Goodbye Hollywood

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-192-5 (ISBN)
 
Heile Welt und gute alte Zeiten? Von wegen! Als die alleinerziehende Tanya aus der Glamourwelt Hollywoods in ihr Heimatstädtchen zurückkommt, stellt sie fest: In dem einst so verträumten Ort ist es lebhaft geworden! Dahinter steckt ein Mann, nämlich Jack Crenshaw, Bauentwickler - und Tanyas erste große Liebe. Und noch immer knistert es zwischen ihnen. Aber an zärtliche Gefühle glaubt Tanya seit ihrer Scheidung nicht mehr. Sie spielt Jack gegenüber die kühle Unnahbare. Doch sie hat die Rechnung ohne ihre kleine Tochter gemacht, die findet: Jack als Daddy wäre perfekt!
  • Deutsch
  • 0,41 MB
978-3-86349-192-5 (9783863491925)
3863491920 (3863491920)

1. KAPITEL

"Alle bitte wieder auf ihre Plätze. Wir müssen die Szene noch einmal durchgehen."

Tanya Bledso ignorierte das Stöhnen der Ensemblemitglieder und wartete darauf, dass alle wieder ihre Ausgangspositionen auf der Bühne einnahmen. Staubkörner tanzten im Licht des einzigen Scheinwerfers über den schon reichlich abgenutzten Bühnenbrettern - ein himmelweiter Unterschied zu den Fernsehbühnen Hollywoods, auf denen Tanya zehn Jahre lang zu Hause gewesen war.

Wenn ihre damaligen Kollegen sie jetzt sehen könnten, würden sie entweder schaudern oder lachen, aber darüber wollte sie jetzt lieber nicht nachdenken. Sie war nach Crested Butte in Colorado zurückgekehrt, um ein neues Leben zu beginnen, und wenn sie dafür einen Haufen Einwohner durch eine Amateuraufführung begleiten musste, dann sollte es eben so sein.

Wenigstens tat sie so noch immer das, was sie am meisten liebte, wenn natürlich auch nicht auf dem hohen Niveau, das sie mal angestrebt hatte.

"Machen die das in Hollywood auch immer so?", fragte ihre beste Freundin Angela Krizova, die erschöpft auf einer Chaiselongue lag und sich mit einem Fächer Luft zufächelte. "Arbeiten bis zum Umfallen?"

"Am Set wird perfekte Arbeit erwartet", antwortete Tanya. "Schauspieler arbeiten sehr hart."

"Mag ja sein, aber wenigstens werden sie dafür bezahlt", sagte der Hauptdarsteller des Stücks, Stadtrat Oscar Renfield, während er seine Position in der Bühnenmitte einnahm. "Wir hingegen sind nur Amateure."

"Und du bist der größte Amateur von allen, Oscar!", rief der für die Beleuchtung zuständige Bill Freeman aus dem Hintergrund.

Oscar wartete, bis das Gelächter abgeklungen war. "Na ja, mit Tanya könnten wir uns natürlich nicht vergleichen", sagte er und lächelte seine Regisseurin voller Zuneigung an.

Alle hier waren so lieb zu Tanya. Man behandelte sie wie einen großen Star, obwohl ihre Karriere sich auf ein paar Werbespots und eine Rolle in einer Seifenoper beschränkte. Sie hatte wirklich ein Riesenglück mit dem Job als Leiterin des Crested Butte Center for the Arts and the Mountain Theater gehabt - vermutlich hatten ihre Eltern sich für sie eingesetzt.

Umso wichtiger war es, gute Arbeit zu leisten. "Ach, kommt schon", sagte sie. "Nur noch das eine Mal, versprochen."

Unter schwachem Protestgemurmel schlurften die übrigen Ensemblemitglieder an ihre Plätze. Tanya kontrollierte Angelas Zeile. "Wie soll ich wissen, ob ich dir vertrauen kann, Steve?", sagte Angela. "Es ging schon letztes Mal mit uns schief."

