Eine Ewigkeit für deine Liebe

Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. November 2011
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1118-8 (ISBN)
 
Durch einen Versprecher bei einem Zauberspruch hat Emma sich und ihre einzig wahre Liebe verflucht. Alle zweiundsiebzig Jahre trifft sie seitdem auf Christian, der inzwischen ein Geist ist, und verliebt sich. Doch jedes Mal muss Emma sterben.

Wird es jemals möglich sein, den schicksalhaften Bann zu brechen, damit die beiden für immer vereint sind?
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 1,24 MB
978-3-8387-1118-8 (9783838711188)
3838711181 (3838711181)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1. Kapitel

Savannah, Georgia

Forevermore Photography

September, heutzutage

Irgendwann am späten Nachmittag ...

Wow, Emma, die sind fantastisch! Ich kann es kaum erwarten, die von meiner eigenen Hochzeit zu sehen.«

Emma hockte auf ihrem Fensterbrett, von dem sie einen großartigen Ausblick auf die River Street und den Savannah River hatte. Sie lächelte Zoe Canady - oder Mrs. Zanderfly in spe - zu, als sie sich Emmas Portfolio ansah. Die beiden jungen Frauen waren schon seit dem College beste Freundinnen, und Emma hatte Zoe versprochen, im Dezember ihre Hochzeitsfotos zu machen. »Droht Jay immer noch, seine Trauzeugen unter ihren Smokings Curly-, Larry- und Moe-T-Shirts tragen zu lassen?«

Zoe lachte, und Emma sah wieder dieses Leuchten, das die Gesichter von Bräuten erstrahlen ließ wie das Nordlicht. Es war schon fast so etwas wie ein Phänomen in Emmas Augen. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, wie es sich anfühlen mochte, so rundum glücklich und verliebt zu sein.

»Na klar«, lachte Zoe. »Und ich habe ihm darauf gesagt, dass meine Brautjungfern und ich dann alle Footballschuhe unter unseren Kleidern tragen.«

»Und du ihn mit einem treten wirst«, warf Emma ein.

»Oder sie auch in unserer Hochzeitsnacht trage.« Beide Frauen lachten.

Die späte Nachmittagssonne fiel durch das Fenster und tauchte das zweihundert Jahre alte Studio mit seinen Ziegelwänden in rötlich gelbes Licht und graue Schatten. »So«, sagte Emma nach einem Blick auf ihre Uhr und stand vom Fensterbrett auf, um ihr Studio aufzuräumen. »Du solltest jetzt besser gehen, sonst kommst du zu spät zum Dinner mit deinem zukünftigen Göttergatten.«

»Du hast recht, aber ein paar Minuten hab ich noch.« Zoe, die sich an Emmas Schreibtisch gesetzt hatte, bewegte gedankenverloren die Maus, und der Bildschirm erwachte zum Leben. »Wow!«

Emmy stellte ein Stativ an die Wand und ging zu ihrer Freundin, um einen Blick über ihre Schulter zu werfen. Die Burgruine von Arrick-by-the-Sea, die sie sich beim Mittagessen angesehen hatte, jagte ihr auch jetzt wieder heiße und kalte Schauer über den Rücken.

»Wo ist das?«, fragte Zoe neugierig.

Emma lehnte sich mit der Hüfte an den Tisch. »In Wales.«

»Kennst du jemanden in Wales?«

Emma starrte das spröde graue Gestein der Burg an, die zerfallende Mauer, die sie umgab, und die Irische See dahinter und schüttelte den Kopf. »Keine Menschenseele.«

Zoe drehte sich im Sessel, schob ihr langes rotblondes Haar, um das Emma sie schon immer beneidet hatte, hinter die Ohren und zog die Augenbrauen hoch. »Du hast schon wieder geträumt, nicht wahr?«

Emma seufzte und rieb sich ihre Augen. »Wenn man es überhaupt so nennen kann. Ich sehe nämlich eigentlich nichts in meinen Träumen; ich fühle nur etwas«, erklärte sie.

