Grace

 
 
epubli (Verlag)
  • 5. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. März 2021
  • |
  • 100 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7531-7787-8 (ISBN)
 
Wie ist das, zwei Mal zu leben, zwei Mal zu lieben, zwei Mal das Herz gebrochen zu bekommen?
Die junge Studentin Kara Hope hat durch eine turbulente Vergangenheit mit vielen Süchten ein Stück ihrer Geschichte verloren, sie weiß nicht, wer sie vor vier Jahren war, was ihr passiert ist und wer in ihrem Leben stand. Erst ein Jahr, nach einem traumatischen Erlebnis, entscheidet sie sich dafür alles aufzureißen, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Plötzlich ergibt das Aufeinandertreffen mit einer vermeidlich unbekannten Frau, ihrer Dozentin, doch einen Sinn. Sie kennt sie und trotzdem scheint sie alles von ihr vergessen zu haben. Kann sich Kara zurückerinnern? Wird sie herausfinden, warum sie ihr Herz an diese Frau verliert? Und wieso an sie? An die Frau, die sie eigentlich nicht lieben darf?
Zwischen Vergangenheit, Süchten und Dunkelheit, entsteht eine Liebesgeschichte, die mitten ins Herz geht.
5. Auflage
  • Deutsch
  • 4,30 MB
978-3-7531-7787-8 (9783753177878)
Seit dem Jahre 2015 schreibt Moon schon auf der online Plattform Wattpad. Im Jahre 2019 ist die deutsche Plattform Belletristica dazu gekommen. Für ihre erste Novelle "Für ihn gefallen", historisch, gewann sie 2019 den Watty Award. "Die Wattys sind der größte Online-Schreibwettbewerb auf der ganzen Welt." (https://de.wikipedia.org/wiki/Wattpad) Im Jahre 2020 veröffentlichte sie zwei ihrer Romane. Sie selbst legt sich auf kein Genre fest. Ihr ist es wichtig, über Themen zu schreiben, mit denen sie sich selbst auseinandersetzen kann und durch ihr Umfeld genug Input hat, um bestimmte Gefühle oder Wendungen in ihren Büchern zu beschreiben. Moon setzt sich aktiv für die LGBTQ+ Community ein und möchte mit ihren Werken verdeutlichen, dass auch diese Geschichten das Recht haben, gehört zu werden.

Kapitel 1


Wie immer stand ich im Club, sah mich nach einer Begleitung für die Nacht um. Ich wollte etwas Belangloses. Es gab schon einige Frauen, die ich verführt hatte, mit denen ich Spaß haben konnte. Heute sollte es eine süße, zurückhaltende, junge Frau werden. Eine Frau, die ich noch nicht kannte, in der ich mich verlieren konnte. Ich nippte kurz an meinem Bier, nahm sie in meinem Blickwinkel wahr. Das war sie, die Frau für den Abend. Mit meinen dunkelblauen Augen musterte ich ihren Körper. Unsere Blicke trafen sich. Ich setzte mein charmantes Lächeln auf, lief zu ihr. 
   "Willst du noch ein Bier haben oder etwas anderes?", fragte ich sie. Ich wollte mich nicht mit ihr unterhalten, sondern direkt zur Sache kommen. Wir würden nicht lange im Wohnzimmer bleiben, das schien auch sie zu wissen. Elegant warf sie ihr braunes Haar über die Schulter und sah mich mit ihren grünen Augen eindringlich an. Sie biss sich kurz in die Unterlippe, ließ ihren Blick über mich schweifen. 

"Etwas, anderes ja?", fragte sie verführerisch. Ich trat näher, schaute auf sie herab.

"Oh ja, willst du wissen, was es ist?", raunte ich mit leiser Stimme. Sie schluckte. Ihre Lippen teilten sich.

"Ja.", flüsterte sie, während sie mich anlächelte. Ich bemerkte, wie ihr Blick immer wieder zu meinem Mund wanderte. Sie wollte, dass ich sie küsste. Was ein williges Mädchen. Ich beugte mich vor, küsste sie sanft, ehe ich mich zurückzog. "Ich glaube, ich weiß, was du meinst." Sie vergrub ihre Finger in meinem schwarzen Haar, zog mich zu sich herab, legte ihre warmen Lippen auf meine. Ich schmeckte den Alkohol. Sie hatte Wein getrunken. Rotwein, trocken, Álvaro Palacios »L'Ermita«, Jahrgang 2014. Köstlich. Ich legte meine Hand auf ihre Hüfte, während ich die andere über ihre Kurven wandern ließ. Schmale Taille, große Brüste, die sie fest an meine drückte. Ich ließ meine Hand tiefer wandern, während ich sie leidenschaftlich küsste. "Ich will dich." Ihre Stimme war rau und kehlig. Eine scharfe Frau. Und wie. Sie machte sich an den Knöpfen meiner Bluse zu schaffen. Sanft streifte sie sie mir über die Schultern. Ich nahm die Frau an der Hand, führte sie ins Schlafzimmer. Da standen wir. Allein und leider noch bekleidet. Es war Vollmond. Sein Licht erfüllte das dunkle Zimmer, er schien durch die Balkontüren hinein, sorgte dafür, dass ich meine Begleitung sehen konnte. Sie betrachtete mich. Ihre Augen waren hell, klar und entschlossen. Sie schien bei Sinnen zu sein. Für mich nüchtern genug. Ich ließ meine Zunge an ihrem Hals entlangwandern, umkreiste eine typische Schwachstelle der Frauen.

"Lass mich dir hier heraushelfen." Ich öffnete den Reißverschluss ihres kurzen schwarzen Kleides, zog es über ihre Schultern, leckte mir über die Unterlippe, als ihre weiße Spitzenunterwäsche zum Vorschein kam. Das Kleid fiel zu Boden. Mit voller Vorfreude küsste ich ihre Brüste, schob meinen Finger unter den hauchdünnen Stoff und umfasste ihre Nippel, spielte mit ihnen. Ich hörte ihr Stöhnen, spürte ihre Hände, die hastig den Knopf meiner Jeans öffneten. Sie konnte es kaum erwarten, sorgte dafür, dass ich nur noch mit Unterwäsche bedeckt war. Das wird ein Spaß! Ich umgriff ihre Hände und schob sie behutsam von mir, sodass wir beide auf dem Bett landeten.

   Wie immer wachte ich mitten in der Nacht auf. Es war vier Uhr. Verschlafen schaute ich mich um. Die junge Frau lag neben mir und schlief. Ich hatte nicht mal mehr ihren Namen im Kopf! Zum Glück waren wir im Ferienhaus, das mir meine Eltern damals gekauft hatte. Somit konnte ich verschwinden und musste keinen komischen Small Talk mit ihr halten. Langsam kroch ich vom Bett, schnappte mir meine Klamotten und lief ins Wohnzimmer. Ich ließ ihr eine kurze Notiz und Geld da, nahm mir eine Weinflasche für den Weg mit und verließ das Haus. Sie würde schon zurechtkommen. Außerdem musste ich in weniger als vier Stunden zu einer Vorlesung. Mein Studium war härter als gedacht. Es nagte oft an meinen Nerven, was mich dazu verlieh, fast jede Nacht mit einer anderen Frau im Bett zu landen und den Stress zu vergessen.  Für mich war daran nichts verwerflich, schließlich hatten beide Seiten ihren Spaß daran. Mein ein Jahr älterer Bruder Bennett und meine drei Jahre ältere Schwester Piper hielten nicht viel von meinem Verhalten, doch sie konnten einer Zweiundzwanzigjährigen nicht vorschreiben, wie diese zu leben hatte. Es war die eine Art und Weise, wie ich mit allem umgehen konnte, das redete ich mir zumindest ein. Andere Optionen standen nicht zur Debatte. Alles, was mich nicht an früher erinnerte und meine Erinnerungen wieder herrufen könnte, war besser als darüber nachzudenken, zu sprechen oder sich zu erinnern.

   Es dämmerte bereits, als ich angetrunken und völlig erledigt an unserem Zuhause ankam. Meine Geschwister und ich lebten hier zusammen, also musste ich so leise wie möglich, das Haus betreten. Auch wenn ich leichte Schwierigkeiten beim Öffnen der Haustür hatte, schaffte ich es nach vier Versuchen. Ich stolperte hinein, schloss die Tür, stellte die Weinflasche auf die graue Küchentheke, die links vom Eingang stand, ab. Meine Schuhe kickte ich neben die Kommode zu den anderen. Gähnend lief ich die braune Treppe hinauf in den ersten Stock. Hier war meine Etage. Mit einem schnellen Ruck öffnete ich meine Schlafzimmertür, ließ mich ins Bett fallen und schlief schließlich ein.

   Ein heftiges Klopfen an meiner Tür weckte mich unsanft aus dem Schlaf. Müde rieb ich mir die Augen, setzte mich aufrecht auf die Bettkante.

"Was gibt es?", fragte ich verschlafen. Mein großer, breit gebauter, Bruder betrat den Raum. Seine braunen Haare fielen ihm leicht ins Gesicht. Mit seinen eisblauen Augen musterte er mich. Sein Ausdruck gefiel mir nicht. War er wütend auf mich?

"Wieso trödelst du denn so?", er klang genervt. Verwirrt schaute ich ihn an, fokussierte hinter ihm die Displayanzeige. In weniger als vierzig Minuten hatten wir acht Uhr, was bedeutete, dass die erste Vorlesung bald anfing und ich saß hier, roch nach Alkohol und war nicht geduscht.

"Scheiße!", fluchte ich, rannte ins Bad, warf meine stinkenden Klamotten auf den Boden, duschte mich in Rekordzeit. Das gehässige Lachen meines Bruders hatte ich nicht überhört. So ein Depp! Na ja, ich liebte ihn trotzdem. Er war immer für mich da und stand mir in schweren Zeiten bei.

   Gestresst schnappte ich mir meine Sonnenbrille und rannte die Treppe herunter. Zum Glück hatte Bennett auf mich gewartet, sonst hätte ich selbst fahren müssen.

"Gut, dann ab ins Auto!", tadelte er. Bevor ich nach draußen ging, verwendete ich meinen Schutz vor der Sonne, sonst hätte ich mir, durch die Helligkeit, meine Augen regelrecht ausgebrannt. Auch wenn ich keinen großen Kater hatte, fühlte ich mich dreckig, so wie meist nach jeder Nacht. Ich ließ mich in den Beifahrersitz fallen, checkte mein Handy, während ich auf meinen Bruder wartete. Genervt stöhnte ich auf, als ich eine Nachricht von meiner Chefin las.

 

Du musst morgen die Schicht um 16:00 übernehmen.

 

Ok. Das gibt aber ein paar Euro mehr!

 

Wovon träumst du nachts? ;)

 

Grinsend steckte ich mein Handy weg. Okay, so schlimm ist diese Frau auch wieder nicht. Seit Monaten versuchte ich, sie um den Finger zu wickeln. Zwischen uns war eine Anziehung, das wusste sie auch, aber ihr Motto war: "Schlafe niemals mit dem Personal." Vielleicht würde ich das heute ändern können.

"Du musst heute zu deiner Psychologin Frau Schäfer.", sagte Bennett als er einstieg und startete den Wagen.

"Warum muss ich da denn schon wieder hin? Ich habe heute bis fünfzehn Uhr Vorlesungen!", meckerte ich.

"Tja, dann gehst du eben nach fünfzehn Uhr. Wer feiern kann, kann auch seine Termine wahrnehmen. Außerdem warst du seit zwölf Monaten nicht mehr bei ihr. Es wird mal wieder Zeit."

"Wieso wird es wieder Zeit? Es läuft doch alles gut!"

Ich sah, wie er den Kopf schüttelte.

"Nein, nichts läuft gut. Seitdem sie weg ist, verrennst du dich in One-Night-Stands! Das ist kein Leben. Wir sind hierhergezogen, damit du sie wiedersehen kannst und ihr euch aussprecht!", seine Stimme wurde zum Ende hin lauter. Ein Schauer lief über meinen Rücken, wenn ich allein nur an den Bruchteil meiner Erinnerung des letzten Jahres dachte. Es war die Hölle gewesen. Innerlich stieg Panik in mir auf. Nein. Nein. Bitte nicht die Schwärze. Meine Dunkelheit wollte mich einholen, mir die Luft abschnüren, mich zu Boden werfen. Seine warme Hand auf meiner, holte mich wieder ins Licht, sie schützte mich vor dem Ertrinken.

"Okay, ich gehe zu ihr und werde über alles reden, einverstanden?", nuschelte ich. Liebevoll lächelte Bennett mich an, streichelte mit seinem Daumen meinen Handrücken. Vielleicht belog ich gerade nicht nur ihn, sondern auch mich selbst, denn mir war klar, dass ich es nicht konnte. Darüber sprechen. Es schien unmöglich zu sein, doch irgendwie musste ich ihn beschwichtigen.

"Soll ich mitkommen?", fragte er. Und schon fühlte ich mich wie ein Arschloch.

"Klar.", murmelte ich, sah nach draußen, beobachtete die Landschaft, die an uns vorbeizog.

   Ich drohte in Anatomie fast einzuschlafen. Meine Professorin gestaltete ihren Unterricht wirklich trocken und nicht informativ. Mir fehlte meine alte Klassenlehrerin immer mehr, wenn ich diesen ganzen Deppen zuhörte.

"Die plappert heute aber auch wirklich den größten Mist!", murmelte Alex vor sich hin, streifte sich durch ihr schwarzes Haar und richtete ihre schwarze Brille. Ich bejahte die Aussage meiner besten...

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