Der große Verbrauch

Warum das Überleben unseres Planeten von den Wirtschaftsmächten Asiens abhängt
 
Chandran Nair (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 19. August 2011 | 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06335-1 (ISBN)
 
Konsumieren wir unseren Planeten zu Tode? Kann Asien den globalen Ökokollaps verhindern? Eine überraschende Lösung für ein hochbrisantes Thema

Die Weltbevölkerung wird im Jahr 2050 auf 9 Milliarden Menschen angewachsen sein - die meisten davon Asiaten. Was würde geschehen, wenn alle Menschen Asiens nach westlichem Lebensstandard streben und diesen auch erreichen würden? Wäre unser Planet überhaupt noch bewohnbar? Chandran Nair beschreibt den rasanten Aufstieg Indiens, Chinas, Japans und Südostasiens als globale Wirtschaftsmächte und das Dilemma, das damit verbunden ist. Fraglos wäre es gerecht, wenn sich Asien denselben Luxus hemmungslosen Konsums leisten dürfte wie der Westen. Für das globale Ökosystem zöge das jedoch dramatische Konsequenzen nach sich: rasante Klimaveränderungen und verheerende Naturkatastrophen wären unausweichlich. Chandran Nair begnügt sich nicht mit der Analyse der Situation, er wagt die Vision einer wünschenswerten Zukunft und entwickelt realistische Lösungsvorschläge auf den gebieten Wirtschaftswachstum, Konsum, Eigentum, Finanzarchitektur, Besteuerung, Arbeit und Leben. Seine überraschende These lautet: gerade weil Asien dem westlichen Vorbild nicht folgen darf, besitzt es das Potenzial, den Kapitalismus neu zu erfinden und ihm ein nachhaltiges Gesicht zu geben. Für jeden erkennbar neigt sich die amerikanisch-europäische Dominanz ihrem Ende zu. Wir sollten daher einer visionären Stimme aus Asien Gehör schenken.



Chandran Nair, Sohn indischer Auswanderer, wurde in Malaysia geboren. Er studierte in London Biochemie und engagierte sich danach in der Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika. 1991 übernahm er in Hongkong ein kleines Umweltberatungsunternehmen, das dank seiner Leistung enorm expandierte. 2005 gründete er das Global Institute For Tomorrow, einen Thinktank, der ökonomisches Denken mit sozialem Engagement verbindet. Chandran Nair berät asiatische Regierungen sowie große Wirtschaftskonzerne, u.a. in Deutschland, und ist weltweit als Vortragsredner gefragt.
Elisabeth Liebl
Deutsch
Breite: 125 mm
0,60 MB
978-3-641-06335-1 (9783641063351)
3641063353 (3641063353)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KAPITEL 5 Neue Regeln (S. 108-109)

Die Regeln des Kapitalismus wurden im Westen geschrieben. Ob nun Handel, Steuer, Unternehmensführung oder Buchführung, stets wurden diese Regeln auf die Bedürfnisse der Amerikaner oder Europäer zugeschnitten. In den letzten Jahren haben viele Entwicklungsländer hier Korrekturen angemahnt: in der Welthandelsrunde, wo es um Landwirtschaftspolitik der reichen Länder ging, ebenso wie in Kopenhagen, wo über die globale Erwärmung debattiert wurde. Fortschritte gab es entweder gar nicht oder nur minimal. Ich habe schon erläutert, weshalb die Länder Asiens nicht auf eine globale Übereinkunft warten sollten, bevor sie sich um ihre Umweltprobleme kümmern.

Sie sollten vielmehr vorpreschen und die Regeln für ihren Umwelt – und Ressourcenverbrauch neu formulieren. In Kapitel 3 wurden drei Grundsätze genannt, die dabei Berücksichtigung finden müssen: Erstens sind Ressourcen beschränkt. Zweitens müssen sie gerecht zwischen heutigen und künftigen Generationen aufgeteilt werden. Und drittens müssen sich Umwelt – und Ressourcenverbrauch in den Preisen niederschlagen. Nur so wird es gelingen, eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. In diesem Kapitel möchte ich auf jene drei Grundsätze näher eingehen.

