Sword Art Online - Light Novel 05

 
 
TOKYOPOP (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. November 2018
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8420-5285-7 (ISBN)
 
Jetzt fliegen die Kugeln! Gun Gale Online, einem VRMMO der Schusswaffen, gibt es plötzlich tödliche Vorfälle. Spieler, die von einem Avatar mit einer pechschwarzen Pistole erschossen werden, sterben auch in der Wirklichkeit. Kirito erhält den Auftrag, diese unheimliche Angelegenheit zu untersuchen und taucht in die Welt von GGO ein, um den mysteriösen "Death Gun" aufzuspüren. Alleine kann er das aber niemals schaffen, daher erhält er Hilfe von der hübschen Scharfschützin Sinon!
  • Deutsch
  • Hamburg
  • |
  • Deutschland
  • 3,80 MB
978-3-8420-5285-7 (9783842052857)
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1


»Willkommen. Sind Sie allein?«

Der Kellner verneigte sich höflich. Ich teilte ihm mit, dass ich eine Verabredung hätte, und sah mich in dem großen Café um. Sogleich rief eine laute Stimme von einem Sitz an der hinteren Fensterfront ungezwungen zu mir herüber: »Hey, Kirito, hier drüben!«

Für einen Moment verstummten die leisen Unterhaltungen in dem Raum, in dem elegante, klassische Musik dahinplätscherte, und mir wurden vorwurfsvolle Blicke zugeworfen. Ich zog den Kopf ein und ging eilig zu dem Eigentümer der Stimme hinüber. In meiner abgetragenen Lederjacke und den löchrigen Jeans war ich offensichtlich deplatziert in dem Etablissement, dessen Kundschaft zu einem Großteil aus Damen der Oberschicht bestand, die gerade vom Shopping kamen. Wut kochte in mir hoch auf denjenigen, der mich hierher beordert hatte.

Wenn es ein hübsches Mädchen gewesen wäre, hätte ich darüber hinwegsehen können, aber leider war es ein Mann im Anzug, der mir zuwinkte. Ohne meinen Verdruss zu verbergen, ließ ich mich ihm gegenüber auf einen Stuhl plumpsen.

Auf der Stelle brachte mir der Kellner ein Glas Wasser und ein Erfrischungstuch, dann reichte er mir die Speisekarte, deren Einband anscheinend aus echtem Leder war. Als ich sie entgegennahm, ertönte mir gegenüber eine fröhliche Stimme: »Ich übernehme die Rechnung, bestell dir einfach, was du magst.«

»Das hatte ich ohnehin vor«, antwortete ich harsch und überflog die Karte. Erschreckenderweise war das günstigste Gericht ein »Chou à la Crème« für 1200 Yen. Schon wollte ich reflexartig einen Kaffee ordern, als mir einfiel, dass er ein hochbezahlt0er Beamter war und die Kosten zudem als Bewirtungskosten von den Steuerzahlern gezahlt werden würden. Ich fühlte mich albern, als ich bemüht gelassen eins nach dem anderen bestellte: »Hmm . Ich nehme das Parfait au chocolat . das Mille-feuille framboise . und dazu einen Haselnuss-Kaffee.«

Es gelang mir irgendwie, mich nicht zu verhaspeln, als ich ein Menü für insgesamt 3900 Yen bestellte. Am liebsten hätte ich mich mit einem Hamburger und Milchshake begnügt und ihm gesagt, dass er mir das Wechselgeld in bar geben solle. Nebenbei hatte ich nicht die geringste Ahnung, was ich da gerade bestellt hatte.

»Sehr wohl.« Der Kellner entfernte sich mit einer fließenden Bewegung, woraufhin ich endlich durchatmete und aufsah.

Der Name des Mannes, der gerade mit Genuss einen riesigen Pudding mit einer Menge Sahne verspeiste, war Seijirou Kikuoka. Seine Brille mit dickem, schwarzem Rahmen, die biedere Frisur und die ernsten Züge seines schmalen Gesichts, das an einen Japanischlehrer erinnerte, ließen nicht vermuten, dass er ein Staatsbeamter war. Er gehörte zur zweiten Division der Abteilung für fortgeschrittene Netzwerke des Ministeriums für Inneres und Kommunikation, intern als »Abteilung für den virtuellen Raum innerhalb der Kommunikationsnetze« oder kurz auch als »Abteilung für Virtuelles« bezeichnet.

