Täglich 1 x Erleuchtung

Shantidevas Weg zur Glückseligkeit
 
 
Goldmann (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Juni 2013
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10223-4 (ISBN)
 
Erleuchtung "To go". - Praktische Weisheit für jeden Tag.

Auch der Dalai Lama empfiehlt ihn als Pflichtlektüre: Shantideva und seine "Anleitung für ein Leben als Bodhisattva", die zu den großen klassischen Texten des Buddhismus gehört. David Michie zeigt, wie zeitlos und modern diese kraftvollen Strophen sind, indem er sie überträgt auf unsere Lebenswelt, auf unsere Ängste und Träume. Begleitet von persönlichen Anekdoten und Meditationen gelingt ihm ein lebendiges "Best of" Shantideva: Eine spirituelle Schatztruhe - humorvoll, warmherzig und doch mit Tiefgang.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Goldmann
  • 1,42 MB
978-3-641-10223-4 (9783641102234)
weitere Ausgaben werden ermittelt
David Michie, geboren in Simbabwe, lebt heute in Australien, wo seine Bücher Bestseller sind. Ursprünglich Thriller-Autor, gelingt es dem praktizierende Buddhist mit Bravour, buddhistische Gedanken in moderner, verständlicher Form einem breiteren Publikum nahezubringen.

1 - Der Entschluss, aufzuwachen

Viele Menschen überall auf der Welt fassen irgendwann den Entschluss, aufzuwachen und sich auf eine innere Reise zu begeben, deren Strecke sich zwar weniger leicht bemessen lässt als eine Auto- oder Bahnfahrt, die aber darum nicht weniger real ist. Für die meisten von uns beginnt sie mit einer tiefempfundenen Sehnsucht nach einem höheren Sinn und mehr Zufriedenheit - mit der Erkenntnis, »dass das nicht alles gewesen sein kann, was das Leben bietet.«

Ob sich diese Erkenntnis in einem allmählichen Prozess einstellt oder sich uns plötzlich durch eine berufliche Krise, die Trennung vom Partner, eine schwere Erkrankung oder ein anderes persönliches Drama aufdrängt, wichtig ist, was wir als Nächstes tun. Machen wir die Herzlosigkeit unseres ehemaligen Arbeitgebers, die Untreue unseres Ex-Partners, die Tücke des Schicksals für unser Unglück verantwortlich? Oder wird uns bewusst, dass es auch in unserer Hand liegt, wie wir uns fühlen? Glauben wir, dass die äußeren Umstände uns zwingen, bestimmte Emotionen zu durchleben, denen wir lieber aus dem Weg gehen würden? Oder sind wir vielleicht doch nicht auf Gedeih und Verderb Opfer unseres eigenen Schicksals? Kurz gesagt: Können wir selbst bestimmen, wie wir uns fühlen?

Im gesellschaftlichen Zusammenhang ist diese Frage nicht klar zu beantworten. Wir sind in unserem Verhalten so maßgeblich von der Annahme geleitet, dass Glück in Dingen zu finden sei, die außerhalb von uns selbst existieren - insbesondere in materiellen Tröstungen und Beziehungen zu anderen Menschen. Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir damit, auf den Erwerb oder den Erhalt eines bestimmten Lebensstandards, Beziehungsarrangements und mitunter auch von Einfluss und Status hinzuarbeiten - auf die Dinge also, die gesellschaftlich als Grundlage eines glücklichen, erfüllten Lebens gelten. Wird uns dadurch nicht das notwendige Maß an Glück zuteil, empfinden wir es nicht als widersinnig, zu stimmungsaufhellenden Mitteln zu greifen, seien sie nun alkoholischer, medikamentöser oder sonstiger Art, selbst wenn uns klar ist, dass sie an unseren äußeren Umständen nichts zu ändern vermögen. Es genügt uns die Hoffnung, dass sie uns diese in einem sehr viel besseren Licht erscheinen lassen.