In diesem Augenblick wurde die Tür zum Zuschauerraum aufgestoßen, und ein Mann mit einem sperrigen Kulissenteil erschien. "Wohin soll ich das bringen?", fragte er, wobei seine Stimme in dem leeren dunklen Saal widerhallte. Ohne die Antwort abzuwarten, trug er die Außenwand eines altmodischen Saloons den Gang hoch. Vor der Bühne setzte er sie ab und stützte sich auf die Öffnung über der Schwingtür. "Ich habe noch drei weitere Teile davon im Lkw liegen."

Tanya hatte zunächst geglaubt, dass ihre Ohren ihr einen Streich spielten, aber als das Licht des Scheinwerfers auf das Gesicht des Mannes fiel, wusste sie, dass ihr Instinkt sie nicht getrogen hatte. Jack Crenshaw war älter geworden und hatte inzwischen einen sehr muskulösen Oberkörper, aber sein volles dunkles Haar fiel ihm wie früher in die Stirn, und seine intensiven blauen Augen waren noch genauso durchdringend.

Schon als Teenager hatte er die Blicke sämtlicher Frauen zwischen sechs und sechzig auf sich gezogen, und auch jetzt richtete Tanya sich bei seinem Anblick unwillkürlich auf und fuhr sich nervös durchs Haar.

Ihre Handbewegung lenkte seine Aufmerksamkeit auf sie, und für einen Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlte, begegneten sich ihre Blicke. Tanya schlug das Herz plötzlich bis zum Hals. Genau deshalb war sie Jack bisher auch so erfolgreich aus dem Weg gegangen. Sein Anblick erinnerte sie nur daran, wie sie mit achtzehn gewesen war - so jung und voller großer Träume.

Jacks Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, bei dem ihre Knie weich wurden. "Nun, wenn das nicht unsere Hollywoodprinzessin ist", sagte er.

Sein Tonfall war so kühl, dass Tanya zusammenzuckte, doch sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Klar, sie waren damals nicht gerade im Guten auseinandergegangen, aber inzwischen müsste er ihr doch längst verziehen haben, oder? Sie waren praktisch noch Kinder gewesen.

Es musste einen anderen Grund für sein abweisendes Verhalten geben. Vielleicht hatte er ja etwas gegen das Theater an sich oder einfach nur einen eigentümlichen Humor. "Hallo, Jack", sagte sie.

Betont langsam ließ Jack den Blick über sie gleiten. Bei seinem kalten Gesichtsausdruck erschauderte Tanya. In Crested Butte hatte sich während ihrer Abwesenheit viel verändert, aber sie hätte nicht gedacht, dass das auch auf Jack zutraf.

"Ich nehme an, du bist hier der Boss?", fragte Jack so emotionslos, als würde er mit einer total Fremden sprechen. "Wo sollen die Kulissen hin?"

Tanya blinzelte. Oh ja, Jack hatte sich verändert, und, wie so viele Dinge in ihrer Heimatstadt, eindeutig nicht zu seinem Vorteil. "Sie werden hinter der Bühne gelagert", antwortete sie und nickte in die ungefähre Richtung.

"Würdest du mir vielleicht etwas genauer zeigen, wo?" Jack lächelte noch immer, aber seine Stimme klang feindselig.

"Ich gehe schon", sagte Barbie Fenton, Angelas Zweitbesetzung, bevor Tanya die Chance hatte, ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Barbie lief nach hinten. "Ich komme gleich zurück."

"Wir wollten doch gerade die Szene noch mal durchgehen!", protestierte Tanya.

"Dafür brauchst du mich nicht wirklich", antwortete Barbie und war verschwunden, bevor Tanya noch etwas erwidern konnte.

