Ja! Sound of Life Vol.1

 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Januar 2018
  • |
  • 368 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-5673-4 (ISBN)
 
Für die Liebe nach der Liebe muss Janine Becker richtig stark sein. Trotzdem sie eigentlich nur Spaß haben wollte, fühlt sie sich mit einer Intensität zu dem gut aussehenden aber verheirateten Vater Mark Hansen hingezogen, die ihre eigenen Kämpfe des Alltags verblassen lassen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-7407-5673-4 (9783740756734)
374075673X (374075673X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Elektra Miller wurde als Pseudonym gewählt damit die Autorin die Privatsphäre ihrer Familie gewährleisten konnte. Im September 1981 wurde sie im Sauerland geboren, lebt jetzt mit Ihrem Mann und zwei Kindern in Hessen. Während die Kinder zur Schule gehen führen beide Elternteile zwei erfolgreiche Firmen. Der Wunsch, Autorin zu sein, begleitet sie seit Ihrem Jugendalter.

Heute ist mein 18. Geburtstag. Faul liege ich in meinem eigenen Bett, in meinen eigenen vier Wänden und lasse meine Gedanken kreisen. Schon echt bescheuert, dass alle Welt glaubt, der 18. Geburtstag wäre etwas Tolles. Endlich volljährig und vollmächtig? Dass ich nicht lache.

Mein kleines Reich habe ich schon seit zwei Jahren. Für Nahrung, Heizung und Bildung muss ich seitdem selbst sorgen. Daran ändert auch kein weiterer Geburtstag etwas. Mein Gefühl in der Brust ist rebellisch aber irgendwie auch bedauernd. Wie gerne hätte ich mal eine Geburtstagsfeier gehabt oder Geschenke bekommen ganz zu schweigen von einem Geburtstagskuchen. Bevor meine Gedanken sich in die Bahn meiner traurigen Vergangenheit vertiefen können, schlage ich die Bettdecke auf und springe aus dem Bett. Ich will mich stylen und dann ins "Netz", um zu arbeiten. Für die 15 Uhr-Schicht habe ich mich freiwillig eingetragen, um in jedem Fall nicht alleine zu sein. Auf keinen Fall würde ich mir heute darum Gedanken machen, dass meine Eltern nicht hier bei mir sind. Mir nicht gratulieren und auch nicht anrufen werden. Weder meine Eltern, noch meine Geschwister oder meine Großeltern. Ich beschwöre die Rebellin in mir hoch, hole tief Luft und schaue in den Spiegel. Du schaffst das! Du schaffst das! DU

SCHAFFST DAS!", brülle ich mir voller Eifer entgegen.

Wie jedes Jahr meint es das Wetter richtig gut mit mir. Die Sonne scheint und es sind jetzt schon fast 30° C im Schatten. In meinem hellblauen und extrem kurzen Trägerkleid überquere ich die Straße, laufe durch eine kleine Gasse und stehe direkt vor dem Netz.

"Hey Nine! Da bist du ja. Komm lass dich drücken!" Ute grinst mich breit an und reißt mich an ihren absolut korpulenten Körper.

"Nenn mich nicht immer Nine, ich heiße Janine."

"Na, warum so launisch an deinem Geburtstag?

Ich, nein besser gesagt wir, haben eine Überraschung für dich!" ruft sie mir mit so einem übertriebenen fröhlichen Singsang in die Ohren, dass ich nur flüchten will.

"Ok, ich komme gleich. Will nur mal eben Bescheid geben, dass ich mit meiner Schicht gleich starten kann." Ohne ein weiteres Wort drehe ich mich um und gehe rein. Froh, den ersten Treffer gut weggesteckt zu haben. Hinter der Theke steht mein Chef Christopher und grinst mich an. Ich setzte mein schönstes Grinsen auf, gehe nach Hinten um meine Sachen wegzulegen und meine Schürze anzuziehen.

"Was machst du da?" fragt er während er mich immer noch angrinst.

"Na fertig für die Arbeit. Hab doch heute die

Frühschicht.", beachte ihn aber gar nicht weiter.

"Ich hab deine Schicht getauscht." Erwartungsvoll blickt er mich an.

"Wieso, was soll das? Ich brauche die Kohle und hab mich drauf eingestellt jetzt zu arbeiten." Ich bin sauer, will es mir aber nicht anmerken lassen. Die Stärke ihm zu erklären, nicht alleine sein zu wollen, habe ich gerade nicht.

"Komm schon, heute an deinem Geburtstag solltest du definitiv nicht arbeiten. Nimm dir nächste Woche einfach eine Extraschicht."

Ich bin sprachlos. Mir fällt einfach nichts ein, was ich dazu sagen könnte oder wie ich wieder zu meinem geordneten Tagesplan kommen könnte. Ich sehe ihn an und habe Mühe, meine Mimik neutral zu lassen.

"Komm doch mit raus. Wir setzen uns in die Sonne und trinken einen Kaffee!" Er lächelt mich immer noch an, legt seinen Arm freundschaftlich um meine Schulter und zieht mich hinter der Theke fort, nach draußen. Die Sonne auf meiner Haut liebe ich. Ein kleines, von Herzen kommendes Lächeln, bringe ich zustande. Wenn ich schon nicht arbeite, kann ich mich ja in die Sonne setzen und wenn ich dabei nicht alleine bin, umso besser.

"Überraschung!!!!" rufen mehrere Stimmen gleichzeitig.

