Autofahren ohne Angst

Das Erfolgsprogramm für entspanntes Autofahren
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • erschienen am 22. Februar 2021
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-456-76076-6 (ISBN)
 
Endlich entspannt und sicher am Steuer sitzen! Haben Sie Angst vor Autobahnen, Staus, Tunneln oder Brücken? Fürchten Sie sich vor hohen Geschwindigkeiten, dem Überholen oder engen Baustellen? Leiden Sie beim Fahren unter Herzrasen, Luftnot oder Schwindel? Damit sind Sie nicht alleine: Mehrere Millionen Menschen leiden unter Angstzuständen beim Autofahren. Dabei ist es oftmals nicht die Angst vor dem Fahren selbst: Angststörungen, wie z.B. soziale Ängste, Höhenangst oder Unfalltraumata, können sich ebenfalls massiv auf das Autofahren auswirken. Die zweite, überarbeitete Auflage dieses hilfreichen Ratgebers beinhaltet nicht nur zahlreiche Tipps und Lösungen zur Bewältigung von alltäglichen Ängsten beim Autofahren, sondern bietet auch einen fundierten Überblick über die wichtigsten Angststörungen, die ein Auslöser sein können. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Panikattacken und den damit verbundenen, bedrohlichen oder als peinlich empfundenen Körperreaktionen. Die zugrunde liegenden Ängste können verstanden und mithilfe der vorgeschlagenen Übungen bewältigt werden. Das Buch richtet sich an ängstliche Autofahrer, Wiedereinsteiger nach einer langen Fahrpause und Menschen mit Angststörungen. Fahrschülern und Fahrlehrern werden zahlreiche Möglichkeiten für angstfreie und effektivere Fahrstunden sowie eine erfolgreiche Fahrprüfung aufgezeigt. Die gezielten Hilfen für die Behandlung von Angststörungen, die sich auf das Autofahren erstrecken, eignen sich auch für die Anwendung während einer Therapie. Der Autor ist Diplompsychologe und Verhaltenstherapeut und arbeitet seit vielen Jahren mit Angstfahrschulen zusammen.
2. überarbeitete Auflage 2021
  • Deutsch
  • Bern
  • Beifahrer Fahrlehrer Fahrschüler
  • 1
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  • 1 Tabelle
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  • 1 Tabelle
  • 4,02 MB
978-3-456-76076-6 (9783456760766)
10.1024/86076-000
weitere Ausgaben werden ermittelt

|17|1  Erste Einschätzung - wo liegt mein Problem?


Die folgenden Kapitel bieten eine erste Orientierung, welche Probleme bei Ihnen zutreffen könnten. Weitere Hinweise finden Sie unter den ausführlichen Checklisten (siehe Anhang 2: Checklisten). Haben Sie den Verdacht, unter einer der beschriebenen Angststörungen zu leiden, so finden Sie weitere Beschreibungen sowie Behandlungs- und Übungsmöglichkeiten in Kap. 5. Möglicherweise sollten Sie sich in verhaltenstherapeutische Behandlung begeben, um eine Diagnose fachlich abzuklären und Behandlungsvorschläge zu erhalten.

Körperliche Erkrankungen sollten trotzdem nicht ausgeschlossen werden. Erfahrene Verhaltenstherapeuten werden das berücksichtigen und Sie ggf. zur Abklärung an die entsprechende Ärztin überweisen.

1.1  Richtige Diagnose, gezieltes Üben, erfolgreiche Behandlung


Wussten Sie, dass die meisten Menschen mit Flugangst gar nicht den möglichen Absturz fürchten? Fast alle meiner Patienten, die dieses Problem belastet, haben vielmehr Angst, im Flugzeug einen Panikanfall zu erleiden, keine Fluchtmöglichkeit zu haben und eingeschlossen zu sein, wenn Herzrasen, Schwindel oder Luftnot einsetzen. Ihre größte Sorge ist der Kontrollverlust, die Peinlichkeit, vielleicht ohnmächtig zu werden, sich erbrechen zu müssen, nicht schnell genug medizinische Hilfe zu erhalten. In Seminaren gegen Flugangst und in entsprechenden Selbsthilfebüchern wird jedoch vorrangig vermittelt, dass technisches Versagen und Abstürze kaum möglich sind. Danach werden einige Entspannungstechniken geübt.

