Kenia - Deutschland. Der legale Weg ist der härteste

Nach einer wahren Begebenheit
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. April 2018
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7528-1776-8 (ISBN)
 
Diese Buch soll verdeutlichen, wie schwer es werden kann, wenn man seine Ziele erreichen will und immer wieder ausgebremst wird.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,41 MB
978-3-7528-1776-8 (9783752817768)
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Am 20.02.1968 wurde ich in Rudolstadt/Thüringen geboren. Ich habe zwei erwachsene Kinder und arbeite seit fast 20 Jahren im Rettungsdienst.
Meine Freizeit verbringe ich sehr gerne in der Natur, auf Reisen in die Ferne oder mit längeren Fahrradtouren.

Zum ersten mal alleine nach
Kenia


Am Dienstag den 27.05.2014 war es dann endlich soweit. Mein Mann fuhr mich zum Bahnhof und erinnerte mich noch einmal, dass ich nicht die Welt retten kann, dass es viel Aids gibt in Kenia und dass ich schon gar nicht auf die Idee kommen sollte Ali zu uns einzuladen.

Irgendwie haben mich diese Ansagen aber immer mehr in die andere Richtung gedrängt. Wir verabschiedeten uns ganz normal und dann stand ich da, alleine, mit Gepäck und einer langen und ungewissen Reise vor mir. In Nürnberg stellte ich fest, dass ich noch nie so ruhig war vorm fliegen wie jetzt. Von Flugangst keine Spur. Jedes mal musste Richard meine Hand halten beim starten und jetzt war alles ganz anders.

Der Flug verlief reibungslos, mit umsteigen in Istanbul und Zwischenstopp am Kilimandscharo. Um 03:30 Uhr erreichte ich endlich wieder Mombasa. Leider musste ich feststellen, dass von meinem Reiseanbieter niemand vor Ort war um mich zu empfangen und zum Hotel zu fahren. Zum Glück war jemand im Büro und als ich ihm meine Reiseunterlagen zeigte, sagte er zu mir, "Einen Moment bitte." Dieser Moment sollte zwei Stunden dauern und dann kam endlich ein PKW und brachte mich zum Galu Beach.

Gegen 7:00 Uhr traf ich im Hotel ein und schrieb sofort eine SMS an Ali, teilte ihm meine Zimmer Nummer mit und hoffte ihn bald zu sehen. Enttäuscht las ich damals seine Antwort, ich soll mich erst mal ausschlafen und wir treffen uns später am Strand. Ich wusste aus seinen E-Mails, dass er zu dieser Zeit, wenn ich komme nicht im Hotel arbeiten würde und wir somit mehr Zeit zusammen verbringen können. Das war mir auch sehr recht.

Dann begann ich noch ein paar Dinge auszupacken, ging im Anschluss duschen und schlafen und war nach zwei Stunden wieder wach. Das Telefon in meinem Zimmer klingelte und ich wunderte mich wer da anruft.

Es war die Rezeption, "Bitte kommen sie mal vor zu uns, der Reiseveranstalter vor Ort ist hier und möchte sie sprechen." So ging ich vor und erfuhr, dass angeblich der Taxifahrer die Richtung verwechselt hat und der Meinung war, ich wollte 03:30 Uhr vom Hotel zum Flughafen gebracht werden. Aber ich glaubte das nicht, ich dachte mir, man hat mich einfach nur vergessen.

Nun wollte ich schon beginnen für Ali den Geburtstagstisch zu dekorieren. Alle Geschenke und Happy Birthday Kerzen aufbauen. Eine Flasche Sekt aus dem Duty Free stand bereits im Kühlschrank. Alles sollte so perfekt wie möglich hergerichtet sein. Ali schrieb mir, wir treffen uns um 11.00 Uhr am Strand. Hm, warum erst so spät? Hatte er es nicht eilig mich zu sehen? So ging ich noch in aller Ruhe zum Frühstück. Zum Glück kannte ich mich ja dort aus obwohl ich nicht im selben Hotel war wie gebucht. Da es drei Hotels sind die zusammen gehören und auf Grund der zur Zeit nur 25 Gäste waren alle im höherwertigem Hotel untergebracht.

