Lust de LYX - Fesseln der Leidenschaft

 
 
LYX.digital (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Januar 2018
  • |
  • 150 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0891-6 (ISBN)
 
Lust de LYX - erotische E-Books mit Gefühl! Im ersten "Sixpack" erscheinen sechs prickelnde Storys voller Sinnlichkeit und Leidenschaft von bekannten LYX-Autorinnen.

Um zu lernen, wie sie den Mann ihrer Träume verführen kann, beschwört die junge Sterbliche Mira den Dschinn Tariq herauf. Der geheimnisvolle Fremde fasziniert sie sofort, und die Leidenschaft, die er in ihr hervorruft, ist stärker als alles, was Mira je zuvor gespürt hat.Ca. 150 Buchseiten. Bei Lust de LYX außerdem von Elisabeth Naughton erschienen: "Gesandter der Sinne" (Teil 2 der Firebrand-Serie) und "Ergebener der Lust" (Teil 3 der Firebrand-Serie). Alle 3 Lust de LYX-Geschichten von Elisabeth Naughton erhalten Sie außerdem in der Anthologie: "Firebrand - Unendliches Verlangen".
1. Aufl. 2018
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 0,45 MB
978-3-7363-0891-6 (9783736308916)
3736308914 (3736308914)

KAPITEL 1

Das Krachen, mit dem die Zellentür aufgeschlagen wurde, zersprengte die nächtliche Stille wie der Donner von tausend Kanonen.

Tariq hob den Kopf und blinzelte durch die Strähnen, die ihm vor den Augen hingen, dann begann sein Blut zu kochen, als er das herablassende Gesicht erkannte, das ihn durch die Gitterstäbe musterte.

»Der Schlaf ist dir nicht gut bekommen, Tariq«, spottete Zoraida, deren opulentes blaues Seidenkleid hinter ihr herschwang, als sie die düstere Zelle betrat. Die drei bis an die Zähne bewaffneten Wächter postierten sich auf der anderen Seite des Gitters, bereit, jeden Moment zuzuschlagen. »Ich fürchte, dein Leben steht auf Messers Schneide.«

Seine Arme schmerzten, weil er sie über den Kopf hatte halten müssen, während er gegen die Steinmauer gelehnt zu schlafen versucht hatte. Zudem war er geschwächt vom wenigen Essen, aber er kämpfte sich auf die nackten Füße. Die Ketten um seine Handgelenke schlugen gegen die hinter ihm in den Stein getriebene Eisenstange und rasselten.

Mit überraschender Willenskraft bezwang er den Zorn, der ihn beim Anblick der Zauberin, die ihn in diesem Höllenloch festhielt, zu übermannen drohte. Tatsächlich lächelte er insgeheim sogar, denn er wusste, dass sein Elend bald ein Ende haben würde. Und damit Zoraidas Regentschaft.

»Das einzige Leben, das auf Messers Schneide steht, ist dein eigenes, sayyeda. Ich bin bereit, für meine Sache zu sterben. Und wenn ich das tue, wird sich die deine ebenfalls erledigt haben.«

Ihr überhebliches Grinsen verblasste. Die smaragdgrünen Augen, gefährlich wie scharfe Glassplitter, wurden schmal und füllten sich mit einem Hass, den Tariq bis in die Tiefen seiner Seele brennen fühlte. »Du wirst dich weiterhin meinem Willen beugen. Wie du es seit Jahren tust. Das ist der Befehl deiner sayyeda

»Scheiß auf deinen Befehl«, knurrte er. »Ich bin fertig damit, dein Sklave zu sein.«

Sie kam näher, bis ihm ihr süßer, pudriger Duft in die Nase drang. Nur leider nicht nahe genug, dass er sie hätte überwältigen können. Auch wenn Tariqs Kräfte in diesem Kerker beschränkt waren, war Zoraida zu klug, um ein Risiko einzugehen. »Solche Aggression und Feindseligkeit seitens eines stolzen Marid-Kriegers sind keine Überraschung. Dennoch stelle ich mir folgende Frage: Wie lange wird deine Entschlossenheit anhalten, wenn die Leben aller, die du liebst, in Gefahr sind?«

»Du hast keine Macht über meinen Stamm. Mein Königreich wird fortbestehen. Aber deine Unsterblichkeit wird mit meinem Tod enden.«

Ihr Blick strich über seine nackte Brust, verweilte kurz auf dem Amulett an seinem Hals und wanderte dann zu dem schmutzigen Stofffetzen um seine Hüften. Er glitt an Tariqs nackten Beinen hinab zu den Speisen, deren Aufnahme er verweigerte und die noch immer auf dem Tablett vor seinen Füßen standen, dann zurück zu seinem Gesicht. Sie verzog ihre blutroten Lippen zu einem hinterhältigen Lächeln. »Nein, Dschinni. Meine Unsterblichkeit wird mir erhalten bleiben. Denn du wirst sie weiter nähren.« Ohne die Augen von ihm zu nehmen, rief sie: »Wachen!«

Hinter ihr ertönten schleifende Geräusche. Tariqs Blick glitt von Zoraida zu dem dunklen Raum vor seiner Zelle, durch den gerade zwei Männer geschleift wurden. Beide hatten, so wie er selbst, nichts als Lumpen am Leib, außerdem waren sie so übel zugerichtet, als hätte man sie halb totgeprügelt. Langes, dunkles Haar fiel ihnen vor die Gesichter und verbarg ihre Augen, doch Tariq entging nicht, dass jeder von ihnen einen Feueropal - ähnlich dem an seinem eigenen Hals - trug. Die Glanzlichter erzeugten Reflexionen in dem düsteren Kerker.

»Schafft sie näher heran, damit er sie sich genau ansehen kann«, befahl Zoraida, den Blick weiterhin auf Tariq gerichtet.

Beide Männer ächzten, als sie frontal gegen die Gitterstäbe gerammt wurden. Die Wärter packten sie an den Haaren und rissen ihre Köpfe nach hinten, damit Tariq die blutüberströmten, schmutzigen und geschwollenen Gesichter seiner Brüder erkennen konnte.

Der seinem Stamm seit Anbeginn der Zeit innewohnende Zorn wurde in Tariq entfesselt. Er machte einen Satz nach vorn, um Zoraida mit bloßen Händen die Kehle rauszureißen, aber die Ketten klirrten und rissen ihn mitten in der Bewegung zurück. »Lass sie gehen, du elende Hexe!«

Zoraida kam ihm so nahe, dass er jede Pore in ihrem abscheulich perfekten Gesicht sehen konnte. »Du wirst mich nicht aufhalten, Tariq. Und du wirst tun, was ich sage, denn andernfalls schlitze ich ihnen die Kehlen auf und setze ihren jämmerlichen Existenzen ein Ende. Das Königreich von Gannah untersteht nun mir. Folge diesem sogenannten Weg der Ehre weiter, und alles, was dir lieb und teuer ist, wird dem Verderben anheimfallen.«

Blondes Haar fiel über ihre nackte Schulter; die weichen Locken fluteten über ihr milchweißes Dekolleté, als Zoraida einen manikürten Finger hob und damit über Tariqs Wange fuhr. Sie war schön - bildschön. Doch ihre Schönheit war eine aufgesetzte Maske. Dahinter war sie alt und verbraucht. So alt und verbraucht, wie sich Tariq nach den vielen Jahren seiner Gefangenschaft fühlte.

Ihre erboste Miene verwandelte sich in eine der Belustigung. »Wenn du natürlich kooperieren würdest, könnte ich mich überreden lassen, einen der beiden freizulassen.« Sie warf einen Schulterblick zu seinen Brüdern. »Auch wenn er nun ... befleckt ist.«

Der Rachedurst verbrannte Tariq innerlich, aber er zwang sich, die Zauberin zu ignorieren und stattdessen seine Brüder anzusehen. Beide waren starke Dschinn-Krieger und genau wie er Prinzen ihres Königreichs, doch wurden ihre Wege nicht vom Schicksal gelenkt. Nasir und Ashur gehorchten ihrem freien Willen und waren damit anfällig dafür, korrumpiert zu werden, so wie es auch ihm ergangen war. Nachdem sogar er - der Älteste und Stärkste der drei Brüder - der verführerischen Zauberin in die Falle gegangen war, war es mehr als töricht von ihm gewesen zu glauben, dass die beiden vor ihr sicher sein würden.

Nasirs Brust hob und senkte sich unter seinen mühsamen Atemzügen, doch in seinen Augen sah Tariq Entschlossenheit. Und die unausgesprochenen Worte: Brich nicht zusammen, Bruder. Er verlagerte den Blick auf Ashur, der kaum die Augen offen halten konnte. Einer weiteren Prügelattacke durch Zoraidas Männer würde er nicht standhalten.

Zähneknirschend schaute Tariq wieder zu der Zauberin. Und obwohl es ihn seinen letzten Rest Kraft kostete, würgte er hervor: »Was verlangst du von mir, sayyeda

Nasir öffnete den Mund, um zu protestieren, doch der Wachmann versetzte ihm einen Tritt in die Nieren. Stöhnend fiel Nasir auf die Knie.

»Iss«, befahl Zoraida, während sie mit sichtlicher Befriedigung beobachtete, wie sich sein Bruder am Boden krümmte. »Komm wieder zu Kräften. Und wenn du gerufen wirst, diene deiner Herrin so, wie sie es gewöhnt ist.« Sie grinste Tariq über die Schulter triumphierend an. »Ohne Zögern.«

Bittere Galle brannte in Tariqs Magen, als er seinen schmerzgepeinigten Bruder ansah, ohne ihm helfen oder das angetane Unrecht sühnen zu können. Gleichzeitig brüllte jeder Muskel in seinem Körper Nein!, angesichts dessen, was Zoraida von ihm verlangte. Doch sollte dies der einzige Weg sein, um dafür zu sorgen, dass seine Brüder nicht starben - und wenigstens einer von ihnen freikam -, würde er ihn um ihrer willen beschreiten. Er würde wieder in die Rolle des Lustsklaven schlüpfen, zu der Zoraida ihn verdammt hatte. Jede Seele, die zu beschmutzen er von ihr in die Sphäre der Menschen geschickt wurde, würde ihre Unsterblichkeit entsprechend verlängern.

Doch bei allem, was ihm heilig war, würde er niemals aufhören, danach zu streben, seine eigene Freiheit wiederzuerlangen. Er würde es schaffen. Und sehr bald schon würde er zusehen, wie Zoraidas Blut die Erde unter seinen Füßen tränkte.

»Dein Wunsch ist mir Befehl, sayyeda«, presste er mit zusammengebissenen Zähnen hervor.

Mit einem höhnischen Laut positionierte sie sich vor den Gitterstäben und strich mit den Fingerspitzen über Ashurs Wange. Dann sagte sie zu dem Wächter, der ihn stützte: »Sorge dafür, dass er nicht stirbt. Zumindest noch nicht.« Als sie durch die Zellentür stolzierte, fügte sie an Tariq gewandt hinzu: »Du wirst deinen neuen Auftrag morgen erhalten. Und dieses Mal setze alles in deiner Macht Stehende daran, die Frau zu befriedigen. Meine Unsterblichkeit und das Leben deiner Brüder hängen davon ab.«

Mira Dawson holte tief Luft, um ihren flatternden Magen zu besänftigen.

Es half nicht.

Sei nicht so zappelig. Du gehst nur einkaufen.

Einkaufen. Ja, genau. Eine ganz normale, völlig alltägliche Shoppingtour.

Die Lüge setzte sich mühelos in ihrem Kopf fest, und obwohl ihr Unterbewusstsein brüllte: Tu das um Himmels willen nicht, drängte ein ursprünglicherer Instinkt sie weiter. Mit klammen Händen strich Mira die Vorderseite ihres T-Shirts glatt, dann nahm sie ihren ganzen Mut zusammen und drückte die Ladentür auf.

Die Glocke darüber bimmelte. Klamotten im Retrolook säumten die Wand zu ihrer Linken. Ständer mit Capes, Korsetts und kurzen, koketten Röcken drängten sich in dem engen Mittelbereich. Mit zarten Federn dekorierte Hüte okkupierten die Wandhaken auf der linken Seite, am Boden reihten sich dicht an dicht hochhackige Stiefelletten, und am hinteren Ende komplettierte ein mit Antikschmuck vollgestopfter Glastresen...

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