Im Thronsaal

Eine berührende Reise zum Vater
 
 
SCM R. Brockhaus (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. März 2021
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-417-26994-9 (ISBN)
 
Sieben Begegnungen mit dem Vater, die alles verändern"Komm, ich möchte dir etwas zeigen!" Tanja Mühlan hört diese Einladung persönlich an sie gerichtet, von ihrem Vater im Himmel. Lange Zeit hat sie auf eine Begegnung mit ihm gewartet - und Gott führt sie als Antwort in seinen Thronsaal.
Lass dich einladen, dieser Reise hinein in die Gegenwart Gottes zu folgen und dort selbst Gott, deinen Vater, zu treffen. Er freut sich auf dich und will dir innere Heilung, Veränderung und Ermutigung schenken. Möge Gott dir in aller Tiefe begegnen.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Tanja Mühlan (Jg. 1976) lebt mit ihrer Familie in Braunschweig. Sie ist Grundschullehrerin und Fachreferentin für Familie und Erziehung. In ihrer Gemeinde ist sie Teil des Leitungsteams und predigt regelmäßig. Besonders fasziniert sie Gottes Wort und seine vielfältigen Wege, zu Menschen zu reden.
  • Umschlag
  • Haupttitel
  • Impressum
  • Inhalt
  • Über die Autorin
  • Geleitwort
  • Vorwort
  • Der Weg zum Thronsaal
  • Die Tür
  • Der Spiegel
  • Der Globus
  • Der Garderobenständer
  • Das Buch des Lebens
  • Die Schatzkammer
  • Der Wandteppich
  • Der Bilderrahmen
  • Nachwort

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

Die Tür



PSALM 145,15-19
Tatsächlich, ich konnte es kaum fassen. Wir waren gerade erst wenige Minuten gemeinsam unterwegs gewesen und schon standen wir eindeutig vor dem Thronsaal. Wenn man ihm nahe kam, spürte man sofort, wie sich alles in einem nach diesem Ort verzehrte. Hier war das Zentrum all dessen, wonach sich mein Herz jeden einzelnen Moment sehnte. Wie hatte ich das vergessen können? Zugleich erfüllten mich eine tiefe Zufriedenheit und ein maßloser Hunger. Der Umstand, dass ich stundenlang alleine den Weg gesucht hatte und anscheinend kurz vor dem Ziel erschöpft zusammengebrochen war, erschütterte mich. Hätte ich nicht noch ein wenig länger laufen können? Dann hätte ich den Thronsaal auch ohne den Sohn des Königs erreicht.


JOHANNES 14,6
Als hätte er meine Gedanken gelesen, schüttelte dieser langsam den Kopf und eine tiefe, aufrichtige Anteilnahme stand in seinem Blick. »Tatsächlich bist du schon die ganze Zeit über direkt vor diesem Ziel hin und her geirrt.« Mein Entsetzen veranlasste den Sohn, mir umgehend eine Hand auf die Schulter zu legen, bevor er weitersprach: »Mein Liebes, es hat einen Grund, warum der König mich immer bat, dich zu ihm zu begleiten. Ich allein bin der Weg zu ihm, nur durch mich findest du Zugang zum Thronsaal. Die Menschen folgen vielen Pfaden, von denen sie annehmen, dass sie der richtige Weg zum König sind. Manche sind besonders ausgetreten, sie wurden also scheinbar bereits zuvor von anderen Wissenden beschritten. MATTÄUS 7,13-14Können diese Wege dann überhaupt falsch sein? Häufig sind sie es. Viele Orte, Gegenstände, geistliche Rituale scheinen auf unsere Gegenwart hinzuweisen, sie wirken wie Wegweiser und führen doch nur in die Irre. Sie sind Sackgassen, die Leben verheißen und doch 2. TIMOTHEUS 4,3-4Leere mit sich bringen. Doch wenn du mich siehst, meine Liebe, dann siehst du das Herz und die Einladung des Vaters in mir. Ich zeige dir den Weg zu ihm, und ich bin auch die Tür, durch die du in den Thronsaal hineinkommst.«

JOHANNES 14,9»Das heißt«, versuchte ich seine Worte zu verarbeiten, »ohne dich hätte ich diesen Ort niemals gefunden?«

»Das ist richtig. Deshalb habe ich es mir auch zur Aufgabe gemacht, dich zu begleiten und dich nicht für einen Moment alleine zu lassen«, entgegnete mein Begleiter mir.