Wie die meisten Menschen verwandte auch ich bis weit ins Erwachsenenalter hinein nicht einen einzigen Gedanken darauf, ob ich womöglich selbst bestimmen könnte, wie ich mich fühlte. Wenn ich auf die wichtigsten psychologischen Eckpunkte meiner frühen Jahre zurückschaue - auf die Ängste, die ich am Anfang meiner Marketing-Karriere durchmachte, die Frustrationen im Zusammenhang mit meiner Arbeit als Autor, die Empörung darüber, dass sich Vermieter, Mitbewohner und unzählige andere Leute nicht immer als hundertprozentig korrekt erwiesen -, dann merke ich, dass diese Gefühle mir normal, ja unter den gegebenen Umständen sogar unvermeidlich erschienen. Und was den massivsten aller Eckpunkte anbelangt, den Augenblick, als mir die erste ernsthafte Freundin meines Lebens den Laufpass gab, so führte damals kein Weg an dem dunklen Abgrund der Depression vorbei, in denich damals stürzte. Als mich irgendjemand mit der unbequemen Wahrheit konfrontierte, dass nicht alle verlassenen Ex-Freunde mit der gleichen dramatischen Intensität reagierten, begriff ich zwar, was diese Person mir sagen wollte. Trotzdem brachte ich - zumindest anfangs - alle möglichen Gründe vor, warum ich mit anderen verlassenen Ex-Freunden nicht das Geringste gemein zu haben glaubte.

Wie ein Vogel, der auf seiner Stange sitzenbleibt, obwohl die Tür seines Käfigs offen steht, erfinden wir manchmal alle möglichen Ausreden, um in der schmerzlichen, doch vertrauten Enge zu verharren, obwohl wir die Chance zur Freiheit vor Augen haben. Erst später war ich bereit, mich mit dem Gedanken zu befassen, dass ich nicht wirklich im Tal der Verzweiflung leben musste.

UNSERE INNERE WIRKLICHKEIT VERÄNDERN

Wenn der Startpunkt unserer Reise hin zum Erwachen die Unzufriedenheit mit unserem derzeitigen Leben ist, können wir nur dann den ersten Schritt tun, wenn wir beschließen, etwas daranzu ändern. Die buddhistische Lehre spricht hier von der »Entsagung« - dem sich Abwenden von den Ursachen unseres Leids.

In unserem westlichen Kulturkreis steht die äußere Wirklichkeit derart im Vordergrund, dass der Begriff »Entsagung« sofort Assoziationen von klösterlicher Strenge kombiniert mit »Sack und Asche«-Bildern erweckt. Oder zeitgemäßer ausgedrückt denken wir dabei vielleicht an den Verzicht auf unser heißgeliebtes cholesterinreiches Essen zugunsten einer kargen, niederkalorischen Gewichtsreduktionsdiät.

Glücklicherweise versteht man jedoch im tibetischen Buddhismus etwas anderes unter Entsagung. Es ist nicht die äußere, sondern die innere Wirklichkeit, die es aufzugeben gilt. Die eigentliche Erkenntnis ist, dass die Ursachen unseres Leids nicht »da draußen«, sondern »hier drinnen« zu finden sind. Wenn wir uns von ihnen lösen wollen, muss unser eigener Geist im Mittelpunkt unseres Bemühens stehen.

Dies bringt uns zur ersten Station unserer Exkursion zu ausgewählten Höhepunkten in Shantidevas Anleitung und damit sinnigerweise gleich zu einer ihrer meistzitierten Strophen. Vielleicht ist sie Ihnen schon einmal irgendwo begegnet. Die Kraft ihrer Botschaft und die sprachliche Prägnanz, mit der sie formuliert ist, haben sie bei Lamas, Psychologen und Lehrenden im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung gleichermaßen zeitlos beliebt gemacht.

Wo soll man Leder [genug] finden,

um die ganze Erde zu bedecken?

Schon mit dem Leder einer Sandale

ist die ganze Erde bedeckt! (V/13)

Mit der Schlichtheit des Genies erklärt Shantideva den ganzen Zweck der Entsagung. In nur vier Zeilen beschreibt er die Unmöglichkeit, in der Welt, die uns umgibt, alles kontrollieren zu wollen. Stattdessen stellt er ihr die leichter zu bewältigende Alternative gegenüber: nämlich Einfluss zu nehmen auf die Art und Weise, wie wir die Welt erleben.

Aus seinen Worten spricht die Gewissheit, dass wir auf unserem Weg durchs Leben zwangsläufig raues emotionales Gelände zu durchqueren haben - Streckenabschnitte, in denen uns die psychologischen Entsprechungen von Momenten widerfahren, in denen wir uns die Zehen anschlagen, in Dornen treten, uns die Knöchel zerkratzen oder uns gar Schlimmeres widerfährt. So wie Schuhe unsere empfindlichen Füße mit einer schützenden Hülle umgeben, sollten wir auch unsere Emotionen mit einem Schutzmantel versehen - mit einer wehrhaften Barriere von Interpretationen, Werten und Glaubensvorstellungen.

WELCHE ART VON SCHUHEn TRAGEN WIR?

Mein Dharma-Lehrer Les Sheehy sagt oft scherzhaft zu seinen Schülern, dass es ein Terrain gibt, auf dem die meisten von uns Experten sind. Dank jahrzehntelanger Praxis sind wir so gut darin, dass wir uns beinahe blind darauf zubewegen. Wovon er spricht, ist unsere Fähigkeit, uns unglücklich zu machen.

Für das Sanskrit-Wort dukkha, einem der Schlüsselbegriffe des Buddhismus, gibt es keine direkte Übersetzung, doch er umfasst sämtliche Formen der Unzufriedenheit von alltäglichen kleinen Verstimmungen bis hin zum tiefsten Leid. Viele von uns sind Fachleute auf ihrem jeweils ganz speziellen Unzufriedenheitsgebiet. Manche verstehen sich besonders gut auf das Enttäuschtsein darüber, dass sich ihre Ziele und Träume nie wirklich erfüllen. Selbst wenn sie gerade einen hohen Berg bezwungen haben, haben sie schon den nächsten Gipfel im Blick, der noch ein bisschen höher in den Himmel ragt. Andere sind Groll-Gurus, die besonders gut darin sind, ihren bitteren Hass auf andersdenkende Politiker zu pflegen oder sich über eine breite Palette von Industriekonzernen zu ereifern - Ölmultis, Finanzbranche, Pharmakonzerne und Medien, um nur die üblichen Verdächtigen zu nennen. Manchmal regen sie sich sogar über ganze Nationen oder Ethnien auf. Dann gibt es die Opfer, deren Leben aus einer bedauerlichen Aneinanderreihung von üblen Erfahrungen besteht. Wann auch immer das Schicksal eine schreckliche Wendung in petto hält, scheint es sie zu treffen. Und die Liste lässt sich mühelos erweitern: Da sind die Sorgengebeugten, die Wütenden, die Verratenen, die Schwermütigen .

Natürlich sind nicht alle so. Wir alle kennen Leute, die sich selbst von den größten persönlichen Widrigkeiten nicht aus dem Konzept bringen lassen und sich ihre positive Grundhaltung bewahren. Aber dass sie uns so spontan einfallen, liegt daran, dass es nur wenige von ihnen gibt!

Wenn man bedenkt, dass wir alle in ein und derselben Welt leben und viele Erfahrungen teilen, stellt sich die Frage nach den Gründen für diese vielfältigen Reaktionen. Die Antwort liegt natürlich auf der jeweiligen Ebene von Annahmen, Überzeugungen und Denkgewohnheiten, über die wir die Erfahrungen unseres Lebens an uns herankommen lassen. Um in dem von Shantideva gewählten Bild zu bleiben: Manche Menschen tragen offene Sandalen, mit denen sie dauernd an spitzen Steinen hängen bleiben. Andere waten mit Leinenschuhen durch den Sumpf und beschweren sich bitter, dass sie nasse Füße bekommen. Nur wenige aber tragen robustes Schuhwerk.

Shantidevas Anleitung hilft uns allen, geeignetere Schuhe zu finden.

UNSERE EINGEFAHRENEN DENKGEWOHNHEITEN

Eine der größten Herausforderungen in diesem Prozess besteht nicht so sehr darin, unsere negativen Denkgewohnheiten zu identifizieren, sondern sie zu ersetzen. Wie ein Vogel, der so lange in seinem selbstgeschaffenen Käfig gesessen hat, dass er nicht einfach zur offenen...

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