Am Ende soll ein Regelwerk stehen, das hilft, individuell passende Maßnahmen für die einzelnen Länder zu finden. Das Resultat ist ein neuer Blick auf staatliches Handeln, geprägt vom Erfordernis des Ressourcenmanagements und der Verringerung der Umweltlast. Hintergedanke ist, ein robustes System entstehen zu lassen, das dem Druck vonseiten politischer Eliten, größerer sowie kleinerer Unternehmen und ausschließlich gewinnorientierter Einzelpersonen zu widerstehen vermag. Gleichzeitig muss dieses System so überschaubar sein, dass es vom bürokratischen Apparat tatsächlich umgesetzt werden kann. Diese Lösung wird für eine Mehrheit der Bevölkerung Anreize setzen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und weniger Emissionen hervorzubringen.

Dadurch werden die Menschen kurzfristig profitieren, andererseits wird dies auch künftigen Generationen zugutekommen. Am Ende steht ein tiefgreifender Wandel. Die Gesellschaft wird sich immer mehr auf ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zubewegen. Unternehmen und Einzelpersonen können so ihre Aktivitäten neu ausrichten. Gleichzeitig wird die Gesellschaft tatsächlich gerechter sein. Sie wird mehr Menschen aus der Armut in die Teilhabe heben, als dies aktuell der Fall ist. Und sie wird ihre Ziele ohne Zwang verwirklichen können, selbst wenn das Mittel dazu ein starker Staat ist, der seine Beschlüsse auch durchsetzen kann. Ressourcenzentriertes staatliches Handeln Das langfristige Wohlergehen einer Gesellschaft wird von zwei Dingen bestimmt.

Da ist zunächst einmal ihre produktive Basis – ihre Ressourcen, auch die Natur, ihre Menschen, ihre wirtschaftlichen Institutionen (landwirtschaftliche Betriebe, Unternehmen, Banken und so weiter). Der zweite Punkt ist, wie die Gesellschaft ihre Ressourcen einsetzt. Seit der industriellen Revolution wird beiden Aspekten hohe Aufmerksamkeit zuteil. Die Produktionsbasis ist gewachsen und saugte dabei immer mehr Ressourcen an, immer mehr Menschen, die immer mehr wissen und können mussten. Und auch die wirtschaftlichen Institutionen vermehrten sich in Anzahl, Größe und Art. Man schuf rund um das Wachstum ein soziales und kulturelles Umfeld, das dieses Wachstum begünstigte.

Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht zählt ebenso dazu wie die Entwicklung des Justizsystems mit der zugehörigen Staatsgewalt. »[Heute aber wird] die Ausbeutung der Umwelt in die Wirtschaftsrechnung nicht einbezogen. Aus diesem Grund sind scheinbar wirtschaftlich rentable Investmentprojekte häufig sozial unrentabel. Sie sind deshalb unrentabel, weil sie sich als geradezu gefräßig erweisen, was natürliche Ressourcen angeht. Und sie sind gefräßig, weil natürliche Ressourcen keinen Preis haben. Diese Praxis beeinflusst nicht nur Investmententscheidungen, sie lenkt auch technische Forschung und Entwicklung in die falsche Richtung.« Wenn wir eine nachhaltige Gesellschaft schaffen wollen, müssen wir diese Praxis aufgeben. Nur wenn wir die Kosten des Ressourcenverbrauchs und der Umweltdienstleistungen, der künftigen Beseitigung von Treibhausemissionen und Umweltverschmutzung in die Preise einkalkulieren, können die einzelnen Länder den Raubbau an ihrem Land und Wasser, die Schäden an Luft und ihrer Bevölkerung rückgängig machen."

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