»Und davon bist du so besessen, dass du nächtelang aufbleibst und im Netz herumsurfst, bis du das Gefühl gefunden hast?« Sie zeigte auf Emma und tippte sich an die Stirn. »Du hast schon dunkle Ringe unter den Augen, Emma, und siehst aus wie ein Vampir. Wie lange hast du dieses Mal geträumt?«

Emma blickte wieder auf den Computerbildschirm und die imposanten Burgmauern von Arrick. »Monate.« Sie konnte es sich nicht erklären - nicht mal ansatzweise. Als sie dann aber auf diese atemberaubende Aufnahme der Festung aus dem zwölften Jahrhundert gestoßen war, hatte sie es irgendwie gewusst.

Und obwohl sie keine Ahnung hatte, was genau sie wusste, war ihr klar, dass sie dorthin fahren musste. Dass es ungeheuer wichtig war, dorthin zu fahren.

»Wann reist du ab, und warum hast du es mir nicht vorher schon gesagt?«, fragte Zoe stirnrunzelnd.

Emma sah ihre Freundin an und zeigte mit zwei Fingern auf sie. »Mach nicht so ein grimmiges Gesicht, Zoe!« Sie seufzte. »Ich wollte dich nicht damit belasten. Du hast genug mit deinen Hochzeitsvorbereitungen zu tun, da kannst du nicht auch noch eine jammernde Freundin brauchen.«

Zoe legte eine Hand auf Emmas Schulter. »Red keinen Unsinn, Emma! Du könnest nie eine Belastung für mich sein, und das weißt du auch. Du bist meine beste Freundin. Eine so gute beste Freundin, dass ich niemand anderem als dir meine Hochzeitsfotos anvertrauen würde.« Das Stirnrunzeln kehrte zurück, aber nur kurz; dann wurde Zoes Ausdruck weicher, und sie lächelte und legte ihren Kopf ein wenig schief. »Du bist ganz schön seltsam, Emma Calhoun! Du machst die erstaunlichsten Fotos von Menschen, die einander lieben, aber du ... du bist achtundzwanzig Jahre alt und immer noch allein. Sieh dich doch mal an!« Sie zeigte auf sie. »Haut wie Porzellan, wunderschönes, zimtfarbenes Haar - du hast sogar einen Waschbrettbauch, Mädchen!« Zoe hob ihr T-Shirt an und stieß ihren Zeigefinger in ihren eigenen, viel weicheren Bauch. »Ich würde alles tun für einen Bauch wie deinen! Aber wie dem auch sei, du bist jedenfalls eine sehr, sehr attraktive Frau, und trotzdem wirst du heute Abend allein nach Hause gehen, eine Pizza bestellen und dir im Fernsehen ... lass mich überlegen ... Die Mumie ansehen - und danach wahrscheinlich auch noch Die Rückkehr der Mumie.«

Emma zuckte die Schultern. »Ich interessiere mich für Mumien.«

»Nein, du interessierst dich für den Typen, der die Mumien tötet.«

Emma widersprach ihr nicht, sondern schaute ihre Freundin nur aus schmalen Augen an. »Versuchst du zu erreichen, dass ich mich besser fühle?«

Zoe lächelte. »Wann reist du ab nach Wales? Und was noch wichtiger ist, auch wenn das jetzt vielleicht egoistisch klingt - wann bist du wieder hier? Rechtzeitig genug für meine Hochzeitsfotos?«

Emma ging zum Fenster und blickte auf die Touristen herab, die über das Kopfsteinpflaster der River Street flanierten. Ein Schlepper tutete, bevor er von den Docks ablegte, und eine Reisegruppe, die auf der Jagd nach Savannahs Geistern war, schlenderte vorbei. Selbst durch die geschlossenen Fenster drang der Duft von frisch gemachten Pralinen aus der Confiserie unten. Als Emma sich wieder nach Zoe umdrehte, tanzten feine Staubkörnchen wie Feen im Zwielicht, das durch das Fenster hereinfiel. Es war alles ziemlich surreal, aber nicht annähernd so surreal wie ihre Träume.

