Der Geist der Liebe

Roman
 
 
Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. Juni 2011
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0466-1 (ISBN)
 
Eigentlich soll Allie Geister aus Odin's Thumb Pub vertreiben. Aber schon bald fühlt sie sich zu dessen geheimnisvollem Besitzer Gabe hingezogen und erkennt, dass es eigentlich die Geister seiner Vergangenheit sind, die ihn quälen ...
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • 1,40 MB
978-3-8387-0466-1 (9783838704661)
3838704665 (3838704665)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"10. Kapitel (S. 85-86)

Gegen halb neun war der letzte Teller abgewaschen, das letzte Glas poliert. Gabe und Allie war es gelungen, auch das Abendessen zuzubereiten und zu servieren, ohne dass es Probleme oder Beschwerden der Gäste gegeben hatte. Was Gabe inzwischen nicht mehr überraschte. Allie konnte ebenso gut mit den Lebenden umgehen wie mit den Geistern. Alle liebten sie. Selbst der bärbeißige Willy MacMillan hatte sie in sein Herz geschlossen.

Und sie konnte verdammt gut kochen. Wirklich kaum zu glauben. Gabe warf das Küchentuch in die Spüle, trocknete sich die Hände an der Schürze und nahm sie ab. Ein paar Gäste waren noch im Pub, um das eine oder andere Bier zu trinken, bevor sie sich auf den Heimweg machten. Um nach Jake zu sehen und ihn zu Bett zu bringen, verließ Gabe die Küche und stieg, nachdem er einen Blick in den Pub geworfen hatte, die Treppe zum ersten Stock hinauf. Als er die Tür zur Wohnung öffnete, hörte er Stimmen. Genauer gesagt eine Stimme. Eine weibliche. Allies.

Leise näherte er sich Jakes Schlafzimmer und lauschte. »Wie hast du herausgefunden, dass dein Dad gestorben war? Erinnerst du dich noch daran, Allie?«, fragte Jake. Gabes Magen krampfte sich zusammen. »Nun«, sagte sie, »ich war ungefähr in deinem Alter. Mein Vater arbeitete nachts, und wenn er zu Hause war, dann schlief er meistens.« Als Schweigen auf diese Worte folgte, drückte Gabe die Tür einen Spalt breit auf, und lehnte sich an den Rahmen, sodass er auch etwas sehen konnte. Jake kratzte sich an der Nase. »Und was ist dann passiert?«, fragte er. Ein ernster Ausdruck erschien auf Allies Gesicht, während sie Jake über das Haar strich, um den störrischen Wirbel über der Stirn zu glätten.

»Meine Mutter bekam mitten in der Nacht einen Anruf. Mein Vater hatte während der Arbeit einen Unfall gehabt, und sie hatten sie angerufen, um ihr zu sagen, dass sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus kommen sollte.« »Dann erinnerst du dich noch an all das?«, fragte Jake. »Nein«, antwortete sie. »Ich schlief, als der Anruf kam. Aber ich weiß noch, dass meine Mutter mich und meine Schwester weckte, um uns zu sagen, dass Daddy einen Unfall gehabt hatte.« Sie dachte einen Moment nach. »Wir mussten uns anziehen und ein paar Sachen zusammenpacken, um in jener Nacht bei unserer Tante zu bleiben.«

»Erinnerst du dich noch an die Beerdigung?«, fragte Jake. Er wurde langsam schläfrig, rieb sich die Augen und drehte sich auf die Seite, auf der er immer einschlief. »Ja, daran erinnere ich mich noch.« Jake überlegte kurz. »Mein Dad hat ganz schlimme Träume. Ich glaube, er träumt von meiner Mutter. Manchmal wacht er schreiend auf, und dann geht er weg und kommt lange nicht zurück. Das macht mir Angst.« Wieder verkrampfte sich alles in Gabe. Er wusste nicht, ob er die Unterhaltung unterbrechen oder seinen Sohn erzählen lassen sollte, was ihn offensichtlich so sehr belastete. Er entschied sich, abzuwarten.

»Hast du es ihm gesagt?«, fragte Allie. Jake schüttelte den Kopf und gähnte. »Nee. Ich will ihm keinen Kummer machen.« Plötzlich wandte er sich Allie zu und nahm ihre Hand. Sein Griff war überraschend fest. »Kannst du ihm helfen, Allie? Captain Catesby sagt, du kannst gut mit ruhelosen Seelen umgehen. Er sagt, du machst sie wieder heil. Glaubst du, dass du auch etwas für Dads Seele tun kannst? Auch wenn er kein Geist ist?« Der Kloß, der sich in Gabes Kehle bildete, war so groß, dass er fast nicht mehr schlucken konnte. Um Allie nicht wissen zu lassen, dass er das Gespräch mit angehört hatte, zog er sich leise auf den Korridor zurück. Erst als er hörte, dass die Tür geöffnet wurde, ging er wieder darauf zu. Allies Augen wurden groß vor Überraschung, als sie Gabe erblickte. »Oh. Ich ... Entschuldigen Sie, dass ich Ihre Wohnung einfach so betreten habe."

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