Sie richtete die Aufmerksamkeit wieder auf ihr Skript und versuchte, ihre Gereiztheit und ihre Verwirrung zu verbergen. Was war nur mit Jack los? Klar, er hatte sie seit ihrer Rückkehr nach Crested Butte vor einigen Monaten noch nicht aufgesucht, aber sie hatte sich eingeredet, dass er wahrscheinlich einfach nur zu beschäftigt war.

Oder dass er, genauso wie sie, noch etwas Zeit brauchte, um sich an die Vorstellung zu gewöhnen, dass sie wieder hier war. Nach all den Jahren mussten sie schließlich erst wieder einen neuen Umgang miteinander finden.

Hinter der Bühne erklang tiefes Gelächter. Tanya erstarrte, während sie ein längst vergessenes Verlangen in sich aufsteigen spürte. Es war ganze zehn Jahre her, dass sie Jack das letzte Mal hatte lachen hören, aber ihr Körper reagierte genauso, als sei es erst gestern gewesen.

Noch ein Beweis dafür, wie erbärmlich ihr Privatleben in Hollywood gewesen war. Offensichtlich hatten auch sieben Jahre Ehe nicht das Feuer löschen können, das Jack damals in ihr entfacht hatte.

"Ich will nicht dein Vertrauen, Roxanne, sondern deine Mitarbeit", las Oscar vor. "Es ist in deinem Interesse, mit mir zu kooperieren."

"Das stimmt nicht", sagte Angela.

"Aber der Text an der Stelle gefällt mir nicht", widersprach Oscar. "Meiner ist viel besser."

Die Auseinandersetzung der Darsteller riss Tanya aus ihren Gedanken. "Was?" Hastig durchblätterte sie ihr Skript, wobei sie versuchte, ihre Verwirrung zu verbergen.

"Die richtige Zeile lautet: 'Es soll sich auch für dich lohnen'", sagte Angela. "'Es ist in deinem Interesse, mit mir zu kooperieren', klingt nach Bankerjargon."

"Aber ich bin Banker", protestierte Oscar.

"Deine Rolle aber nicht", erinnerte Tanya ihn. "Bitte lies die Zeile so, wie sie im Skript steht."

"Bei deinem Spruch würde ich eher einem Grizzlybären vertrauen", sagte Angela.

"Ich bin aber viel kuscheliger." Oscar grinste anzüglich.

Tanya beeilte sich mit dem Durchlauf, beendete die Probe und ging hinter die Bühne, um mit Jack zu reden. Sie hätte ihn schon längst aufsuchen sollen. Vielleicht nahm er ihr ja einfach nur übel, dass sie es noch nicht getan hatte. Nun, sie war alt genug, um sich zu entschuldigen. Schließlich sprach nichts gegen eine Freundschaft zwischen ihnen.

Sie sehnte sich so sehr nach etwas Vertrautem in der Stadt, die sich in ihrer Abwesenheit so stark verändert hatte. Bei ihren kurzen Stippvisiten bei ihren Eltern war ihr nie aufgefallen, dass die verschlafene Bergarbeiterstadt sich nach und nach in eine quirlige Touristenattraktion verwandelte.

An den Berghängen drängte sich inzwischen ein Wohnhaus an das andere, und die Hauptstraße war voller neuer bunter Läden, Restaurants und Bars, in denen sich Abend für Abend Touristen und Einheimische trafen.

Tanya ging um einen Stapel alter Kulissen herum und blieb abrupt stehen, als sie plötzlich leises Stimmengemurmel hörte. Vor ihr im gedämpften Schein einer Deckenlampe stand Barbie mit dem Rücken zur Saloonwand, und Jack beugte sich über sie.

Er schob gerade eine Haarsträhne hinter Barbies Ohr, eine intime Geste, deren Anblick Tanya den Atem verschlug. Verlegen und mit heißen Wangen drehte sie sich wieder um. Was hatte sie sich nur dabei gedacht, hinter Jack herzulaufen?

Jack hörte ein...

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