|18|Ob diese Vorgehensweise Menschen nützt, die extreme Angst vor ihren eigenen Symptomen haben, die in Panik geraten, wenn sie dieser Situation nicht entfliehen können? Ich behaupte, dass diese Art der Angstbewältigung in solchen Fällen eher wenig hilft - und wenn, dann eher zufällig. Es käme vielmehr darauf an, sich mit der Angst vor bestimmten Körpersymptomen, der Angst an sich, zu konfrontieren, oder sich immer wieder Situationen auszusetzen, aus denen Flucht nur schwer möglich ist.

Dasselbe gilt fürs Autofahren. Bei schwerwiegenden Angststörungen hilft es nicht, immer wieder nur das Fahren zu üben. Vielmehr sollten die Ängste, die zu den Unsicherheiten führen, erkannt und eine entsprechende Behandlung durchgeführt werden. Dabei werden die Ursachen erforscht und vielleicht Übungen vorgegeben, die nichts mit dem Autofahren zu tun haben. Konfrontationsübungen mit dem Auto sind dann erst später erforderlich und begleiten die Maßnahmen.

Ich habe zahlreiche Menschen befragt, wie sie ihre Fahrschulausbildung erlebt haben. Ehemalige Fahrschüler, die fahrängstlich waren oder während der Ausbildung bestimmte Schwierigkeiten hatten, berichteten übereinstimmend Folgendes: Wenn es Probleme gab, wurden immer wieder bestimmte Verkehrssituationen geübt, z.?B. Anfahren am Berg oder Fahrstreifenwechsel. Manchmal waren bis zur Fahrprüfung 60 bis 80 und mehr Stunden nötig. Das kostet viel Geld, macht das Lernen schwer und ist nicht besonders effektiv, wenn letztlich ganz andere Ursachen dahinterstecken, etwa eine soziale Phobie.

Natürlich werde ich beim Autofahren sicherer, wenn ich "überlerne", d.?h. einen bestimmten Vorgang immer und immer wieder übe. Aber welch ein enormer Zeitaufwand ist dafür nötig! Wie viele Frustrationen, wie viele unsichere und gefährliche Situationen muss ich ertragen, nur weil das wirkliche Problem nicht erkannt wurde?

Das Problem von Autofahrern und Fahrschülern sind oft nicht Fahrfehler, Unvermögen oder Ungeschicklichkeit, sondern dass sie bei Fehlern (die alle Anfänger machen!) und möglicher Kritik in Angst geraten, "kopflos" reagieren. Vielleicht hat ein Autofahrer früher einen Unfall erlitten, bringt aber plötzlich auftretende Angstsymptome nicht bewusst mit der Situation von damals in Verbindung. Vielleicht fäht eine Autofahrerin sehr gut, hat aber große Angst vor Konflikten und fängt an, unsicher zu fahren, wenn sie von ihrem Beifahrer kritisiert wird.

|19|Wüssten die Fahrschüler, die Fahrlehrer, die Autofahrer oder Beifahrer, was sich hinter vermeintlichen Fahrfehlern und Unsicherheiten verbirgt, könnten sie viel zielgerichteter üben. Dazu kann es sogar notwendig sein, eine Fehlersituation nicht nur nicht zu vermeiden, sondern sie sogar absichtlich herbeizuführen. Mit dem Fahrschüler zu vereinbaren, dass er vorsätzlich zehnmal am Berg das Auto abwürgen soll, oder dass er sich eine Fahrstunde lang möglichst kritisieren lässt - zunächst natürlich sanft und "für nichts und wieder nichts". Die Probleme können dann schneller, bzw. überhaupt erst, gelöst werden. Die Betroffenen können lernen, mit ihren Ängsten und den sie belastenden Situationen gelassener umzugehen und ihr wirkliches Geschick beim Autofahren zu zeigen. Vorausgesetzt, sie selbst, ihre Fahrlehrer oder ihre Partner erkennen die eigentlichen Ängste und Unsicherheiten und können diese zu bewältigen versuchen. Es würden viel Kummer, Geld und Zeit gespart.