Kurzum, dieser Mann war ein Staatsagent, der die VR-Welten überwachte, die sich derzeit in einem chaotischen Zustand befanden . beziehungsweise ein Sündenbock. Er beklagte sich bei jeder Gelegenheit, aber ich wusste nicht, wie viel davon wahr war.

Der ach so bedauernswerte Kikuoka schob sich glücklich den letzten Löffel Pudding in den Mund und grinste mich arglos an. »Hi, Kirito. Entschuldige, dass ich dich herbemüht habe.«

»Wenn Sie so denken, lassen Sie mich doch nicht nach Ginza kommen.«

»Die Sahne in diesem Café ist einmalig. Vielleicht sollte ich noch einen Windbeutel bestellen .«

Während ich mir die Hände mit dem Erfrischungstuch abwischte, das einen Zitrusduft verströmte, seufzte ich. ». und ich wüsste nicht, warum Sie mich Kirito nennen sollten.«

»Sei doch nicht so. Immerhin war ich der Erste, der zu dir geeilt ist, als du vor einem Jahr in deinem Krankenhausbett aufgewacht bist, oder?«

Das entsprach leider der Wahrheit. Der Erste, der mich in meinem Krankenhauszimmer besucht hatte, als ich aus dem Spiel auf Leben und Tod entkommen und erwacht war, war Kikuoka gewesen, der als Staatsagent für die SAO-Sondereinheit arbeitete.

Natürlich hatte ich zu Beginn höflich mit ihm gesprochen, aber je mehr mir bewusst wurde, dass er mich nicht aus reiner Nächstenliebe kontaktiert hatte, desto lockerer und ungehobelter wurde mein Mundwerk. Oder vielleicht trieb er mich dazu - aber das war wohl doch zu weit hergeholt.

Ich warf einen Blick zu Kikuoka, der ernsthaft darüber nachzudenken schien, ob er noch etwas bestellen sollte oder nicht, und ermahnte mich innerlich, mich nicht von ihm einwickeln zu lassen.

»Ich habe in den Nachrichten gesehen, dass vor der Sagami-Bucht große Mengen eines seltenen Metalls gefunden wurden und die hohen Beamten der zuständigen Behörden einen Freudentanz aufgeführt haben. Müssen Sie sich da so den Kopf wegen eines Windbeutels zerbrechen?«

Kikuoka blickte auf, blinzelte ein paarmal und grinste dann breit: »Tja, es kann noch so viel Gewinn abwerfen, da meine Abteilung nichts damit zu tun hat, werden wir fürs Erste nicht davon profitieren. Nein, zugunsten des Staatsbudgets lasse ich es mal besser.«

Der Beamte klappte die Speisekarte zu, und ich seufzte erneut demonstrativ.

»Könnten wir dann langsam zur Sache kommen? Es geht doch sowieso wieder mal um die Untersuchung eines virtuellen Verbrechens, oder?«

»Oh, schön, dass du gleich zum Punkt kommst, Kirito«, gab Kikuoka unverzagt zurück und nahm einen superdünnen Tablet-PC aus dem Aktenkoffer auf dem Stuhl neben ihm.

Ja, letzten Endes benutzte dieser Mann mich, einen Rückkehrer des SAO-Vorfalls - dem größten Internet-Verbrechen in der Geschichte Japans - als Informant.

Wie ich irgendwo gelesen hatte, wurden Informanten bei der Sicherheitspolizei offenbar »Kooperationspartner« oder »Beobachter« genannt, und das Erbringen von Gegenleistungen für das kontinuierliche Bereitstellen von Informationen wurde als »Verwalten« bezeichnet. Demzufolge wurde ich also von Kikuoka »verwaltet«, indem er mich hin und wieder zu einem Stück Kuchen einlud.

