Insel der Sehnsucht

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. Dezember 2020
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7515-0504-8 (ISBN)
 
Seit Jahren arbeiten Evanna und Logan Seite an Seite in der kleinen Inselpraxis. Und genauso lange liebt die hübsche Krankenschwester den attraktiven Arzt. Doch alle Versuche, sein Herz zu erobern, scheinen vergebens. Traurig macht Evanna sich bereit, Glenmore zu verlassen ...
Sarah Morgan ist eine gefeierte Bestsellerautorin mit mehr als 18 Millionen verkauften Büchern weltweit. Ihre humorvollen, warmherzigen Liebes- und Frauenromane haben Fans auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London, wo der Regen sie regelmäßig davon abhält, ihren Schreibplatz zu verlassen.

1. KAPITEL

Ein Neuanfang.

Evanna Duncan lenkte ihren kleinen Flitzer von der Fähre, hörte das vertraute Geräusch der Räder, als sie über die Rampe auf den Pier fuhr, und winkte Jim, dem Kapitän, fröhlich zu. Nach kurzer Fahrt in südliche Richtung parkte sie das Auto am Hafen.

In der Stadt war es schwül gewesen, die Luft stand zwischen den hohen Gebäuden, und es regte sich kein Lüftchen, das etwas Erfrischung hätte bieten können. Der dichte Urlaubsverkehr hatte die Fahrt zur Fähre zusätzlich zur Tortur gemacht, und Evanna sehnte sich nach der friedlichen Geborgenheit ihres Cottages auf den Klippen. Doch zunächst wollte sie ihre Freundin treffen, die vermutlich bereits auf sie wartete.

Als Evanna ausstieg und eine leichte Brise spürte, atmete sie erleichtert auf: Endlich zu Hause.

Auf Glenmore. Sie liebte die Herausforderungen, die ihr Beruf als Krankenschwester auf einer abgelegenen schottischen Insel mit sich brachte, und konnte sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Ihre einmonatige Abwesenheit kam ihr viel länger vor.

"Hatten Sie eine gute Reise, Schwester Duncan?" Ein etwa zwölfjähriger Junge kam auf sie zu, in der Hand ein Eis, das jeden Moment zu tropfen drohte. Er trug eine tief in die Stirn gezogene Baseballmütze, Shorts, abgetragene Joggingschuhe und ein T-Shirt, das vom vielen Waschen ausgebleicht war. Zwei Freunde hielten sich im Hintergrund.

"Hallo, Fraser. Genießt du die Ferien?" Evanna schlug die Fahrertür zu. "Was macht dein Kopf?"

Fraser riss sich die Mütze vom Kopf und schob das Haar zur Seite. "Was meinen Sie? Dr. MacNeil hat gesagt, dass eine coole Narbe zurückbleibt."

Das war mal wieder typisch Logan MacNeil! Er konnte auch etwas Negativem noch etwas Positives abgewinnen. Bei Erwähnung seines Namens schlug ihr Herz sofort höher. "Er hat recht. Das sieht wirklich cool aus." Die Wunde hatte genäht werden müssen und war gut verheilt. "Hoffentlich machst du jetzt einen Bogen um die Burg."

"Mehr oder weniger. Sie glauben ja nicht, was passiert ist." Der Junge sah sie aufgeregt an. "Das Verlies soll erforscht werden. Archoilo. Archolo." Er stolperte über das Wort und gab schließlich auf. "Ganz wichtige Leute kommen her, um sich das Verlies genau anzusehen. Sie meinen, da unten könnte wichtiges Zeug verborgen liegen von den Kelten oder den Wikingern oder so. Ein richtiger Schatz vielleicht. Das sehen wir uns auf jeden Fall an." Seine Augen glänzten voller Vorfreude.

"Klingt faszinierend, Fraser." Evanna ließ den Autoschlüssel in ihre Handtasche gleiten. "Aber sei bitte vorsichtig. Du weißt ja, wie gefährlich es auf der Burgruine ist. Wir haben dieses Jahr deinetwegen schon genug graue Haare bekommen. Oh, pass auf! Dein Eis fängt an zu tropfen. Du musst schnell lecken."

Fraser grinste und fing den Tropfen geschickt mit der Zunge auf. "Ich pass schon auf."

"Hoffentlich!" Evanna erinnerte sich nur zu lebhaft an die Rettungsaktion vor wenigen Wochen, die erforderlich gewesen war, um Fraser aus seiner misslichen Lage im Verlies zu bergen. Spielerisch rückte sie seine Mütze zurecht. "Ich bin mit Schwester Walker verabredet. Hast du sie irgendwo gesehen?"

"Sie sitzt im Café und isst ein riesiges Eis mit einer Extraportion Schokoladenstreuseln. Das darf ich aber niemandem verraten. Sie meint, die Leute würden sich wundern, wenn sie ihnen empfiehlt, gesund zu essen, sich selbst aber mit diesem Zeug vollstopft." Er runzelte die Stirn. "Vollstopfen hat sie nicht direkt gesagt, aber jedenfalls hat sie das gemeint."

"So etwas gehört sich aber auch wirklich nicht für eine Krankenschwester." Evanna konnte sich kaum das Lachen verbeißen. "Ich glaube, ich muss sie mir mal vorknöpfen."

"Ich habe nichts gesagt. Außerdem kann man bei dieser Hitze sowieso nur Eis essen. Tschüs, Schwester Duncan. Bis demnächst."

"Tschüs, Jungs. Macht keine Dummheiten!"

Noch immer lächelnd öffnete sie die Tür des Cafés und setzte sich zu ihrer Freundin ans Fenster. Von hier aus konnte man den gesamten Hafen überblicken. "Wenn du schon dieses Arterien verstopfende Zeug essen musst, dann versteck dich wenigstens in der hintersten Ecke hinter einer Zeitung. Du sitzt hier wie auf dem Präsentierteller. Fraser hat mir gerade brühwarm erzählt, was du dir hier schmecken lässt."

"Du bist spät dran." Kyla legte den Löffel aus der Hand, stand auf und umarmte Evanna. "Fraser ist ein vorlautes Äffchen. Ich bin gespannt, aus welchem Loch wir ihn als Nächstes ziehen müssen. Die Sommerferien haben gerade erst angefangen, und er ist ständig auf Abenteuer aus. Schön, dass du wieder da bist. Ich habe dich richtig vermisst."

"Das soll ich einer frisch Verheirateten glauben?" Lachend stellte Evanna ihre Tasche ab und setzte sich an den Tisch. "Ich kann es immer noch kaum glauben, in was für einem atemberaubenden Tempo du dich in unseren neuen Doktor verliebt hast."

Kyla widmete sich wieder ihrem Eis. "Wir sind wie füreinander geschaffen. Ethan ist einfach perfekt." Sie wedelte mit dem Eislöffel. "Außerdem bleibt er jetzt auf der Insel. Logan ist sehr froh, einen so kompetenten Kollegen in der Praxis zu haben."

"Ja, das glaube ich." Evanna bemühte sich, die nächste Frage eher beiläufig klingen zu lassen. "Wie geht es ihm denn so? In den Sommerferien hat Logan normalerweise keine ruhige Minute."

Kyla überlegte. "Ich glaube, es geht ihm ganz gut. Bewundernswert, wie er mit der Situation fertig wird, wenn man bedenkt, dass er seine Frau vor einem Jahr verloren hat. Aber er sollte mehr darüber reden."

Evanna dachte an die langen Gespräche, die sie mit Logan bis spät in die Nacht geführt hatte. Mit ihr hatte er nämlich darüber geredet. "Jeder Mensch geht unterschiedlich mit so einer Situation um."

"Ja, Logan war schon immer hart im Nehmen, und die Arbeit lenkt ihn ab. Und natürlich seine dreizehn Monate alte Tochter." Kyla lehnte sich zurück und rief quer durchs Café: "Könntest du uns bitte noch einen Löffel bringen, Tante Meg? Evanna hat nur Augen für mein Eis."

"Gar nicht wahr! Ich könnte es mir gar nicht leisten, so viel Fett zu essen. Allein vom Anschauen nehme ich gleich ein Kilo zu."

"Unsinn! Ich würde liebend gern jeden Tag Eis essen, wenn ich dadurch so eine fantastische Figur bekommen würde wie du. Das rote Top steht dir übrigens hervorragend. Darin siehst du aus wie eine Flamencotänzerin - sexy und heißblütig. Dieses dunkle Haar und diese dunklen Augen. Um das Bild perfekt zu machen, solltest du dein Haar offen tragen."

"Dazu ist es viel zu heiß."

"In der Stadt muss es ja unerträglich gewesen sein."

"Allerdings. Mir ist schleierhaft, wie ein Mensch es dort aushält. Mir ist es in der Stadt zu eng. Die Luft steht, du bist von hohen Gebäuden umgeben, und die Leute hetzen an dir vorbei." Sie schüttelte sich. "Hier auf Glenmore kann man frei atmen, und man hat einen weiten Blick in jede Richtung."

Kyla lachte. "Dann hat es dir also nicht gefallen, oder?"

"Die Arbeit hat Spaß gemacht. Es war super, wieder im Kreißsaal zu sein. Du weißt ja, wie sehr ich meinen Job als Hebamme liebe. Auf Glenmore habe ich ja nur selten Gelegenheit, ihn auszuüben."

"Willst du mich auf den Arm nehmen? Hier herrscht zurzeit der reinste Babyboom. Sonia Davies und Marie Tanner sind schwanger. Lucy Finch hat ihr Baby vor vier Tagen zur Welt gebracht. Du hast also mehr als genug zu tun."

Evanna lächelte versonnen. "Ich war bei der Geburt im Kreißsaal. Prima, dass Sonia und Marie auch ein Baby erwarten. Aber ausgelastet werde ich dadurch sicher nicht sein."

"Sandra King hatte vor einigen Tagen so einen verträumten Blick. Paul und sie versuchen ja schon seit einer ganzen Weile, ein Baby zu bekommen. Vielleicht hat es geklappt. Dann sehen wir sie bald in der Praxis. Weißt du, Evanna, hier sind nicht nur deine Fähigkeiten als Hebamme gefragt, sondern auch als Krankenschwester. Ich hoffe, du willst jetzt nicht nur noch Babys auf die Welt helfen. Allein schaffe ich die ganze Arbeit nicht."

"Mach dir keine Sorgen, Kyla. So schnell wirst du mich nicht los. Ich liebe das Inselleben und die abwechslungsreiche Arbeit." Bei einem Blick aus dem Fenster entdeckte sie Janet, die Kollegin vom Empfang in der Praxis, die mit Einkaufstüten beladen war. Evanna winkte ihr fröhlich zu.

"Sag mal, Evanna, wie sieht es eigentlich mit deinem Kinderwunsch aus? Hat die Arbeit im Kreißsaal dich auf den Geschmack gebracht?"

"Natürlich nicht", behauptete sie - nicht ganz wahrheitsgemäß. "Wie soll das denn gehen? Ich habe nicht einmal einen Freund. Und ich lege schon Wert darauf, dass bei mir alles in der richtigen Reihenfolge geschieht."

Kyla lächelte. "In der Beziehung warst du ja schon immer altmodisch." In diesem Moment kam ihre Tante an den Tisch. "Evanna hat Hunger, Tante Meg."

Meg war rundlich und gemütlich, lachte gern und viel und hatte einen blonden Lockenkopf. "Schön, dass du wieder da bist, Evanna." Sie zückte Block und Stift. "Was hättest du gern? Das Gleiche wie Kyla?"

"Nein, danke, nur einen Kaffee, schwarz, ohne Koffein, bitte."

"Wie wär's mit einem Stück Schokoladentorte dazu? Bei der wird jede Frau schwach."

"Danke, ich möchte wirklich nur Kaffee."

"Wie willst du denn damit einen langen, anstrengenden Tag durchstehen? Du brauchst etwas...

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