1.2  Herzrasen, Schwindel, Luftnot. Horror Autobahn


Panikattacken und Agoraphobie

Die betroffenen Fahrer und Beifahrer haben panische Angst davor, beim Autofahren einen Anfall zu erleiden. Sie haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, plötzlich ohnmächtig oder verrückt zu werden oder zu sterben (Herzinfarkt, Hirntumor, Ersticken). Dazu tritt ein starker Drang auf, die Situation, in der man sich befindet, fluchtartig zu verlassen, um im Notfall schnell zu Hause, beim Arzt oder im Krankenhaus sein zu können. Besonders Autobahnen werden gemieden, da man nicht unmittelbar abfahren, stehenbleiben oder umkehren kann wie auf anderen Straßen und man gezwungen ist weiterzufahren.

Weite Plätze, Menschenmengen, Autobahnen, Staus, öffentliche Verkehrsmittel und größere Entfernungen von Zuhause werden gemieden, ebenso das Alleinsein und das allein Fahren. Viele Betroffene fahren nur noch in Begleitung, aus Furcht, hilflos einem vielleicht lebensbedrohlichen Anfall ausgeliefert zu sein. Die Gedanken und die Angst vor einem erneuten Anfall sind ständige Begleiter. Medizinische Untersuchungen blieben ohne Ergebnis.

|20|Wenn einige dieser Punkte und Symptome auf Sie zutreffen, leiden Sie vermutlich unter einer Panikstörung und Agoraphobie. Die beschriebenen Symptome sind nicht eingebildet und können sehr quälend sein. Sie sind aber die Folge der Panik und nicht die Folge einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Die frohe Botschaft: Ihr Leben ist nicht in Gefahr! Mir ist kein inneres Organ bekannt, das von sich aus zuverlässig erkennt, ob Sie sich auf einer Autobahn, in einer Menschenmenge, allein und/oder weit weg von Zuhause befinden, um genau dann Herzrasen, Schwindelattacken oder Luftnot zu entwickeln. Die nicht so frohe Botschaft: Diese Attacken sind für die Betroffenen quälend und fühlen sich oft schlimmer an als eine organische Erkrankung.

1.3  Angst vor Kritik, Beobachtung, Fehlern und Blamage


Nach einer Kritik der Fahrlehrerin oder eines Beifahrers sind Sie so verunsichert, dass oft gar nichts mehr geht. Die Blicke und die Beobachtung durch andere Menschen versetzen Sie in Spannung und Angst. Der Fahrprüfung gehen schlaflose Nächte voraus, die Prüfung selbst wird als Horror erlebt, "kopflos" passieren Fehler, und manchmal muss die Prüfung abgebrochen werden. Viele meiden wegen ihrer Unsicherheit und der Angst vor Konflikten das Autofahren ganz, überlassen lieber der Partnerin oder dem Partner das Steuer. Die befürchtete Kritik, Konflikte, der Ärger anderer Autofahrer, die Scham wegen peinlicher Körperreaktionen, wie Schwitzen, Harndrang, Zittern oder Erröten, sind zu "stressig". Wenn einige dieser Punkte auf Sie zutreffen, leiden Sie möglicherweise unter einer Sozialen Phobie.

Soziale Ängste/Soziale Phobie

Menschen mit dieser Angststörung haben eine übermäßige Angst vor negativen Bewertungen durch andere, das erstreckt sich auch auf das Autofahren. Sie trauen sich das Fahren nicht zu, befürchten, sich zu blamieren, geraten bei Fehlern, Kritik oder in schwierigen Verkehrssituationen in Anspannung oder Panik....

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