Irgendetwas zog sie nach Wales und insbesondere nach Arrick-by-the-Sea. Es war komisch, ja, und Zoe hatte recht: Sie war ziemlich seltsam. Die Träume, die Nacht für Nacht ihren Schlaf störten, ließen sich weder beschreiben, noch trugen sie ein flimmerndes Neonschild mit der Aufschrift Hier liegt dein Schicksal. Doch nach Monaten, in denen ihr Gefühl sie den zerfallenden Ruinen aus dem zwölften Jahrhundert förmlich entgegengedrängt hatte, hatte sich Emma nun schließlich einen Flug nach Wales gebucht. Sie hatte sich ein Zimmer in einem hübschen Bed and Breakfast reserviert, das in einem alten Herrenhaus in der Nähe der Burg lag, und sich den ganzen Oktober frei genommen, um den Atlantik zu überqueren und zu befriedigen, was auch immer es in ihr sein mochte, das sie fast schon zur Verzweiflung trieb.

»Hey!«, sagte Zoe und schwenkte eine Hand. »Erde an Emma! Versprichst du, rechtzeitig zurück zu sein?«

Mit einem zufriedenen Seufzer grinste Emma. »Ich reise in einer Woche ab. Und natürlich verspreche ich, rechtzeitig zurück zu sein, um deine Brautparty, das Probeessen und deine Hochzeit zu fotografieren.« Mit dem Zeigefinger beschrieb sie ein X über ihrer Brust. »Ehrenwort.«

Arrick-by-the-Sea

September, heutzutage

Gegen Abend

»Sieh dich doch nur an, Junge! Ein richtiges Nervenbündel bist du, wie du hier hin und her tigerst! Du machst mich schon ganz schwindlig.«

Christian of Arrick-by-the-Sea blieb stehen und sah seinen alten Freund an. Der Ritter war ein auf Grimm Castle ansässiger Geist, der jedoch oft nach Arrick kam. Die beiden waren schon seit Jahrhunderten befreundet. »Ich kann nicht anders, Godfrey«, erwiderte er achselzuckend und blickte seufzend auf die schon dunkle See hinaus. »Ich kann einfach nichts dagegen tun.«

Sir Godfrey of Battersby kratzte sich unter seinem großen, breitkrempigen Hut. »Verdammt, Junge, du müsstest mittlerweile wirklich daran gewöhnt sein! Das ist jetzt doch schon das ... neunte Mal, nicht?«

»Das dreizehnte.«

Godfrey brummte etwas vor sich hin.

Das Auf und Ab der bewegten Irischen See, die gegen die Grundfeste von Arrick schlug, trug wenig dazu bei, Christian an diesem speziellen Abend zu beruhigen. Es war der Abend vor ihrer Ankunft, und sein Magen verkrampfte sich bei dem Gedanken. Emma Calhoun war dieses Mal ihr Name. Seltsamerweise blieb sie immer Emma, nur ihr Nachname war jedes Mal anders. Wie würde sie diesmal aussehen? Ihre Seele war immer dieselbe, Ihr Äußeres jedoch veränderte sich mit jeder Wiedergeburt. In gewisser Weise war es so, als begegnete man jemandem immer wieder zum allerersten Mal.

Nur, dass er immer schon wusste, wer sie war.

Und sie schon leidenschaftlich liebte.

Christian fuhr sich mit der Hand durchs Haar. All das war wirklich mehr als genug, um einen Mann verrückt zu machen.

»Reiß dich zusammen, Junge, und hör auf, so ein Gesicht zu machen! Sag mir lieber, was du vorhast. Weißt du dieses Mal schon etwas über sie?«, fragte Godfrey. »Wie sie aussieht und so weiter?«

Christian warf Godfrey einen Blick zu. »Ich glaube, Du hast viel zu viel Spaß an all dem, alter Mann.«

Godfrey strich sich übers Kinn. »Ich gebe zu, dass es unterhaltsam ist, auch wenn es nur alle zweiundsiebzig Jahre vorkommt.« Er lachte leise. »Besonders...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

6,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok