Stille Nacht, zärtliche Nacht ...

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. November 2019
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-2857-1 (ISBN)
 
Sie wird Weihnachten mit einem tollen Mann verbringen? Bei dieser Vorhersage kann Lara nur lächeln: Der Einzige, der da in Frage käme, ist Christian Blake - und der ist verheiratet, wie sie glaubt. Ein Irrtum, wie Lara bald herausfindet ...
Sarah Morgan startete ihre Karriere bereits als Kind - mit einer Biografie eines Hamsters. Als Erwachsene arbeitete sie zunächst als Krankenschwester, bis sie nach der Geburt ihres ersten Kindes die Schriftstellerei erneut für sich entdeckte. Zum Glück! Ihre humorvollen Romances wurden weltweit mehr als 11 Millionen Mal verkauft. Die preisgekrönte Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London.

1. KAPITEL

"Du wirst dich in einen starken, attraktiven Mann verlieben, und er wird dir zu Weihnachten einen Antrag machen."

"Ich enttäusche Sie nur ungern, aber alle Männer, die ich treffe, sind entweder krank oder verletzt, und auf keinen Fall heirate ich einen von ihnen." Lara klebte das letzte Klammerpflaster auf und sah ihre Patientin lächelnd an. "Außerdem ist Liebe das Letzte, was ich jetzt brauche."

"Jeder Mensch braucht Liebe."

"Sie klingen wie meine Mutter", murmelte Lara. "Und Sie haben recht, aber jetzt ist ein ungünstiger Zeitpunkt. Ich habe meine Stelle gekündigt und besuche im Januar meinen Bruder. Er ist seit sechs Monaten weg, und ich vermisse ihn schrecklich."

"Ja, Australien ist weit entfernt."

Überrascht sah die Krankenschwester auf. "Woher wissen Sie, wo er lebt?"

Ihre Patientin lächelte milde. "Ich bin Hellseherin, Liebes, und kann in die Zukunft blicken." Sie zog ihren Schal enger um ihre Schultern und musterte Lara intensiv. "Deine Aura ist rot, die Farbe von Stärke und Leidenschaft."

"Gegen Leidenschaft habe ich nichts, und ich lerne auch gern einen starken, attraktiven Mann kennen." Lara griff nach einem Verband und grübelte, woher die Frau wusste, wo ihr Bruder lebte. "Ich könnte tatsächlich etwas Aufregung in meinem Leben vertragen. Aber kein Mann, egal wie umwerfend, hält mich davon ab, zu meinem Bruder zu fahren."

"Das nicht, nein. Aber du wirst die Reise abkürzen. Du willst nicht ohne ihn sein."

"Hören Sie auf, Thea!" Lara sah ihre Patientin belustigt an. "Seit Sie eingeliefert wurden, sagen Sie jedem die Zukunft vorher. Fran an der Rezeption haben Sie schon damit schockiert, dass sie bis Weihnachten schwanger sein wird."

"Warum ist das schockierend?"

"Weil sie Single ist! Sie müssen doch zugeben, dass die Veränderung von alleinstehend zu schwanger innerhalb eines Monats ein ziemlicher Sprung ist." Vorsichtig legte sie den Verband an und fixierte ihn. "So, das war's. Sie können nach Hause."

Und sie auch. Es war ihr kurzer Tag, und sie musste dringend weg.

"Ich gehe nirgendwohin, bis ich dir aus der Hand gelesen habe." Die Frau umfasste Laras Hand. "Lass mich mal sehen ."

Amüsiert erwiderte Lara: "Meine Hand wird Ihnen sagen, dass ich eine ledige, überarbeitete Krankenschwester bin, die keine Zeit für Romanzen hat."

"Die Liebe kommt oft dann, wenn man nicht damit rechnet", murmelte Thea. "Oh Liebes, du bist schrecklich einsam, nicht wahr? Du arbeitest so hart, dass du ständig müde bist, und insgeheim träumst du von einer großen, lauten Familie. Außer dir scheinen alle eine Beziehung zu haben, und du fragst dich, ob du vielleicht zu wählerisch bist."

