sie nicht mehr in seine dunklen Augen schauen musste, die viel zu anziehend waren.

Sie griff nach der Sonnencreme, die sie ans Fußende der Liege gestellt hatte.

»Meine Schicht ist vorbei. Du kommst doch heute Abend, oder?«

Sie drückte einen Klacks Sonnencreme auf ihre Handfläche. »Wohin?«

»Zu mir. Wir haben das schon vor einer Woche geplant, erinnerst du dich? The Grudge fängt um neun an, also komm nicht zu spät. Marisol sagt, sie verschwindet, damit wir den Film in Ruhe gucken können.«

»Horror. Igitt.« Marisol war Luis' ältere Schwester und Vormund. Sie kümmerte sich um ihre Geschwister, seit ihre Eltern ums Leben gekommen waren. Damals ging Luis noch zur Grundschule. Lacey fand es nett von Marisol, ihnen das Feld zu überlassen, aber trotzdem. Sie schaute Luis stirnrunzelnd an, während sie die Sonnencreme auf ihren Beinen verteilte. »Du weißt, dass ich solche Filme nicht ausstehen kann.«

»Dieser ist gut. Glaub mir. Und falls du Angst bekommst, werde ich dich beschützen.«

Sie hatte gerade mit der Hand über ihre Wade gerieben und hielt inne. Ein weiterer Schwarm Schmetterlinge flatterte durch ihren Bauch.

»Oder Jeffry«, fügte er hinzu.

Die Schmetterlingsflügel erstarrten schlagartig. Jeffry Rush hing seit Jahren mit Luis herum, und Lacey mochte ihn. Aber sie hatte in ihm nie mehr als einen Freund gesehen. Klar, er sah auch gut aus - dunkelblondes Haar, ein schlanker, sportlicher Körper und dunkelbraune Augen wie sein Vater, der Senator -, aber er ließ ihr Herz nicht schneller schlagen.

Nicht so wie Luis?

Ihr wurde flau im Magen, und sie rieb ihre Beine ein wenig fester ein. »Ich weiß nicht.«

»Komm schon, Lace. Sag nicht Nein. Mallory braucht das jetzt. Momentan ist es bei ihr zu Hause schwierig. Sie braucht einen Abend, an dem wir alle miteinander abhängen, so wie früher. Kein Druck, kein Stress, nur wir.«

Wir . Ihr gingen Bilder durch den Kopf, aber die hatten nichts mit ihnen als Vierergruppe zu tun. Nein, darin kamen nur sie und der Kerl vor, der gerade neben ihr saß. Sie beide allein. Zusammen.

»Lace?«

»Ich . Ich weiß nicht.« Innerlich brannte sie vor Scham. Mallory war ihre beste Freundin und musste gerade mit der Tatsache klarkommen, dass ihr Dad aus heiterem Himmel ihre Familie verlassen hatte. Außerdem waren sie und Luis ein Paar. Und Lacey saß hier und hatte Fantasien, in denen Mallorys Freund vorkam? Mein Gott, das ist krank. Ich muss hier weg. Abrupt stand sie von der Liege auf, stopfte die Sonnencreme in die Tasche zu ihren Füßen und schnappte sich das Handtuch von der Liege. »Mal sehen. Ich muss jetzt los.«

Sie schaffte es drei Schritte weit, dann hielt Luis sie am Arm fest. »Hey, warte.«

Oh Mann. Seine Hand auf ihrer nackten Haut - das fühlte sich gut an. Richtig gut. Nein, sie hatte wirklich zu viel Sonne abbekommen. »Was jetzt?«

»Hör zu.« Er drehte sie herum, damit sie ihn ansah, ließ sie aber nicht los. Und sie zog ihren Arm auch nicht weg, obwohl sie das tun sollte. Aber in ihrem Bauch kribbelte es, wenn er sie berührte, und das gefiel ihr viel zu gut. »Ich bin ein Idiot, okay? Ich wollte damit nicht andeuten, dass du es momentan nicht schwer hast. Hast du ganz bestimmt. Jacob fehlt dir, und es ist für dich sicher nicht leicht, dass meine Schwester jetzt bei euch wohnt. Ich wollte einfach .« Er seufzte und schaute schmerzerfüllt über den Pool hinweg. »Es ist für uns alle schwer. Die ganze Sache ist einfach...

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