In diesem Moment erinnerte ich mich daran, dass er mir diese Worte schon einmal zugesprochen hatte, als ich ihn zum allerersten Mal traf und ihm sagte, dass ich ihm gerne folgen würde. Während ich mich der Erinnerung hingab, ergriff der Sohn des Königs erneut meine Hand, um mich zu der vor uns liegenden gigantischen Mauer zu führen, die den Thronsaal umgab. Obwohl ich diesen Ort bereits viele Male besucht hatte, erschien mir der Anblick jedes Mal wieder anders. Irgendetwas störte mich heute, doch ich konnte nicht gleich erfassen, was genau es war. Doch von einem Moment auf den anderen wusste ich, was fehlte: Der Eingang, durch den ich schon so oft gelaufen war. Hier standen wir vor einer gewaltigen Mauer, die sich zu beiden Seiten so weit erstreckte, wie meine Augen blicken konnten. Doch statt eines Eingangstors konnte ich lediglich einen kleinen Spalt ausfindig machen, durch den der helle Schein der dahinterliegenden Pracht verlockend in die bereits einsetzende Dämmerung drang.

Ich allein bin der Weg zu ihm, nur durch mich findest du Zugang zum Thronsaal.

»In welche Richtung muss ich um die Mauer herumlaufen, um zum Eingang zu kommen?«, fragte ich den Sohn des Königs, verwirrt darüber, dass er mich nicht gleich bis dahin geführt hatte. Noch verunsicherter war ich, als er mich mit einem Funkeln in den Augen anlächelte und auf den Spalt vor uns deutete:

»Du stehst bereits vor dem Eingang, meine Liebe.«


HEBRÄER 12,1
»Wie meinst du das? Das hier ist ein Spalt, so eng, dass ich keinesfalls hindurchpassen werde«, sagte ich mit unverhohlener Ungeduld und aufkommendem Ärger in der Stimme.

Wieder legte mein Gegenüber mir beruhigend seine Hand auf die Schulter. »Da hast du recht. Du musst zuvor alles ablegen, um in den Thronsaal hineinzukommen«, war seine knappe Antwort, die mich jedoch nur noch fragender zurückließ.

Ich trat näher an den Spalt heran. Frontal würde ich unter keinen Umständen hindurchpassen. Vorsichtig drehte ich mich und versuchte, mich mit der rechten Schulter zuerst durch die Öffnung zu schieben. Doch nachdem ich es eine Weile probiert hatte, wurde mir unweigerlich klar, dass ich auch seitlich nicht durch den Spalt passte. Nun wurde ich wirklich wütend. Sollte das alles ein Spiel sein, ein schlechter Scherz? Ich war den ganzen weiten Weg gelaufen, hatte im letzten Moment endlich den Sohn des Königs getroffen und sollte nun hier, kurz vor dem Thronsaal, scheitern? Ich ließ meinen Gefühlen freien Lauf, indem ich aufgebracht vor dem Spalt hin- und herlief. Doch dann hielt ich inne. Was genau hatte mein Begleiter zu mir gesagt? Ich sollte alles ablegen? Aber ich hatte doch gar nichts dabei!

Noch während ich diesen Gedanken hatte, spürte ich ein Ziehen an meinen Schultern. Ein schier unfassbares Gewicht schien mich plötzlich nach unten zu drücken. Stöhnend griff ich an meine linke Schulter, und da war er: der Riemen meines Rucksacks. Ihn hatte ich ganz vergessen. Doch jetzt, wo er mir bewusst geworden war, schien die Last mich fast zu Boden zu drücken. Ich hielt sein Gewicht keine Sekunde länger aus. Mit letzter Kraft zerrte ich ihn von meinem Rücken und ließ ihn vor meine Füße plumpsen.

Still hatte der Sohn des Königs die ganze Situation aus einiger Distanz beobachtet. Nun kam er auf mich zu und in seinen Augen las ich die Bestätigung, dass ich das Richtige getan hatte. »Meine Liebe, diesen Rucksack sollst du nicht länger tragen. Seine Last ist nicht für dich bestimmt!«, lauteten seine Worte, als er bei mir ankam.