Lara sank auf einen Stuhl und versuchte, sich keine Angst einjagen zu lassen. "Ich habe Schatten unter den Augen, die deutlich zeigen, dass ich müde bin. Da ich Krankenschwester in der überfülltesten Notaufnahme von ganz London bin, ist es nicht schwer zu erraten, dass ich zu hart arbeite. Ich weiß nicht, wie Sie von dem Ticket nach Australien erfahren haben, aber viele Menschen fliegen dorthin, also war es wahrscheinlich einfach ein Zufallstreffer."

Es muss Zufall gewesen sein!

Thea fuhr fort: "Du fürchtest dich vor Weihnachten, weil es das erste Jahr ist, in dem deine Familie nicht zusammen sein wird, und das macht dich traurig."

Laras Herz verkrampfte sich. Abrupt stand sie auf und zog ihre Hand weg. "Lassen Sie den Verband in fünf Tagen von Ihrem Hausarzt entfernen."

Thea lächelte sanft. "Du fragst dich, woher ich so viel über dich weiß, nicht wahr? Du versuchst, dir einzureden, dass ich nur eine verrückte, alte Frau bin, die Unsinn erzählt."

"Thea ."

"Was kann ich schon wissen? Aber verstehst du, ich weiß es wirklich. Ich kann die Zukunft sehen. Dieses Weihnachten werden dir wunderbare Dinge passieren. Ein fantastischer Mann. Vier Kinder."

"Vier Kinder?" Lara schüttelte lachend den Kopf. "Na, das wird ein Spaziergang."

"Du wirst viel lachen." Thea stand auf und zupfte ihren Mantel zurecht. "Deine Zukunft liegt bei einem starken Mann, der ungeheuer attraktiv ist. Viele Frauen wollen ihn, aber mit dir wird er sein Leben verbringen. Sie werden dich beneiden."

Lara wusch sich die Hände. Warum beunruhigten sie die Worte der Frau so, wenn es doch Unsinn war? "Und wo treffe ich diesen Traummann?", fragte sie leicht dahin und zupfte die Papierhandtücher kräftiger als nötig aus dem Spender. "Wird er unter meinem Weihnachtsbaum liegen?"

"Manchmal muss man nach der Liebe suchen, und manchmal findet sie einen." Thea sah sich interessiert um. "Er ist schon hier und wartet hinter der nächsten Ecke auf dich."

Eine Schwester eilte in den Behandlungsraum. "Lara? Ich brauche dich sofort im Schockraum. Bist du fertig, oder soll jemand für dich übernehmen?"

Schockraum? Das war's dann wohl mit meinem kurzen Tag.

Lara warf die Tücher in den Abfalleimer. "Ich bin fertig, Jane." Dann drehte sie sich zu ihrer Patientin um. "Möchten Sie jemanden anrufen, der Sie nach Hause bringt?"

Thea griff seelenruhig nach ihrer Tasche. "Als ich heute früh aufgewacht bin, habe ich gleich ein Taxi bestellt. Ich wusste, ich würde fallen, also habe ich gleich meine Heimfahrt vom Krankenhaus organisiert."

Erschüttert brachte Lara gerade noch ein Lächeln zustande. "Richtig. Nun ." Sie räusperte sich. "Entweder kommen Sie in fünf Tagen wieder hierher, oder Sie gehen zu Ihrem Hausarzt. Und denken Sie daran, das Bein hochzulegen."

"Und du denk daran, was ich gesagt habe." Thea humpelte langsam zur Tür. "Der Richtige wartet hinter der nächsten Ecke auf dich, in dieser Abteilung. Er ist der Weg zu deinem Glück. Ich habe es in deiner Hand gesehen."

"Ich werde es nicht vergessen." Lara wartete, bis Thea gegangen war, und folgte Jane dann auf den Flur.

"Was war denn das?", fragte Jane, während sie zum Schockraum eilten. "Was meinte sie damit? In deiner Hand sollte gar nichts sein, wenn du dir gründlich die Hände wäschst."

"Offenbar steht meine Zukunft in meiner Hand. Meine Patientin ist Hellseherin. Sie hat Jack, dem Rettungssanitäter, vorhergesagt, dass seine Frau einen Jungen bekommt, obwohl der Ultraschall ein Mädchen gezeigt hat. Fran soll bis Weihnachten schwanger sein, und außerdem wartet mein Traummann, der auch noch stark und attraktiv ist, gleich hinter der nächsten Ecke auf mich."

"Du triffst deinen Traummann?" Janes Gesicht hellte sich auf.

Lara warf ihr einen ungläubigen Blick zu. "Natürlich werde ich das. Schließlich ist die Notaufnahme die ideale Umgebung für Romantik, meinst du nicht? Ich hatte schon immer eine Schwäche für gewalttätige Betrunkene."

Jane zuckte die Schultern. "Mach ruhig Witze, aber was ist das Leben ohne Hoffnung?"

"Ich glaube, man nennt es Realität. Oh, und außerdem werde ich vier Kinder haben."

"Vier?"

"Ich weiß." Lächelnd schüttelte Lara den Kopf. "Allein der Gedanke verursacht mir eine Gänsehaut."

"Warum bist du so skeptisch? Natürlich ist jetzt ein ungünstiger Zeitpunkt, einen Mann kennenzulernen, wo du bald nach Australien fliegst. Aber so ist das Leben."

"Du bist eine unverbesserliche Zynikerin. Außerdem ist es egal, ob ich ihn treffe, weil ich fast immer schon nach einer Verabredung weiß, warum wir zusammen total unglücklich wären."

Schnell gingen sie den Flur hinunter und schlängelten sich an den Patienten vorbei.

"Du bist viel zu wählerisch." Jane warf ihr einen Blick zu. "Was hat mit dem Facharzt aus der Pädiatrie nicht gestimmt? Ich mochte ihn."

"Er war mir zu ernst. Nach einem harten Tag brauche ich keine anstrengende Verabredung."

"Und der Physiotherapeut mit der Brille?"

"Er wollte mich seiner Mutter vorstellen."

"Das ist doch gut!"

"Aber nicht gleich nach der ersten Verabredung." Lara unterdrückte ein Gähnen. "Und er hatte einen wirklich feuchten Mund."

"Lara." Jane klang gereizt. "Wenn du deine Ansprüche nicht herunterschraubst, findest du nie jemanden."

"Aber das ist es ja", entgegnete Lara leise. "Wenn ich irgendwann heirate, tue ich es, weil ich wirklich verliebt bin, und nicht aus Verzweiflung. Meine Eltern haben gerade ihren dreißigsten Hochzeitstag gefeiert und sind immer noch verrückt nacheinander. Das möchte ich auch. Und das bekomme ich bestimmt nicht, wenn ich mich mit jemandem zufriedengebe, der mich irritiert."

"Aber du gibst ja niemandem eine Chance! Wenn du nur ein- oder zweimal mit einem Mann ausgehst, wie kannst du da sicher sein, dass er nicht der Richtige ist?"

"Weil wir sicher keine zwanzig Jahre schaffen, wenn er mich schon nach zwanzig Minuten verrückt macht", antwortete Lara trocken. "Da bin ich lieber glücklich alleinstehend als unglücklich verheiratet. Aber genug davon. Was ist im Schockraum los?"

"Eine junge Frau mit Brustschmerzen und Atemnot. Und falls dein Traummann wirklich hinter der nächsten Ecke wartet, wird es bestimmt nichts, weil er weder stark noch attraktiv ist. Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war er übergewichtig, stark tätowiert und stand unter Drogen. Ich habe schon die Sicherheitsleute gerufen."

...

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