Sammelband: Die Blumenzauber-Reihe Band 1-3

3 Romane in einem Bundle + Weihnachtskurzgeschichte
 
 
Ullstein Forever (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 720 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95818-245-5 (ISBN)
 
Pünktlich zu Weihnachten: Die komplette Romance-Reihe in einem Band - plus extra Weihnachtskurzgeschichte. Über 720 Seiten Lesevergnügen!

Die melancholische Nadine, die lebenslustige Linda und die introvertierte Ella könnten unterschiedlicher nicht sein. Was die drei Freundinnen verbindet, sind ihre neue Rolle als Mutter und ein Winter voller Veränderungen. Während Linda an ihrer Ehe zweifelt, versucht Nadine, ihre eigene zu retten. Ella wollte eigentlich nur mit ihren Freundinnen einen Abend lang abschalten und Spaß haben, da trifft sie ausgerechnet auf ihren Exfreund Chris . Drei Geschichten über Freundschaft, Liebe und die Erkenntnis, dass man sein Happy End nicht finden kann, bevor man nicht zu sich selbst gefunden hat.

Dieser Sammelband enthält zusätzlich die Weihnachtskurzgeschichte 'Schneekugel ist nicht gleich Schneekugel' von Isabella Muhr.
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 4,22 MB
978-3-95818-245-5 (9783958182455)
3958182453 (3958182453)
Isabella Muhr, geboren 1984 in Moosburg an der Isar, lebt und liebt seit 2001 in München und arbeitet dort als Erzieherin. Bereits zu Schulzeiten hat sie ihre Klassenkameraden mit kleinen Kurzgeschichten unterhalten und sich schließlich kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag den großen Traum vom ersten eigenen Roman erfüllt. Seither schreibt sie mit Begeisterung an neuen Projekten. Zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und ihrer Katze wohnt sie am Münchener Stadtrand und backt und häkelt, als hätte sie eine Großfamilie.

Kapitel 1


September 2015

Als Linda damit anfing, Ella und Nadine von der Absicht zu berichten, ihren Mann mit einem anderen zu betrügen, da war Nadine vor allem eines: geschockt. Sie hatte Linda und Ella gerade erst vor fünf Monaten beim Babyschwimmen kennengelernt und war daher auf ein derart intimes Gespräch nicht im Mindesten vorbereitet gewesen. Ella und Linda kannten sich schon eine halbe Ewigkeit und waren ihr, was Vertrautheit und abgelegte Hemmungen untereinander anging, meilenweit voraus. Nadine wusste es zu schätzen, dass die beiden sie so vorbehaltlos in ihren engen Kreis aufgenommen hatten. Dennoch überforderte sie das Tempo, das die beiden an Offenheit und Ehrlichkeit an den Tag legten, hin und wieder. Und so rutschte sie an diesem Vormittag unbehaglich auf ihrem Hintern hin und her, als Linda ihr eröffnete, dass sie drauf und dran war, Salami verstecken mit einem Mann zu spielen, der nicht ihr eigener war.

Linda erklärte gerade, wie sie Mark - so hieß der unmoralische Verführer - kennengelernt hatte. Nadine schwieg, aber sie war sich sicher, dass ihr Gesichtsausdruck Bände sprach. Nervös kaute sie auf einer ihrer dunklen Haarlocken herum (was sie immer tat, wenn sie sich unsicher oder unwohl fühlte) und hoffte inständig, einen nicht allzu wertenden Eindruck auf die anderen beiden zu machen. Lindas verzagtem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, quälte sie sich ohnehin bereits selbst mit ihren eigenen moralischen Einwänden genug. Sie fuchtelte etwas hilflos mit ihren perfekt manikürten Fingernägeln in der Luft herum, als sie erklärte:

»Wir sind uns ein paar Mal zufällig auf dem Spielplatz vor unserem Haus begegnet. Er hat einen Sohn, allerdings ist dieser etwas älter als meine kleine Luisa. Mark lebt getrennt von seiner Frau. Und gestern hat er mich einfach gefragt, ob ich nicht mal mit zu ihm nach Hause kommen will, wenn seine Ex den Kleinen hat. Schließlich sind wir ja fast Nachbarn und es wäre schön, sich mal ungestört unterhalten zu können .«

Sie zeichnete Anführungszeichen mit ihren Fingern in die Luft und warf Ella und Nadine abwechselnd einen etwas verzweifelt wirkenden Blick zu.