Dankbar trat ich mit der Schuhspitze gegen den verschlissenen Rucksack, den ich den ganzen Weg über auf meinem Rücken getragen hatte. Erst jetzt wurde mir bewusst, welche Mühe er mir gemacht und wie viel Kraft er mich gekostet hatte. Dabei war er doch mittlerweile leer, fiel es mir plötzlich ein. Wie konnte er dann so schwer sein? Hatte ich nicht auf dem langen Weg immer wieder Dinge herausgenommen, verteilt, genutzt? Mit flinken Fingern öffnete ich das mir vertraute Stück und schaute gebannt in sein dunkles Inneres. Er war genau so, wie ich es erwartet hatte - leer. Verwirrt fasste ich mit der Hand nach dem Griff an der Oberseite, um den Sack anzuheben. Doch es war mir nicht möglich. Sein Gewicht war so enorm, dass ich es selbst mit beiden Händen nicht schaffte, ihn auch nur einen Millimeter zu bewegen. Ich suchte den Blick meines Begleiters. »Du kannst mir das erklären, richtig?«, fragte ich ihn und musste lachen, als er mir mit einem Auge zuzwinkerte.

»Ich habe lediglich abgewartet, bis du mich endlich fragst«, erwiderte er charmant und schaute mich gleichzeitig auffordernd an.

»Also«, setzte ich an, »wie kann mein Rucksack so schwer sein, obwohl er gar nichts mehr enthält? Tatsächlich wird mir nun im Rückblick bewusst, dass er immer schwerer geworden ist, wenn ich etwas herausgenommen habe, und dass er schon ungeheuer viel gewogen hat, als ich mich erschöpft auf den Stein gesetzt habe. Woran liegt das?«

Nachdenklich machte der Sohn des Königs einen Schritt auf meinen Rucksack zu, bevor er antwortete. Ich sah, wie er einen Arm ausstreckte, bevor er ihn mit einer einzigen fließenden Bewegung hochhob und ihn sich selbst auf den Rücken setzte. Vor Erstaunen riss ich Augen und Mund auf. »Wie ., warum .?« Bevor ich weiterstammeln konnte, legte er einen Finger auf meine Lippen, um mir zu bedeuten, ihm zuzuhören. Sofort kam ich seiner stummen Aufforderung nach, voller Spannung darauf wartend, was er nun erzählen würde.


MATTHÄUS 11,28-30
»Meine Liebe, diese Last war niemals für dich gedacht, sondern immer schon für mich allein. Wie du selbst gemerkt hast, ist sie dir viel zu schwer und sie lässt dich immer dann kraftlos und erschöpft zurück, wenn du dennoch versuchst, sie selbst zu tragen. Kannst du dich erinnern, wie du mir sonst zu Beginn unseres gemeinsamen Weges zum Thronsaal deinen Rucksack gegeben hast? Während wir die Strecke zusammen gegangen sind, habe ich deine Last getragen und im Thronsaal hast du sie niemals gebraucht. Sie blieb bei mir - dort, wo sie hingehört.«

Tatsächlich kamen mir bei den Worten des Königssohns Erinnerungen an Momente in der Vergangenheit in den Sinn, in denen ich ihm dankbar meinen Rucksack übergeben hatte. Doch ich verdrängte sie schnell, um mich wieder auf ihn und seine Erläuterungen zu konzentrieren:


LUKAS 10,41-42
JOHANNES 5,19-20
»Nun denk noch mal bewusst an diesen heutigen Marsch zurück, den du zu großen Teilen allein bestritten hast. Du warst gezwungen, die Last selbst zu tragen. Wann immer du stehen geblieben bist und auf eine Not reagiert hast, die dir am Rande des Weges begegnet ist, hast du von dir etwas gegeben und dafür einen Teil der Last dieser Person auf dich genommen. Es freut mich sehr, dass andere Menschen und ihre Probleme dich nicht unberührt lassen, doch ist nicht jede dieser Nöte dafür vorgesehen, von dir gelindert zu werden. Du hast auf deinem Weg viele Dienste getan, die nicht Teil des Plans waren, den mein Vater für dich hat. Wann immer du selbst entscheidest, wie du den Herausforderungen begegnest, die deinen Weg kreuzen, wirst du dich überfordern, erst recht dann, wenn du aus deinen eigenen Möglichkeiten schöpfst. Am Ende hast du dann selbst nichts mehr, was dich stärken...

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