Oh nein, shit. Wie soll ich bloß den ganzen Tag die liebenswerte, gelassene und fröhliche Janine geben? Mein Herz rast, mein Magen windet sich zu einem Knoten. Ich habe Angst. Auf gar keinen Fall möchte ich, dass jemand mitbekommt, wie einsam und traurig ich eigentlich bin. Ich dreh mich zu den Stimmen hin und sehe alle meine befreundeten Kollegen und Kolleginnen, eine Freundin aus der Schule und eben die besagte Ute. Ich habe Sie vor einem Jahr als Gast im Netz kennen gelernt und in ihr trotz riesigem Altersunterschied irgendwie eine Seelenverwandte gefunden.

"Alles Gute zum Geburtstag!", rufen alle gleichzeitig.

"Hey cool, was macht ihr denn alle hier?", frage ich mit einem Lächeln im Gesicht.

Ute gibt mal wieder den Ton an und ruft: "Setz dich endlich! Wir haben wirklich eine Überraschung für dich und brennen darauf, deine Reaktion zu sehen."

Ich setze mich auf den nächstbesten Platz und bevor noch weitere Gefühle in mir hochkochen können, kommt Cordula, eine meiner Kolleginnen, mit einer riesigen Pappschachtel um die Ecke - mein Geschenk. Gespannte Stille herrscht, als es vor mir abgestellt wird und ich es sprachlos ansehe. Nein, ich will es wirklich nicht aufmachen. Was wenn ich zu viel erwarte und alles nur ein Scherz ist? Dann haut es mir voll ins Herz.

"Los, nun mach schon auf!", ruft jetzt auch Christopher.

"Nee! Ich würde es lieber zu Hause alleine aufmachen."

"Ach so ein Quatsch", ruft Ute, "wir wollen alle dabei sein. Nun mach endlich!"

Wie es aussieht, komme ich nicht drum herum. Ich hantiere verlegen mit der Schleife herum, bis sie dann endlich offen ist, hebe den Deckel an und drücke ihn nach hinten.

Erst friert mein Lächeln ein, dann rutscht es ganz aus meinem Gesicht. Mein Herz rast, mein Gesicht fühlt sich siedend heiß an und dann muss ich auch noch anfangen zu schluchzen.

Liebevolle Worte zum Geburtstag und Kerzen zum Auspusten zieren eine traumhaft weiße Torte - meinen Geburtstagskuchen. Mein Herz wummert unter den Rippen, der Magen dreht weitere Knoten und meine Augen, mein Kopf können die Tränen nicht zurückhalten. Ute packt mich, zieht mich vom Stuhl hoch "Was denn Mädel, du hast dir doch schon immer eine gewünscht", spricht sie jetzt etwas leiser, während sie mich in ihre Arme drückt. Cordu steht daneben und streichelt meinen Arm, flüstert beschwichtigende Worte.

Wie gerne würde ich mich jetzt gehen lassen. Abhauen und weinen, aber nein, ich möchte diesen herzlichen Freunden nicht vor den Kopf stoßen. Ich recke den Kopf hoch, schniefe, trockne die Tränen und raunze mir selbst zu, mich jetzt gefälligst mal zusammen zu reißen. Ich rufe wieder die Rebellin in mir hoch, schniefe noch einmal und grinse dann alle an.

"Ja! Die habe ich mir wirklich gewünscht. Oh man, dass ist so abgefahren! Tausend Dank! Endlich hab ich einen Geburtstagskuchen", ich grinse über beide Ohren, nehme alle in den Arm, drücke sie richtig fest an mich, weil mir diese Geste von ihnen so unendlich viel bedeutet.

"Jetzt müssen wir aber unbedingt feiern", rufe

ich. "Tausend Dank! Ihr seid der Wahnsinn" Grinsend schaue ich in die Runde und hoffe jetzt zum ersten Mal von Herzen, dass jetzt keiner von ihnen gehen muss.

"Kann ich die Torte jetzt anschneiden? Ich meine mit Euch oder müsst ihr gleich los?"

"So ein Quatsch", wirft Cordulas Freund Jörg ein.

"Wir sind hier, um zu feiern. Wir laden dich ein, Kaffee, Tee zum Kuchen und wenn du magst, später auch etwas Stärkeres." Auch er drückt mich, streicht mir sacht über die Wange und meint leise "Wie gerne wüsste ich, was dich gerade so bedrückt, warum ein so junges hübsches Mädchen so viel Kummer in sich trägt." Ich drehe mich aus der Umarmung, lächle ihn mit meinen strahlendsten Augen an "Das waren doch alles nur Freudentränen. Schön, dass ihr bleiben könnt! Kommt, die erste Runde gebe ich aus!"

Trotz der starken Worte sieht er in meinem Blick mehr, als alle anderen. An alle gewandt bedanke ich mich noch einmal "Danke, das war ein sehr großer Herzenswunsch von mir." Ich grinse breit, möchte nicht dass die Stimmung noch einmal umschlägt, stehe auf und frage alle, was sie gerne trinken möchten, um drin alles zubereiten zu lassen. Wir sitzen in der Sonne, unterhalten uns, schmieden Pläne für die nahe Zukunft und erzählen Witze bis zum Umfallen.

Am frühen Abend stehe ich mit der Pappschachtel und den Kuchenresten vor meiner Wohnungstür, schließe auf und hole tief Luft. Keiner hier. Alles dunkel und kalt. Ich hasse dieses Gefühl, alleine zu sein. Verantwortung zu tragen, mich um mich selber alleine kümmern zu müssen. Da mir keine Wahl bleibt, schalte ich mein schönstes schummriges Licht ein, lege Musik auf und reiße noch einmal alle Fenster auf, um von meinem Bett aus in den Himmel schauen zu können. Von dem ganzen Stimmengewirr piept es laut in meinen Ohren, bis ich zur Ruhe komme und anfange draußen die Vögel in den Bäumen in der Abenddämmerung zu hören. Ich gehe darin auf, zwinge mich, mir ganz genau die einzelnen Töne anzuhören. Irgendwann, ohne, dass ich es...

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