Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn

Vier Jahre auf der Flucht nach Deutschland. Aufgeschrieben von Marianne Moesle
 
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 19. August 2011 | 250 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0513-2 (ISBN)
 
Eritreas Jugend kennt keine Zukunft: Mit Bussen werden die Abiturienten direkt nach der Zeugnisausgabe ins Militärlager gebracht, um dort unter Drill und Folter zu zerbrechen. Um dem zu entgehen, gibt es für den 17-jährigen Zekarias Kebraeb nur einen Ausweg: die Flucht nach Europa. Vier Jahre dauert der Höllentrip, den Zekarias nur knapp überlebt. Er erleidet Hunger, Durst und Elend auf seinem Weg durch den afrikanischen Busch, die Sahara und übers Mittelmeer. In Italien angekommen, wähnt er sich am Ziel. Doch er stößt auf Ablehnung und Widerstand durch Polizei und Behörden. Wieder muss er fliehen, und der Wunsch, ein normales Leben in Freiheit zu führen, rückt abermals in weite Ferne ¿
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"14. Etappe: Nachworte (S. 292-293)

Zeit online, 30. März 2011

Berlusconi will aus Lampedusa ein Paradies machen

(…) Seit Wochen landen Tag für Tag neue Flüchtlinge an den Küsten Lampedusas an, mehr als 6 000 sollen inzwischen auf der Insel sein. Die Auffanglager sind überfüllt, die Lage für die Gestrandeten prekär – und die rund 5 000 Insulaner in Aufruhr: Heftigst protestierten sie gegen die in ihren Augen zu lasche Haltung ihrer Regierung im Umgang mit den Migranten aus Nordafrika. Dies wollte Berlusconi nicht auf sich sitzen lassen – und reiste von Rom gen Lampedusa. Dort präsentierte er einen Plan, der die Stimmung seiner Landsleute heben soll. Alle Flüchtlinge sollen auf Schiffe verfrachtet und »in den nächsten Tagen« nach Sizilien und in die Toskana sowie in andere Regionen gebracht werden.

(…) Das Entfernen der ungeliebten Immigranten ist aber nur ein Teil von Berlusconis Maßnahmenpaket. Der Premier versprach Steuervergünstigungen und einen »Piano Verde« zur Begrünung des felsigen Eilands. Das sei aber noch nicht alles: Er höchstpersönlich werde die Insel für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Mediengewandt vollendete der Landesvater seine Rede: Er habe sich ein Haus auf dem »paradiesischen« Lampedusa gekauft.

Zekarias Kebraeb, Nürnberg, 31. März 2011, endlich frei in Deutschland:
Mein Ziel war Europa – das Paradies. Ich bin aus Afrika geflüchtet, weil ich frei sein wollte. Mit einer unbändigen Hoffnung, Mut, Wut und fünfhundert Dollar in der Tasche. Ich wusste nicht, wie lange meine Flucht dauern und in welchem Land sie enden würde, wusste nur eines: dass ich auf der Suche nach der Freiheit war. Doch auf diesem Weg war ich alles andere als frei, bin in der Wüste fast verdurstet, das Meer hat mich beinahe verschluckt, ich landete in verheerenden Flüchtlingslagern und verkommenen Asylantenheimen, im Gefängnis und auf der Straße, war schließlich doch bloß »geduldet«, wie es heißt.

Illegal und ohne Papiere war ich nichts wert, ein »Haywan – Tier« auf der Flucht, ein Niemand als Asylbewerber. Um jeden kleinen Schritt musste ich kämpfen. Dass ich eine Ausbildung machen durfte, allein in eine Wohnung ziehen, mir einen Job zum Geldverdienen suchen, reisen und mit dem Flugzeug fliegen, wovon ich immer geträumt hatte. Als mich eines Tages die Journalistin Marianne Moesle fragte: »Zekarias, wie fühlt sich Durst an?«, da liefen mir Tränen übers Gesicht, obwohl ein afrikanischer Mann nicht weint, und ich antwortete mit einer Frage. »Warum habe ich mein Glas Wasser nicht ausgetrunken?« Durst, das weiß ich seit meiner Flucht über die Sahara, ist ein einziger quälender Gedanke: »Warum habe ich mein Glas Wasser nicht ausgetrunken?« Weil ich nicht frei war. Genau diese Geschichte wollten wir erzählen.

In Europa bin ich erwachsen geworden und habe gelernt, dass man nur etwas bewegen und verändern kann, wenn man sich selbst bewegt und verändert. Wer sich einmal auf den Weg gemacht hat, kann nicht zurück. So ist das mit uns Flüchtlingen. Am liebsten würde ich den Menschen in Deutschland zurufen: »Hey, ihr seid frei, ihr habt alle Chancen in eurer friedlichen, demokratischen Welt, die ich lange nicht hatte! Machen wir etwas zusammen!«"

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