Nach dem Frühstück, was für mich sehr ungewohnt war, alleine zu essen, ging ich zum Palmengarten und hielt Ausschau am Strand.

Von Ali war nichts zu sehen. Inzwischen kam Security, welche ihren Posten an der Strandmauer hatten und suchten ein Gespräch mit mir. Wo blieb denn nur Ali?, waren meine Gedanken. Erneut schrieb ich eine SMS und er antwortete, "Du muss bis zum Anfang des Palmengartens vom ersten Hotel gehen, dann wirst du mich sehen. Er schrieb auch, "Ich sehe dich bereits in deiner orangen Bluse." So ging ich noch weiter zum Beginn der gesamten Hotelanlage und plötzlich sah ich jemanden hinter einem Boot hoch hüpfen und winken.

Dann war er wieder verschwunden hinter dem Boot. Ich fühlte, wie sehr ich mich auf diesen Augenblick gefreut habe. Schnurstracks geradeaus, nur noch den Blick zum Boot gerichtet, Security rechts und links, alles egal, nur noch raus aus der Anlage und zu Ali. Wir umarmten uns kurz, begrüßten uns mit "Jambo" und er gab mir einen ganz scheuen Schmatz auf den Mund. War das alles?, kreisten die Gedanken in meinem Kopf.

Danach gingen wir am Strand spazieren und er erklärte mir zuerst einmal, wenn er zur Zeit nicht im Hotel arbeitet, darf er dieses auch nicht betreten. Und schon gar nicht darf er in mein Zimmer oder wie ich glaubte er kann vielleicht mal eine Nacht dort mit schlafen.

Alles verboten. Nicht mal den vorbereiteten Geburtstagstisch für morgen konnte ich ihm schmackhaft machen. Sich mit Touristen anzufreunden und im Zimmer besuchen war absolutes Tabu. Für mich war das erst mal weniger schön.

Nachdem wir das nun schon mal geklärt hatten und immer noch spazieren gingen mit den Füßen im türkisfarbenen, warmen Ozean überkam mich plötzlich das dringende Gefühl seine Lippen zu spüren. So zog ich ihn an mich und wir küssten uns zum ersten mal voller Leidenschaft. Ich konnte mich nicht erinnern, wann mein Mann mich mal so geküsst hat. Es musste schon viele Jahre zurück liegen.

Danach fühlte ich mich viel leichter. Wir gingen in eine Strandbar, tranken Cola und erzählten unsere Pläne für diese Woche. Das erste was ich kennen lernen wollte war seine vier Kilometer Fußmarsch vom Hotel zu seinem Haus den er jeden Tag mindestens zwei mal zurück legen musste. Wenn er nachmittags eine Pause hatte von drei bis vier Stunden, ging er auch nachmittags nach Hause um ein bisschen zu schlafen. Somit waren es teilweise sechzehn Kilometer die er am Tag und in der Nacht gehen musste.

Und ich wollte sein Haus sehen, ohne Wasser und Strom, ohne Bad und Toilette. Ich wollte wissen ob alles stimmt was er uns im Dezember erzählt hat und ob Richard recht behalten sollte, dass alles nur Lüge ist um Mitleid zu erregen und Trinkgeld zu kassieren.

Ali bestellte sich sein Mittagessen und ich nur eine weitere Cola. Schließlich hatte ich AI im Hotel.

Zum ersten mal sah ich Ali beim essen zu und war doch sehr erstaunt, dass er mit den Händen aß. Später wusste ich, dass das bei Ugali so üblich ist und überhaupt viele Kenianer mit Fingern essen würden.

Danach verabredeten wir uns für 14:00 Uhr am Strand. Ich ging zurück zum Lunch und konnte die Zeit kaum abwarten ihn wieder zu sehen und endlich auf Entdeckungstour zu gehen. Immer war unser Treffpunkt an einem Boot circa 500 Meter vom Hotel entfernt. Um 14:00 Uhr trafen wir uns dort wieder. Ali saß bereits am Strand und wartete auf mich. Er war immer als erster da, er ließ mich nie warten. Lange Zeit unterhielten wir uns und ich erfuhr dass Ali nicht in die Nähe des Hotels kommen kann. Es ist verboten sich mit Touristen einzulassen oder zu treffen. Das konnte zu Problemen bei der Arbeit führen.

Immer wieder versuchte ich ihn zu überreden wenigstens einmal in mein Zimmer zu kommen, morgen an seinem Geburtstag und den gedeckten Tisch zu sehen. Aber alle Anstrengungen waren vergebens. Ali blieb bei seinem Standpunkt. "Ich muss auch daran denken, wie es für mich weiter geht wenn du wieder fort bist" sagte er. Das leuchtete mir ein. Jeder Kenianer der Arbeit hat kann sich glücklich schätzen.

Nun starteten wir endlich den lang ersehnten Weg zu seinem Haus. Über Wege mit roter Erde, durch Wiesen und vorbei an Ziegen und Hühnern. Manche Wege waren so schmal, da konnten wir nur hinter einander laufen. Und dann erreichten wir sein Haus. Es sah von außen gar nicht so klein aus wie nur ein Raum.

Wir gingen rein, ich kann es kaum beschreiben. Hier würde ich sagen ein kleiner Flur, aber für Ali war es die Küche, drei Steine, rechts ein Zimmer, dort wohnt seine Schwester mit ihrem Sohn und links ein Zimmer, das war Seins. Mein Gott war es darin dunkel, am sonnigsten Nachmittag. Ein großes Bett, ein Sofa, ein Sessel, ein runder Tisch, ein Kleiderschrank und das war es. Er führte mich rum, durch die Küche ging es rechts wieder ins freie, aber sozusagen ein nicht überdachter Raum. Dort standen Eimer mit Wasser, lagen Kokosnüsse für Vorrat und dann war noch ein Durchgang in einen weiteren nicht überdachten "Raum", Mauern circa zwei Metern hoch, das war zum duschen.

Aber da gab es nichts, nur Mauern, rote Erde und ein kleines Loch unter einer Mauer, das war für Pipi. Das war alles. Also Ali hatte Recht und nicht Richard. Kein Strom, somit keinen Vorrat für gekühlte Waren, kein Wasser, nichts. Unvorstellbar für manche die so was noch nie gesehen haben. Wir blieben noch ein bisschen dort und verweilten auf dem Sofa. Zu erzählen hatten wir uns genug. Zwischendurch kam seine Tochter Milele nach Hause. Sie lebt bei Ali, weil ihre Mutter nach Saudi Arabien ausgewandert ist und dort inzwischen mit einem anderen Mann lebt. So verlief unser Nachmittag sehr interessant und Ali lernte mehr und mehr deutsch und ich konnte mein englisch verbessern.

Am frühen Abend gingen wir zurück zum Strand und ich ging wieder ins Hotel. Von den neuen Eindrücken wurde ich sehr nachdenklich. Noch mehr gingen mir die Gedanken durch den Kopf mit wie wenig diese Menschen hier leben müssen und wie freundlich und lustig sie trotz allem jeden Tag wieder sind.

Nach dem Abendessen trafen wir uns wieder am Boot. Ich brachte den Sekt mit und eine Tüte Erdnussflips. Wir saßen am Strand, schauten zu den Sternen und genossen die Ruhe und die Zweisamkeit. Irgendwann in der Nacht liefen wir wieder gemeinsam zurück zu seinem Haus. Wir wollten es alle beide so....

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