Ein charmanter Fremder

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5518-8 (ISBN)
 
Emily braucht einen Ehemann, um ihr Erbe antreten zu können. Und darauf will sie auf keinen Fall verzichten, denn schon so viele Jahre träumt sie davon, nach Venedig zu reisen. Mutig ersteigert sie auf einer Junggesellenauktion einen smarten Fremden. Wird er ihr Spiel mitmachen?
  • Deutsch
  • 1,79 MB
978-3-7337-5518-8 (9783733755188)
3733755189 (3733755189)

2. KAPITEL

T.J. verschluckte sich an seiner Limo. "Sagen Sie das noch einmal!"

Emily straffte die Schultern. "Ich sagte, ich will Sie als Ehemann."

T.J. packte das Lunchpaket wieder zusammen und warf es ihr zu. "Hier, das können Sie wieder haben. Sie müssen sich schon einen anderen suchen, der Ihnen den Ehering ansteckt. So hungrig bin ich nun auch wieder nicht, dass ich mich für ein Lunchpaket verkaufe."

"Warten Sie einen Moment! Sie haben mich falsch verstanden. Ich will keinen Ehering. Sie sollen nur so tun, als seien Sie mein Mann. Nur für einen Tag."

T.J. schaute sie ungläubig an. Hätte sie ihm erzählt, ein Meteorit würde auf die Erde zurasen und gleich vor seinen Füßen einschlagen, er hätte nicht überraschter sein können.

Wie verführerisch auch immer diese Frau in diesem Stofffetzen aussehen mochte, darauf konnte er auf keinen Fall eingehen.

Er zuckte mit den Schultern. "Die Antwort ist: Nein. Auch nicht für fünf Minuten, geschweige denn für einen ganzen Tag. Und ganz bestimmt nicht, solange ich meine fünf Sinne noch beisammenhabe. Suchen Sie sich einen anderen!"

"Das geht nicht", protestierte sie. "Sie haben mich schon dreihundertfünfzig Dollar gekostet. Und ich habe weder die Zeit noch das Geld für einen anderen Plan."

"Tut mir leid", sagte er mit einem Blick zu den Männern, die sie neugierig beobachteten. "Ich bin nicht interessiert. Auf mich wartet eine Menge Arbeit."

"Noch eine Sekunde. Ich bin noch nicht fertig."

"Ich aber." Er wollte sich abwenden, doch der verzweifelte Ausdruck in ihrem Gesicht hielt ihn zurück. "Schauen Sie, Miss Holmes! Egal, für wen Sie mich halten - ich bin nicht der richtige Mann für Sie. Wenn Sie mich fragen, dann sieht es so aus, als ob jemand Sie auf den Arm genommen hat. Wem haben Sie das Geld denn gegeben?"

"Der 'Stiftung für elternlose Kinder'. Sie haben gestern im Beaumont Hotel eine Junggesellenversteigerung veranstaltet."

Als sie den Namen der Stiftung nannte, dämmerte ihm, wie diese Verwechslung zustande gekommen war. "Davon habe ich gehört", antwortete er zögernd. "Aber was habe ich damit zu tun?"

"Ich habe mehr für Sie geboten, als ich ursprünglich vorhatte. Tatsache ist, dass ich Sie ehrlich ersteigert habe, und zwar für ein Treffen. Gestern war dieses Treffen nicht erforderlich, heute ist es das aber."

"Ein Treffen?" Der Gedanke, Emily Holmes zum Essen auszuführen, schien ihm zwar verrückt, aber immer noch besser, als ihren Ehemann zu spielen. "Kommen Sie, Miss Holmes. Sagen Sie geradeheraus, was Sie von mir wollen!"

"Das hab' ich doch schon gesagt. Ich möchte, dass Sie sich als mein Mann ausgeben." Als er den Kopf schüttelte, fuhr sie fort: "Sie haben versprochen, alles zu tun, worum ich Sie bitte."

Das reichte. "Ich schwöre Ihnen, ich war nicht mal auf der Versteigerung."

"Doch, das waren Sie! Sie haben mir Ihre Visitenkarte gegeben und versprochen, sich heute hier mit mir zu treffen. Das kann ich beweisen." Sie kramte in ihrer Tasche und holte eine Visitenkarte hervor. "Da ist sie!"

T.J. griff nach der Karte. Kein Zweifel. Es war seine Visitenkarte beziehungsweise die seiner Firma. "Da muss sich jemand einen Scherz erlaubt haben."

Ihm schwirrte der Kopf. Ein Schauder lief ihm über den Rücken, als er sich daran erinnerte, wie sein Bruder lachend von seiner Teilnahme an der Junggesellenversteigerung erzählt hatte. Es war dieselbe Stiftung, die damals ihn und seinen Bruder Tim zur Adoption vermittelt hatte.

Jetzt war ihm alles klar. Als Tim sich heute Morgen verabschiedete, um ganz plötzlich auf Geschäftsreise zu gehen, hatte er T.J. zugerufen, er hätte eine Überraschung für ihn. Dabei hatte er gelacht wie ein Verrückter.

Eine Überraschung?

Emily Holmes?

T.J. biss sich auf die Lippe. Offensichtlich hatte sein jüngerer Bruder die Finger im Spiel. Es wäre nicht das erste Mal gewesen. Immer, wenn ihm eine Sache zu brenzlig wurde, nutzte er die Tatsache, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sahen, um sich aus dem Staube zu machen. Bisher hatte T.J. dies immer mit einem gewissen Humor genommen. Aber ihm Emily als Überraschung zu schicken, das ging nun wirklich zu weit.

Er nahm einen letzten tiefen Schluck aus der Flasche. "Ich denke, ich schulde Ihnen eine Erklärung, Miss Holmes. Tatsache ist, dass unsere Firma T.J. Kirkpatrick heißt. Da der Name meines Vaters, meines Bruders und auch meiner mit den gleichen Buchstaben anfangen, haben wir aus praktischen Gründen beschlossen, unsere Restaurationsfirma T.J. Kirkpatrick zu nennen. Mein Vater heißt Thornton Jones, ich bin Thomas Jefferson, und der Name meines Bruders ist Timothy Jones."

Mit großen Augen sah Emily ihn an. "Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie alle T.J. heißen?"

"Doch. Mein Vater hat sich weit gehend aus dem Geschäft zurückgezogen, so dass ich jetzt T.J. genannt werde. Mein Bruder Tim ist Architekt. Das hätte er Ihnen gestern schon erzählen sollen, statt Ihnen diese Karte zu geben." Er lächelte leicht. "Tut mir leid für das Missverständnis."

Ihre Augen funkelten wütend. Und er wusste, dass er sie nicht im Geringsten davon hatte überzeugen können, dass er nicht derjenige war, den sie ersteigert hatte.

Sie nahm ein kleines Foto aus ihrer Tasche und hielt es ihm unter die Nase. "Männer! Ich habe befürchtet, dass Sie sich herausreden würden. Sie haben sich diese lächerliche Geschichte doch nur ausgedacht. Aber damit kommen Sie bei mir nicht durch, Mr. Kirkpatrick. Dieses Foto, das wir gestern aufgenommen haben, beweist eindeutig, dass Sie es sind."

"Ich schwöre Ihnen, das bin nicht ich." Dabei hob er die rechte Hand wie zum Schwur. Trotz seiner Verärgerung musste er sich eingestehen, dass Emily Holmes etwas an sich hatte, was ihn beeindruckte. Ihre Entschlossenheit. Sie kämpfte für ihre Sache. "Mein Bruder und ich sehen uns so ähnlich, dass man uns verwechseln kann. Wir werden häufig für Zwillinge gehalten." In Gedanken versetzte er seinem Bruder einen Fußtritt. "Gestern Nachmittag habe ich hier auf dem Bau Überstunden gemacht."

Verzweifelt sah Emily ihn an, und ihre Verletzbarkeit rührte ihn. Irgendwie fühlte er sich verantwortlich, ohne zu wissen, warum. Und was war schon ein Tag!

Er forderte Emily auf, sich wieder zu setzen, und versuchte, vernünftig an die Sache heranzugehen. "Lassen Sie uns noch einmal darüber reden. Sagen Sie mir, warum Sie so dringend einen Ehemann brauchen und warum Sie das gestern nicht schon gesagt haben."

Das Funkeln in ihren Augen verhieß nichts Gutes. "Weil ich da noch nicht wusste, dass ich Sie heute brauche."

Er unterdrückte einen Seufzer. "Wenn Sie mich fragen, mir scheint das alles ein bisschen verworren. Außerdem bin ich der Meinung, dass ich das Recht habe, über das Szenario aufgeklärt zu werden. Und", fügte er mit ironischem Lächeln hinzu, "ich muss die Gewissheit haben, dass es sich bei der Maskerade nicht um krumme Geschäfte handelt."

Als sie sich auf die Lippe biss, ahnte er, dass das, was sie vorhatte, zumindest nicht ganz legal war. "Ich habe nämlich keine Lust, im Gefängnis zu landen."

"Natürlich nicht. Wofür halten Sie mich?" Sie bemühte sich, die Beleidigte zu spielen, konnte aber einen Anflug von Unsicherheit nicht verbergen.

"Klären Sie mich auf, Miss Holmes! Wenn ich Ihren Ehemann spielen soll, dann muss ich die ganze Geschichte kennen."

Sie zögerte. "Heißt das, dass Sie mitmachen?"

"Vielleicht. Kommt darauf an. Erzählen Sie mir bitte alles ganz genau."

"Meine Großtante Emily ist kürzlich gestorben und hat mir ein Haus in Venedig hinterlassen", begann Emily. "Ich bin ihre einzige Verwandte. Übrigens bin ich nach ihr benannt worden."

T.J. sah sie interessiert an. "Venedig? Sie meinen Venedig in Italien?"

"Nein. Venedig in Kalifornien. Ein kleines Nest in der Nähe von Los Angeles."

"Ich kenne den Ort. Seine Geschichte hat mich schon immer interessiert. Vor etwa siebzig Jahren hat ein Bauunternehmer versucht, das echte Venedig nachzubauen, mit Kanälen und allem. Leider ist der arme Kerl während der Depression Pleite gegangen."

"Genau den Ort meine ich", bestätigte Emily. "Meine Tante und mein verstorbener Onkel haben damals dort eines der Häuser spottbillig erworben." Ein wehmütiges Lächeln umspielte ihre Lippen. "Früher, als ich noch klein war, bin ich oft im Sommer dort gewesen. Dann habe ich geträumt, ich wäre in Italien."

"Interessant." Er schaute sie nachdenklich an. Dieser Blick brachte sie völlig durcheinander, und zu ihrem Entsetzen fühlte sie, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. "Aber was hat das damit zu tun, dass ich Ihren Ehemann spielen soll?"

Emily holte tief Luft. Sie hatte beschlossen, die ganze Wahrheit auf den Tisch zu legen. "Tante Emily hat sich immer gewünscht, dass ich heirate und eine Familie gründe." T.J. zog fragend die Augenbrauen hoch. "Ich weiß, das klingt ein bisschen altmodisch. Aber seit meine Verlobung in die Brüche gegangen ist, hatte Tante Emily Angst, ich würde so einsam werden wie sie nach dem Tode ihres Mannes. Wahrscheinlich hat sie mir deshalb das Haus nur unter der Bedingung hinterlassen, dass ich verheiratet bin."

T.J. dachte nach. "Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie das frage. Aber kann Ihr Exverlobter Ihnen nicht den Gefallen tun und...

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