Baccara Spezial Band 6

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Juni 2020
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-2927-1 (ISBN)
 
NUR EINEN KUSS VOM TOD ENTFERNT von CASSIE MILES Erst wird Emilys Wagen brutal von der Straße gedrängt, dann auf sie geschossen, schließlich ein Giftanschlag verübt - jemand möchte sie tot sehen. Sie und Connor, ihr bester Freund und Beschützer, müssen den Täter finden. Denn Emily will eine Zukunft - und zwar mit Connor! DER SCHÖNE GEIST VON KILLER COVE von CARLA CASSIDY Ihre Schwester kann Savannah nicht mehr lebendig machen. Aber um den Mörder zu entlarven, spukt sie als Shellys Geist in Lost Lagoon. Dazu nutzt sie ein unterirdisches Tunnelsystem - wo sie eines Nachts von Deputy Josh Griffin, mit dem sie früher heiß geflirtet hat, überrascht wird ... WIE EIN SCHUSS INS HERZ von BEVERLY LONG Megan steht kurz vor der Eröffnung ihrer Boutiquenkette. Doch irgendwer will das Event mit allen Mitteln sabotieren. Weshalb Megan den athletischen Seth Pike als Bodyguard einstellt. Ihre Geschäfte sind nun hoffentlich aus der Schusslinie - aber was ist mit ihrem Herzen?
  • Deutsch
  • 2,17 MB
978-3-7337-2927-1 (9783733729271)

1. KAPITEL

Sie musste aufwachen. Jemand versuchte, sie zu töten.

Schlagartig riss sie die Augen auf. Ihr Blick war verschwommen. Jedes einzelne Körperteil schmerzte.

Emily Benton-Riggs sog scharf den Atem ein. Die kalte Nachtluft stach ihr wie ein Messer in die Lungen. Ihre Rippen schmerzten. Sie versuchte, langsam ein- und wieder auszuatmen. Blinzelte.

Nach und nach konnte sie ihre Umgebung erkennen. Sie befand sich noch immer in ihrem Auto. Doch sie saß nicht länger aufrecht. Ihr kleiner Hyundai hatte sich gedreht, war den Abhang hinuntergerollt und hatte sich mindestens zweimal überschlagen, bevor er auf der Fahrerseite liegend an der Flanke des Berges zum Stehen gekommen war.

Genauso durchgerüttelt wie das Auto fühlte sich auch ihr Kopf an. Nichts schien mehr einen Sinn zu ergeben.

Nur eines empfand sie sehr deutlich: Sie war froh, noch am Leben zu sein. Froh, und gleichzeitig überrascht. In den vergangenen Jahren hatte sie so viele Schicksalsschläge einstecken müssen, dass sie gelernt hatte, mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Obwohl es gerade in den vergangenen Monaten erstmals wieder aufwärtszugehen schien. Sie mochte ihr neues Zuhause, das kleine, gemütliche Häuschen in Denver, das sie gemietet hatte. Ihre Arbeit erfüllte sie. Außerdem hatte sie soeben erfahren, dass sie womöglich eine sehr reiche Frau war.

Ich darf jetzt nicht aufgeben.

Ein Sturz von einer engen Bergstraße in die tiefen Hänge von Aspen würde sie nicht aufhalten.

Ihre Stirn fühlte sich feucht an. Als sie die Hand hob, unter den Pony griff und die klebrige Wunde an ihrem Kopf befühlte, schoss ein scharfer Schmerz durch ihren Körper. Jede Bewegung sandte neue, noch grausamere Wellen Schmerz in ihren Leib. Sie senkte die Hand vor die Augen. Ihre Finger waren blutverschmiert.

Plötzlich stand ihr das Bild ihrer längst verstorbenen Mutter vor Augen. Das Bild einer enttäuschten, zornigen Frau, die weder an das Glück noch an die Liebe glaubte. Vor allem nicht an die Liebe.

Das Bild war so klar, als würde sie wirklich vor ihr stehen, mit ihrem wilden, platinblond gefärbten Haar und ihrer unordentlichen Kleidung, eine Flasche Wodka in der Hand. Sie nahm einen Schluck und sagte leise und heiser, sodass nur Emily sie hören konnte: "Du verdienst diesen Reichtum nicht. Deswegen bist du tot."

"Aber das bin ich nicht", protestierte Emily. "Und ich verdiene dieses Erbe. Ich habe Jamison geliebt. Ich habe alles getan, um seine Frau zu bleiben. Es ist nicht meine Schuld, dass er mit . praktisch jeder ins Bett gegangen ist."

Ihre Stimme versagte. Dieses letzte erniedrigende Kapitel ihrer Ehe wollte sie nicht noch einmal heraufbeschwören. Es war vorbei.

"Du hast versagt", höhnte ihre Mutter mit einem hämischen Grinsen.

"Geh weg. Ich streite mich nicht mit einem Geist."

"Du bist schon bald auf meiner Seite." Unheimliches Gelächter erfüllte Emilys Kopf. "Sieh dich doch mal um, Mädchen. Du bist noch immer im dunklen Wald."

Mom hatte recht. Emily atmete zwar, aber ihr Überleben hing am seidenen Faden.

Mit der rechten Hand versuchte sie, den Airbag wegzudrücken. Der chemische Staub, der sich beim Platzen im Inneren des Airbags entfaltet hatte, stob in einer dichten Wolke auf und drohte, sie zu ersticken. Sie hustete schwer, und ihr Brustkorb begann, wie Feuer zu brennen. Die Rippen schmerzten höllisch.

Sie hob den Blick und spähte durch die Windschutzscheibe. Ein Geflecht großer und kleiner Risse zog sich wie ein Spinnennetz durch das Sicherheitsglas. Jenseits davon erkannte sie Felsen und Baumstümpfe. Ja - sie war noch immer im dunklen Wald.

Aus ihrer schrägen Position heraus fiel es ihr schwer, sich zu orientieren. War sie in die Schlucht gestürzt, oder hatte ein Baum am Abhang ihren Sturz auf halber Strecke abgefangen?

In diesem Augenblick begannen die Scheinwerfer zu flackern - und erloschen. Aus der Motorhaube direkt vor ihr begann Rauch aufzusteigen.

Im Film war das das eindeutige Zeichen dafür, dass das Auto gleich explodieren würde. Oder zumindest in Flammen aufgehen.

Die Vorstellung, im Wagen zu verbrennen, war grauenerregend. Ihr Magen zog sich zusammen. Ich muss aus diesem verdammten Auto raus.

Oder sie musste Hilfe holen. Verzweifelt tastete sie nach ihrer Handtasche mit dem Handy. Sie erinnerte sich, wie sie die Tasche achtlos neben sich auf den Sitz geworfen hatte.

Als sie den Kopf wandte, schoss der Schmerz sengend in ihren Nacken. Die Beifahrerseite war bei dem Sturz zerschmettert, und die Tür aus der Verankerung gerissen worden. Ihre Handtasche lag vermutlich irgendwo zwischen hier und der Straße.

Durch die Öffnung, die einmal die Beifahrertür gewesen war, konnte sie die Sterne funkeln sehen. Ein blasser Halbmond hing am Septemberhimmel und erinnerte sie an ein Gemälde von Van Gogh.

Sie streckte den rechten Arm aus und versuchte, den leeren Türrahmen zu packen, doch sie schaffte es nicht. Bei dem Versuch, sich umzudrehen, bemerkte sie, dass mit ihrem linken Arm etwas nicht stimmte. Er ließ sich nicht bewegen, sondern baumelte einfach leblos im Ärmel des schwarzen Blazers, den sie ausgesucht hatte, um bei der Verlesung des Testaments einen seriösen Eindruck zu machen.

Gleich darauf erfüllte gleißender Schmerz die Muskeln von Schulter bis Handgelenk. Ihr weißes Shirt war blutdurchtränkt, doch sie wusste nicht, ob es von ihrem nutzlos gewordenen Arm oder der Kopfverletzung stammte.

Da hörte sie eine männliche Stimme rufen. "He, da unten!"

Sie erstarrte. Das Monster, das sie von der Straße gedrängt hatte, kam ihr nach, um die Sache zu Ende zu bringen. Die Angst legte sich wie eine kalte Hand um ihren Hals und lähmte ihre Gedanken. Sie sagte nichts.

"Emily, bist du das?"

Er kannte ihren Namen. Sie zählte keine der Personen, die sie in Aspen getroffen hatte, zu ihren Freunden. Und sie traute keinem von ihnen. Irgendwie musste sie aus diesem Auto steigen. Sich verstecken.

Vorsichtig versuchte sie, mit der unverletzten Hand den leblosen Arm zu bewegen. Sicher war er gebrochen. Wenn sie Pfadfinderin gewesen wäre - oder auch nur Erste Hilfe beherrscht hätte -, wäre es ihr vielleicht gelungen, aus einem Ast eine Schiene zu basteln.

Wenn sie ein besserer Mensch gewesen wäre, dann hätte sie sich gar nicht erst in dieser Situation befunden. Nein. Das ist nicht deine Schuld.

Sie verfluchte sich selbst, weil sie sich von nutzlosen Gedanken ablenken ließ. Zunächst einmal musste sie diese tickende Zeitbombe von Auto verlassen. Und dem Mann entkommen, der sie umbringen wollte.

Sie löste den Sicherheitsgurt und fiel gegen die Scheibe. Das Auto wurde erschüttert.

Vorsichtig drehte sie sich um, zog die Beine unter dem Lenkrad hervor und versuchte aufzustehen. Schmerz explodierte in ihrem linken Knöchel, als sie sich aufrichtete.

Sie schob den Oberkörper durch die Türöffnung und atmete tief ein. Die glasklare, kalte Nachtluft weckte sie vollends aus ihrem Schock. Mit aller Kraft zog sie sich über den Rand, stemmte sich aus dem Auto und fiel auf der anderen Seite ins Freie.

Von der Unterseite des Wagens stieg ein durchdringender Geruch nach Benzin auf, was sie daran erinnerte, sich zu beeilen.

Sie konnte den linken Knöchel nicht belasten, deshalb hüpfte sie einige Meter auf dem rechten Bein, dann zog sie das linke nach und versuchte, den Schmerz zu ignorieren.

In sicherer Entfernung ließ sie sich zu Boden sinken und wandte sich um. Das Mondlicht beschien die Szenerie, und sie konnte erkennen, dass sie etwa ein Drittel des Abhangs hinabgestürzt war, ehe ihr Sturz von einer mächtigen Tanne aufgehalten worden war. Die Motorhaube war eingedrückt, und die Rückseite des Autos schwebte bedenklich über dem Abgrund.

"Emily? Bist du da unten?"

Die Stimme kam näher. Sie musste hier weg, ein sicheres Versteck finden.

Doch ihr Körper ließ sich nicht länger kontrollieren. Ihre Knie gaben nach. Auf allen vieren kroch sie über den Waldboden schräg den Abhang hinauf, bis sie eine Ansammlung von Felsen erreichte.

Dort kauerte sie sich an die Steine und versuchte, zu Atem zu kommen. Mit dem rechten Arm brachte sie sich in eine sitzende Position. Es schien der einzige unverletzte Körperteil zu sein.

Dann spähte sie über den Abgrund hinab zu ihrem Auto. Schmerz und Erschöpfung drohten, sie zu überwältigen. Es fiel ihr schwer, die Augen offen zu halten.

Bis sie ein Geräusch hörte.

Doch es war nicht das bedrohliche Zischen einer Leitung, nicht das tödliche Aufflammen, das eine Explosion ankündigte. Es war ein brechender Zweig. Und der Laut kam ganz aus ihrer Nähe.

Entsetzen ergriff ihr Herz.

Er kam näher.

Sie musste wegrennen. Ganz gleich, wie es schmerzte, sie musste auf die Beine kommen. Doch das linke Bein wollte einfach nicht gehorchen. Es würde unmöglich, ihr Gewicht zu tragen. Frustriert sank sie zurück auf den Felsen. Ein schmerzerfülltes Stöhnen entglitt ihrem Mund.

Der Umriss eines Mannes löste sich aus den nahestehenden Tannen. Er wandte sich in ihre Richtung. Bitte sieh mich nicht. Bitte, bitte.

"Emily, bist du das?"

Er kam rasch näher. Sie hoffte, dass es schnell gehen würde. Noch mehr Schmerz würde sie nicht ertragen.

Er ließ sich auf den Felsen neben ihr sinken. Das Mondlicht fiel auf sein schönes Gesicht. Sie...

Schweitzer Klassifikation
BISAC Classifikation

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

5,99 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen