Der Zeuge, den ich töten wollte: Kriminalroman

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. August 2020
  • |
  • 140 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4397-9 (ISBN)
 
Der Patrolcar schaukelte durch Pfützen und Schlaglöcher. Tom Parton, der auf dem Beifahrersitz saß, ließ seinen Blick schweifen und knurrte: »Dreck. Wohin man schaut, nichts als Dreck.« Stacey Reiner, sein Kollege, grinste. »Auch das ist New York, mein Freund. Der Big Apple besteht nicht nur aus dem glamourösen Lichtermeer des Broadways.« Er hielt den Streifenwagen zwischen zwei Lagerhausruinen an. Tom Parton warf ihm einen befremdeten Blick zu. »Warum bleiben wir stehen?« »Hab was zu erledigen.« Reiner öffnete den Wagenschlag. »Bin in ein paar Minuten wieder bei dir. Mach dir inzwischen vor Angst nicht ins Hemd, Kumpel.« Er stieg aus, drückte die Tür ins Schloss. Eine schweißtreibende Schwüle hüllte ihn ein. Er kniff die Augen zusammen, und seine Züge wurden hart, während er sich mit raschen, geschmeidigen Schritten vom Patrolcar entfernte. Sobald er das Blickfeld seines Partners verlassen hatte, zog er seine Dienstwaffe...
  • Deutsch
  • 0,78 MB
978-3-7389-4397-9 (9783738943979)

?Der Zeuge, den ich töten wollte: Kriminalroman


A.F.Morland



Der Patrolcar schaukelte durch Pfützen und Schlaglöcher. Tom Parton, der auf dem Beifahrersitz saß, ließ seinen Blick schweifen und knurrte: »Dreck. Wohin man schaut, nichts als Dreck.« Stacey Reiner, sein Kollege, grinste. »Auch das ist New York, mein Freund. Der Big Apple besteht nicht nur aus dem glamourösen Lichtermeer des Broadways.« Er hielt den Streifenwagen zwischen zwei Lagerhausruinen an. Tom Parton warf ihm einen befremdeten Blick zu. »Warum bleiben wir stehen?« »Hab was zu erledigen.« Reiner öffnete den Wagenschlag. »Bin in ein paar Minuten wieder bei dir. Mach dir inzwischen vor Angst nicht ins Hemd, Kumpel.« Er stieg aus, drückte die Tür ins Schloss. Eine schweißtreibende Schwüle hüllte ihn ein. Er kniff die Augen zusammen, und seine Züge wurden hart, während er sich mit raschen, geschmeidigen Schritten vom Patrolcar entfernte. Sobald er das Blickfeld seines Partners verlassen hatte, zog er seine Dienstwaffe.
Sand knirschte unter seinen festen Schuhen. Die Dunkelheit lastete wie ein großer schwarzer Sack auf seinen Schultern. Sein gespannter Blick durchbohrte die mitternächtliche Finsternis. Er hatte sich mit Denny Butler absichtlich hier verabredet, denn er wollte mit dieser verfluchten Laus garantiert allein sein. Reiner stolperte über Schutthügel. Ein Stück Draht durchbohrte den Stoff seiner Hose und stach ihn ins Bein. Verdammt, eine Blutvergiftung hätte ihm gerade noch gefehlt. Er bückte sich, hakte den Draht los und schleuderte ihn ins Dunkel. Das Gebäude, in dem er sich befand, hatte kein Dach mehr. Wenn er den Blick nach oben richtete, konnte er den Himmel sehen. Einen Himmel ohne Sterne, denn über der Stadt hingen seit Tagen dunkelgraue Wolken. Sie schienen sich in New York verliebt zu haben und wollten partout nicht weiterziehen. Der Cop blieb stehen und lauschte. War Denny Butler überhaupt schon hier? »Hey!«, rief Stacey Reiner gedämpft. »Hey, du Schmeißfliege, wo bist du? Wo hast du dich verkrochen?« Keine Antwort. Reiner ging weiter. Hinter einer verwitterten Ziegelwand waren sich zwei Kater nicht grün. Sie schrien wie Babys, wurden immer lauter und aggressiver. »Ihr haltet besser das Maul!«, knurrte Reiner. »Sonst brenne ich euch eine Kugel ins Fell. Ich bin heute ohnehin schon ziemlich geladen.« Die Tiere schienen ihn verstanden zu haben. Sie schwiegen, und er sah den einen Kater nach links und den anderen nach rechts auf Samtpfoten davonhuschen. Als Reiner die Ziegel wand erreichte, nahm er aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr. Er zuckte herum, und Denny Butler trat ihm entgegen - feist, billig gekleidet, unrasiert. Ein unsympathischer Zeitgenosse, der mit Sicherheit keine Freunde hatte. Stacey Reiner richtete seinen Revolver auf den unbedeutenden Ganoven. »Liebe Güte, was soll die Artillerie?«, fragte Butler ängstlich. Feige Kreatur, dachte der Cop verächtlich. »Ich dachte, wir treffen uns hier in aller Freundschaft«, sagte der fette Ganove. »Wie kann ich mich mit meinem Erpresser in Freundschaft treffen?«, blaffte Stacey Reiner. Denny Butler stöhnte. »Erpressung ist ein hässliches Wort.« »Es trifft den Nagel auf den Kopf.« Butler breitete die Arme aus und lächelte heuchlerisch. »Ich möchte mit Ihnen lediglich ein kleines Geschäft abwickeln, Officer. Sie geben mir ein bisschen Geld, dafür halte ich den Mund und erzähle niemandem, was ich weiß.« »Was weißt du denn überhaupt?«, wollte der Uniformierte wissen. Denny Butlers Vollmondgesicht verzog sich zu einem süffisanten Grinsen. »Nun, zum Beispiel, dass Sie nicht nur Ihr Polizistengehalt Monat für Monat einsacken.« »Steht mir das deiner Ansicht nach etwa nicht zu?«, fiel der Cop dem Ganoven harsch ins Wort. »O ja«, beeilte sich Butler zu sagen. »O ja, das steht Ihnen selbstverständlich zu. Nicht aber die Green Bucks, die Sie unversteuert kassieren«, fügte er feixend hinzu. »Sie kriegen mal hier, mal da ein mehr oder weniger dickes Kuvert zugesteckt. Sie lassen sich von einer Menge übler Typen schmieren und bestechen. Dafür gucken Sie dann schon mal weg, wenn eine Sache nicht ganz koscher ist, oder Sie drücken beide Augen zu.« Er hob die fetten Hände mit den dicken Wurstfingern. »Nicht, dass ich was dagegen hätte. Ich bin bei Gott kein Heiliger und auch kein Moralapostel. Ich möchte bloß ein ganz klein wenig bei Ihren illegalen Geschäften mitnaschen. Finden Sie das so verwerflich? Sie tun etwas, das nicht ganz in Ordnung ist. Ich tue etwas, das nicht ganz in Ordnung ist. Leben und leben lassen, Sie verstehen?« »Ich bin mehr für leben und sterben lassen«, erklärte der Cop mit schmalen Lippen. Der feiste Ganove starrte auf die Kanone und schluckte. »Das ist nicht Ihr Emst.« »Versetz dich doch mal in meine Lage.« »Sie sind kein Killer«, quetschte Butler heiser hervor. Schweißtropfen glänzten auf seiner Stirn. »Du musst das so sehen, Denny-Boy«, sagte Stacey Reiner rau. »Ich bin Polizist. Jedermanns Freund und Helfer. Und da ich zudem auch noch ein furchtbar netter, hilfsbereiter Kerl bin, tue ich meinen vielen Mitmenschen eben hin und wieder einen kleinen Gefallen. Dass sie sich dafür mit Geld erkenntlich zeigen, ist eine angenehme Nebenerscheinung. Ich kann mir dadurch mein Leben ein wenig angenehmer gestalten und mir Dinge leisten, von denen meine.so genannten anständigen Kollegen nur träumen können.« Er zog die Augenbrauen zusammen. »Ich möchte mich deshalb aber nicht als unanständig bezeichnen. Ich sehe die Dinge einfach nicht so eng, lege das Gesetz lediglich etwas großzügiger aus - und alle sind glücklich und zufrieden.« »Sie stehen auch auf Rob Hannahs Gehaltsliste, das weiß ich definitiv«, stieß Denny Butler heiser hervor. Dann schloss er schnell den Mund und sah dem Cop gespannt in die Augen. Hatte er jetzt zu viel gewagt? Rob Hannah war ein großer Name in der Unterwelt. Der Uniformierte schüttelte langsam den Kopf. »Junge, wer zu viel weiß, lebt ungesund.« »Ich erwarte mir von Ihnen keine Reichtümer«, beteuerte Denny Butler. »Ich will auch nicht, dass Ihnen das, was Sie mir geben, wehtut. Ich bin schon mit einer kleinen Zuwendung, einem kleinen Anerkennungsbeitrag zufrieden.« Er räusperte sich. »Kommen Sie, geben Sie Ihrem Herz einen Stoß. Sie spüren die paar Kröten doch nicht, und mir ist damit geholfen.« Reiner nickte finster. »Für den Augenblick. Und in einem Monat lässt du mich erneut zur Ader.« »Nie und nimmer«, versicherte Butler so ehrlich, wie es ihm nur möglich war. »Ich begnüge mich mit einer einmaligen Zahlung.« »Ich glaube dir kein Wort.« »Ehrlich. Ich bin doch nicht blöd und überspanne den Bogen.« »Du bist sehr wohl blöd, sonst hättest du diesen Erpressungsversuch nämlich erst gar nicht unternommen.« »Sie möchten das Geschäft mit mir also nicht machen.« »Du kriegst keinen Cent von mir.« »Okay.« Denny Butler nickte heftig. Seinfettes Kinn wackelte. »Okay. Dann läuft der Deal eben nicht. Und - und ich werde trotzdem den Mund halten. Sie - Sie können sich darauf verlassen. Ich verrate Sie nicht. Ich weiß überhaupt nichts von Ihnen. Sie sind ein absolut seriöser, sauberer Cop, dem man nur das allerbeste Zeugnis ausstellen kann.« »Du bist ein widerliches Stück Scheiße, Denny-Boy«, sagte der Uniformierte voller Verachtung. »Ja«, gab der dicke Gauner ihm Recht, um seine Haut'zu retten. »Bin ich.« Seine Stimme zitterte, als der fortfuhr: »Und Sie machen mir Angst.« Er wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. »Mein Gott, so stecken Sie doch endlich die Kanone weg, bevor ein Unglück passiert.« Stacey Reiner griente. »Ich finde, es wäre kein Unglück, wenn es dich nicht mehr gäbe.« »Für mich schon«, ächzte Butler. »Die Welt würde aufatmen.« »Ich bin doch viel zu unbedeutend für die Welt. Sie würde nicht einmal merken, dass ich nicht mehr da bin. Sie nimmt ja auch jetzt keine Notiz von mir.« Der Cop hob seine Dienstwaffe. »Bei Stacey Reiner abcashen. Das hast du dir so vorgestellt. Aber das läuft nicht. Stacey Reiner ist nicht erpressbar.« »Okay«, krächzte der feige Ganove. Seine Nerven lagen jetzt offensichtlich blank. Bestimmt verfluchte er den Moment, wo ihm die Idee gekommen war, Reiner ein wenig zur Kasse zu bitten. Er löste sich in Schweiß auf. »Ich nehm's zur Kenntnis und finde mich damit ab. Darf ich jetzt gehen?« Der Uniformierte sah ihn befremdet an. »Höre ich richtig? Du willst gehen?« Seine Stimme wurde glashart. »Ich werde dafür sorgen, dass du mieser Sack von hier nicht mehr weg kommst. Die Ratten werden dich fressen.« Denny Butler riss entsetzt die Augen auf. »Das - das können Sie doch nicht.« »Und wie ich das kann. Das geht ganz schnell. Ich...

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