Naokos Lächeln

Nur eine Liebesgeschichte
 
 
DuMont Buchverlag GmbH
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. August 2011
  • |
  • 428 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8321-8592-3 (ISBN)
 
"I once had a girl / Or should I say, she once had me" John Lennon/Paul Mc Cartney

Der Beatles-Ohrwurm "Norwegian Wood" ist für den siebenunddreißigjährigen Toru Watanabe ein melancholischer Song der Erinnerung: an den Aufruhr der Gefühle in einer schmerzvollen und schicksalhaften Jugend, die er zu bewahren und zu verstehen versucht.

"Naokos Lächeln" erzählt lebendig und leidenschaftlich von einer Liebe mit Komplikationen in den unruhigen sechziger Jahren: Toru, der einsame, ernste Student der Theaterwissenschaft, begeistert von Literatur, Musik und wortlosen Sonntagsspaziergängen auf Tokios Straßen, erfährt früh, dass der Verlust von Menschen zum Leben und zum Drama des Erwachsenwerdens dazugehört.

Der Jugendfreund Kizuki begeht Selbstmord, die geheimnisvoll anziehende Naoko verirrt sich in ihrer eigenen unerreichbaren Welt und Toru Watanabe muss sich zwischen ihr und der vor Lebenslust vibrierenden Midori entscheiden.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 2,91 MB
978-3-8321-8592-3 (9783832185923)
3832185925 (3832185925)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag. Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburo Oe, außerdem Yoko Ogawa und Hiromi Kawakami. Für DuMont überträgt sie die Romane Haruki Murakamis ins Deutsche.
10. Kapitel (S. 226-227)

Am folgenden Montag tauchte Midori wieder nicht zur Vorlesung auf. Was war los mit ihr? Seit unserem letzten Telefongespräch waren nun bereits zehn Tage vergangen. Ich überlegte, ob ich sie zu Hause anrufen sollte, entschied mich aber dagegen. Sie hatte ja gesagt, sie würde sich mit mir in Verbindung setzen.

Am Donnerstag traf ich Nagasawa in der Kantine. Er setzte sich mit seinem vollen Tablett zu mir und entschuldigte sich für den peinlichen Auftritt beim letzten Mal. »Kein Problem. Ich muß mich bei dir für die Einladung zum Essen bedanken. Auch wenn es eine etwas sonderbare Examensfeier war.« »Kann man wohl sagen.« Eine Weile aßen wir schweigend. »Ich habe mich wieder mit Hatsumi versöhnt.« »Hab ich mir gedacht.« »Zu dir war ich auch ziemlich fies, wenn ich mich recht erinnere«, sagte er. »Was ist los mit dir? Du entschuldigst dich ja. Bist du krank?« »Schon möglich«, sagte er und nickte zwei-, dreimal kurz. »Übrigens, du hast Hatsumi geraten, sich von mir zu trennen?« »Selbstverständlich.« »Du hast recht.« »Sie ist ein wunderbarer Mensch«, sagte ich und schlürfte meine Misosuppe. »Ich weiß.« Nagasawa seufzte. »Ein bißchen zu wunderbar für jemanden wie mich.«

Ich schlief wie ein Toter, als der Summer in meinem Zimmer mich zum Telefon rief. Aus dem Tiefschlaf gerissen, war ich völlig desorientiert; ich fühlte mich, als hätte ich mit dem Kopf im Wasser geschlafen und als wäre mein Gehirn aufgeweicht. Die Uhr zeigte viertel nach sechs an, aber ich hatte keine Ahnung, ob morgens oder abends. Mir fiel nicht einmal ein, welches Datum oder welchen Wochentag wir hatten. Ein Blick aus dem Fenster ergab, daß die Flagge nicht gehißt war, also war es wahrscheinlich viertel nach sechs am Abend. Anscheinend war die Flagge doch zu etwas nütze.

»Hallo, Toru, hast du jetzt Zeit?« fragte Midori. »Was ist heute für ein Tag?« »Freitag.« »Abend?« »Natürlich. Spinnst du? Es ist … sechs Uhr achtzehn.« Es war also wirklich Abend! Genau, ich hatte auf dem Bett gelesen und war eingeschlafen. Freitag – ich brachte mein Gehirn auf Touren. Freitags mußte ich nicht arbeiten. »Ja, ich hab Zeit. Wo bist du?« »Am Bahnhof Ueno. Ich fahre jetzt nach Shinjuku und warte dort auf dich, ja?« Nachdem wir einen Ort und eine genaue Zeit verabredet hatten, legten wir auf.

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