Der Gedanke war nicht angenehm, aber da dieser Mann die Regeln gebrochen und mir das Krankenhaus verraten hatte, in dem Asuna gelegen hatte, schuldete ich ihm etwas.

Ohne diese Information hätte ich Asuna Yuuki in der Wirklichkeit nie so schnell finden können. Dann hätte ich zwangsläufig auch nicht Nobuyuki Sugous diabolischen Plan herausgefunden, und ich hätte ihn nicht davon abhalten können, sie an sich zu reißen.

Deswegen nahm ich es in Kauf, bis auf Weiteres für Kikuoka den »Beobachter« zu spielen. Aber ich schmierte ihm keinen Honig um den Mund und bestellte rücksichtslos den teuren Kuchen.

Ob der Beamte mir gegenüber nun meine Gemütsverfassung bemerkte oder nicht, er tippte auf seinem Tablet-PC herum und sagte in ruhigem Tonfall: »Tja, es ist so, in letzter Zeit gibt es wieder eine steigende Tendenz bei Fällen von Cyberkriminalität .«

»Ach ja? Und das heißt konkret?«

»Nun . allein im November wurden über hundert Fälle von Diebstahl oder Beschädigung von virtuellem Eigentum gemeldet. Dazu noch dreizehn Fälle von Körperverletzung aufgrund von Streitigkeiten innerhalb eines VR-Spiels, einer davon mit Todesfolge . Dieser Fall war überall in den Medien, du wirst sicher davon gehört haben. Der Typ hat ein nachgemachtes westliches Schwert geschärft, am Bahnhof Shinjuku damit um sich geschlagen und zwei Menschen getötet. Uff, das Schwert soll 120 Zentimeter lang und dreieinhalb Kilo schwer gewesen sein. Ich frage mich, wie er das überhaupt so schwingen konnte.«

»Es hieß, er war verwirrt, weil er Drogen genommen hatte, um die langen Spielsessions durchzuhalten . Der Fall allein betrachtet scheint jenseits von Gut und Böse zu sein, und es klingt blöd, aber insgesamt gesehen sind solche Fälle .«

»Ja, genauso ist es. Es ist nur ein Bruchteil aller Fälle von Körperverletzung im ganzen Land, und daraus kann man nicht einfach schlussfolgern, dass VRMMOs soziale Probleme verursachen würden. Aber wie du schon mal erwähnt hast .«

». senken VRMMO-Spiele die Hemmschwelle, andere auch in der wirklichen Welt physisch zu verletzen. Ja, dem würde ich zustimmen.«

In diesem Moment tauchte der Kellner geräuschlos wieder auf und stellte zwei Teller sowie eine Tasse vor mir ab.

»Wäre das alles?«

Als ich nickte, legte er die Rechnung, auf der eine horrende Summe stehen musste, umgedreht auf den Rand des Tisches und verschwand. Ich nippte an meinem Kaffee, der ein nussiges Aroma verströmte, und sprach weiter: »In einem Teil der Spiele wird PK immer alltäglicher, und das ist gewissermaßen eine Trockenübung für einen echten Mord. In den radikaleren Titeln spritzt bei abgetrennten Körperteilen das Blut oder Gedärme fallen aus dem Bauch, wenn er aufgeschnitten wird. Manche Fanatiker sind davon so besessen, dass sie zum Ausloggen Selbstmord begehen.«

Ich vernahm ein Räuspern neben mir und sah, wie mich zwei Damen der Oberschicht scharf anstarrten. Ich zog den Kopf ein und fuhr leiser fort: »Wenn Leute so etwas jeden Tag machen, ist es nicht verwunderlich, wenn manche von ihnen das irgendwann auch mal in der Wirklichkeit ausprobieren wollen. Ich glaube schon, dass man da irgendwelche Maßnahmen ergreifen muss. Aber eine gesetzliche Regelung würde nicht funktionieren.«

»Würde sie nicht?«

»Nein.«

Vorsichtig häufte ich etwas von dem Kuchen aus mehreren Lagen dünnem Teig und rosa Creme auf einen...

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