»Bisher haben wir nur äußerst sittliche und rein asexuelle Themen besprochen«, beteuerte Linda nachdrücklich, als die beiden anderen Frauen jegliche Art von aufmunternder Mimik vermissen ließen und zählte bereitwillig auf: »Babykotze, wie lecker der Babybrei zum Anrühren schmeckt, Baby, Baby, Baby, dreckige Wäscheberge, Baby, Schlafmangel. weshalb mich dieses unverblümte Angebot gestern umso mehr überraschte!«

Wieder dieser Hundeblick hin zu den Zuhörern. Nadine bekam Mitleid und versuchte sich kooperativ an einem Lächeln, was jedoch kläglich misslang. Hilfesuchend sah sie zu Ella hinüber. Diese starrte, wie schon zu Beginn von Lindas Eröffnung, auf die Kinder, die sich vor ihnen im Sandkasten amüsierten und verzog keine Miene.

Ella - mit ihrem schwarzen Bob, ihrer Brille und ihren esoterisch anmutenden Steinchenohrhängern - sah, ganz im Gegensatz zu Nadine, mit ihren 29 Jahren schon sehr erwachsen aus. Sie erinnerte Nadine stets ein wenig an eine gesetzte Bibliothekarin. Mit ihrem Style wollte sie optisch so gar nicht zu der bunten Neuzeitblondine in ihrer beider Mitte passen. Linda war definitiv die auffälligste Erscheinung der Drei. Sie war immer laut und bunt. Was sie eigentlich nicht nötig hatte, denn sie besaß durchaus eine natürliche Schönheit, mit der sie auch so genug Aufmerksamkeit von ihrem Umfeld bekommen hätte. Was Nadine selbst betraf, so war sie rein optisch der klassische Langzeitstudenten-Typ. Mit ihren wilden Locken und ihrer Vorliebe für bequeme Jeans und weite Hemden wirkte sie trotz ihrer 25 Jahre immer noch jugendlich und klein-mädchenhaft. Was zum Teil auch an ihrer schlaksigen Figur liegen mochte.

»So der Reihe nach auf dieser Holzbank aufgereiht geben wir bestimmt ein fesselndes Bild ab«, dachte Nadine. Die Bibliothekarin, die Neuzeitblondine und die Langzeitstudentin. Sie musste unwillkürlich schmunzeln, auch wenn ihr, angesichts des aktuellen Themas, nicht danach sein sollte. Gerade so, als wolle Linda Nadines letzten Gedankengang bestärken, fuhr diese weiter fort:

»Es hatte so unverfänglich angefangen - wirkte so unschuldig und unverbindlich. Klar haben wir immer wieder ein wenig miteinander geflirtet, doch das war nur Herumgeblödle. Nichts Ernstes. Ich muss allerdings gestehen, dass ich süchtig nach diesen Treffen mit ihm geworden bin! Diese Aufmerksamkeit, dieses aufrichtige Interesse an mir und meiner Person. Ihr ahnt ja gar nicht, wie sehr mir das alles gefehlt hat! Ich wusste bis vor Kurzem ja selbst nicht einmal, wie sehr!«

Es entstand wieder eine nachdenkliche Pause, in der alle drei Frauen wie die Hühner auf der Stange auf dieser Holzbank neben dem Spielplatz ihrer Kinder saßen und nachdenklich schwiegen.

Diese besagte Holzbank, mitten im Zentrum Münchens, im Stadtteil Schwabing, war seit einigen Wochen zu einer Art Stammplatz für die Freundinnen mutiert. Dieser kleine Spielplatz war der ideale Treffpunkt für junge Mütter. Es gab ein Bistro in der Nähe mit einer funktionierenden Toilette, einem unerschöpflichen Vorrat an Kaffee und jeder Menge Alternativen für die so oft zu Hause vergessene Breze. Die U-Bahn war nur wenige Gehminuten entfernt. Falls vollgekotzte Kleidung, ausufernde Trotzanfälle oder sonstige Babynotfälle eintreten sollten, war der Zeitaufwand zur Schadensbegrenzung also minimal. Ein weiterer Pluspunkt war die spärliche Ausstattung des Spielplatzes. Außer zwei mickrigen Wipptieren und einer kleinen Rutsche neben einem Sandkasten war nichts geboten, weshalb die Anzahl der dort spielenden Kinder auch an sonnigen Tagen überschaubar blieb. Und das Beste: Größere Arschlochkinder, die den drei kleinen Krabbelkindern hätten gefährlich werden können, waren überhaupt nicht anzutreffen.

Die Frauen hatten ihn eines Tages, als sie gemeinsam mit den Kinderwägen durch die Straßen geschlendert waren, entdeckt und sein Potenzial sofort erkannt.

Nadine konnte aus den Augenwinkeln beobachten, wie Linda unglücklich ihre Fußspitzen fixierte, während Ella mit ausdrucksloser Miene nach wie vor zu den mittlerweile 10 Monate alten, friedlich spielenden Kleinkindern hinüberstarrte. Ihr Gesicht spiegelte die sprichwörtliche Neutralität der Schweiz . Keine Spur von Abneigung oder Zuspruch. Sie sah aus wie ein Cowboy, so breitbeinig wie sie da saß, mit den Ellenbogen auf die Knie gestützt und irgendetwas mit kreisendem Unterkiefer vor sich hin kauend. Ein Vogel landete vor ihren Füßen, hopste zwei Schritte auf sie zu und musterte sie mit schief gelegtem Kopf. Nadine konnte beobachten, wie Ella unmotiviert ein Stück Breze aus ihrer Tasche zog, ein paar kleine Fetzen davon herunterriss und vor dem Vogel auf den Boden hinwarf. Nadine kannte die beiden zwar erst wenige Monate, doch kam ihr Ellas Verhalten an diesem Tag trotzdem recht seltsam vor. Sie war nicht der grüblerische Typ. Das war in der Regel Nadines Part bei einer Konversation. Aber dieses Thema schien Ella ebenso zu berühren und in ihrem Verhalten zu verändern, wie Nadine. Nur eben auf andere Art und Weise.

Ohne es wirklich zu wollen, musste Nadine plötzlich an ihre Mutter denken. Wie ein Schmetterling war sie damals von Beziehung zu Beziehung geflattert, nachdem die Scheidung von Nadines Vater vollzogen, und beide von da an auf sich alleine gestellt waren. Ja, sie war der Schmetterling und Nadine während ihrer gesamten Kindheit die eine Wiesenblume unter vielen, die ihrer Mutter zwar beim Flattern zusehen konnte, ansonsten allerdings darauf hoffen musste, dass sie eines Tages den Weg zu ihr zurück finden würde, um ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie zum Wachsen und Gedeihen benötigte. Während ihre Mutter leichtfüßig von Mann zu Mann schwebte und ihr Leben lebte, war Nadine immer nur dann ein Teil von diesem, wenn ihre Mutter dazu Zeit und Lust hatte. Sie hatte sich gleichzeitig mit dem Konzept der Ehe auch von ihren Mutterinstinkten gelöst und war von diesem Moment an auf emotionaler Ebene nur noch schwer bis gar nicht für ihre Tochter zu erreichen. »Ob Ella eine ähnliche Kindheit vorzuweisen hat und sich deshalb so benimmt?« Mit diesem Bild im Hinterkopf wandte sich Nadine wieder Linda zu. Diese starrte immer noch auf ihre Füße und kaute dabei so heftig auf ihrer Unterlippe herum, dass diese bereits ganz geschwollen wirkte. Als sie merkte, dass sie wieder Nadines ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, begann sie:

»Diese Linda-die-Mutter-Geschichte hat mittlerweile so einen dominanten Platz in meinem Alltag eingenommen, dass sich Linda-die-Frau aus Mangel an Relevanz irgendwann einmal klammheimlich in den Garten verzogen hat und seither in einem selbst gebuddelten Erdloch auf einen langsamen und qualvollen Tod wartet. Mark hat diesen Teil von mir einfach gepackt und aus seinem Erdloch hinaus, direkt auf den Laufsteg des Münchner Nachtlebens katapultiert. Und Leute: Das Gefühl ist so berauschend, dass ich es unmöglich unterdrücken kann. Linda-die-Frau hat ein zu langes Dasein voller Entbehrungen gefristet, als dass ich mich jetzt wieder bereit erklären könnte, sie brav in ihr Erdloch zurückziehen zu lassen. Nur, um auf das Stichwort eines Mannes zu warten, der sie vielleicht sogar schon längst vergessen hat!«

»Du meinst Dennis?«, fragte Nadine überflüssigerweise an ihrer bereits vollgespeichelten Haarlocke vorbei. Dennis war Lindas Ehemann. Nadine hatte ihn noch nicht oft gesehen, aber Linda erzählte häufig, dass er sie seit Luisas Geburt kaum noch berührte. Es war kein Geheimnis, dass die drei Frauen sich seit...

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